Accounting Advice Blog

Neuer Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat heute den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge veröffentlicht, der für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2021 verpflichtend anzuwenden ist. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.

IFRS 17 ersetzt IFRS 4, der ursprünglich als Übergangsstandard im Jahr 2004 veröffentlicht wurde. Aufgrund der Tatsache, dass IFRS 4 Unternehmen die Möglichkeit einräumte, die Bilanzierung von Versicherungsverträgen basierend auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften vorzunehmen, war es bisher schwierig, die finanzielle Situation ansonsten ähnlicher Unternehmen zu vergleichen. Der neue Standard IFRS 17 soll dieses Problem nun lösen und sowohl Versicherern, als auch Investoren nutzen. Zukünftig sollen Versicherungsverträge einheitlich bilanziert werden.

Studie: Anhangangaben zu IFRS 15

Die börsennotierten deutschen Unternehmen lassen es bei der Einführung des neuen IFRS 15 erstaunlich ruhig angehen. Gut 80 Prozent der betroffenen deutschen Unternehmen befinden sich noch immer in der Analysephase, zwölf Prozent haben selbst damit noch nicht begonnen. Und das obwohl der neue Standard ab 1. Januar 2018 verpflichtend anzuwenden ist. Auch den Forderungen der europäischen Börsenaufsicht ESMA nach bereits konkreten Angaben zu den erwarteten Folgen durch IFRS 15 für die Abschlüsse 2016 wird kaum nachgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt die PwC-Studie „Anhangangaben zu IFRS 15“, bei der die Geschäftsberichte 2016 von 100 deutschen Unternehmen analysiert wurden. Der bisherige Stand der Vorbereitung auf IFRS 15 entsprechend der Darstellung im Geschäftsbericht ist ernüchternd, die Unternehmen sollten nun vermehrt aufs Tempo drücken!
Die komplette Studie finden Sie hier.

IASB veröffentlicht das Diskussionspapier „Principles of Disclosures“

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat das Diskussionspapier „Principles of Disclosures“ veröffentlicht. Dies ist Teil der Disclosure-Initiative, mit der das IASB die Rahmenbedingungen geschaffen hat, die Berichterstattung unternehmensindividueller, fokussierter und damit auch effizienter vorzunehmen. Das Diskussionspapier schlägt u.a. sieben in Abschlüssen anzuwendende Leitlinien für effektive Kommunikation („Principles of effective communication“) vor und gibt Hinweise, an welcher Stelle bestimmte Informationen im Geschäftsbericht zu verorten sind. Des Weiteren werden mögliche Ansätze für eine Verbesserung der Veröffentlichungsgrundsätze diskutiert. Außerdem wird die Verwendung von Leistungskennzahlen, die sich nicht aus den IFRS Standards ergeben und in Jahresabschlüssen veröffentlicht werden, sowie die Darstellung von Bewertungsmethoden im Anhang thematisiert.

IASB schlägt Änderungen an IFRS 8 und IAS 34 vor

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 29. März 2017 als Zwischenergebnis des Post-implementation Reviews einen Entwurf für Änderungen an IFRS 8 Geschäftssegmente (ED/2017/2) veröffentlicht, der verschiedene Verbesserungen vorsieht. Dies betrifft im Wesentlichen die Identifikation und Funktion des Hauptentscheidungsträgers (sog. Chief Operating Decision Maker), die Angabepflicht zur Erklärung der Unterschiede zwischen den Segmentinformationen im IFRS-Abschluss und in der sonstigen Berichterstattung (z.B. Lagebericht, Pressemitteilungen), sowie eine Klarstellung bezüglich sonstiger Angaben in der Segmentberichterstattung. Zudem werden der Detailierungsgrad und die Beschreibung der sonstigen Abstimmungsposten der Überleitungsrechnung thematisiert.

Veröffentlichung – IFRS 15 und IFRS 16 – Zwei neue Bilanzierungsstandards mit Schnittstellenproblematik

Die zwei neuen Bilanzierungsstandards, IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, stellen Unternehmen derzeit vor große Herausforderungen. Beide Standards decken grundsätzlich unterschiedliche Anwendungsbereiche ab und beinhalten Prinzipien, die auf den jeweiligen Anwendungsbereich zugeschnitten sind. Auch die verpflichtende Erstanwendung stellt auf zwei unterschiedliche Berichtszeiträume ab, allerdings bestehen im Bereich der Anwendungsfälle diverse Wechselwirkungen, da Unternehmen ihren Kunden Leistungen im Paket anbieten, das sowohl Leasing- als auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten kann. Der Analyse und Würdigung einer solchen Vertragskonstellation widmet sich der BeitragIFRS 15 und IFRS 16 – Zwei neue Bilanzierungsstandards mit Schnittstellenproblematik (von Andrea Bardens, Marius Dreisbach und Dr. Christoph Wallek), erschienen in der aktuellen Ausgabe (Heft 2) der RWZ – Zeitschrift für Recht & Rechnungswesen.

Studie: Accounting Compliance in Deutschland

Alle bilanzierenden Unternehmen stehen vor der stetigen Herausforderung, die Einhaltung ihrer Rechnungslegungsvorschriften sicherzustellen (sog. „Accounting Compliance“) und einen Beitrag im Rechnungswesen zu den Unternehmenszielen zu leisten. Im Rahmen einer Umfrage haben wir bei 111 Unternehmen in Deutschland die Organisation des Rechnungswesens sowie deren Zusammenarbeit mit anderen Bereichen untersucht.

Veranstaltung „IFRS 15: Meet your peers!“

Wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „IFRS 15: Meet your peers!“ am 20. März 2017 von 10:00 bis 16:45 Uhr in Frankfurt am Main ein.

Freuen Sie sich auf Dr. Andreas Duhr (thyssenkrupp AG), Andreas Röderer (SAP SE), Christian Tümmler (Evonik Industries AG), Dr. Robert Walter (ProSieben Sat. 1 Media SE) und Dr. Markus Weinreis (E.ON SE), die Ihnen Einblick in ihre IFRS 15-Umstellungsprojekte geben.

Unter www.pwc-events.com/ifrs15meetyourpeers finden Sie weitere Informationen sowie die Anmeldemöglichkeit.

DPR veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2016

Gestern hat die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die Fehlerquote, die sich bei der Überprüfung der Jahres- und Konzernabschlüsse deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen durch die DPR ergeben hat, liegt im Jahr 2016 mit 16% auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen drei Jahren. Insgesamt wurden 96 Unternehmen von der DPR überprüft, bei denen in fünfzehn Fällen ein Fehler in der Rechnungslegung festgestellt wurde. Die Fehlerquote bei den Stichprobenprüfungen blieb mit 11% konstant zum Vorjahr, bei den abgeschlossenen Anlass- und Verlangensprüfungen liegt die Fehlerquote bei um die 50% und bleibt damit unvermindert hoch. Die Fehlerquote bei kleineren Unternehmen ohne Indexzugehörigkeit liegt bei 25% (Vorjahr: 20%) und ist somit deutlich höher als bei Unternehmen mit Indexzugehörigkeit (5%, Vorjahr: 8%).

IFRS 16 ist und bleibt eine Herausforderung

Die Implementierung des neuen Leasingstandards bleibt eine große Herausforderung für Unternehmen. Insbesondere die Fragen nach Anzahl und Verortung von Verträgen sowie Gestaltung der zukünftigen Prozesse und Verantwortlichkeiten und die Auswahl einer geeigneten Softwarelösung stehen hierbei im Vordergrund.

Das ergab eine Umfrage zu IFRS 16, die wir im Frühjahr 2016 durchgeführt haben und an der sich 135 Unternehmen in Deutschland beteiligt haben.

Veröffentlichung von Enforcement-Entscheidungen zur Bilanzierung nach IFRS

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA, European Securities and Markets Authority) hat zum zwanzigsten Mal Kurzfassungen ihrer Enforcement-Entscheidungen zur Bilanzierung nach IFRS veröffentlicht. Dabei handelt es sich um 14 Entscheidungen von nationalen Enforcern aus der Zeit von März 2014 bis Juni 2016. Darunter ist beispielsweise eine Entscheidung zur Abgrenzung zahlungsmittelgenerierender Einheiten. Dies wiederum stellt einen DPR-Prüfungsschwerpunkt 2017 dar.

Ziel ist es, bilanzierenden Unternehmen und Adressaten von Abschlüssen relevante Informationen zur richtigen Anwendung der IFRS zu geben.