Accounting Aktuell Blog

IFRS 17 Insurance Contracts: Finaler Standard heute veröffentlicht

Der IASB hat heute den finalen Standard IFRS 17 „Insurance Contracts“ veröffentlicht und damit eine über lange Zeit bestehende „faktische Regelungslücke“ geschlossen (siehe Pressemitteilung des IASB).

Die Regelungen des IFRS 17 ersetzen den in 2004 veröffentlichten Übergangsstandard IFRS 4. Dieser enthielt keine eigenständigen Regelungen zur bilanziellen Abbildung von Versicherungsverträgen, sondern gestattete stattdessen die Anwendung nationaler Rechnungslegungsvorschriften im IFRS-Abschluss. In der Konsequenz kommt somit weltweit eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zur bilanziellen Abbildung von Versicherungsverträgen in IFRS-Abschlüssen zur Anwendung, die nicht notwendigerweise mit den allgemeinen Grundsätzen der IFRS im Einklang stehen. Dies schränkt die Nutzbarkeit der Rechnungslegungsinformationen für den Bilanzleser gegenwärtig erheblich ein.

IASB entschärft Definition eines Geschäftsbetriebs – Screening-Test als Wahlrecht

Der IASB hatte mit ED/2016/1 Vorschläge für eine Konkretisierung der Definition eines Geschäftsbetriebs (business) gemäß IFRS 3 veröffentlicht. In diesem Vorschlag wurden die vom FASB für die US-GAAP bereits verabschiedeten Regelungen inhaltlich übernommen. Der Entwurf sieht für den Test, ob die Definition eines Geschäftsbetriebs erfüllt ist, folgendes zweistufiges Vorgehen vor.

In einem ersten Schritt – dem sogenannten Screening-Test – ist zu prüfen, ob sich der gesamte Fair Value der Bruttovermögenswerte in einem Vermögenswert oder einer Gruppe gleichartiger Vermögenswerte konzentriert. Wenn dies der Fall ist, liegt kein Geschäftsbetrieb vor und es erfolgt keine weitere Prüfung, bei der im zweiten Schritt das Vorliegen von ökonomischen Ressourcen (inputs) und mindestens eines substanziellen Prozesses (substantive process), die zusammen die Möglichkeit schaffen, Output zu generieren, zu prüfen ist.

Änderung an IFRS 9: ED/2017/3 – Prepayment Features with Negative Compensation veröffentlicht

In unserem Beitrag vom 27. Januar 2017 haben wir über die vorläufige Entscheidung des IASB berichtet eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Am 21. April 2017 wurde der erwartete Änderungsvorschlag ED/2017/3 – Prepayment Features with Negative Compensation veröffentlicht.

Ziel ist die Erweiterung der Regelungen zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten mit vorzeitigen Kündigungsmöglichkeiten des Emittenten und/oder des Investors. Mit der Änderung soll unter bestimmten Voraussetzungen eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost) bzw. GuV-neutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) auch für solche finanziellen Vermögenswerte ermöglicht werden, bei denen im Falle einer vorzeitigen Kündigung eine Ausgleichszahlung an die kündigende Partei fällig werden kann. Unter den gegenwärtigen Regelungen des IFRS 9 führt eine solche Vereinbarung zu einer Verletzung des SPPI-Kriteriums und damit zu einer Bilanzierung at fair value through profit or loss. Es ist vorgesehen die Änderung zeitgleich mit Inkrafttreten des IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden.

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz im Bundesgesetzblatt verkündet

Am 18. April 2017 ist das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) im Bundesgesetzblatt erschienen. Das damit endgültige Gesetz entspricht der Fassung, wie sie vom Deutschen Bundestag am 9. März 2017 beschlossen wurde und über die ich in meinem Blogbeitrag vom 13. März 2017 berichtet habe.

Zu beachten ist, dass ein Großteil der Neuregelungen bereits erstmals für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden ist.

Entgelttransparenzgesetz vom Bundestag beschlossen

Gestern hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – ohne Änderungen im Vergleich zum Regierungsentwurf beschlossen.

Damit gilt das, was ich in meinem Blogbeitrag vom 13. Januar 2017 berichtet habe, unverändert. Im Zusammenhang mit dem Lagebericht bedeutet dies insbesondere Folgendes:

  • Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet sind, müssen diesem künftig in bestimmten zeitlichen Abständen einen sogenannten Entgeltbericht als Anlage beifügen und den Entgeltbericht im Bundesanzeiger veröffentlichen.
  • Im Entgeltbericht ist über Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer zu berichten. Außerdem sind bestimmte statistische Angaben zu machen.

Entwurf mit Änderungen an IFRS 8 und IAS 34 veröffentlicht

Der IASB hat gestern einen Entwurf mit Änderungen an IFRS 8 „Geschäftssegmente“ und IAS 34 „Zwischenberichterstattung“ (ED/2017/2) veröffentlicht.

Die vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 8 adressieren Kritikpunkte, die im Rahmen des Post-Implementation-Reviews des IFRS 8 geäußert wurden. Themenbereiche sind

  • Klarstellungen zur Identifikation des Hauptentscheidungsträgers sowie diesbezügliche Angabepflichten
  • Klarstellungen zur Aggregation von Geschäftssegmenten zu Berichtssegmenten
  • Anhangangaben bei abweichenden Segmentierungen zwischen Abschluss und weiteren Teilen der Unternehmensfinanzberichterstattung
  • Möglichkeit der Offenlegung von nicht an den Hauptentscheidungsträger berichteten Informationen
  • Angabepflichten zu Abstimmungsposten (reconciling items) im Rahmen der notwendigen Überleitungsrechnungen

IFRS 17: Veröffentlichung des finalen Standards für Mai 2017 avisiert

Die Finalisierung des neuen Standards IFRS 17 zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen steht unmittelbar bevor.

Im Rahmen der März-Sitzung des IASB informierte der Mitarbeiterstab darüber, dass die Arbeiten zur Finalisierung des Standards wie geplant voranschreiten und eine Veröffentlichung von IFRS 17 in der zweiten Maihälfte dieses Jahres erwartet wird.

CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vom Bundestag beschlossen

In der Nacht vom 9. auf den 10. März 2017 hat der Deutsche Bundestag das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz in der Entwurfsfassung, die vom Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz vorgeschlagen worden ist, beschlossen. Legt nun der Bundesrat keinen Einspruch dagegen ein, ist damit zu rechnen, dass es bald in der beschlossenen Fassung in Kraft tritt.

Das Gesetz sieht für bestimmte große Unternehmen und Konzerne erweiterte Berichtspflichten zu nichtfinanziellen Informationen (Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung) vor. Außerdem wird eine Berichterstattung zur Diversität der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat vor allem börsennotierter Aktiengesellschaften eingeführt.

IASB bestätigt Sichtweise zur Bilanzierung von Modifikationen finanzieller Verbindlichkeiten

Auf Basis der derzeit anzuwendenden Vorschriften des IAS 39 haben Unternehmen zum Teil Buchwertanpassungen aus einer Modifikation von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zu einer Ausbuchung führen, über die Restlaufzeit der modifizierten finanziellen Verbindlichkeit verteilt. Entgegen dieser Vorgehensweise bestätigte der IASB nun in seiner Februar-Sitzung die zuvor bereits vom IFRS IC geäußerte Sichtweise, dass solche Differenzen nach IFRS 9 als Gewinn oder Verlust im Zeitpunkt der Modifikation oder des Austauschs zu erfassen sind. Somit müssen Bilanzersteller, die derartige Effekte bisher über die Restlaufzeit verteilt haben, ihre bisherige Bilanzierung modifizierter finanzieller Verbindlichkeiten mit der Erstanwendung des IFRS 9 ändern. Sollten zum Erstanwendungszeitpunkt noch wesentliche Modifizierungsgewinne oder –verluste erfasst sein, wären diese gegen die Gewinnrücklagen in der Eröffnungsbilanz anzupassen.

Neuer Webcast zu Modifikationen nach IFRS 16 angekündigt

Im Rahmen seiner Aktivitäten rund um die Implementierung des neuen Leasingstandards IFRS 16 plant der IASB, im März 2017 einen Webcast zum Thema Modifikationen beim Leasingnehmer zu veröffentlichen. Mit diesem neuen Webcast reagiert der IASB auf Feedback und vermehrten Fragen von Stakeholdern und Anwendern zu diesem komplexen Themenbereich. In einem weiteren für Mai geplanten Webcast stehen die Angabepflichten für Leasingnehmer im Fokus.

Diese und weitere, bereits veröffentlichte Webcasts sowie alle übrigen Aktivitäten und Dokumente des IASB zur Implementierung von IFRS 16 sind auf nachfolgender Webseite erhältlich.