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Neuer Webcast zu Modifikationen nach IFRS 16 angekündigt

Im Rahmen seiner Aktivitäten rund um die Implementierung des neuen Leasingstandards IFRS 16 plant der IASB, im März 2017 einen Webcast zum Thema Modifikationen beim Leasingnehmer zu veröffentlichen. Mit diesem neuen Webcast reagiert der IASB auf Feedback und vermehrten Fragen von Stakeholdern und Anwendern zu diesem komplexen Themenbereich. In einem weiteren für Mai geplanten Webcast stehen die Angabepflichten für Leasingnehmer im Fokus.

Diese und weitere, bereits veröffentlichte Webcasts sowie alle übrigen Aktivitäten und Dokumente des IASB zur Implementierung von IFRS 16 sind auf nachfolgender Webseite erhältlich.

Änderung an IFRS 9 zu bestimmten Kündigungsoptionen vorgesehen

Das IASB hat in seiner Sitzung am 18. Januar 2017 vorläufig entschieden, eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Die Änderung soll eine Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten mit bestimmten Kündigungsoptionen des Schuldners (sog. symmetric ‘make whole’ prepayment options) zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost) bzw. GuV-neutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) ermöglichen.

Die Änderung soll zeitgleich mit Inkrafttreten des IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden sein. Die Veröffentlichung eines Exposure Drafts ist für Ende April 2017 geplant (siehe auch IASB Update Januar 2017 bzw. Staff Paper zu Agendapunkt 3 der Januar Sitzung des IASB).

Entgelttransparenzgesetz – neue Anforderungen an den Lagebericht?

Am 11. Januar hat die Bundesregierung den Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen – kurz „Entgelttransparenzgesetz“ – beschlossen. Dieses Gesetz soll den bestehenden Rechtsrahmen für eine umfassende Durchsetzung von Entgeltgleichheit im Sinne von „gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ von Frauen und Männern verbessern.

Änderungen im Handelsgesetzbuch sieht das Gesetz nicht vor. Allerdings sollen Unternehmen mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet sind, künftig dem Lagebericht einen sogenannten „Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit“ als Anlage beifügen und diesen Entgeltbericht im Bundesanzeiger veröffentlichen.

ESMA veröffentlicht neue Enforcement-Entscheidungen

Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority – ESMA) hat die 20. Sammlung von Auszügen aus der EECS-Datenbank zu Enforcement-Entscheidungen zur IFRS-Bilanzierung veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Auslegungsentscheidungen nationaler Enforcer, die im Rahmen der Sitzungen der europäischen Enforcement-Einrichtungen (European Enforcers Coordination Sessions (EECS)), an denen auch die DPR teilnimmt, im Interesse einer einheitlichen Auslegung der IFRS diskutiert wurden. Die Entscheidungen entfalten keinerlei rechtliche Bindungswirkung, ihnen kommt jedoch bei der Beurteilung vergleichbarer Sachverhalte eine faktische Bindungswirkung zu. Die aktuelle Veröffentlichung enthält 14 Entscheidungen, die zwischen März 2014 und Juni 2016 zu folgenden Themen getroffen wurden:

BMF-Schreiben vom 23.12.2016: Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB gilt nicht als Abführungssperre bei Gewinnabführungsverträgen

Nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB, der verpflichtend erstmals auf Jahresabschlüsse für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 enden (Art. 75 Abs. 6 S. 1 EGHGB), anzuwenden ist, unterliegt der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen bei Anwendung des sieben- und des zehnjährigen Durchschnittszinssatzes (§ 253 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. Abs. 6 Satz 1 HGB) einer Ausschüttungssperre, sofern er nicht durch die nach Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zzgl. eines Gewinnvortrags und abzgl. eines Verlustvortrags gedeckt werden kann (§ 253 Abs. 6 Satz 2 HGB).

Handelsrechtliche Bilanzierung von Altersversorgungsverpflichtungen: Neufassung von IDW RS HFA 30 verabschiedet

Die am 16. Dezember 2016 durch den Hauptfachausschuss des IDW beschlossene Neufassung der Stellungnahme berücksichtigt Änderungen durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sowie die diesjährige Gesetzesänderung hinsichtlich der Abzinsung von Pensionsrückstellungen (§ 253 HGB n.F.) und sich daraus ergebende Zweifelsfragen. Zusätzlich erweitert IDW RS HFA 30 n.F. die Definition des Begriffs der Altersversorgungsverpflichtungen und enthält umfangreichere Ausführungen als bislang zur Bilanzierung bei Abschluss von Freistellungsvereinbarungen und ggf. ergänzender Erklärung eines Schuldbeitritts zu Pensionsverpflichtungen. Diese Änderungen gegenüber der bisherigen Stellungnahme waren bereits weitestgehend in der vom IDW im September 2016 bekannt gemachten Entwurfsfassung enthalten. Hierüber haben wir bereits in unserer Publikationsreihe HGB direkt (Ausgabe 7, September 2016) berichtet.

Klarheit über die GuV-Vorjahresspalte bei erstmaliger BilRUG-Anwendung

In den letzten Monaten wurde teilweise kontrovers diskutiert, ob in dem erstmals nach HGB in der Fassung des BilRUG aufgestellten Jahresabschluss die Umsatzerlöse in der Vorjahresspalte der GuV an die neue Umsatzerlösdefinition angepasst werden dürfen oder nicht.

Mit der gestrigen Veröffentlichung des IDW besteht darüber nun Klarheit:

  • Nach Auffassung des Hauptfachausschusses des IDW müssen die in der Vorjahresspalte der GuV ausgewiesenen Umsatzerlöse nicht an die neue Definition angepasst werden. Erfolgt keine Anpassung und sind die Umsatzerlöse nicht vergleichbar, ist im (Konzern-) Anhang ein entsprechender Hinweis sowie eine Erläuterung unter nachrichtlicher Angabe des Betrags der Umsatzerlöse für das Vorjahr, der sich aus der Anwendung der Neudefinition ergeben hätte, erforderlich.

IFRS IC veröffentlicht IFRIC 22

Am 8. Dezember 2016 hat das IFRS Interpretations Committee IFRIC 22 „Foreign Currency Transactions and Advance Consideration“ veröffentlicht. Die Interpretation stellt klar, welcher Wechselkurs bei der erstmaligen Erfassung einer Fremdwährungstransaktion in der funktionalen Währung eines Unternehmens zu verwenden ist, wenn das Unternehmen Vorauszahlungen leistet oder erhält.

Das Grundprinzip des IFRIC 22 wird nachfolgend am Beispiel eines Erwerbsgeschäfts dargestellt:

Am 1. Januar 2017 schließt ein Unternehmen mit funktionaler Währung Euro einen Vertrag über den Erwerb einer Maschine zum Preis von USD 1.000 ab. Die Maschine wird am 15. April 2017 geliefert. Vertragsgemäß hat das Unternehmen den Kaufpreis bereits am 1. Februar 2017 im Voraus geleistet.

IASB veröffentlicht neue Annual Improvements und Änderung des IAS 40

Der IASB hat gestern die Annual Improvements (Zyklus 2014-2016) sowie eine Änderung des IAS 40 veröffentlicht. Hierdurch erfolgen folgende Klarstellungen:

  • IAS 28: Die Entscheidung über die erfolgswirksame Bewertung bestimmter assoziierter Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zum beizulegenden Zeitwert kann für jedes Investment separat erfolgen.
  • IFRS 12: Die Angabepflichten des IFRS 12 gelten auch für Anteile, die nach IFRS 5 als zur Veräußerung klassifiziert sind.
  • IFRS 1: Kurzfristige Befreiungen von der Anwendung bestimmter Regelungen der IFRS für Erstanwender, die durch Zeitablauf nicht mehr relevant sind, wurden gestrichen.

Endlich: EU-Endorsement des IFRS 9 erfolgt!

Nachdem ein Endorsement der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten (IFRS 9) ursprünglich bereits einmal für das zweite Halbjahr 2015 erwartet war, ist es nun ein Jahr später endlich erfolgt. Die entsprechende Übernahmeverordnung vom 22. November wurde am 29. November 2016 im Amtsblatt der EU veröffentlicht: Link. 

IFRS 9 ist erstmals zwingend in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige frühzeitige Anwendung ist zulässig.

Der Standard ersetzt die Vorschriften des IAS 39 zu Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. Wesentliche sich hieraus ergebene Änderungen sind:

  • geänderte Vorschriften zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten