Kategorie: Allgemein

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IDW RS HFA 50: Weiterer Entwurf zur IFRS-Modulverlautbarung veröffentlicht

Am 9. Juni 2017 hat der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW einen Entwurf des zweiten Moduls von IDW RS HFA 50, der sich mit Einzelfragen der IFRS-Rechnungslegung beschäftigt, veröffentlicht. Sie können den Entwurf unter nachfolgendem Link auf der IDW-Website abrufen:

IDW RS HFA 50_Entwurf 2. Modul

In dem Modul geht es um die Übertragung nicht-finanzieller Vermögenswerte auf einen Fonds i.S.v. IAS 19.8 mit anschließender Nutzungsüberlassung an das Trägerunternehmen. Die bilanziellen Auswirkungen der Nutzungsüberlassung sind in IAS 19 nicht geregelt. Daher hat der HFA diskutiert, inwieweit die Regeln für Sale-and-Leaseback-Transaktionen des IFRS 16 analog anzuwenden sind, und zieht die folgenden Schlüsse:

  1. Abweichend von IFRS 16.99 ist nicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen des IFRS 15 für einen Verkauf erfüllt sind. Es ist ausschließlich nach IAS 19 zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für die Schaffung von Planvermögen erfüllt sind.
  2. Die folgende Regel ist hingegen analog anzuwenden: Nach IFRS 16.100(a) werden stille Reserven in einer Sale-and-Leaseback-Transaktion nur anteilig aufgedeckt. Soweit ein Nutzungsrecht des Unternehmens besteht, ist dieses in Höhe des anteiligen bisherigen Buchwerts des übertragenen Vermögenswerts anzusetzen. Der Entwurf enthält zur Veranschaulichung ein Zahlenbeispiel.

Das erste Modul von IDW RS HFA 50 wurde bereits im März 2017 verabschiedet und geht ebenfalls auf eine IAS 19-Fragestellung ein. Es regelt für Versorgungszusagen mit versicherungsförmigen Dürchführungswegen, für die aufgrund der Niedrigzinsphase ein Übergang von der Bilanzierung als beitragsorientierter Plan (defined contribution plan) auf die Bilanzierung als leistungsorientierter Plan (defined benefit plan) notwendig geworden ist, wie dieser zu erfolgen hat.

IFRIC 23 „Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern“ veröffentlicht

Bereits im Oktober 2015 hatte das IFRS IC den Entwurf einer Interpretation zur Bilanzierung von Steuerrisikopositionen aus Ertragsteuern (DI/2015/1) veröffentlicht. Am Mittwoch nun wurde die endgültige Interpretation IFRIC 23 veröffentlicht. Diese setzt Entscheidungen des IFRS IC (siehe hierzu unseren Beitrag aus Dezember 2014) um, wonach steuerliche Risiken (z.B. im Falle eines steuerrechtlich strittigen Sachverhalts) zu berücksichtigen sind, wenn es wahrscheinlich (probable) ist, dass die Steuerbehörden einen bestimmten steuerlich relevanten Sachverhalt nicht so akzeptieren werden, wie vom Unternehmen in der Steuerberechnung berücksichtigt. Dabei ist immer eine vollständige Information der Steuerbehörden zu unterstellen, d.h. ein mögliches Entdeckungsrisiko spielt sowohl für den Ansatz als auch für die Bewertung keine Rolle. Bei der Bewertung ist der wahrscheinlichste Wert oder der Erwartungswert zugrunde zu legen – in Abhängigkeit davon, welcher Wert das bestehende Risiko am besten abbildet.

Von der Interpretation nicht behandelt werden die Verzinsung von Steuernachforderungen und -erstattungen sowie evtl. entstehende Strafgelder.

IFRIC 23 ist verpflichtend erstmals in Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist – vorbehaltlich eines noch ausstehenden Endorsements – zulässig.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlicht Hinweise zur Implementierung von IFRS 9

Am 10. November 2016 hat die ESMA eine Stellungnahme zur Implementierung von IFRS 9 veröffentlicht (Public Statement – Issues for consideration in implementing IFRS 9: Financial Instruments). In ihrer Stellungnahme betont die ESMA die Notwendigkeit einer konsistenten und qualitativ hochwertigen Implementierung von IFRS 9 sowie die Notwendigkeit einer (frühzeitigen) transparenten Darstellung der hieraus resultierenden Auswirkungen auf den Abschluss. Weiterhin werden spezifische Empfehlungen zur Implementierung von IFRS 9 bei Banken und beispielhafte Angaben zu den Auswirkungen der IFRS 9 Erstanwendung in den Jahresabschlüssen 2016 und 2017 sowie den Zwischenabschlüssen des Jahres 2017 einer Bank dargestellt.

Von den Bilanzierenden wird erwartet, dass sie diese Hinweise bei der Erstellung ihrer Abschlüsse für 2016 und 2017 sowie ihrer Zwischenberichte für 2017 berücksichtigen und u. a. zunehmend mehr unternehmensspezifische qualitative und quantitative Informationen zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards darstellen. Die ESMA geht davon aus, dass die Auswirkungen der geänderten Regelungen nicht alle Unternehmen in gleichem Maß betreffen. Für die Abschlüsse von Banken erwartet die ESMA wesentliche Auswirkungen in Folge der geänderten Vorschriften zum Impairment. Auswirkungen für die Abschlüsse von Nicht-Banken werden insbesondere im Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Hedge Accounting erwartet.

Die vollständige Veröffentlichung der ESMA zu ihren Prüfungsschwerpunkten finden Sie hier.

Alternative Leistungsindikatoren – Ein Dauerbrenner

Der IASB-Vorsitzende Hans Hoogervorst äußerte sich jüngst in einer Rede zur Nutzung alternativer Leistungskennzahlen (sog. APM = alternative performance measures). Untersuchungen zeigten, dass diese von vielen Unternehmen veröffentlicht werden, um ihre Ergebnisse um nicht wiederkehrende, einmalige oder ungewöhnliche Effekte zu bereinigen. Da häufiger Aufwendungen – wie z. B. für Wertminderungen oder Restrukurierung – als Erträge herausgerechnet werden, verdächtigt Hoogervorst die Unternehmen, ihre Ergebnisse unangemessen zu „schönen“. Oder um wie er Warren Buffet zu zitieren: „Business seldom operate in a tranquil, no surprise environment, and earnings simply don’t advance smoothly“. Hoogervorst plädiert an die Regulierer, die Anwendung derartiger „non-GAAP measures“ einzuschränken. Gleichzeitig erkennt er aber auch Schwächen in den derzeitigen IFRS. So sieht er für das IASB die Aufgabe, das betriebliche Ergebnis (operating income) und die einzelnen Ergebnisbestandteile genauer zu definieren und die Einordnung bestimmter Ergebnisbestandteile zum sonstigen betrieblichen Ergebnis (OCI) grundsätzlich zu überdenken. Nur ein Ergebnis, das sämtliche Ergebnisbestandteile – wiederkehrender und außergewöhnlicher Art – also nicht bereinigt zeigt, stellt nach seiner Meinung die Realität am besten dar und dient den Investoren.

Das Thema „APMs“ ist nicht neu. So treten bspw. im Juli neue Leitlinien der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) für gelistete europäische Unternehmen und Regulierer in Kraft, wonach zum Schutz von Investoren APMs in Prospekten, Ad-hoc-Meldungen, die Finanzkennzahlen enthalten sowie Management Reports künftig klar zu definieren, konsistent anzuwenden und auf im Abschluss ausgewiesene Beträge überzuleiten sind. Die DPR hat bereits in ihrem Tätigkeitsbericht 2015 angekündigt, diese Leitlinien in ihren Verfahren bei der Prüfung der Unternehmensberichte zu berücksichtigen.

In den USA bestehen u.a. mit der Regulation G ebenfalls explizite Regelungen zur Anwendung sog. „non-GAAP financial measures“, die insbesondere auch eine Überleitung derartiger Kennziffern auf vergleichbare Kennzahlen nach US-GAAP erfordern. Zugehörige Q&As wurden kürzlich aktualisiert.

Das Thema „aussagekräftige/richtige Ergebniskennzahl“ ist somit weltweit im Fokus der Regulierer. Mit Spannung darf abgewartet werden, welche Entscheidungen der IASB hierzu in Zukunft treffen wird.

Die komplette Rede Hans Hoogervorst kann unter folgendem Link von der IASB-Website heruntergeladen werden: http://www.ifrs.org/About-us/IASB/Members/Documents/Hans-Hoogervorst-EAA-Annual-Conference-11-May-2016.pdf.

DPR gibt Prüfungsschwerpunkte 2016 bekannt

Nachdem die European Securities and Markets Authority (ESMA) am 27. Oktober 2015 die europäischen Prüfungsschwerpunkte für in 2016 durchzuführende Prüfungen verkündet hat (siehe Blog vom 29. Oktober 2015), hat nun auch der nationale Enforcer, die DPR, zwei zusätzliche nationale Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht:

  1. Umsatzerlöse (IAS 18, IAS 11, IAS 8, IFRS 8, § 315 HGB) und
  1. Unternehmenszusammenschlüsse (IFRS 3)

15. Expertenforum – 29./30.9.2015

Fachliche Expertise in Fragen der Rechnungslegung ist eine der Kernkompetenzen von PwC – und wir möchten dieses Wissen mit Ihnen teilen. Daher bieten wir Ihnen auch in diesem Jahr auf unserer zweitägigen Fachkonferenz interessante Einblicke in brandaktuelle Rechnungslegungsthemen.

Hören Sie am ersten Tag Vorträge unserer Experten aus diesem Blog zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der nationalen und IFRS-Rechnungslegung sowie Ausführungen hochrangiger Unternehmensvertreter und Vertreter aus dem IASB und der DPR zu Herausforderungen bei der Umstellung auf neue Rechnungslegungsstandards und kommen Sie auf der anschließenden Abendveranstaltung ins Gespräch.
Am zweiten Veranstaltungstag können Sie sich individuell in drei Foren zu unterschiedlichen Fragestellungen, z. B. im Zusammenhang mit IFRS 9, IFRS 15 oder auch dem BilRUG einwählen.

Die Tage sind auch einzeln buchbar. Die gesamte Agenda sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Reverse Factoring – Entwurf zur Ergänzung des IDW RS HFA 9

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 7. Mai 2015 einen Entwurf zur Ergänzung des IDW Rechnungslegungsstandards HFA 9 (IDW RS HFA 9) veröffentlicht, der diesen um Erläuterungen hinsichtlich der Bilanzierung von Reverse-Factoring-Transaktionen ergänzt. Bei Reverse-Factoring handelt es sich um eine Finanzierungsform über Forderungsverkäufe, die im Unterschied zum „typischen“ Factoring nicht vom Gläubiger (Lieferant), sondern vom Forderungsschuldner (Kunde) oder der finanzierenden Bank initiiert wird. Im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen werden in der Regel die Vertragsbedingungen der ursprünglichen Forderung geändert, z.B. Verlängerung des Zahlungsziels, Vereinbarung zusätzlicher Zinszahlungen, oftmals auch verbunden mit der Erklärung eines Einredeverzichts durch den Kunden.

Der Entwurf zur Ergänzung des IDW RS HFA 9 beschäftigt sich mit der Frage, ob aus Sicht des Schuldners die ursprüngliche Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen auszubuchen und eine neue finanzielle Verbindlichkeit gegenüber der Bank zu erfassen ist. Zu analysieren ist dabei insb. inwieweit ein Schuldanerkenntnis des Kunden gegenüber der Bank vorliegt bzw. ob die Konditionen der Verpflichtung durch die Reverse-Factoring-Vereinbarung wesentlich geändert wurden (z.B. Einredeverzicht des Kunden, Verlängerung des Zahlungsziels, Vereinbarung von Zinszahlungen, Änderung der Preise der zugrunde liegenden Waren und Dienstleistungen).

Im Ergebnis sind neben einer quantitativen Analyse nach IAS 39.AG62 (Barwerttest) auch qualitative Faktoren zu berücksichtigen. Sofern sich der Charakter der Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen wesentlich ändert, ist eine Ausbuchung somit auch dann sachgerecht, wenn die Barwerte der Zahlungsströme um weniger als 10 % abweichen, d.h. wenn der Barwerttest isoliert betrachtet nicht zu einer Ausbuchung führen würde.

Beträge aus der Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen und einem Ansatz einer neuen finanziellen Verbindlichkeit sind erfolgswirksam zu erfassen.

Der Entwurf zur Ergänzung des IDW RS HFA 9 kann bis zum 30. Oktober 2015 kommentiert werden.

Entscheidung der Schweizer Nationalbank zur Entkoppelung des Schweizer Frankens vom Euro kann Lageberichtspflichten auslösen

Am 15. Januar 2015 hat die Schweizer Nationalbank die Entscheidung getroffen, die Koppelung des Schweizer Frankens an den Euro aufzugeben. Bei dieser Entscheidung handelt es sich um ein wertbegründendes Ereignis, das nach dem Stichtagsprinzip keine Auswirkungen auf Bilanz, GuV und Anhang eines handelsrechtlichen Abschlusses zum 31. Dezember 2014 haben darf.

Ungeachtet dessen können sich jedoch Berichtspflichten im (Konzern-)Lagebericht ergeben, denn im sogenannten Nachtragsbericht als Bestandteil des (Konzern-)Lageberichts soll auf Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, eingegangen werden. Die Entkoppelung des Schweizer Frankens vom Euro kann darüber hinaus bei der (Konzern-)Lageberichterstattung über die künftige Entwicklung des bilanzierenden Unternehmens zu berücksichtigen sein. Dies betrifft insb. die Prognoseberichterstattung, sofern sich die Wechselkurs-Entkoppelung auf die zu prognostizierenden Leistungsindikatoren auswirkt, sowie die Risikoberichterstattung, sofern die Wechselkurs-Entkoppelung zu einem wesentlichen Einzelrisiko führt oder ein solches erhöht.

14. Expertenforum

Fachliche Expertise in Fragen der Rechnungslegung ist eine der Kernkompetenzen von PwC – und wir möchten dieses Wissen mit Ihnen teilen. Auf unserer zweitägigen Fachkonferenz bieten wir Ihnen interessante Vorträge und Einblicke aus der Praxis zu brandaktuellen Rechnungslegungsthemen. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre individuellen Rechnungslegungsfragen mit unseren Fachleuten zu besprechen.

Zur Anmeldung

DPR gibt Prüfungsschwerpunkte 2014 bekannt

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) hat ihre neuen Prüfungsschwerpunkte für die in 2014 durchzuführenden Prüfungen bekanntgegeben. Als neue Themenschwerpunkte hat sich die DPR die Konsolidierung nach den neuen Standards IFRS 10 bis IFRS 12 sowie Unternehmenszusammenschlüsse gesetzt. Im Falle einer vorzeitigen Anwendung der neuen Konsolidierungsstandards werden die Abgrenzung des Konsolidierungskreises, die Beurteilung der gemeinsamen Vereinbarungen im Hinblick auf das Vorliegen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit oder eines Gemeinschaftsunternehmens sowie die Angabepflichten gemäß IFRS 12 untersucht. Bei einer erstmaligen Anwendung der neuen Standards IFRS 10 bis IFRS 12 im Jahr 2014 konzentriert sich die DPR vor allem auf die Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen gemäß IAS 8.30. Der Fokus im Bereich Unternehmenszusammenschlüsse liegt bei der Fair-Value-Bewertung gemäß den Regelungen des IFRS 13 sowie bei den Angabepflichten zur Entstehung eines Goodwills bzw. negativen Unterschiedbetrags und zu den finanziellen Auswirkungen eines Unternehmenszusammenschlusses (IFRS 3.59f, IFRS 3 Anhang B64 (e), (n), (q)). Weitere Prüfungsschwerpunkte sind der Goodwill-Impairmenttest, die Bilanzierung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen sowie die Konzernlageberichterstattung gemäß DRS 20. Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können der aktuellen Pressemitteilung der DPR unter folgendem Link entnommen werden.