Änderung an IFRS 9 zu bestimmten Kündigungsoptionen vorgesehen

Das IASB hat in seiner Sitzung am 18. Januar 2017 vorläufig entschieden, eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Die Änderung soll eine Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten mit bestimmten Kündigungsoptionen des Schuldners (sog. symmetric ‘make whole’ prepayment options) zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost) bzw. GuV-neutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) ermöglichen.

Die Änderung soll zeitgleich mit Inkrafttreten des IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden sein. Die Veröffentlichung eines Exposure Drafts ist für Ende April 2017 geplant (siehe auch IASB Update Januar 2017 bzw. Staff Paper zu Agendapunkt 3 der Januar Sitzung des IASB).

Unter symmetric ‘make-whole’ prepayment options sind solche Optionen zu verstehen, die dem Schuldner ein Recht zur vorzeitigen Ablösung seiner Schuld gegen Zahlung eines Betrags in Höhe des Barwerts der noch ausstehenden vertraglichen Zahlungsströme gewähren, wobei zur Diskontierung ein im Ausübungszeitpunkt gültiger Marktzinssatzes heranzuziehen ist. In Abhängigkeit vom Marktzinsniveau kann der Betrag der vorzeitigen Rückzahlung somit sowohl über dem Nennbetrag (Marktzins im Kündigungszeitpunkt niedriger als vertraglicher Zinssatz), als auch unter dem Nennbetrag (Marktzins im Kündigungszeitpunkt höher als vertraglicher Zinssatz) des Schuldinstruments liegen, sodass eine symmetrische Verteilung des Zinsänderungsrisikos zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber vorliegt.

Unter den gegenwärtigen Regelungen des IFRS 9 führt die Vereinbarung von symmetric ‘make whole’ prepayment options dazu, dass für finanzielle Vermögenswerte – die ansonsten die SPPI-Kriterien erfüllen würden – eine Bilanzierung at fair value through profit or loss zu erfolgen hat.