Bewertung einer Steuerrisikoposition (uncertain tax position)

Das IFRS IC hatte bereits in seiner Juli-Sitzung über den Ansatz einer unsicheren Steuerforderung entschieden. Es wurde final klargestellt, dass für den Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition – z. B. bei einem steuerrechtlich strittigem Sachverhalt – IAS 12 anzuwenden ist. Danach erfolgt ein Ansatz, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich (probable) ist.

Das IFRS IC hatte bereits im September entschieden, dass das Entdeckungsrisiko nicht in der Bewertung zu berücksichtigen sei, sondern eine vollständige Information der Steuerbehörden zu unterstellen ist. In seiner November Sitzung entschied das IFRS IC zur Bewertung vorläufig, Steuerrisikopositionen nicht auf Sachverhalte einzuschränken, bei denen bereits Streitigkeiten mit den Steuerbehörden bestehen, sondern grundsätzliche Regelungen zur Bewertung risikobehafteter Steuersachverhalte zu entwickeln. Nur so würde eine willkürliche Einschränkung vermieden, zumal die zu bewertenden Steuerrisikopositionen bereits durch die finale Festlegung des „probable“-Kriteriums für den Ansatz unsicherer Steuerpositionen beschränkt sind. Zusätzlich entschied das IFRS IC vorläufig, Steuerrisikopositionen mit ihrem Erwartungswert oder ihrem wahrscheinlichsten Wert zu bewerten. Die Methode sei von der Erwartung des Unternehmens über die zu zahlenden risikobehafteten Beträge abhängig. Das IFRS IC merkte an, dass das Vorgehen mit der Bewertung einer variablen Gegenleistung nach IFRS 15 übereinstimmt.

Es ist beabsichtigt, hierzu einen Interpretationsentwurf zu verabschieden.

Aufgrund der Klarstellung sollten die Unternehmen die Bilanzierung der eigenen Steuerrisikopositionen überprüfen.

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