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EU-Kommission zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen

Die EU-Kommission hat am 16. April 2013 einen Vorschlag zur Änderung der EU-Bilanzrichtlinien vorgelegt, der eine Erweiterung der Lageberichterstattung für bestimmte Unternehmen vorsieht.

Vorgesehen ist zum einen, dass Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und entweder einer Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. Euro oder Umsatzerlösen von mehr als 40 Mio. Euro in einem sog. „non-financial statement“ innerhalb des Lageberichts Angaben zu ökologischen und sozialen Aspekten machen müssen. Diese Angaben umfassen die Grundsätze, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Die Unternehmen dürfen sich dabei auf geeignete internationale oder nationale Leitlinien stützen (z.B. Nachhaltigkeitsbericht entsprechend GRI oder Integrated Reporting entsprechend IIRC). Fehlt es an unternehmensinternen Grundsätzen in einem bestimmten Bereich, muss angegeben werden, warum dies so ist. Außerdem darf auf die Angaben verzichtet werden, wenn das Unternehmen in einen Konzernabschluss einbezogen wird und der Konzernlagebericht richtlinienkonform aufgestellt wird.

Einigung zur Überarbeitung der EU-Bilanzrichtlinien

Am 9. April 2013 haben sich der Rat, das Europäische Parlament und die EU-Kommission informell auf die weitere Vorgehensweise bei der Überarbeitung und Zusammenfassung der bisherigen EU-Bilanzrichtlinien für den Jahres- und den Konzernabschluss geeinigt. Mit Datum vom 12. April 2013 wurde der entsprechende Kompromisstext, der dem Ausschuss der Ständigen Vertreter (COREPER) zwecks Billigung unterbreitet wurde, veröffentlicht.

Vorgesehen ist zum einen, dass kapitalmarktorientierte und große Unternehmen, die im Rohstoffsektor und im Bereich der Primärwaldforstwirtschaft tätig sind, künftig länder- und projektspezifisch über wesentliche Zahlungen an staatliche Stellen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union berichten (sog. Country-by-Country Reporting). Die Wesentlichkeitsschwelle soll dabei auf 100.000 Euro festgelegt werden.

Bilanzierung von Arbeitnehmerbeiträgen zu Versorgungszusagen gem. IAS 19

IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“, der in Geschäftsjahren beginnend ab dem 01.01.2013 verpflichtend anzuwenden ist, wurde im Juni 2011 überarbeitet (i. F. „IAS 19R“). Im Zuge dieser Überarbeitung wurden auch Regelungen bezüglich der Bilanzierung von Beiträgen eingefügt, die von Arbeitnehmern zu einer Versorgungszusage entrichtet werden. So sieht IAS 19R vor, dass bestimmte Arbeitnehmerbeiträge, die in den formalen Regelungen des Planes festgelegt sind, den vom Unternehmen zu erfassenden Dienstzeitaufwand vermindern sollen. Diese Arbeitnehmerbeiträge sind gem. IAS 19R.93 den Dienstzeiten, in denen der Dienstzeitaufwand zu erfassen ist, als negative Leistungen gemäß der Planformel der Zusage zuzuordnen.