Accounting Aktuell Blog

Klarheit über die GuV-Vorjahresspalte bei erstmaliger BilRUG-Anwendung

In den letzten Monaten wurde teilweise kontrovers diskutiert, ob in dem erstmals nach HGB in der Fassung des BilRUG aufgestellten Jahresabschluss die Umsatzerlöse in der Vorjahresspalte der GuV an die neue Umsatzerlösdefinition angepasst werden dürfen oder nicht.

Mit der gestrigen Veröffentlichung des IDW besteht darüber nun Klarheit:

  • Nach Auffassung des Hauptfachausschusses des IDW müssen die in der Vorjahresspalte der GuV ausgewiesenen Umsatzerlöse nicht an die neue Definition angepasst werden. Erfolgt keine Anpassung und sind die Umsatzerlöse nicht vergleichbar, ist im (Konzern-) Anhang ein entsprechender Hinweis sowie eine Erläuterung unter nachrichtlicher Angabe des Betrags der Umsatzerlöse für das Vorjahr, der sich aus der Anwendung der Neudefinition ergeben hätte, erforderlich.
  • Alternativ dürfen die Umsatzerlöse in der Vorjahresspalte der GuV angepasst werden. In diesem Fall müssen auch andere GuV-Posten, die sich infolge der Änderung der Umsatzerlösdefinition ändern, angepasst werden. Dies betrifft insb. Umgliederungen vom Posten „sonstige betriebliche Aufwendungen“ in den Posten „Materialaufwand“ (im Fall des Gesamtkostenverfahrens) bzw. „Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen“ (im Fall des Umsatzkostenverfahren).

IFRS IC veröffentlicht IFRIC 22

Am 8. Dezember 2016 hat das IFRS Interpretations Committee IFRIC 22 „Foreign Currency Transactions and Advance Consideration“ veröffentlicht. Die Interpretation stellt klar, welcher Wechselkurs bei der erstmaligen Erfassung einer Fremdwährungstransaktion in der funktionalen Währung eines Unternehmens zu verwenden ist, wenn das Unternehmen Vorauszahlungen leistet oder erhält.

Das Grundprinzip des IFRIC 22 wird nachfolgend am Beispiel eines Erwerbsgeschäfts dargestellt:

Am 1. Januar 2017 schließt ein Unternehmen mit funktionaler Währung Euro einen Vertrag über den Erwerb einer Maschine zum Preis von USD 1.000 ab. Die Maschine wird am 15. April 2017 geliefert. Vertragsgemäß hat das Unternehmen den Kaufpreis bereits am 1. Februar 2017 im Voraus geleistet.

Mit Leistung der Vorauszahlung am 1. Februar 2017 erfasst das Unternehmen einen Anspruch auf Erhalt der Maschine (nicht-monetärer Vermögenswert) in Höhe von USD 1.000 und rechnet diesen zum Kassakurs im Zahlungszeitpunkt in Euro um. Mit Lieferung der Maschine am 15. April 2017 erfasst das Unternehmen nunmehr die Maschine mit einem Betrag von USD 1.000. Maßgeblich für die Währungsumrechnung ist – wie der IFRIC 22 nunmehr klarstellt – der Kassakurs vom 1. Februar 2017, dem Datum der erstmaligen Erfassung der Vorauszahlung. Der Anspruch auf Erhalt der Maschine wird im Zugangszeitpunkt ausgebucht.

Verpflichtender Anwendungszeitpunkt ist der 1. Januar 2018 mit Zulässigkeit der freiwilligen vorzeitigen Anwendung. Neben der retrospektiven Erstanwendung gemäß IAS 8 besteht auch die Möglichkeit zur prospektiven Erstanwendung der Interpretation.

IASB veröffentlicht neue Annual Improvements und Änderung des IAS 40

Der IASB hat gestern die Annual Improvements (Zyklus 2014-2016) sowie eine Änderung des IAS 40 veröffentlicht. Hierdurch erfolgen folgende Klarstellungen:

  • IAS 28: Die Entscheidung über die erfolgswirksame Bewertung bestimmter assoziierter Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zum beizulegenden Zeitwert kann für jedes Investment separat erfolgen.
  • IFRS 12: Die Angabepflichten des IFRS 12 gelten auch für Anteile, die nach IFRS 5 als zur Veräußerung klassifiziert sind.
  • IFRS 1: Kurzfristige Befreiungen von der Anwendung bestimmter Regelungen der IFRS für Erstanwender, die durch Zeitablauf nicht mehr relevant sind, wurden gestrichen.
  • IAS 40: Eine Übertragung in oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt nur dann, wenn eine nachweisbare Nutzungsänderung vorliegt. Die in IAS 40.57 angeführten Indizien für das Vorliegen einer Nutzungsänderung stellen dabei keine abschließende Aufzählung dar.

Verpflichtender Anwendungszeitpunkt für die Änderungen an IFRS 1, IAS 28 und IAS 40 ist der 1. Januar 2018 (mit freiwilliger vorzeitiger Anwendbarkeit hinsichtlich IAS 28 und IAS 40) und für die Änderungen an IFRS 12 der 1. Januar 2017.  

Endlich: EU-Endorsement des IFRS 9 erfolgt!

Nachdem ein Endorsement der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten (IFRS 9) ursprünglich bereits einmal für das zweite Halbjahr 2015 erwartet war, ist es nun ein Jahr später endlich erfolgt. Die entsprechende Übernahmeverordnung vom 22. November wurde am 29. November 2016 im Amtsblatt der EU veröffentlicht: Link. 

IFRS 9 ist erstmals zwingend in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige frühzeitige Anwendung ist zulässig.

Der Standard ersetzt die Vorschriften des IAS 39 zu Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten. Wesentliche sich hieraus ergebene Änderungen sind:

  • geänderte Vorschriften zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten
  • ein neues Modell zur Erfassung von Wertminderungen
  • eine Annäherung der Vorschriften zum Hedge-Accounting an die Praxis des Risiko-Managements.

Im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Versicherungsverträgen hat der IASB kürzlich Änderungen an IFRS 4 „Versicherungsverträge“ veröffentlicht, um IFRS 4-Anwendern, die IFRS 9 „Finanzinstrumente“ vor Inkrafttreten der geplanten Neufassung des IFRS 4 in ihrem Abschluss anwenden, bis zur Anwendung der Neufassung des IFRS 4 bestimmte Erleichterungen zu gewähren (zu Einzelheiten verweisen wir auf die September-Ausgabe des PwC-Newsletters „International Accounting News“). Das Endorsement dieser Erleichterungen durch die EU ist derzeit für 2017 angekündigt.  

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) veröffentlicht Hinweise zur Implementierung von IFRS 9

Am 10. November 2016 hat die ESMA eine Stellungnahme zur Implementierung von IFRS 9 veröffentlicht (Public Statement – Issues for consideration in implementing IFRS 9: Financial Instruments). In ihrer Stellungnahme betont die ESMA die Notwendigkeit einer konsistenten und qualitativ hochwertigen Implementierung von IFRS 9 sowie die Notwendigkeit einer (frühzeitigen) transparenten Darstellung der hieraus resultierenden Auswirkungen auf den Abschluss. Weiterhin werden spezifische Empfehlungen zur Implementierung von IFRS 9 bei Banken und beispielhafte Angaben zu den Auswirkungen der IFRS 9 Erstanwendung in den Jahresabschlüssen 2016 und 2017 sowie den Zwischenabschlüssen des Jahres 2017 einer Bank dargestellt.

Von den Bilanzierenden wird erwartet, dass sie diese Hinweise bei der Erstellung ihrer Abschlüsse für 2016 und 2017 sowie ihrer Zwischenberichte für 2017 berücksichtigen und u. a. zunehmend mehr unternehmensspezifische qualitative und quantitative Informationen zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards darstellen. Die ESMA geht davon aus, dass die Auswirkungen der geänderten Regelungen nicht alle Unternehmen in gleichem Maß betreffen. Für die Abschlüsse von Banken erwartet die ESMA wesentliche Auswirkungen in Folge der geänderten Vorschriften zum Impairment. Auswirkungen für die Abschlüsse von Nicht-Banken werden insbesondere im Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Hedge Accounting erwartet.

Die vollständige Veröffentlichung der ESMA zu ihren Prüfungsschwerpunkten finden Sie hier.

Überarbeitete Stellungnahme des HFA zum Abschlussprüferhonorar veröffentlicht

Nach HGB sind im Anhang oder Konzernanhang von Abschlüssen grundsätzlich Angaben zum Abschlussprüferhonorar erforderlich, aufgeschlüsselt nach diversen Leistungen. Schon die bisherige Stellungnahme des Hauptfachausschusses des IDW aus dem Jahr 2010 zu diesem Thema (IDW RS HFA 36) befasste sich deshalb unter anderem mit der Abgrenzung der gesetzlich vorgegebenen Leistungskategorien zueinander und der Zuordnung von Einzelleistungen in diese Kategorien.

Zwischenzeitlich wurde die Stellungnahme überarbeitet und die Neufassung am 08. November 2016 veröffentlicht. Ihr liegt vor allem ein erweitertes Verständnis des Begriffs „Abschlussprüfungsleistung“ zugrunde. Danach sind künftig mehr Gesamthonorarbestandteile des Abschlussprüfers als bisher dieser Kategorie zuzuordnen sind, bspw. auch das Honorar für die prüferische Durchsicht von Zwischenabschlüssen. Eine Anlage zur Stellungnahme enthält umfangreiche Beispiele für die einzelnen Leistungskategorien. Daneben wurde geregelt, dass neben der Umsatzsteuer auch andere durchlaufende Posten wie einzeln zurechenbare Versicherungsprämien keinen Honorarbestandteil bilden und klargestellt, dass die Beurteilung, ob ein Posten „durchlaufend“ ist, aus Sicht des Abschlussprüfers zu beurteilen ist.

Die überarbeitete Stellungnahme ist auf Abschlüsse für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen. Eine frühere vollumfängliche Anwendung ist zulässig.

IASB-Arbeitsplan 2017-2021

Der IASB hat seinen Arbeitsplan für den Zeitraum 2017-2021 veröffentlicht. Dieser wurde insbesondere auf Basis des Feedbacks zur im August 2015 veröffentlichten Agenda-Konsultation entwickelt.

Ein zentraler Punkt des erhaltenen Feedbacks war der Wunsch nach einer verbesserten effektiveren Kommunikation durch Jahresabschlüsse. Vermehrt wurde die Kritik geäußert, dass nützliche Informationen derzeit oft nur schwer auffindbar, nicht ausreichend als solche kenntlich gemacht oder ggf. gar nicht in den Abschlüssen enthalten seien. Das Hauptaugenmerk des IASB in den nächsten fünf Jahren soll daher auf der Verbesserung der Angaben und Darstellung in den Jahresabschlüssen liegen. Die derzeitigen Projekte zur Struktur und Inhalt von Jahresabschlüssen (Primary Financial Statements) sowie zu Prinzipien der Offenlegung von Angaben inkl. der Frage der Wesentlichkeit (Disclosure-Initiative) verbleiben daher auf dem Arbeitsplan und werden mit hoher Priorität behandelt werden.

Weitere gesetzte Ziele sind insbesondere:

  • Fertigstellung des neuen Standards zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen sowie der Überarbeitung des Konzeptionellen Rahmenkonzepts noch in 2017.
  • Unterstützung bei der Implementierung der neuen Standards (IFRS 9, IFRS 15, IFRS 16, künftiger Standard zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen) sowie des überarbeiteten Rahmenkonzepts sowie Verbesserung bestehender Standards durch Aufdeckung von Problemen im Rahmen von Post-Implementation Reviews (PiR). Konkret sollen PiR zu IFRS 13, IFRS 10-12 sowie IFRS 5 durchgeführt werden.
  • Fokussierung auf eine geringere Anzahl von Research-Projekten. So ist aus heutiger Sicht grds. nicht beabsichtigt, innerhalb der nächsten fünf Jahre weitere Themen als Research-Projekt zu behandeln. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass es in diesem Zeitraum dennoch zu Änderungen kommen kann.

Das Feedback Statement, welches die Überlegungen zum Arbeitsplan 2017-2021 zusammenfasst, kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.   

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2017

Nachdem die European Securities and Markets Authority (ESMA) am 28. Oktober die europäischen Prüfungsschwerpunkte für in 2017 durchzuführende Prüfungen verkündet hat (siehe Blogbeitrag vom 1. November), hat heute der nationale Enforcer, die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR), diese übernommen und um folgende zwei zusätzliche nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt:

1. Anteile an anderen Unternehmen (IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12, IAS 28, IAS 24)

2. Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen (IAS 36, IAS 1)

Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können Sie der aktuellen Pressemitteilung der DPR unter folgendem Link entnehmen.

In der November-Ausgabe unserer „International Accounting News“ werden wir einen ausführlichen Beitrag zu sämtlichen Prüfungsschwerpunkten veröffentlichen. Sollten Sie unseren monatlichen Newsletter noch nicht abonniert haben, können Sie sich hier als Empfänger registrieren lassen.  

 

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) verkündet ihre Prüfungsschwerpunkte 2017

Die ESMA hat ihre Prüfungsschwerpunkte 2017 veröffentlicht. Im Einzelnen wurden folgende Schwerpunkte festgesetzt:

  • Darstellung der finanziellen Performance: Hervorgehoben wird hier insb. die Notwendigkeit aussagekräftiger Angaben und der Vereinbarkeit der Darstellung mit den Grundsätzen des IAS 1;
  • Klassifizierung von Eigenkapitalinstrumenten und finanziellen Verbindlichkeiten: Verwiesen wird noch mal auf die grundlegenden Regelungen des IAS 32, wonach eine Zahlungsverpflichtung des Emittenten eine Klassifizierung als Fremdkapital zur Folge hat;
  • Angabe der etwaigen Auswirkungen der neuen IFRS Standards (IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16) auf die Abschlüsse: Gefordert wird eine frühzeitige und umfassende Darstellung der möglichen Auswirkungen, was sowohl qualitative als auch quantitative Informationen umfasst.

Darüber hinaus erwartet die ESMA, dass Unternehmen, soweit sie betroffen sind, die Auswirkungen des Brexit auf ihre Geschäftstätigkeiten in den Notes darstellen.

Prüfungsschwerpunkte, die von der ESMA veröffentlicht werden, gelten auch für die DPR in Deutschland, die diese um ihre eigenen nationalen Schwerpunkte entsprechend erweitert. Die Veröffentlichung der DPR Prüfungsschwerpunkte wird bis Ende November erwartet.

Unsere International Accounting News – Ausgabe November 2016 wird hierzu einen ausführlichen Beitrag enthalten.

Die vollständige Veröffentlichung der EMSA zu ihren Prüfungsschwerpunkten finden Sie hier:

https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma-2016-1528_european_common_enforcement_priorities_for_2016.pdf

Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der CSR-Richtlinie ist da!

Die sog. CSR-Richtlinie der EU aus dem Jahr 2014, die die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Konzerne regelt, ist noch dieses Jahr in deutsches Recht umzusetzen. Gestern hat nun die Bundesregierung den Regierungsentwurf zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vorgelegt. Dieser entspricht weitgehend dem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz vom 11. März 2016.

Für bestimmte Unternehmen und Konzerne sind hiernach für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre eine Reihe neuer Berichtspflichten vorgesehen:

  • Große kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften bzw. haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften sowie Konzerne mit mehr als 500 Arbeitnehmern müssen über wesentliche nichtfinanzielle Aspekte berichten, mindestens über Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, über die Achtung der Menschenrechte und über die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Dabei sind eine Beschreibung des Geschäftsmodells sowie Angaben zu verfolgten Konzepten und deren Ergebnissen, zu wesentlichen Risiken mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte, zu den bedeutsamsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren und ggf. zu im Abschluss ausgewiesenen Beträgen erforderlich. Berichtspflichtig sind diese Angaben, wenn sie für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und der Lage sowie der Auswirkungen der Tätigkeiten des Unternehmens bzw. Konzerns auf die nichtfinanziellen Aspekte erforderlich sind. Verfolgt das Unternehmen zu den nichtfinanziellen Aspekten kein Konzept, ist dies unter Angabe von Gründen zu erläutern („comply or explain“). Zu berichten ist entweder in einer sogenannten „nichtfinanziellen Erklärung“ innerhalb des Lageberichts oder in einem „gesonderten nichtfinanziellen Bericht“ außerhalb des Lageberichts. Letztgenannter ist zusammen mit dem Lagebericht im Bundesanzeiger offenzulegen oder spätestens sechs Monate nach dem Abschlussstichtag und für mindestens zehn Jahre auf der Internetseite des Unternehmens zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für den Konzern. Zur Vermeidung von Mehrfachangaben darf, unabhängig von der Berichtsform, auf nichtfinanzielle Angaben im Lagebericht verwiesen werden. Die Berichtspflicht entfällt vollständig, wenn das Unternehmen nicht zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet ist oder unter bestimmten Voraussetzungen als Tochterunternehmen in den Konzernlagebericht eines übergeordneten Mutterunternehmens einbezogen ist. Außerdem dürfen bei bestehender Berichtspflicht in bestimmten Ausnahmefällen für das Unternehmen nachteilige Angaben weggelassen werden. Auch diese Erleichterungen gelten für den Konzern entsprechend.
  • Bestimmte große Unternehmen sowie Konzerne, die zur Erstellung einer vollumfänglichen (Konzern-)Erklärung zur Unternehmensführung verpflichtet sind, also insbesondere große börsennotierte Aktiengesellschaften, müssen diese Erklärung um Angaben zum Diversitätskonzept hinsichtlich ihrer Leitungs- und Kontrollorgane, bspw. zu Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund der Organmitglieder, ergänzen. Auch hier besteht eine Erläuterungspflicht, falls kein Diversitätskonzept verfolgt wird.

Flankiert werden die neuen Berichtspflichten durch eine Erweiterung der bestehenden Straf- und Bußgeldvorschriften im Fall von Verstößen.

Über die Umsetzung der CSR-Richtlinie hinaus ist eine punktuelle Anpassung einzelner Vorschriften des Handelsrechts vorgesehen. Dazu gehören u.a. erweiterte Anhangangaben zu zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten.

Da die Umsetzung der CSR-Richtlinie der EU bis zum 6. Dezember 2016 erfolgen muss, ist mit einer baldigen Verabschiedung des Gesetzes im Deutschen Bundestag zu rechnen. Ich werde Sie darüber, wie gewohnt, informieren.