Accounting Aktuell Blog

Überarbeitete Stellungnahme des HFA zum Abschlussprüferhonorar veröffentlicht

Nach HGB sind im Anhang oder Konzernanhang von Abschlüssen grundsätzlich Angaben zum Abschlussprüferhonorar erforderlich, aufgeschlüsselt nach diversen Leistungen. Schon die bisherige Stellungnahme des Hauptfachausschusses des IDW aus dem Jahr 2010 zu diesem Thema (IDW RS HFA 36) befasste sich deshalb unter anderem mit der Abgrenzung der gesetzlich vorgegebenen Leistungskategorien zueinander und der Zuordnung von Einzelleistungen in diese Kategorien.

IASB-Arbeitsplan 2017-2021

Der IASB hat seinen Arbeitsplan für den Zeitraum 2017-2021 veröffentlicht. Dieser wurde insbesondere auf Basis des Feedbacks zur im August 2015 veröffentlichten Agenda-Konsultation entwickelt.

Ein zentraler Punkt des erhaltenen Feedbacks war der Wunsch nach einer verbesserten effektiveren Kommunikation durch Jahresabschlüsse. Vermehrt wurde die Kritik geäußert, dass nützliche Informationen derzeit oft nur schwer auffindbar, nicht ausreichend als solche kenntlich gemacht oder ggf. gar nicht in den Abschlüssen enthalten seien. Das Hauptaugenmerk des IASB in den nächsten fünf Jahren soll daher auf der Verbesserung der Angaben und Darstellung in den Jahresabschlüssen liegen. Die derzeitigen Projekte zur Struktur und Inhalt von Jahresabschlüssen (Primary Financial Statements) sowie zu Prinzipien der Offenlegung von Angaben inkl. der Frage der Wesentlichkeit (Disclosure-Initiative) verbleiben daher auf dem Arbeitsplan und werden mit hoher Priorität behandelt werden.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2017

Nachdem die European Securities and Markets Authority (ESMA) am 28. Oktober die europäischen Prüfungsschwerpunkte für in 2017 durchzuführende Prüfungen verkündet hat (siehe Blogbeitrag vom 1. November), hat heute der nationale Enforcer, die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR), diese übernommen und um folgende zwei zusätzliche nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt:

1. Anteile an anderen Unternehmen (IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12, IAS 28, IAS 24)

2. Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen (IAS 36, IAS 1)

Die genauen inhaltlichen Einzelheiten je Prüfungsschwerpunkt können Sie der aktuellen Pressemitteilung der DPR unter folgendem Link entnehmen.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) verkündet ihre Prüfungsschwerpunkte 2017

Die ESMA hat ihre Prüfungsschwerpunkte 2017 veröffentlicht. Im Einzelnen wurden folgende Schwerpunkte festgesetzt:

  • Darstellung der finanziellen Performance: Hervorgehoben wird hier insb. die Notwendigkeit aussagekräftiger Angaben und der Vereinbarkeit der Darstellung mit den Grundsätzen des IAS 1;
  • Klassifizierung von Eigenkapitalinstrumenten und finanziellen Verbindlichkeiten: Verwiesen wird noch mal auf die grundlegenden Regelungen des IAS 32, wonach eine Zahlungsverpflichtung des Emittenten eine Klassifizierung als Fremdkapital zur Folge hat;
  • Angabe der etwaigen Auswirkungen der neuen IFRS Standards (IFRS 9, IFRS 15 und IFRS 16) auf die Abschlüsse: Gefordert wird eine frühzeitige und umfassende Darstellung der möglichen Auswirkungen, was sowohl qualitative als auch quantitative Informationen umfasst.

Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der CSR-Richtlinie ist da!

Die sog. CSR-Richtlinie der EU aus dem Jahr 2014, die die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen durch bestimmte große Unternehmen und Konzerne regelt, ist noch dieses Jahr in deutsches Recht umzusetzen. Gestern hat nun die Bundesregierung den Regierungsentwurf zum CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vorgelegt. Dieser entspricht weitgehend dem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz vom 11. März 2016.

Für bestimmte Unternehmen und Konzerne sind hiernach für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre eine Reihe neuer Berichtspflichten vorgesehen:

Handelsrechtliche Bilanzierung von Altersversorgungsverpflichtungen: Entwurf einer Neufassung des IDW RS HFA 30 verabschiedet

Am 13. September 2016 hat das IDW den Entwurf einer Neufassung der IDW Stellungnahme zur handelsrechtlichen Bilanzierung von Altersversorgungsverpflichtungen (IDW ERS HFA 30 n.F.), bekannt gemacht. Die Stellungnahme wurde u.a. um Zweifelsfragen zur jüngsten Gesetzesänderung hinsichtlich der Bewertungsregeln für Pensionsrückstellungen (insbesondere Einführung des 10-Jahresdurchschnittszinssatzes statt des 7-Jahresdurchschnittszinssatzes für die Abzinsung) ergänzt. Über die Auffassung des HFA zu diesen Anwendungsfragen haben wir bereits in unserer Publikationsreihe HGB direkt berichtet.

ESMA fordert Anhangangaben zur Anwendung des IFRS 15

IFRS 15 (Revenue from Contracts with Customers) ist spätestens in 2018 für IFRS-Abschlüsse anzuwenden. Der Standard regelt detailliert und für viele Aspekte erstmalig, wann und in welcher Höhe Umsatzerlöse zu erfassen sind. Er kann nur richtig umgesetzt werden, wenn die Geschäftsmodelle in den einzelnen Konzerngesellschaften, in allen Ländern mit ihren jeweiligen rechtlichen und wirtschaftlichen Besonderheiten angemessen beurteilt werden. Deshalb ist meines Erachtens –zumindest für einzelne Branchen- die erstmalige Anwendung des Standards in 2018 die größte Herausforderung für die Bilanzierung börsennotierter Konzerne seit der verpflichtenden Anwendung von IFRS in der EU im Jahr 2005.

Klarstellung der Definition eines Business: IASB veröffentlicht Entwurf von Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11

Im Rahmen des Post-Implementation Review zu IFRS 3 stellte sich die Definition eines Geschäftsbetriebs („business“) als eines der wichtigen Handlungsfelder heraus. Am 28. Juni hat der IASB nunmehr einen Entwurf von Änderungen an IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ sowie IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ (ED/2016/1) veröffentlicht. Dieser bietet insbesondere klarere Anwendungsleitlinien zur Unterscheidung eines Geschäftsbetriebs von einer Gruppe von Vermögenswerten im Rahmen der Anwendung des IFRS 3. Ein weiterer Vorschlag des Entwurfs betrifft Klarstellungen bezüglich der Bilanzierung von bereits vor der Erlangung von Beherrschung oder gemeinschaftlicher Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb gehaltenen Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit.

Bilanzierung aufgegebener Geschäftsbereiche nach IFRS 5: Der Berufsstand hat gehandelt!

Das IFRS IC hat im Januar 2016 klargestellt, dass eine Aufwands- und Ertragskonsolidierung auch dann zwingend vorzunehmen ist, wenn ein aufgegebener Geschäftsbereich i. S. d. IFRS 5 vorliegt. Eine „Bruttodarstellung“ von Aufwendungen und Erträgen aus Transaktionen zwischen dem fortgeführten und dem aufgegebenen Bereich, wie von IDW RS HFA 2 ausdrücklich für den Fall vorgesehen, in welchem die bisher konzerninternen Transaktionen auch nach endgültigem Abgang des aufgegebenen Geschäftsbereichs fortgeführt werden, ist demnach nicht zulässig. Der nationale Berufsstand der Wirtschaftsprüfer hat diesen Widerspruch erkannt und folgerichtig gehandelt.

Alternative Leistungsindikatoren – Ein Dauerbrenner

Der IASB-Vorsitzende Hans Hoogervorst äußerte sich jüngst in einer Rede zur Nutzung alternativer Leistungskennzahlen (sog. APM = alternative performance measures). Untersuchungen zeigten, dass diese von vielen Unternehmen veröffentlicht werden, um ihre Ergebnisse um nicht wiederkehrende, einmalige oder ungewöhnliche Effekte zu bereinigen. Da häufiger Aufwendungen – wie z. B. für Wertminderungen oder Restrukurierung – als Erträge herausgerechnet werden, verdächtigt Hoogervorst die Unternehmen, ihre Ergebnisse unangemessen zu „schönen“. Oder um wie er Warren Buffet zu zitieren: „Business seldom operate in a tranquil, no surprise environment, and earnings simply don’t advance smoothly“. Hoogervorst plädiert an die Regulierer, die Anwendung derartiger „non-GAAP measures“ einzuschränken. Gleichzeitig erkennt er aber auch Schwächen in den derzeitigen IFRS. So sieht er für das IASB die Aufgabe, das betriebliche Ergebnis (operating income) und die einzelnen Ergebnisbestandteile genauer zu definieren und die Einordnung bestimmter Ergebnisbestandteile zum sonstigen betrieblichen Ergebnis (OCI) grundsätzlich zu überdenken. Nur ein Ergebnis, das sämtliche Ergebnisbestandteile – wiederkehrender und außergewöhnlicher Art – also nicht bereinigt zeigt, stellt nach seiner Meinung die Realität am besten dar und dient den Investoren.