Accounting FS Blog

IASB Meeting zur IBOR-Reform am 28.08.2019

Das IASB hat in seiner Sitzung am 28. August 2019 die Vorschläge zu den Änderungen, die aus dem Feedback zum Exposure Draft „ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 9 und IAS 39)“ in der Juli-Sitzung hervorgegangen sind, besprochen. Zudem hat das IASB eine Entscheidung über das Abstimmungsverfahren hinsichtlich der Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 getroffen.

Veröffentlichung der vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 (Agenda Paper 14A)

Folgende Entscheidungen wurden durch das IASB vorläufig getroffen:

  • IAS 39 soll um eine Ausnahme zur retrospektiven Bewertung erweitert werden, so dass während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergeführt werden können, deren Effektivität außerhalb der 80-125% Bandbreite liegt.

Dieser Vorschlag wurde von 10 Mitgliedern des IASB befürwortet, vier Mitglieder stimmten dagegen.

  • Makro-Hedges sollten dahingehend beurteilt werden, ob eine nicht vertraglich festgelegte Risikokomponente separat identifizierbar ist, wenn das abgesicherte Grundgeschäft innerhalb des Makro-Hedges designiert wird. Für ein Grundgeschäft, das innerhalb eines Makro-Hedges designiert wurde, sollte keine Neubeurteilung dahingehend durchgeführt werden, ob die Risikokomponente bei einer späteren Neugestaltung dieses Grundgeschäfts in derselben Sicherungsbeziehung separat identifizierbar ist.

Alle 14 IASB-Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Die endgültigen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 sollen sicherstellen, dass für als Grundgeschäfte designierte Gruppen die im ED vorgeschlagenen Vorschriften zum Ende der Anwendung für jedes Grundgeschäft innerhalb der designierten Gruppe gelten.

Alle 14 Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Vorgeschlagene Änderungen des Anwendungsbereichs sollten nur insoweit angenommen werden, dass die Ausnahmen lediglich für solche Sicherungsbeziehungen gelten, die direkt von der Unsicherheit auf zinsbenchmark-basierte Cashflows aus der IBOR-Reform betroffen sind. Handelt es sich um Sicherungsbeziehungen, bei denen das Zinsrisiko nicht das einzige abgesicherte Risiko darstellt, beziehen sich die vorgeschlagenen Änderungen lediglich auf IBOR-bezogene Cashflows.

Diesem Vorschlag stimmten alle 14 IASB-Mitglieder zu.

  • Eine Ausnahme von den Offenlegungsanforderungen in Paragraph 28(f) des IAS 8 soll bei der erstmaligen Anwendung der Änderungen gelten. Die Offenlegungsanforderungen zu den im ED vorgeschlagenen Ausnahmen sollen ebenfalls vereinfacht werden, so dass im Anhang des Jahresabschlusses die folgenden Angaben enthalten sein sollten:
    • eine Beschreibung der wesentlichen Benchmark-Zinssätze, denen die Sicherungsbeziehungen ausgesetzt sind;
    • eine Erläuterung, wie der Übergang zur Verwendung eines alternativen Benchmark-Zinssatzes gesteuert wird sowie die Auswirkungen auf die Risikomanagementstrategie;
    • eine Erläuterung der wesentlichen Annahmen oder Ermessensspielräume, die bei der Anwendung der Ausnahmen auf diese Sicherungsbeziehungen im Rahmen der Änderungen zu treffen sind;
    • der Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente und das Ausmaß des gesteuerten Risiko-Exposures, das von der Reform betroffen ist.

Von 12 der 14 IASB-Mitgliedern wurden die Vorschläge befürwortet.

Konsultationsprozess und Genehmigung des Abstimmungsverfahrens (Agenda Paper 14B)

Alle 14 Mitglieder des Staffs stimmten zu, die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 nicht erneut zur öffentlichen Kommentierung freizugeben.

Verlautbarung der ESMA zu Forbearance und IFRS 9 Stufentransfermethodik

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 16. Juli 2019 die 23. Sammlung von Auszügen aus der EECS-Datenbank zu Enforcement-Entscheidungen zur IFRS-Bilanzierung veröffentlicht. (Link zum Report)

In diesem Zusammenhang geht die ESMA auch auf Wechselwirkungen zwischen der aufsichtlichen Forbearance Einstufung und dem IFRS 9 Stufenmodell ein (Punkt V „Impact of forbearance on assessment of significant increase in credit risk“).

Der Enforcer stellt dabei klar, dass eine Forbearance-Maßnahme als Ereignis für einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos („significant increase in credit risk“, SICR) anzusehen ist und somit die Vermögenswerte mindestens Stufe 2, mit Bildung eines „Lifetime Expected Loss“, zuzuordnen sind. Weiterhin ist im Zuge der Forbearance-Maßnahme zu überprüfen, ob die Vermögenswerte nicht als „credit-impaired“ und somit in Stufe 3 einzuordnen sind. Der Enforcer verweist an dieser Stelle auf die im IFRS 9 Appendix A dargestellten Ereignisse die zu einem Impairment führen können und stellt dabei insbesondere auf folgenden Sachverhalt ab: „the lender(s) of the borrower, for economic or contractual reasons relating to the borrower’s financial difficulty, having granted to the borrower a concession(s) that the lender(s) would not otherwise consider“.

Sollten Sie Fragen zu dem Thema haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

EBA veröffentlicht finale Meldevorschriften für FINREP 2.9

Die European Banking Authority (EBA) hat am 16. Juli 2019 die finalen FinRep-Meldevorschriften zu Datenpunktmodell 2.9 veröffentlicht. Die Anpassungen im Rahmen von DPM 2.9 beziehen sich auf die Darstellung von Forbearance und Non-Performing Exposures, auf Angaben in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu IFRS 16 Leasing. Von den Anpassungen sind sowohl IFRS-Anwender als auch nGAAP-Anwender betroffen. Das Datenpunktmodeil 2.9. ist erstmalig zum Meldestichtag 30. Juni 2020 anzuwenden.

Im Vergleich zum Konsultationspapier vom 27. August 2018 beinhalten die Meldevorschriften folgende Anpassungen:

  • Die Erstanwendung von DPM 2.9 wird um ein Quartal auf den 30. Juni 2020 verschoben
  • Informationen zu Inflows und Outflows von Non-Performing Exposures sowie Aufgliederungen der Kundengruppen „Nicht finanzielle Unternehmen“ und „Haushalte“ nach Commercial Real Estate Loans und LTV-Ratio wurden aus Template 18 herausgelöst und sind jeweils in einem separaten Template zu zeigen:
    • F18.1: Inflows and outflows of non-performing exposures – loans and advances by counterparty sector
    • F18.2: Commercial Real Estate (CRE) loans and additional information on loans secured by immovable property
  • Die Templates F6.1, F20.4 und F20.5 werden um eine zusätzliche Spalte „of which: defaulted“ ergänzt und somit mit den Offenlegungstabellen gemäß EBA Guideline on the disclosure of non-performing exposures and forborne exposures (EBA/GL/2018/10) in Einklang gebracht
  • F12.1 wird um eine Spalte “Gains or losses on derecognition of debt instruments” erweitert
  • F48 – Additional information – wurde gelöscht

Unverändert zum Konsultationspapier bleiben die Anforderungen hinsichtlich der erweiterten Angaben zu erhaltenen Sicherheiten und Garantien (F 13 – Collateral and guarantees received) sowie die Ergänzungen zu GuV- Aufgliederungen (F16 – Breakdown of selected statement of profit or loss items und F22.1 Asset management, custody and other service functions) bestehen.

Für Institute die ein NPL-Ratio größer oder gleich 5% aufweisen und die Kriterien von „small and non-complex” gemäß CRR II nicht erfüllen sind zur Überwachung der NPE-Strategie weitere umfassende Templates zu melden:

  • F23 – Loans and advances: additional information
  • F24 – Flows of non performing exposures, impairment & write offs since the end of the last financial year
  • F25 – Collateral obtained by taking possession and execution processes
  • F26 – Forbearance management and quality of forbearance
  • F47 –  Loans and advances: Average duration and recovery periods

Die finalen Meldevorschritfen zu DPM 2.9 müssen noch in europäisches Recht übernommen werden. Die Erstanwendung der EBA Guideline on the disclosure of non-performing exposures and forborne exposures (EBA/GL/2018/10) bleibt unverändert der 31. Dezember 2019.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zu finalen Anpassungen der FINREP-Meldevorschriften (DPM 2.9): https://eba.europa.eu/-/eba-amends-implementing-technical-standards-on-supervisory-reporting-with-regard-to-financial-information-finrep-

IASB veröffentlicht Exposure Draft zu Änderungen an IFRS 17

Am 26. Juni 2019 hat das International Accounting Standard Board (IASB) den Exposure Draft (ED) zur Änderung von IFRS 17 veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Änderungen sind darauf gerichtet, das Risiko einer Beeinträchtigung der bereits laufenden Umsetzung zu minimieren, die Grundprinzipien des Standards nicht zu ändern und die Möglichkeiten der Informationsgewinnung für die Anleger beizubehalten.

Der Exposure Draft umfasst die folgenden zu ändernden IFRS 17 Themen:

  1. Ausnahme vom Anwendungsbereich von Kreditkarten und anderen Darlehen, die ein Versicherungsrisiko übernehmen
  2. Wertaufholung i. Z. m. Abschlusskosten für Erneuerungsrechte außerhalb der Vertragsgrenze
  3. Ausweitung der Definition der vertraglichen Servicemarge bzgl. Kapitalanlage-bezogenen Dienstleistungen und Kapitalrendite-bezogenen Dienstleistungen
  4. Gehaltene Rückversicherungsverträge: Verlustausgleich bei erstmaliger Erfassung, wenn zugrundeliegende Versicherungsverträge verlustträchtig sind
  5. Darstellung in der Bilanz – Ausweis auf Basis von Portfolio von Verträgen und nicht länger Gruppen von Verträgen
  6. Anwendbarkeit der Risikominderungsoption
  7. Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17 und der temporären Befreiung von IFRS 9 Finanzinstrumente
  8. Modifikationen und Erleichterungen im Übergangszeitpunkt

Dementsprechend enthält der Exposure Draft Änderungen am Anhang, den Illustrative Examples und der Basis for conclusion von IFRS 17.

Das Board hat im Hinblick auf die Änderungen vorgeschlagen, das Inkrafttreten des Standards wie erwartet um ein Jahr auf 2022 zu verschieben.

Über den folgenden Link gelangen Sie direkt zum Exposure Draft:
https://www.ifrs.org/-/media/project/amendments-to-ifrs-17/ed-amendments-to-ifrs-17.pdf?la=de

Die Öffentlichkeit hat bis zum 25. September 2019 die Möglichkeit den Exposure Draft zu kommentieren. Alle schriftlich eingereichten Kommentare werden berücksichtigt und das Board wird entscheiden, ob es mit den vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 17 fortfahren wird.

Das IASB ist jedoch der Meinung, dass die Stakeholder genug Zeit hatten, alle Herausforderungen und Bedenken zu identifizieren. Deshalb erwartet es keine Themen, die zu weiteren Änderungen führen würden.

Die aus dem Exposure Draft entstandenen Änderungen sollen erst Mitte 2020 veröffentlicht werden.

EU-Kommission veröffentlicht ESEF-Verordnung

Im Rahmen der Transparenzrichtlinie aus dem Jahr  2013 wurde die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) von der europäischen Kommission beauftragt, technische Regulierungsstandards (RTS) für ein einheitliches digitales Berichtsformat „European Single Electronic Format“ (ESEF) zu entwerfen.
Ende vergangenen Jahres wurde der Vorschlag der ESMA von der Europäischen Kommission angenommen. Da seitens des Europäischen Rats keine Einwände vorgebracht wurden, tritt die Verordnung ab dem 18.06.2019 in Kraft. Demzufolge sind ab dem Jahr 2020 alle Unternehmen, die Wertpapiere (Aktien oder Schuldverschreibungen) am regulierten Markt emittieren, dazu verpflichtet ihre IFRS-Konzernjahresabschlüsse in dem einheitlichen elektronischen Berichtsformat ESEF zu veröffentlichen. Konkret sieht die ESMA vor, dass alle Abschlüsse in einem XHTML-Format erstellt werden müssen. IFRS-Konzernjahresabschlüsse sind zusätzlich mit iXBRL-Etiketten zu versehen (Tagging), welche auf der IFRS-Taxonomie basieren und eine Maschinenlesbarkeit ermöglichen. Ziel der Verordnung ist es u.a., die Vergleichbarkeit von Abschlüssen mit ggf. unterschiedlichen Strukturen unter Berücksichtigung neuerer technologischer Möglichkeiten zu erhöhen.

Wertvolle Informationen zu den aktuellen ESEF-Entwicklungen finden Sie auf unserer Website

IFRS 17 – Zusammenfassung des EFRAG Board Meeting am 13. Mai 2019

Am 13. Mai 2019 traten die Mitglieder des EFRAG Board und EFRAG TEG zu einer Sitzung zusammen. Wesentliches Ziel der Sitzung war es, das gesamte Board über die Inhalte und Ergebnisse des EFRAG TEG Meetings im April 2019 zu informieren und mögliche Fragen zu diskutieren.

Erster Themenschwerpunkt des EFRAG TEG Meetings waren die wesentlichen Ergebnisse aus der EFRAG IAWG Sitzung im März 2019:

  • Transition: Optionalität und Vergleichsangaben im IFRS 17: Derzeit verlangt der IFRS 17 Vergleichsinformationen für ein Jahr anzugeben. Ein EFRAG TEG Mitglied wies jedoch darauf hin, dass nach IFRS 9 keine Vergleichsinformationen vorzuhalten sind. Diskutiert wurde ob die Anforderungen im IFRS 9 und IFRS 17 hinsichtlich dieses Punktes angeglichen werden sollten.
  • Transition: Option zur Risikominderung und OCI: Festgehalten werden kann, dass insbesondere hinsichtlich des Hedge Accounting aus Sicht von EFRAG noch mehr Input notwendig ist. Um die erforderlichen Informationen zu erlangen, wird ein Fragebogen zum Thema Hedge Accounting veröffentlicht. In diesem Zusammenhang hat das IASB vorläufig beschlossen, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Option zur Risikominderung prospektiv ab dem Übergangszeitpunkt von IFRS 17 (d.h. ein Jahr vor dem Inkrafttreten von IFRS 17 zum 1. Januar 2022) anzuwenden.
  • Behandlung von Investmentkomponenten innerhalb eines Versicherungsvertrags: Das TRG diskutierte bereits am 4. April 2019 ob die Schärfung des Begriffs und der Definition der Investmentkomponente nach IFRS 17 zu einem besseren Verständnis führen würde. Im Ergebnis wurde seitens des TRG kein Änderungsbedarf festgestellt. Die EFRAG kam zu keiner abweichenden Entscheidung.

Darüber hinaus wurden von der EFRAG als änderungsbedürftig identifizierte Punkte im IFRS 17 diskutiert:

Bereits im September 2018 hatte die EFRAG ihre Bedenken hinsichtlich bestimmter Aspekte des IFRS 17 in einem Schreiben an das IASB zum Ausdruck gebracht. Insgesamt identifizierte die EFRAG sechs Themenfelder die in Vorbereitung eines Entwurfs für eine Endorsement Empfehlung weiter geprüft werden sollten:

Drei der sechs Punkte wurden im EFRAG TEG Meeting am 17. April 2019 zur Diskussion gestellt:

  • CSM Amortisation (Verträge, die eine Investmentkomponente beinhalten): In seiner Sitzung im Januar hat das IASB vorläufig entschieden, dass die Amortisation der CSM nach dem allgemeinen Model dahingehend geändert werden soll, dass diese sowohl den Versicherungsschutz als auch die Investmentbezogene Dienstleistung reflektiert, soweit der Vertrag eine Investmentkomponente enthält. Einige EFRAG Mitglieder merkten in diesem Zusammenhang an, dass es Vertragskonstellationen geben kann, in denen es Investmentbezogene Aufwendungen gibt aber keine Investmentkomponente oder umgekehrt. Beispielhaft wurde in diesem Zusammenhang eine aufgeschobene Rentenversicherung aus UK genannt.
  • Rückversicherungen (verlustbringende Erstversicherungsverträge, die nach Rückversicherung profitabel sind: Das IASB hat sich in seiner Sitzung im Januar 2019 vorläufig darauf geeinigt, IFRS 17 so zu ändern, dass der Gewinn aus der Rückversicherung sofort erfolgswirksam wird, wenn ein Verlust aus einem zugrundeliegenden belasteten Versicherungsvertrag erfasst wird. Nach Ansicht des IASB besteht bei proportionalen Verträgen ein direkter Zusammenhang zwischen der Rückversicherung und den zugrundeliegenden Verträgen bei Vertragsabschluss. Das heißt, Schäden werden vom Rückversicherer zu einem bestimmten Prozentsatz der dem Versicherer entstandenen Schäden erstattet. Auf ihrer Februar-Sitzung erklärten die Mitglieder der EFRAG IAWG, dass die vorläufige Entscheidung zwar willkommen sei, das Ergebnis jedoch von der Definition der proportionalen Rückversicherung abhänge und eine Lösung für die nichtproportionale Rückversicherung gefunden werden müsse.
  • Transition (modifizierter retrospektiver Ansatz)

Für das IAWG Meeting am 16. Mai 2019 wurde ein Fragebogen entwickelt, um die Problemstellungen hinsichtlich der CSM Amortisation und nicht proportionalen Rückversicherung zu verifizieren und Lösungen zu entwickeln.

Erste Lösungsansätze werden am 16. Mai 2019 erwartet.

Das EFRAG Board hatte keine weiteren Anmerkungen zu den hier genannten Punkten.

Die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda-Paper können unter folgenden Links gefunden werden:
EFRAG Board:
https://www.efrag.org/Meetings/1806151206144483/EFRAG-Board-webcast-meeting-May-2019

EFRAG TEG/EFRAG IAWG:
https://www.efrag.org/Meetings/1807131508459721/EFRAG-TEG-meeting-April-2019

TRG:
https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/april/ifrs-17-transition-resource-group/

EFRAG Technical Expert Group (TEG) diskutiert Accounting Fragestellungen i.Z.m. der IBOR Reform

Die EFRAG TEG hat sich am 9. Mai 2019 mit der Kommentierung des IASB ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 befasst .

Die TEG hält die Projektstruktur des IASB, die eine Unterteilung des IBOR Projekts in zwei Phasen vorsieht, aufgrund der Dringlichkeit der Hedge Accounting Fragestellungen für angemessen und befürwortet die vom IASB vorgeschlagenen Erleichterungsbestimmungen sowie deren verpflichtende und befristete Anwendung (Details siehe Blogbeitrag vom 06.05.2019). Darüber hinaus regt die TEG eine teilweise Parallelisierung der beiden Phasen an.

Die erste Phase des Projekts betreffend, hat die TEG u.a. die Frage des Umfangs und des Detaillierungsgrads der vom IASB vorgeschlagenen Anhangangaben zu den Erleichterungsbestimmungen für das Hedge Accounting sowie den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt diskutiert. Während einige Teilnehmer den Vorschlag des IASB befürworten, der den 1. Januar 2020 als Erstanwendungszeitpunkt vorsieht, haben sich andere Teilnehmer für eine frühere Erstanwendung (in 2019) ausgesprochen. Eine einheitliche Auffassung zwischen den Teilnehmern wurde nicht erzielt.

Die zweite Phase des IASB Projekts betreffend, hat die TEG in ihrer Kommentierung bereits verschiedene Accounting-Themen identifiziert, die für die Umstellung der Benchmark-Zinssätze von Relevanz sind.
Diese beziehen sich im Wesentlichen auf

  • Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten
  • Hedge Accounting
  • Schätzungsänderung vs. Änderung der Accounting Policy nach IAS 8
  • IFRS 9 SPPI- und Geschäftsmodell-Kriterium
  • Bewertung von Versicherungsverträgen und Zinsgarantien nach IFRS 17

Die TEG wird ihren Comment Letter insbesondere im Hinblick auf die Phase 2 überarbeiten.

Der im Webcast diskutierte Entwurf des Comment Letter ist auf der Homepage der EFRAG abrufbar: https://www.efrag.org/Meetings/1904231436172814/EFRAG-TEG-webcast-meeting-May-2019

IASB veröffentlicht ED zu Phase 1 des IBOR Projekts

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat wie avisiert (siehe Blog-Beitrag vom 20. März 2019) am 3. Mai 2019 den Exposure Draft Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 (ED/2019/1) zur ersten Phase des IBOR Projekts veröffentlicht.

Der ED/2019/01 ist eine Reaktion des IASB auf die Auswirkungen in der Bilanzierung aufgrund der Umstellung der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Er beinhaltet im Wesentlichen Vorschläge zur Anpassung der Hedge Accounting Regelungen des IFRS 9 und IAS 39. Themen, die nach der Umstellung der Benchmark-Zinssätze an Relevanz gewinnen, bspw. Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten als Konsequenz aus Vertragsanpassungen, werden vom IASB separat behandelt.

Die folgenden Punkte skizzieren die wesentlichen in IFRS 9 und IAS 39 zu ergänzenden Erleichterungsbestimmungen:

  • Das highly probable Kriterium soll angepasst werden. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine geplante Transaktion stattfinden wird, kann davon ausgegangen werden, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen durch die IBOR-Reform nicht geändert werden;
  • Die prospektive Effektivitätsbeurteilung von Hedge-Beziehungen soll unter der Annahme durchgeführt werden, dass die IBOR-basierten vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft durch die IBOR-Reform nicht verändert werden;
  • Bestehende Hedge-Beziehungen, die eine nicht vertraglich festgelegte IBOR-Risikokomponente absichern, sollen fortgeführt werden, wenn die separate identifiable Anforderung zu Beginn der Sicherungsbeziehung als erfüllt galt, auch wenn die Anforderung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfüllt wird.

Die vorstehenden Erleichterungsbestimmungen sollen die Fortführung von bestimmten Hedge-Beziehungen ermöglichen, die ansonsten aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Umstellung der Benchmark-Zinssätze ggf. beendet werden müssten. Die Anwendung soll verpflichtend sein, bis entweder keine Unsicherheit mehr über den Zeitpunkt und die Höhe der Cashflows besteht oder die relevanten Hedge-Beziehungen beendet werden und zum anderen sowohl für bestehende als auch für neue Hedge-Beziehungen gelten.

Die Kommentierungsfrist für den ED/2019/1 endet am 17. Juni 2019. Die Veröffentlichung des finalen Standards wird für Ende 2019 erwartet, mit verpflichtendem Erstanwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2020.

Weitere Informationen finden Sie im PwC In brief: The effect on hedge accounting of the reform of LIBOR and other similar rates.

 

Transition Resource Group (TRG) für IFRS 17 diskutiert im April Investmentkomponenten

Die TRG traf am 4. April 2019 in London zu ihrem 5. Meeting zusammen, um Themen im Zusammenhang mit der Behandlung von Investmentkomponenten in IFRS 17 sowie weitere Themen zu diskutieren. Das IASB hat insgesamt 127 Anträge erhalten, von denen 46 in dieser Sitzung behandelt wurden.

Im Vordergrund der Diskussion stand das Paper zu Investment Komponenten. Darin wurden drei Fragestellungen analysiert:

1. Bestimmung, ob ein Versicherungsvertrag eine Investmentkomponente beinhaltet

Unter einer Investmentkomponente werden alle Beträge verstanden, die ein Versicherungsunternehmen an einen Versicherungsnehmer zurückzuzahlen hat, selbst dann, wenn kein Versicherungsfall eintritt (IFRS 17, Anhang und IFRS 17BC34). Entscheidend ist dabei, dass die Zahlung in jedem Fall zu leisten ist.

Wesentlicher Diskussionspunkt des Meetings war die Frage, ob die Definition des Begriffs der Investmentkomponente nicht hinreichend klar ist. Die TRG-Mitglieder diskutierten dabei, ob eine Anpassung der Definition der Investmentkomponente durch den Zusatz, dass diese „unter allen Umständen“ zu zahlen ist, das Begriffsverständnis präzisieren würde. Einige Mitglieder führten hiergegen an, dass die Präzisierung durch den Zusatz „unter allen Umständen“ die Gefahr birgt, dass die Definition der Investmentkomponente dadurch zu sehr eingegrenzt und mögliche Sonderfälle in der Umsetzung des Standards zu Schwierigkeiten führen könnten.

Die Mitglieder des TRG Mitglieder kamen insgesamt zu dem Schluss, dass der Begriff zu präzisieren ist und empfehlen dem IASB insoweit die Anpassung des Standards.

2. Beurteilung, ob die Investmentkomponente „distinct“ ist

IFRS 17 verlangt, dass abgrenzbare („distinct“) Investmentkomponenten von einem Versicherungsvertrag zu trennen – und gemäß IFRS 9 zu bilanzieren sind. Die TRG-Mitglieder diskutierten dabei insbesondere, wann die Kriterien für „distinct“ in IFRS17.B31 und „not highly interrelated“ erfüllt sind, was bedeutet, dass die Investmentkomponente und die Versicherungskomponente nicht einzeln bewertbar sind und eine Komponente ohne Existenz der anderen keinen Nutzen bringt.

Hinsichtlich des Themas ergaben sich keine großen Diskussionspunkte und keine Änderungswünsche an das IASB.

3. Ermittlung des Betrages dieser Investmentkomponente.

Soweit die Investmentkomponente „distinct“ ist, erfolgt die Bewertung nach IFRS 9. Ist die Investmentkomponente jedoch „nicht distinct“, regelt IFRS 17, dass der Betrag, der einer Investmentkomponente zuzurechnen ist, nicht als Teil des „insurance revenue“ oder der „insurance service expenses“ auszuweisen ist. Darüber hinaus regelt IFRS 17, dass eine seperate Bewertung des Betrags einer Investmentkomponente erst im Moment der Erfassung des Versicherungsergebnisses erfolgt.

Das Board hat beschlossen, dass Unternehmen die Investmentkomponente identifizieren müssen, wenn Umsätze und angefallene Ansprüche erfasst werden. Der Standard erläutert jedoch nicht, wie dieser Betrag zu ermitteln ist.

Die TRG-Mitglieder kamen zu dem Entschluss, dass es auch bei einer nicht unterscheidbaren Investmentkomponente Möglichkeiten gibt, diese zu bestimmen. Es könnte beispielsweise bei einem unkündbaren Lebensversicherungsvertrag (Auszahlung ab Todesfall oder Fälligkeit) eine Barwertberechnung möglich sein. Dies setzt voraus, dass der Betrag bei Fälligkeit auf den Todeszeitpunkt abgezinst wird. Hingegen betonten mehrere TRG-Mitglieder, dass in vielen Fällen, wie zum Beispiel bei einem vertraglich geregelten Barauszahlungsbetrag, keine zusätzliche Berechnung erforderlich sei. Angesichts einer unterscheidbaren Investmentkomponente wäre die Berechnung des Barwerts oder die Unterscheidung zwischen Beitragsrückerstattung und Investmentkomponente nicht notwendig.

 

Die Transition Resource Group unterstützt das IASB bei Umsetzungsfragen im Zusammenhang mit der Implementierung von IFRS 17.

Die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda Papers können unter dem folgenden Link abgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/april/ifrs-17-transition-resource-group/

Die PwC Zusammenfassung des Meetings kann in unserem In Transition Dokument nachgelesen werden

Robotic Process Automation (RPA) – Praxisbezug für Leasinggesellschaften

Sowohl bei Großbanken als auch bei kleineren Finanzdienstleistungsgesellschaften gewinnt das Thema “Robotic Process Automation (RPA)“ mehr und mehr an Bedeutung.

Was sich hinter diesem Begriff verbirgt und ob sich diese neue Technologie auch für die digitale Transformation von Leasinggesellschaften eignet, klärt ein Interview mit dem PwC-Experten Sven Meyer.

„Die Kostenersparnis durch RPA ist bei Prozessen, die häufig durchlaufen werden, bereits nach wenigen Monaten größer als die Implementierungskosten. Wichtig ist, dass die Prozesse regelbasiert sind, d.h. wenn die Handlungsanweisung einem definierten Entscheidungsbaum folgt.“
Sven Meyer, Director im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC

Das vollständige Interview mit Sven Meyer lesen Sie auf www.pwc.de.

 

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