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Insurance Update Februar 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im Februar 2015

Das IASB hatte im Juni 2014 klargestellt, dass der neue Standard für Versicherungsverträge Prinzipien zur Bewertung von einzelnen Versicherungsverträgen beinhaltet, jedoch auch die Möglichkeit lässt, Gruppen von Versicherungsverträgen zu bilden. Die Anwendungen der Portfoliodefinition des ED/2013/7 führt in der Branche regelmäßig zu intensiven Diskussionen. Aus diesem Grund hat das IASB in seiner „education session“ vom 19. Februar 2015 das Thema „Gruppenbildung („aggregation“) von Versicherungsverträgen“ aufgegriffen. Hierbei wurden jedoch keine Entscheidungen getroffen, vielmehr wurden verschiedene Beispiele diskutiert um die Prinzipien zur Gruppenbildung von Versicherungsverträgen zu erklären.

Insurance Update Januar 2015

Update aus der Januar-Sitzung des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts”

Das IASB hat sich in seiner Sitzung vom 22. Januar 2015 im Wesentlichen mit der Frage beschäftigt, ob die Erstanwendungszeitpunkte für IFRS 9 und IFRS 4 für Versicherungsunternehmen gleichzusetzen sind. Dabei ist das IASB zu dem Ergebnis gekommen, dass den Versicherern im Rahmen der Übergangsbilanzierungsphase (Transition) für IFRS 4 eine Erleichterungsmöglichkeit eingeräumt werden soll, indem eine Überprüfung bzw. Neubeurteilung des IFRS 9 Business Models für die Klassifizierung der Kapitalanlagen möglich oder verpflichtend sein soll. Diese Entscheidung impliziert, dass das IASB den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 für Versicherungsunternehmen nicht verschieben möchte, sondern es beim 1.1.2018 für die Erstanwendung des IFRS 9 auch für Versicherungsunternehmen belässt.

BCBS veröffentlicht Entwurf „Guidance on accounting for expected credit losses“

Am 2. Februar 2015 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) den Entwurf des Leitfadens “Guidance on accounting for expected credit losses” veröffentlicht. Im Rahmen dieses Entwurfs beschreibt das BCBS seine Erwartungen an Expected-Credit-Loss-Modelle (ECL-Modelle), die mit den Vorgaben der verschiedenen Standardsetter wie dem IASB vereinbar sind. Die Kommentierungsfrist zu diesem Entwurf endet am 30. April 2015.

Die Erwartungen des BCBS sind in 11 Prinzipien zusammengefasst. Schwerpunkte liegen hierbei auf den Themen:

  • Abhängigkeit zwischen Governance und Prozessen – das Verständnis der Synergien zwischen Finanzen, Risikocontrolling und Aufsichtsrecht sowie die Anpassung der bereits bestehenden Prozesse

FinRep für alle – auch für HGB-Bilanzierer

Mit dem veröffentlichten Verordnungsentwurf „Draft Regulation of the European Central Bank on reporting of supervisory financial information“ werden die FinRep-Meldeanforderungen auch auf Einzelinstitutsebene nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften relevant. In unterschiedlichem Umfang sind grundsätzlich alle von der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. den nationalen Aufsichtsbehörden regulierten Kreditinstitute innerhalb des Single Supervisory Mechanism (SSM) betroffen.

Der Artikel FinRep für alle – Der Entwurf der EZB zum Supervisory Financial Reporting auch für HGB-Bilanzierer von Judith Gehrer, Joachim Krakuhn und Sven Meyer ist in der Februarausgabe der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung erschienen. Er stellt die Meldeanforderungen sowie den Umfang der Meldepflichten für deutsche Kreditinstitute dar.

Das Expected Credit Loss Model nach IFRS 9

Der am 24. Juli 2014 durch das IASB veröffentlichte IFRS 9 „Financial Instruments“ enthält zum einen explizite Vorschriften zur Bilanzierung von Vertragsanpassungen finanzieller Vermögenswerte und zum anderen Regelungen zur Erfassung von kreditrisikoinduzierten erwarteten Verlusten (Expected Credit Loss Model). In der Praxis stellen sich abzeichnende finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die ihrerseits Grundlage für ein Impairment sind, häufig den Auslöser für Vertragsanpassungen dar, z.B. in Form einer Zinsstundung oder eines Teilverzichts. Es stellt sich daher die Frage, wie die Vorschriften zur Bilanzierung von Modifikationen und die Vorschriften zur Erfassung von erwarteten Verlusten (Impairment) zusammenhängen und welche Wechselwirkungen bestehen.

Endorsement-Verfahren für IFRS 9 gestartet

Die Europäische Kommission hat am 8. Dezember 2014 offiziell das Endorsement-Verfahren für IFRS 9 gestartet. Dabei wurde die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) mit der Ausarbeitung einer Endorsement-Empfehlung innerhalb der nächsten sechs Monate beauftragt. Neben den allgemeinen Endorsement-Kriterien wurde die EFRAG von der Kommission beauftragt, insbesondere folgende sechs Themen in der Endorsement-Empfehlung zu berücksichtigen:

  • IFRS 4: Interaktion des IFRS 9 mit dem sich noch in Bearbeitung befindenden IFRS 4 und deren gemeinsamer Effekt auf Versicherungsunternehmen
  • Kategorisierung: Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität aufgrund einer eventuellen Ausweitung der Fair-Value-Bilanzierung.
  • Impairment: Angemessenheit der Risikovorsorge und offene Auslegungsfragen (z.B. im Zusammenhang mit der Impairment Transition Resource Group des IASB).

Updates zum finalen Standard „Insurance Contracts“

Update aus der September-Sitzung des IASB

Das IASB hat in seiner Sitzung vom 23. September 2014 die Anforderungen an das vereinfachte Verfahren zur Bewertung der Rückstellung für zukünftige Deckung (sog. „Premium-Allocation Approach“) aus dem ED/2013/7 auf den Prüfstand gestellt. Dabei wurden einstimmig folgende Anpassungen der im ED/2013/7 verankerten Anforderungen hinsichtlich des Premium Allocation Approach vorläufig beschlossen:

Übernahme der Risikovorsorge nach IFRS 9 in die handelsrechtliche Rechnungslegung

Aktuell nutzen viele Kreditinstitute – u.a. aus Effizienzgründen und um Überleitungseffekte zu minimieren – die bestehenden Möglichkeiten, die für den Konzernabschluss nach IFRS ermittelte Risikovorsorge im Kreditgeschäft auch in den nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellten Jahresabschluss zu übernehmen. Vor dem Hintergrund dieser geübten Praxis ist es naheliegend zu untersuchen, ob auch in Zukunft Möglichkeiten bestehen, die nach den IFRS 9-Regelungen berechnete Risikovorsorge für die Bewertung im handelsrechtlichen Jahresabschluss anzuwenden, zu klären, wo Harmonisierungspotenziale bestehen und welche Restriktionen dem ggf. entgegen-stehen. In dem Artikel werden daher die grundlegenden Aspekte der Risikovorsorgebildung im Kreditgeschäft nach IFRS 9 und HGB dargestellt und bzgl. möglicher Übereinstimmungen und Unterschiede analysiert.

PwC Veröffentlichung zu IFRS 9 Expected Credit Losses

Nachdem in der vergangenen Woche bereits eine PwC-Broschüre zu den künftigen Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 veröffentlicht wurde (siehe mein Blogbeitrag vom 6. August 2014), steht nun auch eine Broschüre zu den künftigen IFRS-9-Vorschriften zur bilanziellen Abbildung der erwarteten Adressenausfallrisiken (Expected Credit Losses) für Sie zum Download bereit. Sie können die kostenfreie Broschüre unter diesem Link abrufen.

Die englischsprachige Broschüre enthält eine Darstellung des durch IFRS 9 eingeführten zweistufigen Expected Credit Loss-Ansatzes. Demnach ist für finanzielle Vermögenswerte künftig ab dem Zeitpunkt des Bilanzzugangs eine aufwandswirksame Risikovorsorge in Höhe des 12-Monats-Expected-Loss zu bilden. Verschlechtert sich die Bonität des Schuldners signifikant, ist die Risikovorsorge auf die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste (Lifetime Expected Credit Losses) zu erhöhen, es sei denn, das Ausfallrisiko ist insgesamt noch gering.

PwC Broschüre zu IFRS 9 Classification & Measurement veröffentlicht

PwC hat eine englischsprachige Broschüre zu den künftigen Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 veröffentlicht. IFRS 9 ist nach einer Endorsierung durch die EU voraussichtlich ab dem Jahr 2018 verpflichtend anzuwenden.

Neben einer Darstellung der künftigen Anforderungen zur Klassifizierung und Bewertung enthält die Broschüre zahlreiche Auslegungshilfen und Anwendungsbeispiele.

Sie können die kostenfreie Broschüre unter folgendem Link abrufen.

Eine weitere Broschüre zu den künftigen IFRS 9-Regelungen zur bilanziellen Abbildung der erwarteten Adressenausfallrisiken (Expected Credit Losses) wird in Kürze veröffentlicht. Gerne informiere ich Sie hierzu.