Accounting FS Blog

Saldierung von derivativen Finanzinstrumenten des Handelsbestands bei Kreditinstituten

Als Folge der Finanzmarktkrise wurden zusätzliche Regulierungsanforderungen an die Vertragspartner von Derivaten gestellt mit dem Ziel einer höheren Transparenz von Derivategeschäften und einer hohen Sicherheit bei der Abwicklung dieser Geschäfte. Dies hat u.a. dazu geführt, dass Kreditinstitute bei Geschäften mit derivativen Finanzinstrumenten zunehmend auf zentrale Kontrahenten zurückgreifen (müssen) sowie Vereinbarungen über die tägliche Abrechnung und die Zahlung einer Variation Margin in Form von Barsicherheiten treffen (müssen). Für bestimmte Derivate, die gemäß der EMIR-VO der Clearingpflicht über einen zentralen Kontrahenten (Clearinghaus) unterliegen, sind solche Vereinbarungen verpflichtend; aber auch bei nicht clearingpflichtigen Derivaten erfolgt vielfach eine tägliche Abrechnung und Besicherung. Fraglich ist, wie sich eine solche Vereinbarung auf die Bilanzierung auswirkt, insbesondere, ob die Vereinbarung einer Variation Margin in Form von Barsicherheiten zu einer Nettodarstellung von Derivaten und Variation Margin in der Bilanz führt.

IFRS 4 Phase II und IFRS 9 – Konsequenzen aus den unterschiedlichen Zeitpunkten des Inkrafttretens

Zusammenfassung des IASB-Meetings von 20. Juli 2015

Die Komplexität der Einführung von IFRS 9 vor Einführung des neuen Standards für Versicherungsverträge (IFRS 4 Phase II) wurde im Rahmen einer Education Session des IASB im Juni 2015 diskutiert. Mögliche Lösungsansätze sind ein „IFRS 4 Approach“ oder eine Verschiebung der IFRS-9-Erstanwendung.

Im IASB Meeting am 20. Juli 2015 wurde der „IFRS 4 Approach“ vom Board diskutiert.

Es wurden drei Ansätze zur Behebung möglicher accounting mismatches sowie der P&L Volatilität vorgestellt, die aus einer nicht zeitgleichen Einführung von IFRS 9 und IFRS 4 Phase II entstehen können.

Finaler Standard “Insurance Contracts” – Diskussionspunkte aus dem IASB Meeting im Juni 2015

Im Rahmen des Juni Meetings des IASB wurde auch eine Diskussion („educational session“) zur Frage der Verschiebung des IFRS 9 vor dem Hintergrund des Auseinanderfallens mit dem IFRS 4 Standard abgehalten.

Erstanwendung des IFRS 9 vor dem Hintergrund der Erstanwendung des IFRS 4

Das IASB hat sog. Outreach-Aktivitäten angestoßen, um die Probleme der Versicherungsindustrie in diesem Punkt besser verstehen zu können. Diese Umfragen sind bisher noch nicht abgeschlossen. Es wurde dabei vor allem der Punkt des temporären Anstiegs eines accounting mismatch zwischen Kapitalanlagen und versicherungstechnischen Verpflichtungen angeführt.

Darüber hinaus hat das IASB Alternativen zur Verschiebung des IFRS 9 diskutiert. Es wurden die folgenden Alternativen besprochen:

Finaler Standard “Insurance Contracts” – Update aus der Decision Making Session des IASB im Juni 2015

Das IASB hat sich im Rahmen der Decision Making Session vom Juni 2015 insbesondere mit den Fragen der Definition und Bewertung von bestimmten überschussberechtigten Versicherungsverträgen sowie der Vereinnahmung der Servicemarge für alle überschussberechtigten Verträge beschäftigt. Es wurden einige wesentliche Entscheidungen getroffen.

Definition und Bewertung von direkten überschussberechtigten Verträgen

Im Juni hat der IASB Staff dem Board empfohlen für sog. direkte überschussberechtigte Versicherungsverträge das allgemeine Bewertungsmodell zu modifizieren und das in den letzten IASB Sitzungen diskutierte alternative Bewertungsmodell (variable fee approach) für diese anzuwenden. Konsistent zu den bisherigen Educational Sessions schlägt der IASB Staff dabei vor, überschussberechtigte Verträge wie folgt zu definieren:

IFRS 9 Umsetzung – Banken haben noch viel Arbeit vor sich

Im Rahmen unserer ersten globalen IFRS 9 Untersuchung haben wir 22 Banken aus der ganzen Welt, darunter auch zahlreiche Institute aus Deutschland und Österreich, zu Ihrer Umsetzung von IFRS 9 Impairment befragt. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich bei vielen Themen noch kein einheitlicher Branchentrend herauskristallisiert hat.

Die wesentlichen Erkenntnisse aus unserer Untersuchung:

  • Die meisten Banken haben noch keine klare Vorstellung über die Höhe der zusätzlichen Risikovorsorge – Banken die bereits eine Indikation haben erwarten eine Erhöhung bis zu 50 Prozent.
  • Die Mehrheit der Banken geben an, dass sie die Anforderungen von IFRS 9 Impairment weitgehend inhaltlich interpretiert haben. Jedoch sehen auch diese Banken noch große Lücken in Bezug auf die Umsetzung der neuen Vorschriften (detailed design/build/test/implementation).

Negative (Nominal-)Zinsen im Abschluss von Kreditinstituten

Mit der Senkung des Zinssatzes für die Einlagefazilität für Kreditinstitute durch die Europäische Zentralbank auf -0,10% Anfang Juni 2014 und der teilweisen Weitergabe dieses Zinsniveaus an die Kunden haben sich für die Institute zahlreiche neue Fragestellungen (z.B. Bankvertragsrecht, Banksteuerung, Aufsichtsrecht, Bilanzierung und Steuerrecht) ergeben, zu denen auch der Ausweis negativer (Nominal-)Zinsen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Kreditinstitute zählt. Da weder der Gesetzgeber noch die Standardsetter, insbesondere das International Accounting Standard Board (IASB), diese außergewöhnliche Situation antizipiert haben, muss die Ausweisfrage entweder durch Auslegung nach dem Zweck der Rechnungslegung abgeleitet oder durch kurzfristige Interpretationen des Standardsetters gelöst werden. Dabei wurden bisher verschiedene Möglichkeiten des Ausweises innerhalb des Zinsüberschusses, im Provisions- oder Bewertungsergebnis und im sonstigen betrieblichen Ergebnis diskutiert.

PwC Broschüren zu praxisrelevanten Fragestellungen nach IFRS 9

PwC hat zwei englischsprachige Broschüren veröffentlicht, die sich mit praktischen Anwendungsfragen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ beschäftigen. Die Broschüren beantworten häufig gestellte Fragen zur Klassifizierung und Bewertung und zu Impairment.

In Bezug auf die Klassifizierung und Bewertung werden die folgenden Schwerpunkte beleuchtet:

  • Beurteilung ausgewählter vertraglicher Ausgestaltungen im Hinblick auf das SPPI-Kriterium
  • Analyse des Geschäftsmodells, z.B. im Zusammenhang mit Syndizierungen oder Verkäufen zur Vermeidung von Kreditrisikokonzentrationen

Die Broschüre zu Klassifizierung und Bewertung können Sie hier abrufen.

 

Die Broschüre zu den Impairment-Regelungen nach IFRS 9 beantwortet praktische Fragestellungen u.a. zu den folgenden Themengebieten:

Insurance Update März 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im März 2015

Das IASB hat sich im Rahmen der education session vom März 2015 insbesondere mit den Fragen der Folgebewertung und der Vereinnahmung der Servicemarge sowie der Ermittlung des Zinsaufwands für das überschussberechtigte Geschäft beschäftigt. Es wurden keine Entscheidungen getroffen.

Folgebewertung der Servicemarge

Im Rahmen des März Meetings wurde die Fragestellung erörtert, wie die Anteile eines Versicherungsunternehmens an den Kapitalanlageerträgen bei überschussberechtigten Verträgen im Rahmen der Folgebewertung der Servicemarge zu berücksichtigen sind. Das IASB hat im Rahmen dieser Diskussionen zwei Sichtweisen auf das überschussberechtigte Geschäft und deren Auswirkungen auf die Servicemarge beleuchtet.

Insurance Update Februar 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im Februar 2015

Das IASB hatte im Juni 2014 klargestellt, dass der neue Standard für Versicherungsverträge Prinzipien zur Bewertung von einzelnen Versicherungsverträgen beinhaltet, jedoch auch die Möglichkeit lässt, Gruppen von Versicherungsverträgen zu bilden. Die Anwendungen der Portfoliodefinition des ED/2013/7 führt in der Branche regelmäßig zu intensiven Diskussionen. Aus diesem Grund hat das IASB in seiner „education session“ vom 19. Februar 2015 das Thema „Gruppenbildung („aggregation“) von Versicherungsverträgen“ aufgegriffen. Hierbei wurden jedoch keine Entscheidungen getroffen, vielmehr wurden verschiedene Beispiele diskutiert um die Prinzipien zur Gruppenbildung von Versicherungsverträgen zu erklären.

Insurance Update Januar 2015

Update aus der Januar-Sitzung des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts”

Das IASB hat sich in seiner Sitzung vom 22. Januar 2015 im Wesentlichen mit der Frage beschäftigt, ob die Erstanwendungszeitpunkte für IFRS 9 und IFRS 4 für Versicherungsunternehmen gleichzusetzen sind. Dabei ist das IASB zu dem Ergebnis gekommen, dass den Versicherern im Rahmen der Übergangsbilanzierungsphase (Transition) für IFRS 4 eine Erleichterungsmöglichkeit eingeräumt werden soll, indem eine Überprüfung bzw. Neubeurteilung des IFRS 9 Business Models für die Klassifizierung der Kapitalanlagen möglich oder verpflichtend sein soll. Diese Entscheidung impliziert, dass das IASB den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 für Versicherungsunternehmen nicht verschieben möchte, sondern es beim 1.1.2018 für die Erstanwendung des IFRS 9 auch für Versicherungsunternehmen belässt.