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IFRS 9 Umsetzung – Banken haben noch viel Arbeit vor sich

Im Rahmen unserer ersten globalen IFRS 9 Untersuchung haben wir 22 Banken aus der ganzen Welt, darunter auch zahlreiche Institute aus Deutschland und Österreich, zu Ihrer Umsetzung von IFRS 9 Impairment befragt. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich bei vielen Themen noch kein einheitlicher Branchentrend herauskristallisiert hat.

Die wesentlichen Erkenntnisse aus unserer Untersuchung:

  • Die meisten Banken haben noch keine klare Vorstellung über die Höhe der zusätzlichen Risikovorsorge – Banken die bereits eine Indikation haben erwarten eine Erhöhung bis zu 50 Prozent.
  • Die Mehrheit der Banken geben an, dass sie die Anforderungen von IFRS 9 Impairment weitgehend inhaltlich interpretiert haben. Jedoch sehen auch diese Banken noch große Lücken in Bezug auf die Umsetzung der neuen Vorschriften (detailed design/build/test/implementation).

Negative (Nominal-)Zinsen im Abschluss von Kreditinstituten

Mit der Senkung des Zinssatzes für die Einlagefazilität für Kreditinstitute durch die Europäische Zentralbank auf -0,10% Anfang Juni 2014 und der teilweisen Weitergabe dieses Zinsniveaus an die Kunden haben sich für die Institute zahlreiche neue Fragestellungen (z.B. Bankvertragsrecht, Banksteuerung, Aufsichtsrecht, Bilanzierung und Steuerrecht) ergeben, zu denen auch der Ausweis negativer (Nominal-)Zinsen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Kreditinstitute zählt. Da weder der Gesetzgeber noch die Standardsetter, insbesondere das International Accounting Standard Board (IASB), diese außergewöhnliche Situation antizipiert haben, muss die Ausweisfrage entweder durch Auslegung nach dem Zweck der Rechnungslegung abgeleitet oder durch kurzfristige Interpretationen des Standardsetters gelöst werden. Dabei wurden bisher verschiedene Möglichkeiten des Ausweises innerhalb des Zinsüberschusses, im Provisions- oder Bewertungsergebnis und im sonstigen betrieblichen Ergebnis diskutiert.

PwC Broschüren zu praxisrelevanten Fragestellungen nach IFRS 9

PwC hat zwei englischsprachige Broschüren veröffentlicht, die sich mit praktischen Anwendungsfragen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ beschäftigen. Die Broschüren beantworten häufig gestellte Fragen zur Klassifizierung und Bewertung und zu Impairment.

In Bezug auf die Klassifizierung und Bewertung werden die folgenden Schwerpunkte beleuchtet:

  • Beurteilung ausgewählter vertraglicher Ausgestaltungen im Hinblick auf das SPPI-Kriterium
  • Analyse des Geschäftsmodells, z.B. im Zusammenhang mit Syndizierungen oder Verkäufen zur Vermeidung von Kreditrisikokonzentrationen

Die Broschüre zu Klassifizierung und Bewertung können Sie hier abrufen.

 

Die Broschüre zu den Impairment-Regelungen nach IFRS 9 beantwortet praktische Fragestellungen u.a. zu den folgenden Themengebieten:

Insurance Update März 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im März 2015

Das IASB hat sich im Rahmen der education session vom März 2015 insbesondere mit den Fragen der Folgebewertung und der Vereinnahmung der Servicemarge sowie der Ermittlung des Zinsaufwands für das überschussberechtigte Geschäft beschäftigt. Es wurden keine Entscheidungen getroffen.

Folgebewertung der Servicemarge

Im Rahmen des März Meetings wurde die Fragestellung erörtert, wie die Anteile eines Versicherungsunternehmens an den Kapitalanlageerträgen bei überschussberechtigten Verträgen im Rahmen der Folgebewertung der Servicemarge zu berücksichtigen sind. Das IASB hat im Rahmen dieser Diskussionen zwei Sichtweisen auf das überschussberechtigte Geschäft und deren Auswirkungen auf die Servicemarge beleuchtet.

Insurance Update Februar 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im Februar 2015

Das IASB hatte im Juni 2014 klargestellt, dass der neue Standard für Versicherungsverträge Prinzipien zur Bewertung von einzelnen Versicherungsverträgen beinhaltet, jedoch auch die Möglichkeit lässt, Gruppen von Versicherungsverträgen zu bilden. Die Anwendungen der Portfoliodefinition des ED/2013/7 führt in der Branche regelmäßig zu intensiven Diskussionen. Aus diesem Grund hat das IASB in seiner „education session“ vom 19. Februar 2015 das Thema „Gruppenbildung („aggregation“) von Versicherungsverträgen“ aufgegriffen. Hierbei wurden jedoch keine Entscheidungen getroffen, vielmehr wurden verschiedene Beispiele diskutiert um die Prinzipien zur Gruppenbildung von Versicherungsverträgen zu erklären.

Insurance Update Januar 2015

Update aus der Januar-Sitzung des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts”

Das IASB hat sich in seiner Sitzung vom 22. Januar 2015 im Wesentlichen mit der Frage beschäftigt, ob die Erstanwendungszeitpunkte für IFRS 9 und IFRS 4 für Versicherungsunternehmen gleichzusetzen sind. Dabei ist das IASB zu dem Ergebnis gekommen, dass den Versicherern im Rahmen der Übergangsbilanzierungsphase (Transition) für IFRS 4 eine Erleichterungsmöglichkeit eingeräumt werden soll, indem eine Überprüfung bzw. Neubeurteilung des IFRS 9 Business Models für die Klassifizierung der Kapitalanlagen möglich oder verpflichtend sein soll. Diese Entscheidung impliziert, dass das IASB den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 für Versicherungsunternehmen nicht verschieben möchte, sondern es beim 1.1.2018 für die Erstanwendung des IFRS 9 auch für Versicherungsunternehmen belässt.

BCBS veröffentlicht Entwurf „Guidance on accounting for expected credit losses“

Am 2. Februar 2015 hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) den Entwurf des Leitfadens “Guidance on accounting for expected credit losses” veröffentlicht. Im Rahmen dieses Entwurfs beschreibt das BCBS seine Erwartungen an Expected-Credit-Loss-Modelle (ECL-Modelle), die mit den Vorgaben der verschiedenen Standardsetter wie dem IASB vereinbar sind. Die Kommentierungsfrist zu diesem Entwurf endet am 30. April 2015.

Die Erwartungen des BCBS sind in 11 Prinzipien zusammengefasst. Schwerpunkte liegen hierbei auf den Themen:

  • Abhängigkeit zwischen Governance und Prozessen – das Verständnis der Synergien zwischen Finanzen, Risikocontrolling und Aufsichtsrecht sowie die Anpassung der bereits bestehenden Prozesse

FinRep für alle – auch für HGB-Bilanzierer

Mit dem veröffentlichten Verordnungsentwurf „Draft Regulation of the European Central Bank on reporting of supervisory financial information“ werden die FinRep-Meldeanforderungen auch auf Einzelinstitutsebene nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften relevant. In unterschiedlichem Umfang sind grundsätzlich alle von der Europäischen Zentralbank (EZB) bzw. den nationalen Aufsichtsbehörden regulierten Kreditinstitute innerhalb des Single Supervisory Mechanism (SSM) betroffen.

Der Artikel FinRep für alle – Der Entwurf der EZB zum Supervisory Financial Reporting auch für HGB-Bilanzierer von Judith Gehrer, Joachim Krakuhn und Sven Meyer ist in der Februarausgabe der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung erschienen. Er stellt die Meldeanforderungen sowie den Umfang der Meldepflichten für deutsche Kreditinstitute dar.

Das Expected Credit Loss Model nach IFRS 9

Der am 24. Juli 2014 durch das IASB veröffentlichte IFRS 9 „Financial Instruments“ enthält zum einen explizite Vorschriften zur Bilanzierung von Vertragsanpassungen finanzieller Vermögenswerte und zum anderen Regelungen zur Erfassung von kreditrisikoinduzierten erwarteten Verlusten (Expected Credit Loss Model). In der Praxis stellen sich abzeichnende finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die ihrerseits Grundlage für ein Impairment sind, häufig den Auslöser für Vertragsanpassungen dar, z.B. in Form einer Zinsstundung oder eines Teilverzichts. Es stellt sich daher die Frage, wie die Vorschriften zur Bilanzierung von Modifikationen und die Vorschriften zur Erfassung von erwarteten Verlusten (Impairment) zusammenhängen und welche Wechselwirkungen bestehen.

Endorsement-Verfahren für IFRS 9 gestartet

Die Europäische Kommission hat am 8. Dezember 2014 offiziell das Endorsement-Verfahren für IFRS 9 gestartet. Dabei wurde die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) mit der Ausarbeitung einer Endorsement-Empfehlung innerhalb der nächsten sechs Monate beauftragt. Neben den allgemeinen Endorsement-Kriterien wurde die EFRAG von der Kommission beauftragt, insbesondere folgende sechs Themen in der Endorsement-Empfehlung zu berücksichtigen:

  • IFRS 4: Interaktion des IFRS 9 mit dem sich noch in Bearbeitung befindenden IFRS 4 und deren gemeinsamer Effekt auf Versicherungsunternehmen
  • Kategorisierung: Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität aufgrund einer eventuellen Ausweitung der Fair-Value-Bilanzierung.
  • Impairment: Angemessenheit der Risikovorsorge und offene Auslegungsfragen (z.B. im Zusammenhang mit der Impairment Transition Resource Group des IASB).