Kategorie: Aktuelles

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Aktuelles RSS-Feed

IFRS 17 Versicherungsverträge – IASB veröffentlicht finalen Standard

Das IASB hat am 18. Mai 2017 den neuen Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge – IFRS 17 Insurance Contracts – veröffentlicht. Der Standard beinhaltet Vorschriften zur bilanziellen Abbildung von Versicherungsverträgen im IFRS-Abschluss. IFRS 17 ist auf die Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Er ersetzt die Vorschriften des IFRS 4 Insurance Contracts.

Mit der Veröffentlichung der finalen Fassung des IFRS 17 Insurance Contracts endet ein jahrzehntelanges Projekt zur Entwicklung eines einheitlichen Standards für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen. IFRS 17 enthält nunmehr konsistente Bilanzierungsprinzipien für Versicherungsverträge, die für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen innerhalb der Versicherungsbranche sowie industrieübergreifend (z.B. im Vergleich mit Abschlüssen von Banken) sorgen sollen. Der Schwerpunkt der Neuregelung liegt auf der Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellung (und Vermögenswerte), der periodengerechten Erfassung von Umsatzerlösen aus Versicherungsverträgen sowie der umfassenden Berichterstattung im Anhang.

Der Anwendungsbereich des IFRS 17 umfasst begebene Versicherungsverträge (insurance contracts issued) sowie aktive und passive Rückversicherungsverträge. Zudem fallen Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung (investment contracts with a discretionary participation feature) in den Anwendungsbereich des IFRS 17, sofern das bilanzierende Unternehmen auch Versicherungsverträge begibt.

Eine vorzeitige Anwendung des IFRS 17 ist nur bei gleichzeitiger Anwendung von IFRS 9 und IFRS 15 zulässig und hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen. IFRS 17 geht nun in das EU-Endorsement-Verfahren ein, die EFRAG-Stellungnahme wird in Q3 2018 erwartet. Vor dem Hintergrund der Komplexität des neuen Standards und des vergleichsweise kurzen Implementierungshorizonts, steht die Versicherungsbranche vor einem straffen Implementierungsprogramm.

Noch mehr Informationen finden Sie in unserer Insurance App und PwC-Rechercheapplikation PwCPlus. Wie Sie PwCPlus nutzen können, erfahren Sie hier.

IASB veröffentlicht ED zur Anpassung von IFRS 9 hinsichtlich negativer Vorfälligkeitsentschädigungen

Nach der Ankündigung im Januar [siehe Blog-Beitrag vom 24. Januar 2017] hat sich das IASB entschlossen, IFRS 9 bzgl. der Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit vertraglich vereinbarten Vorfälligkeitsentschädigungen anzupassen. Nach der bisherigen Regelung des IFRS 9 konnten Finanzinstrumente mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten (oder FVOCI) bilanziert werden, wenn derjenige, der von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht, eine angemessene Entschädigung entrichten muss.

Mit dem am 21. April 2017 veröffentlichten Änderungsentwurf des IASB (ED/2017/3) stimmte das IASB den Schlussfolgerungen des Interpretations Committee betreffend negativer Vorfälligkeitsentschädigungen („Prepayment Features with Negative Compensation“) zu. Dies bedeutet, dass auch im Falle einer Kündigung und einer dadurch verursachten Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung vom Gläubiger an den Schuldner eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten (oder FVOCI) möglich ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der beizulegende Zeitwert des Kündigungsrechts beim erstmaligen Ansatz des finanziellen Vermögenswerts unwesentlich ist.

Die Änderung soll zeitgleich mit dem Inkrafttreten des IFRS 9 am 1. Januar 2018 verpflichtend anzuwenden sein. Die Kommentierungsfrist des Exposure Drafts endet am 24. Mai 2017.

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Seite des IASB.

EBA-Meinung zu den Übergangsvorschriften aufgrund von IFRS 9

EBA äußert ihre Meinung zu den Übergangsvorschriften und der Zuordnung der Risikovorsorge zu SCRA oder GCRA aufgrund der Einführung von IFRS 9

Am 22. November 2016 hat die EU der Implementierung von IFRS 9 und damit der Ablösung von IAS 39 zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten zugestimmt. Für die Bewertung von Krediten ist damit auch der Wechsel vom sogenannten „incurred loss“ model zum „expected credit loss“ model (ECL) verbunden. Allerdings besteht die Sorge, dass dieser Wechsel bei der erstmaligen Einführung von IFRS 9 ab Januar 2018 zu ungewollten negativen Auswirkungen auf die Eigenkapitalquoten und damit letztlich auf die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe führen könnte.

Deshalb hat die European Banking Authority (EBA) am 6. März 2017 ihre Position zu einer möglichen Übergangsvorschrift zur Berücksichtigung der Risikovorsorge nach IFRS 9 in den ersten Jahren nach der Erstanwendung veröffentlicht. Sie nimmt darin unter anderem zu den Vorschlägen der EU Kommission zum Phase-in von IFRS 9 Effekten im Rahmen der aktuellen CRR II Konsultation Stellung. Dabei betont die EBA, dass sie einen statischen Ansatz zur Verteilung des Effektes bevorzugt, da dieser einfacher nachzuvollziehen und umzusetzen ist. Bei einer Umsetzung eines dynamischen Ansatzes, wie ihn die EU Kommission in der CRR II vorschlägt, müssten stringente Anforderungen an die Offenlegung definiert werden, um eine harmonisierte Implementierung und Transparenz sicherzustellen.

Des Weiteren ist die EBA der Meinung, dass der Effekt auf die Risikovorsorge nach IFRS 9 nicht voll neutralisiert werden sollte, wie es aktuell der Entwurf der CRR II vorschlägt. Die EBA empfindet außerdem eine Verteilung des Erstanwendungseffektes über vier Jahre ab Januar 2018 als angemessen, wohingegen fünf Jahre vorgeschlagen wurden.

Laut EBA sollte die Anwendung der Übergangsregelung verpflichtend (baseline regulatory requirement) sein, um eine einheitliche Handhabung zu gewährleisten. Instituten sei es jedoch erlaubt, ihren Erstanwendungseffekt zum 01.01.2018 voll im Eigenkapital zu berücksichtigen. Eine nachträgliche Anwendung der Übergangsregelungen sollte nicht möglich sein. Die Entscheidung zur Nutzung der Übergangsregelung ist offen zu legen.

Die EBA hat in dieser Veröffentlichung außerdem ihre Meinung zur Zuordnung der Risikovorsorge nach IFRS 9 beschrieben. Die Risikovorsorge sollte laut EBA den SCRA zugeordnet werden, da die Risikovorsorge auf bestimmte Einzelgeschäfte zurückzuführen ist.

IFRS 9 Musterabschluss für Banken

PwC hat die Broschüre „IFRS 9 for banks – Illustrative disclosures“ veröffentlicht.

Die Publikation stellt die unter IFRS 9 geänderten Ausweis- und Angabevorschriften am Beispiel einer fiktiven Bank dar.

Neben den Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, den Impairment- und Hedge-Accounting-Angaben enthält das Dokument zusätzliche „Best-Practice“-Beispiele und Hinweise. Die Ausführungen in der Publikation können als Referenz bei der Aufstellung eines IFRS 9 Abschlusses verwendet werden und sind dabei als veranschaulichendes Beispiel zu verstehen.

 

IASB Meeting on 22 February 2017

Highlights on Insurance Contracts

At the February 2017 meeting, the IASB voted on a number of sweep issues relating to the proposed insurance contracts standard (the ‘draft Standard’ or ‘IFRS 17’).

The IASB decided to recognise against the contractual service margin (CSM) all changes in estimates of future cash flows arising from non-financial risks under the general model as well as those arising from non-financial risks (and not relating to the underlying items) under the variable fee approach (VFA).

The IASB decided to provide an exemption from the requirement to separately group contracts that fall into different groups because law or regulation constrains an entity’s ability to set a different price or level of benefits for policyholders with different characteristics.

The IASB confirmed that there are no remaining questions that they would like the Staff to consider at a future meeting. The Staff will continue drafting IFRS 17 and the IASB expects to issue the standard in May 2017.

 

Weitere Änderungen an IFRS 17 Insurance Contracts auf der Agenda

Für das IASB Board Meeting am 22. und 23. Februar 2017 empfiehlt das IASB Staff weitere Änderungen an der aktuellen Entwurfsfassung von IFRS 17, insbesondere in Bezug auf das Unlocking der CSM sowie die Anforderungen an die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen.

Die Agenda Papiere fassen die Erkenntnisse aus der externen redaktionellen Durchsicht (external editorial review) des aktuellen Entwurfs von IFRS 17 zusammen – dem „second pre-ballot draft of IFRS 17“ – und beinhalten folgende Aspekte:

In Agenda Papier 2A Änderungen der vertraglichen Service Marge diskutiert das IASB Staff erneut, für welche Sachverhalte ein Unlocking der CSM erfolgen soll. Dies beinhaltet unter anderem den Vorschlag, alle Schätzungsänderungen in Bezug auf den Barwert der künftigen Zahlungsströme aus nicht-finanziellen Risiken gegen die CSM zu erfassen, sowie den Vorschlag zur Änderung der Definition des Begriffs Experience Adjustment.

Agenda Papier 2B Enge Ausnahme für eine Vertragskohorte, deren Preisbildung regulatorischer Bindung unterliegt befasst sich mit einer eng begrenzten Ausnahme von den Anforderungen an die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen. Das IASB Staff sieht eine solche Ausnahme allenfalls dann als gerechtfertigt an, wenn Versicherungsverträge nur deshalb in unterschiedliche Gruppen fallen würden, weil gesetzliche oder regulatorische Auflagen das Versicherungsunternehmen praktisch darin beschränken, für ein Versicherungsnehmerkollektiv (set of policyholders) mit unterschiedlichen Eigenschaften eine unterschiedliche Preisbildung, oder Nutzengewährung, vorzunehmen. In diesem Fall sollen die Verträge in eine Gruppe zusammengefasst werden dürfen.

Papier 2C Antworten auf die externe redaktionelle Durchsicht fasst zahlreiche weitere Ergebnisse aus der externen redaktionellen Durchsicht zusammen und adressiert kleinere Themen, darunter:

  1. Den Vorschlag für Verträge mit mutualisation, die Anforderung aufrechtzuerhalten, keine Verträge zu aggregieren, die mehr als ein Jahr auseinanderliegen. Ferner die Klarstellung wie die Anforderung der Gruppenbildung nur für Versicherungsverträge, die höchstens ein Jahr auseinanderliegen, auf Verträge mit mutualisation anzuwenden sind. Der finale Standard wird keine Definition von mutualisation enthalten.
  2. Es sollte klargestellt werden, dass das Profitabilitätskriterium zur Aggregierung von Verträgen auf Basis eines Vertragskollektivs (set of contracts) anstelle eines einzelnen Vertrags beurteilt werden kann, wenn angemessene und belastbare Informationen vorliegen, wobei der Ausdruck “set of contracts” voraussichtlich nicht definiert werden wird.
  3. Bei Anwendung des PAA sollte die Beurteilung, ob belastende Verträge vorliegen (onerous contract test) auf Gruppenebene vorgenommen werden. In Bezug auf das Approximations-Kriterium als Anwendungsvoraussetzung für den PAA, ist “Approximation” aus der Konzern-Perspektive (Bewertung auf Konzernebene) zu beurteilen.
  4. Den Vorschlag, das Locking-in des Diskontierungszinssatzes für die CSM im Abschlusszeitpunkt aufrechtzuerhalten.
  5. Den Vorschlag, den VFA nicht auf alle Verträge auszuweiten, unter denen kapitalanlagebezogene Dienstleistungen erbracht werden.

Auf der Grundlage der Entscheidungen, die das IASB zu den Agenda Papieren am 22./23. Februar trifft, wird das IASB Staff IFRS 17 weiter ausarbeiten. Die Veröffentlichung von IFRS 17 wird im Mai 2017 erwartet.

Vergleich von IFRS 16 und IAS 17 bezüglich Schätzungsänderungen und Vertragsanpassungen

Vertragsanpassungen, Schätzungs- und Sachverhaltsänderungen treten im Rahmen von Leasingverhältnissen häufig und auf vielfältige Weise auf. Aufgrund der Regelungslücke bei den derzeitigen Vorschriften nach IAS 17 hat sich in der Praxis und der Fachliteratur ein sehr uneinheitliches Bild der Bilanzierung herausgebildet. Mit den Regelungen des IFRS 16 werden erstmals klare Vorgaben für die bilanzielle Abbildung eingeführt. Die Umsetzung dieser komplexen Regelung erfordert jedoch eine kontinuierliche Überwachung der Verträge über die Vertragslaufzeit und stellt hohe Anforderungen an Prozesse und Bilanzierungssysteme der Unternehmen.

Der Artikel Schätzungsänderungen und Vertragsanpassungen nach IFRS 16 im Vergleich zu IAS 17 von Judith Gehrer, Joachim Krakuhn, Sven Meyer und Arne Erik Schillmann ist in der Februarausgabe der Zeitschrift KoR IFRS Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung erschienen.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen nicht den vollständigen Artikel zur Verfügung stellen.

Unseren PwCPlus-Kunden steht der Artikel zur Verfügung. Mehr über unsere Rechercheapplikation PwCPlus erfahren Sie hier: www.pwcplus.de.

IFRS 9 soll vor Inkrafttreten nochmal angepasst werden

Das IASB hat in seiner Sitzung am 18. Januar 2017 vorläufig entschieden, eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Konkret geht es um die Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit vertraglich vereinbarten Vorfälligkeitsentschädigungen.

Die Änderung bezieht sich auf vertraglich vereinbarte symmetrische Zahlungsverpflichtungen für den Fall der vorzeitigen Kündigung eines Finanzinstruments. Diese könnten dann zu amortised cost bzw. FVOCI bilanziert werden. Das bedeutet, dass z.B. bei vorzeitiger Kündigung eines Kreditvertrags ein Ausgleich auch zugunsten des Kreditnehmers denkbar ist und nicht nur eine Vorfälligkeitsentschädigung zugunsten der finanzierenden Bank.

Das IASB schlägt ferner vor, dass diese Änderung zeitgleich mit IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden sein soll. Das IASB wird in seiner nächsten Sitzung im Februar 2017 die Kommentierungsfrist und den Due Process beraten. Für Ende April ist die Veröffentlichung eines Exposure Draft geplant, und die Änderung des IFRS 9 soll dann bis Ende Oktober 2017 erfolgen.

Das Staff Paper des IASB finden Sie hier: http://www.ifrs.org/Meetings/MeetingDocs/IASB/2017/January/AP03-IFRS-9-FI.pdf

IASB mahnt zur Eile bei der Umsetzung von IFRS 16

Das IASB hat sich bei IFRS 16 u.a. deshalb für den Erstanwendungszeitpunkt 01.01.2019 entschieden, dass den Unternehmen drei Jahre Implementierungszeit zur Verfügung stehen. Das IASB mahnt in einem Kurzartikel zur Eile, falls Unternehmen noch nicht mit der Umsetzung begonnen haben und verweist z.B. auf die zeitaufwendige Identifizierung von Verträgen und deren Erfassung in Accounting Systemen. In dem Kurzartikel stellt das IASB eine Zusammenfassung einiger der wesentlichen Herausforderungen bei der Umsetzung des IFRS 16 dar.

Angesprochene Themengebiete sind:

  • Entscheidung über Vereinfachungen bei der Erstanwendung und deren Auswirkungen
  • Zeitaufwand für die Identifizierung und Erfassung von Verträgen
  • Ermessensspielräume bei der Beurteilung von Verträgen
  • Herausforderungen bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes
  • Vollständigkeit aktueller Notesangaben

Der IASB Artikel kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.ifrs.org/Current-Projects/IASB-Projects/leases-implementation/Documents/IFRS16-Leases-Article-Jan2017.pdf

Wenn Sie mehr Details zu den angesprochenen Herausforderungen benötigen, sprechen Sie uns gerne an.