EBA veröffentlicht Ergebnisse des zweiten Impact Assessments zu IFRS 9

Nachdem die EBA die Ergebnisse ihrer ersten Auswirkungsanalyse (Impact Assessment) zur Implementierung des IFRS 9 bei Kreditinstituten in der EU veröffentlicht hatte, startete sie im November 2016 eine weitere Umfrage, um mehr Einblick zu spezielleren Teilen der Umsetzung zu bekommen. Diese Ergebnisse hat die EBA am 13. Juli 2017 veröffentlicht.

Ziel der EBA ist es, ein besseres Verständnis über den Status der Implementierung des IFRS 9 in verschiedenen Banken, die Auswirkungen auf das regulatorische Kapital sowie für weitere regulatorische Wechselwirkungen und Herausforderungen der Implementierung zu erlangen.

Als Ergebnis der Analyse kann festgehalten werden, dass die qualitativen und quantitativen Ergebnisse aus der ersten Auswirkungsanalyse zur Umsetzung des IFRS 9 bestätigt werden, aber auch neue Herausforderungen aufgetreten sind. Die wesentlichen Ergebnisse der zweiten Auswirkungsanalyse lassen sich in den folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Im Vergleich zur ersten Auswirkungsanalyse haben die Kreditinstitute weitere Fortschritte bei der Implementierung des IFRS 9 erzielt, einige komplexere Sachverhalte sind jedoch noch in Bearbeitung.
  • Quantitativ zeigt die Auswirkungsanalyse dass die wesentliche Auswirkung von IFRS 9 aus den neuen Impairment-Vorschriften resultiert. Der geschätzte Anstieg des Risikovorsorgebedarfs aufgrund der Umstellung auf IFRS 9 beträgt ca. 13% verglichen zum aktuellen Risikovorsorgebedarf nach IAS 39. Die CET1-Kennzahlen (Common Equity Tier 1) werden voraussichtlich um 45 Basispunkte sinken. Das ist insgesamt eine geringere Auswirkung als in der ersten Auswirkungsanalyse dargestellt. Dabei erwarten kleinere Institute, die hauptsächlich den Standardansatz für die Messung von Kreditrisiken verwenden, einen größeren Einfluss auf deren Eigenkapitalquoten als größere Banken aus der Stichprobe.
  • Besorgniserregend für die EBA ist das Ergebnis, dass Institute häufig von ihrem Vorhaben einen „Parallel Run von IAS 39 und IFRS 9“ durchzuführen Abstand genommen bzw. den Umfang reduziert haben. Die EBA fordert die Banken auf, ihre neuen Prozesse und Ansätze intensiv zu testen um eine hohe Qualität des Ergebnisses zu erzielen.
  • Den Ergebnissen des Berichtes zufolge verwenden Institute bei der „Expected Loss Model“ Berechnung verschiedene Datenquellen, Prozesse und Modelle. Aufgrund der daraus resultierenden fehlenden Vergleichbarkeit zwischen den Instituten betont die EBA die Bedeutung der Angaben im Anhang. Grundsätzlich stellt die EBA heraus, dass das Reporting eine Schlüsselaufgabe in der Umsetzung des IFRS 9 darstellt.
  • Die EBA stellt fest, dass die meisten Banken noch keinen Validierungsprozess für den ECL haben. Die EBA glaubt, dass ein robuster Validierungsprozess von großer Bedeutung ist um eine hohe Qualität in der Umsetzung des IFRS 9 sicherzustellen.

Die EBA sieht die Fortführung in der Abstimmung mit den Instituten und deren Abschlussprüfern hinsichtlich der aufgetretenen Umsetzungsprobleme als wesentlichen Aspekt der Umsetzung des IFRS 9 und ermutigt die Institute ihre bisherigen Anstrengungen zur Implementierung des IFRS 9 auf einem sehr hohen Qualitätsniveau fortzuführen. Die EBA erwartet zudem dass einzelne Aspekte in der Umsetzung nach der Erstanwendung in 2018 optimiert werden.

Mittel- bis langfristig plant die EBA ein Verständnis zu erlangen wie sich die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Umsetzung auf die die Ermittlung der Expected Credit Losses auswirken.

Weitere Informationen sowie den Bericht über die Auswirkungsanalyse finden Sie unter folgendem Link:

http://www.eba.europa.eu/-/eba-updates-on-the-impact-of-ifrs-9-on-banks-across-the-eu-and-highlights-current-implementation-issues

Neben der Veröffentlichung der Auswirkungsanalyse hat die EBA eine öffentliche Konsultation zu „Guidelines on uniform disclosure of IFRS 9 transitional arrangements“ gestartet. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.eba.europa.eu/-/eba-consults-on-guidelines-on-uniform-disclosure-of-ifrs-9-transitional-arrangements

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