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IASB/FASB Meeting im Juni: Neues zu Leasing, Offsetting und Revenue Recognition

Leasing

Im Juni haben sich das IASB und das FASB besonders mit der Leasinggeberbilanzierung, Subleases und kurzfristigen Leasingverhältnissen befasst.

Leasinggeber

Das IASB und FASB haben sich im Juni mit einem möglichen Single-Approach für den Leasinggeber beschäftigt. Diskutiert wurde die Erfassung einer Leasingforderung und eines Vermögenswerts in Höhe des Restbuchwerts des Objektes, in der Bilanz des Leasinggebers zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns.

Subleases

Für Headlease und Sublease Verträge wurde die mögliche Behandlung unter dem Right-of-use Modell näher erörtert. Die Boards konnten sich auf folgende Punkte vorläufig verständigen:

  • Head- und Sublease Verträge sollen als eigenständige Verträge angesehen und behandelt werden.

Änderungen des IAS 1 und IAS 19

Änderungen des IAS 1 zum Ausweis der Gesamtergebnisrechnung

Das IASB hat am 16. Juni ein Amendment zu IAS 1 „Darstellung von Posten des Sonstigen Ergebnisses (other comprehensive income OCI)“ verabschiedet. Danach wird zukünftig – entgegen anderslautender Entwürfe – weiterhin das Wahlrecht bestehen, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und das Sonstige Ergebnis (OCI) entweder gemeinsam gemäß dem „Single Statement Approach“ oder getrennt voneinander gemäß dem „Two Statement Approach“ darzustellen. Der Ausweis von Bestandteilen des Sonstigen Ergebnisses, die in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden und von Bestandteilen, die nicht umgegliedert werden, soll nunmehr getrennt erfolgen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Juli 2012 verpflichtend anzuwenden.

IASB/FASB Meeting zum Three-Bucket Approach

In dem IASB/FASB Board Meeting vom 15. Juni wurde das Agenda Paper 8 "Three-bucket approach" zu den vorgeschlagenen Leitlinien eines neuen Impairment Modells diskutiert.

Folgende Entscheidungen wurden bezüglich der im Agenda Paper aufgeworfenen Fragen getroffen:

  1. Die Entwicklung eines Impairment Modells auf Grundlage des 3 Bucket Approach wird weiterverfolgt
  2. Der Abgrenzung der einzelnen Buckets in Bezug auf den Grad der Verschlechterung der Kreditqualität (phases of credit deterioration) wurde zugestimmt.Es wurde darauf hingewiesen, dass klare Abgrenzungsregeln (Indikatoren) zwischen den 3 Buckets entwickelt werden müssen. Das FASB betonte, dass insbesondere die Abgrenzung von Bucket 1 und 2 eine der wichtigsten Aufgaben darstellt.

Neues Impairment-Modell, neuer IAS 19 und mehr..

Neues Impairment-Modell in Diskussion, neuer IAS 19 und Ergebnisse des Board Meeting Anfang Juni

 

IFRS 9 Impairment

Die Working Group aus IASB und FASB Mitgliedern hat eine alternativen Ansatz für Impairment vorgeschlagen. Dieser ist im Agenda Paper 8 des IASB beschrieben, das am 15. Juni dem Board vorgestellt und beschlossen werden soll. Die Ausarbeitung eines Alternativmodells ist vorgesehen, da die Regelungen des Supplements nur wenig Zuspruch gefunden haben.

Das beschriebene Modell versucht den Lebenszyklus von Krediten zu berücksichtigen, bei denen sich im Zeitablauf die Kreditqualität verschlechtert. Hierfür sind drei Gruppen (Buckets) vorgesehen, in die Kredite je nach Kreditqualität zugeordnet werden.

Zuordnung Bucket 1 (Portfoliosicht):

  • Keine beobachtbaren Ereignisse (observable events), mit direkter Auswirkung auf zukünftig mögliche Ausfälle dieser Kredite.
  • Änderungen in der Ausfallerwartung können sich aufgrund makroökonomischer Einflüsse ergeben, ohne dass eine Zuordnung zu Bucket 2 oder 3 vorgenommen werden muss.
  • Beispiel im Agenda Paper: Allgemeine GDP (Bruttosozialprodukt)-Verschlechterung

Zuordnung Bucket 2 (Portfoliosicht):

  • Es liegen beobachtbare Ereignisse vor, die einen direkten Rückschluss auf die zukünftigen Ausfälle in dem Kreditportfolio zulassen. Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter Kredite ist noch nicht möglich.
  • Beispiel im Agenda Paper: Sinkende Häuserpreise in einer Stadt ABC, die einen direkten Rückschluss auf die Kreditqualität von Hypothekenkrediten dieser Stadt haben.

Zuordnung Bucket 3 (Einzelkreditsicht):

  • Umfasst Kredite, für die auf Einzelkreditebene spezifische Informationen über erwartete oder bereits eingetretene Ausfälle vorliegen.
  • Beispiel im Agenda Paper: Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter oder bereits ausgefallender Hypothekenkredite der Stadt ABC.

Risikovorsorgeermittlung:

In Bucket 2 und 3 muss zum Bilanzstichtag Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Gesamtlaufzeit gebildet sein (lifetime expected credit losses). Veränderungen in der Höhe der Risikovorsorge sind sofort zu erfassen.

In Bucket 1 werden drei mögliche Alternativen für die Berechnung der Risikovorsorge aufgezeigt. Danach muss die Risikovorsorge am Bilanzstichtag in folgender Höhe bestehen:

Alternative A: 12 Monats expected loss. Veränderungen in der Höhe des expected loss sind sofort zu erfassen und nicht über die Laufzeit zu verteilen.

Alternative B: Time proportionate amount. Veränderungen in der Höhe des lifetime expected loss sind zeitanteilig über die Laufzeit zu verteilen (zeitanteilige Erfassung des lifetime expected loss)

Alternative C: Anfänglicher 12 Monats expected loss + sofortige Erfassung von Änderungen in der lifetime expected loss-Erwartung. Die anfängliche Risikovorsorge in Höhe des 12 Monats expected loss ist sofort zu erfassen und ist im Zeitablauf nicht anzupassen. Änderungen des lifetime expected loss sind hingegen sofort erfolgswirksam zu erfassen.

IASB Meeting zum Hedge Accounting (2. Juni)

Vom 31. Mai bis 2. Juni findet wieder ein IASB / FASB Meeting statt.

Zum Hedge Accounting sind auf der IASB-Webseite hierzu drei Agenda-Papiere (8, 9 und 11) verfügbar.

Agenda Item 8: Rebalancing

Thema des Agenda-Punkts ist die Anpassung der Hedge-Ratio zur Minimierung der Ineffektivität (Rebalancing). Nach dem Vorschlag soll das Rebalancing nur noch zulässig sein, wenn die Hedge-Ratio im Risikomanagement angepasst wird, Für eine vom Risikomanagement abweichende Hedge-Ratio für Hedge Accounting müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Möglichkeit des "Proactive Rebalancing" soll gestrichen werden (Staff proposal Tz. 56 und 57).

Agenda Item 9: (no) voluntary discontinuation of hedge accounting – clarification

Podcast zum Projektstand IFRS 4

In einem Podcast vom 23. Mai 2011 stellt Warren McGregor, Mitglied des IASB, die aktuellen Entwicklungen in der Entwicklung eines Standards für Versicherungsverträge vor.

Insbesondere werden die aktuellen Entscheidungen zur Risikomarge, zum Unbundling sowie zur Abbildung der erfolgsabhängigen Überschussbeteiligung präsentiert und erläutert.

Auf dem nächsten gemeinsamen Meeting des IASB und FASB am 31. Mai und 1. Juni werden die Diskussionen zu IFRS 4 fortgeführt. Zum Podcast geht es hier.

Live Webcast des IASB

Zum Stand der Phase II (Impairment) und der Phase III (Hedge Accounting) des Financial Instrument-Projekts hat das IASB heute einen Webcast abgehalten.

Folgende Neuigkeiten haben sich ergeben:

Impairment

Bisher haben sich in den Diskussionen zu den Impairment-Entwürfen zwei Ansätze zur Berücksichtigung der erwarteten Ausfälle im Good Book herausgebildet: der IASB-Ansatz (Time proportionate amount: zeitanteilige Erfassung der Ausfallerwartung über die Gesamtlaufzeit) und der FASB-Ansatz (Floor: volle erfolgswirksame Erfassung des erwarteten Verlusts in der vorhersehbaren Zukunft).

Der im Januar veröffentlichte gemeinsame Entwurf von IASB und FASB (supplement) sieht für das Good Book den Ansatz des höheren dieser beiden Beträge vor. Das Feedback der Praktiker zeigt, dass dieses Model zu komplex und das Ergebnis schwer verständlich ist.

IASB/FASB Weichenstellung zur Leasingbilanzierung

In ihrem letzten Meeting haben IASB und FASB die Weichen für den neuen Leasingstandard nochmals umgestellt. Der lange diskutierte duale Ansatz und damit die Einstufung als „other than finance lease“ scheint nun vom Tisch zu sein. Ziel ist eine einheitliche Behandlung der Leasinggeschäfte in der GuV.

Damit kommt man wieder auf den Stand des Entwurfs zur Leasing-Bilanzierung zurück. Bei der geplanten Erleichterung für kurzfristige Verträge hat sich die Diskussion dahin entwickelt, dass hier die Wesentlichkeit ausschlaggebend sein soll für die Frage der Erfassung der Leasinggeschäfte in der Bilanz. Angesichts solcher Veränderungen werden die Zweifel an einem baldigen Abschluss des Reformprojektes wieder größer.

IASB Board Meeting diese Woche

Letzten Monat haben das IASB und das FASB verkündet, dass der angestrebte Termin zur Fertigstellung ihrer wichtigen Projekte (revenue, leases, financial instruments und insurance contracts) auf Ende des Jahres 2011 verschoben wird. Dies erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen Feedbacks zu den einzelnen Projekten. Diese Woche findet ein IASB Board Meeting statt, wo die weitere Vorgehensweise für die einzelnen Standards besprochen wird. Im einzelnen:

Standard zur Fair Value-Ermittlung verabschiedet (IFRS 13)

IFRS 13 Fair Value Measurement wurde heute verabschiedet. Das IASB hat damit ein Thema der Agenda des Konvergenzprojekts abgeschlossen.Durch den Standard wird ein einheitliches Rahmenkonzept zur Fair Value-Ermittlung eingeführt, das mit wenigen Ausnahmen (IFRS 2, IAS 17 und IAS 36) für alle IFRS gilt.

Die Definition des IFRS 13 ähnelt der bisherigen Definition aus IAS 39.9. Zusätzlich werden durch IFRS 13 einheitliche Angaben zur Fair Value-Hierarchie (Level 1-3) eingeführt, die in Anlehnung an die aus IFRS 7 bekannten Level-Angaben aufgebaut sind. 

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