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IFRS 9 soll vor Inkrafttreten nochmal angepasst werden

Das IASB hat in seiner Sitzung am 18. Januar 2017 vorläufig entschieden, eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Konkret geht es um die Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit vertraglich vereinbarten Vorfälligkeitsentschädigungen.

Die Änderung bezieht sich auf vertraglich vereinbarte symmetrische Zahlungsverpflichtungen für den Fall der vorzeitigen Kündigung eines Finanzinstruments. Diese könnten dann zu amortised cost bzw. FVOCI bilanziert werden. Das bedeutet, dass z.B. bei vorzeitiger Kündigung eines Kreditvertrags ein Ausgleich auch zugunsten des Kreditnehmers denkbar ist und nicht nur eine Vorfälligkeitsentschädigung zugunsten der finanzierenden Bank.

Das IASB schlägt ferner vor, dass diese Änderung zeitgleich mit IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden sein soll. Das IASB wird in seiner nächsten Sitzung im Februar 2017 die Kommentierungsfrist und den Due Process beraten. Für Ende April ist die Veröffentlichung eines Exposure Draft geplant, und die Änderung des IFRS 9 soll dann bis Ende Oktober 2017 erfolgen.

Das Staff Paper des IASB finden Sie hier: http://www.ifrs.org/Meetings/MeetingDocs/IASB/2017/January/AP03-IFRS-9-FI.pdf

IASB mahnt zur Eile bei der Umsetzung von IFRS 16

Das IASB hat sich bei IFRS 16 u.a. deshalb für den Erstanwendungszeitpunkt 01.01.2019 entschieden, dass den Unternehmen drei Jahre Implementierungszeit zur Verfügung stehen. Das IASB mahnt in einem Kurzartikel zur Eile, falls Unternehmen noch nicht mit der Umsetzung begonnen haben und verweist z.B. auf die zeitaufwendige Identifizierung von Verträgen und deren Erfassung in Accounting Systemen. In dem Kurzartikel stellt das IASB eine Zusammenfassung einiger der wesentlichen Herausforderungen bei der Umsetzung des IFRS 16 dar.

Angesprochene Themengebiete sind:

  • Entscheidung über Vereinfachungen bei der Erstanwendung und deren Auswirkungen
  • Zeitaufwand für die Identifizierung und Erfassung von Verträgen
  • Ermessensspielräume bei der Beurteilung von Verträgen
  • Herausforderungen bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes
  • Vollständigkeit aktueller Notesangaben

Der IASB Artikel kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.ifrs.org/Current-Projects/IASB-Projects/leases-implementation/Documents/IFRS16-Leases-Article-Jan2017.pdf

Wenn Sie mehr Details zu den angesprochenen Herausforderungen benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

EBA veröffentlicht angepasste IFRS 9 FinRep Tabellen

Nach der Übernahme von IFRS 9 in EU-Recht (siehe Blogbeitrag vom 30.11.2016) hat die EBA am 30. November 2016 die finalen IFRS 9 FinRep Tabellen veröffentlicht. Im Vergleich zu den Entwürfen aus dem Konsultationspapier vom Dezember 2015 wurden einige Anpassungen vorgenommen. Diese beziehen sich u.a. auf

  • den Bruttobuchwert,
  • kumulierte Fair value-Änderungen und
  • Angaben zu ökonomischen Hedge-Beziehungen.

Außerdem wurde die Struktur des Impairmentspiegels (Tabelle F 12.1) angepasst.
Die IFRS 9 FinRep Tabellen sind erstmalig zum Meldestichtag 31. März 2018 zu befüllen.

Auch die nGAAP FinRep Tabellen wurden im Rahmen der IFRS-9-Anpassungen überarbeitet, so dass von den Änderungen alle FinRep-Anwender betroffen sind.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link http://www.eba.europa.eu/-/eba-amends-supervisory-reporting-standards-due-to-the-new-ifrs-9.

Entscheidung der EU Kommission: Übernahme von IFRS 9 in EU-Recht

Die EU-Kommission hat entschieden, IFRS 9 Finanzinstrumente in das EU-Recht zu übernehmen. Diese Entscheidung wurde auf der Internetseite der EU-Kommission veröffentlicht (http://ec.europa.eu/finance/company-reporting/index_de.htm). Die Veröffentlichung der Verordnung (EG) Nr. 2016/2067 im EU-Amtsblatt erfolgte am 29. November 2016.

Der neue Standard tritt gemäß der Mitteilung der EU-Kommission am 1. Januar 2018 in Kraft und ersetzt den derzeit geltenden IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist zulässig. Was das Problem des unterschiedlichen Geltungsbeginns von IFRS 9 und IFRS 17 (dem künftigen Standard für Versicherungsverträge) betrifft, so befürwortet die Kommission die optionale befristete Verschiebung des Geltungsbeginns von IFRS 9 für die Versicherungsbranche.

EBA startet zweite Auswirkungsanalyse für Banken zu IFRS 9

Am 24. November 2016 hat die European Banking Authority (EBA) die zweite Befragung von Banken zu IFRS 9 gestartet. Die erneute Befragung basiert auf den am 10. November 2016 veröffentlichten Ergebnissen der ersten Auswirkungsanalyse und zielt insbesondere auf Umsetzungsherausforderungen und Wechselwirkungen zwischen IFRS 9 und aufsichtsrechtlichen Anforderungen ab.

Aufgrund des fortgeschrittenen Implementierungsprozesses erwartet die EBA aus der zweiten Befragung detailliertere und konkretere Erkenntnisse. Von der zweiten Befragung sind überwiegend die gleichen 50 europäischen Institute betroffen, wie bei der ersten Befragung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

IFRS 16: Benchmark zum Status der Umsetzung

PwC führt gegenwärtig eine internationale Kurzumfrage zum Thema IFRS 16 Leasing durch. Es handelt sich dabei um 10 kurze Fragen zum Stand der Umsetzung (max. 5 min Zeitaufwand).

Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen, erhalten Sie nach Abschluss der Umfrage ein Benchmarking zugesendet und können dadurch ein Bild gewinnen, wie Ihr Unternehmen im Vergleich zu den anderen Teilnehmern steht.

Sie können an der Umfrage bis zum 10. Dezember 2016 teilnehmen. Zur Umfrage gelangen Sie hier.

EBA und ESMA äußern sich zu IFRS 9

Die EBA hat am 10. November 2016 erste quantitative und qualitative Erkenntnisse hinsichtlich des Umsetzungsstandes der IFRS 9 Implementierung basierend auf einer im Dezember 2015 gestarteten Befragung von Finanzinstituten veröffentlicht. Sie sieht die Finanzinstitute zum Zeitpunkt der Befragung noch am Anfang der IFRS 9 Implementierung. Die durchgeführte Erhebung zeigt, dass Banken die wesentlichen Auswirkungen der IFRS 9 Implementierung im Bereich Impairment erwarten und mit einer Erhöhung der Risikovorsorge von durchschnittlich 18% im Vergleich zu IAS 39 rechnen. Außerdem erwarten Banken ein Absinken der CET1-Quote um durchschnittlich 59 Basispunkte aufgrund von IFRS 9.

Die EBA verfolgt auch weiterhin das Ziel, einen engen Austausch mit Banken und Wirtschaftsprüfern aufrecht zu erhalten, um die IFRS 9 Einführung zu beaufsichtigen. Gleichzeitig kündigt die EBA eine erneute Befragung hinsichtlich des IFRS 9 Umsetzungsstandes an.

Weitere Informationen sowie den vollständigen Bericht der EBA finden Sie hier.

Parallel zu den Veröffentlichungen der EBA hat die ESMA eine Stellungnahme zu den Herausforderungen bei der IFRS 9 Einführung veröffentlicht. Sie betont darin die Bedeutung einer konsistenten und von hoher Qualität geprägten IFRS 9 Umsetzung sowie die Notwendigkeit der Transparenz der Auswirkungen von IFRS 9 für den Bilanzleser.

 

Aufsichtsrechtliche Behandlung der Risikovorsorge nach IFRS 9

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat gestern ein Konsultationspapier veröffentlicht, in dem die aufsichtsrechtliche Behandlung der Risikovorsorge nach IFRS 9 diskutiert wird. Das Papier enthält den Vorschlag, die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen sowohl für den Standardansatz (Unterscheidung zwischen spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen) als auch für den IRB-Ansatz vorläufig beizubehalten. Darüber hinaus bittet der Ausschuss um Kommentierungen, ob aufsichtsrechtliche Übergangsbestimmungen für die Erstanwendung von IFRS 9 vorgesehen werden sollten, um Banken Zeit für die Anpassung an die geänderten Expected Loss Modelle zu gewähren.

Zusätzlich zu diesem Konsultationspapier hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ein Diskussionspapier zur langfristigen Lösung der aufsichtsrechtlichen Behandlung der Risikovorsorge nach IFRS 9 veröffentlicht.

Sie finden die Dokumente unter http://www.bis.org/bcbs/publ/d386.pdf, resp. http://www.bis.org/bcbs/publ/d385.pdf. Die Kommentierungsfrist für beide Dokumente endet am 13. Januar 2017.  

Sollten Sie Fragen zu den Dokumenten haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Fortsetzung des IDW ERS HFA 48 zu Wertminderungen veröffentlicht

Der Hauptfachausschuss des IDW hat eine Fortsetzung des IDW ERS HFA 48 „Einzelfragen der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS 9“ verabschiedet. Diese befasst sich mit dem Wertminderungsmodell nach IFRS 9 und enthält u.a. Ausführungen zu den folgenden Themen:

  • Anwendungsbereich der Wertminderungsregelungen
  • Bestimmung einer signifikanten Erhöhung des Kreditausfallrisikos
  • Bemessung der erwarteten Kreditverluste
  • Verwendung von angemessenen und belastbaren Informationen.

Der Entwurf der IDW Verlautbarung kann auf der Internetseite www.idw.de abgerufen werden. Sollten Sie Fragen zum IDW ERS HFA 48 oder allgemein zum IFRS 9 haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.