Auf ein Watt

Bundesregierung schmiedet an Plänen für Härtereien

Die Bundesregierung hat am 18. März 2015 die Verbändeanhörung eines „Zweiten Gesetzes zur Änderung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes 2014“ eingeleitet.

Hauptgrund für die geplante Änderung ist die Aufnahme von Unternehmen aus Branchen der:

  • Herstellung von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen (25.59)
  • Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung (25.61)

Diese Branchen stehen nach Auffassung der Bundesregierung den bereits in den Listen der Beihilfeleitlinien aufgeführten Branchen gleich und sollen daher ebenfalls in die Besondere Ausgleichsregelung aufgenommen werden.

Dies soll erreicht werden durch eine entsprechende Ergänzung der Liste 2 des EEG 2014.

Verfahren des Landes Berlin zur Vergabe der Gaskonzession an Berlin Energie vorerst gestoppt

Landgericht Berlin untersagt dem Land Berlin mit Urteil vom 09.12.2014 (Az.: 16 O 224/14 Kart) den Abschluss eines Gaskonzessionsvertrags auf der Grundlage des bisher durchgeführten Verfahrens.

In dem jetzt erst veröffentlichten Urteil begründet das Landgericht die Untersagung u.a. mit Verstößen gegen das Diskriminierungsverbot, das Transparenzgebot sowie weitere inhaltliche Fehler in der Aufstellung und Auswertung der Auswahlkriterien. Einen Schwerpunkt der Entscheidungsbegründung stellt allerdings die Argumentation des Gerichts dar, dass bereits die Zulassung der Berlin Energie zum Verfahren eine kartellrechtswidrige Behinderung der Mitbewerber dargestellt hätte.

Das neue Mess- und Eichgesetz – Auswirkungen auf Netz und Vertrieb

Nach über zehnjähriger Diskussion hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Neugestaltung des gesetzlichen Messwesens zum Abschluss gebracht. Das Inkrafttreten des neuen Mess- und Eichgesetzes (MessEG) zum 01.01.2015 hat grundlegende Veränderungen im Bereich des Messwesens herbeigeführt und besitzt hohe Praxisrelevanz für die Netzbetreiber und Energievertriebe. Das Gesetz sieht zwei neue Begrifflichkeiten vor, die es zu beachten gibt, um die maßgeblichen Marktrollen sauber voneinander trennen zu können – den Messwerteverwender (i.d.R. die Energievertriebe) und den Messgeräteverwender (Messstellenbetreiber/Netzbetreiber).

Steigende Bedeutung geeichter Zähler

Das neue Mess- und Eich-Gesetz (MessEG) fordert eine Verwendung geeichter Messgeräte im geschäftlichen oder amtlichen Verkehr sowie seit 01.01.2015 eine Anzeige neu installierter Messgeräte. Neben Bußgeldstrafen ergeben sich bei Zuwiderhandlung aber noch deutlich weitreichendere Folgen – der Nicht-Erhalt von Abgabeprivilegien im Energiebereich und in diesem Zusammenhang ggf. die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens aufgrund einer Verletzung der Eichpflicht.

Betroffen sind alle Unternehmen, welche das Abgabeprivileg der Besonderen Ausgleichsregelung zur Reduzierung der EEG-Umlage in Anspruch nehmen sowie solche Unternehmen, die Energie an Dritte weiterleiten (z.B. als Versorger oder für einen Funkmast eines Mobilfunkanbieters auf dem Werksgelände). Für alle diese Fälle gilt die Verpflichtung zum Einsatz geeichter Stromzähler und -wandler. Sollten gerade im innerbetrieblichen Einsatz („hinter dem Versorgerzähler“) nicht geeichte Stromzähler zum Einsatz kommen, bestehen zwei Möglichkeiten zur Erfüllung der Verpflichtung:

Märkte ohne Grenzen – der 18. PwC CEO Survey 2015

Der strukturelle Wandel in der Energiewirtschaft spiegelt sich sehr stark in den branchenspezifischen Ergebnissen des 18. Global PwC CEO Survey wieder. Eine Vielzahl von Geschäftsführern der Energiewirtschaft (Energieversorgungsunternehmen und Öl & Gas Unternehmen) sind davon überzeugt, dass insbesondere die Regulation die Industrielandschaft in den nächsten fünf Jahren verändern wird.

Die Geschäftsführer von Energieversorgungsunternehmen stufen auch andere Trends, wie z.B. Änderungen im Konsumverhalten und neue Produktionstechnologien, sowie die steigende Anzahl der Wettbewerber auch aus anderen Branchen als durchbruchsfähig ein. Diese Geschäftsführer zeigen zudem bereits eine hohe Bereitschaft die Grenzen zu anderen Branchen zu überschreiten. Für die Öl & Gas Industrie und auch den Bereich der Energieversorger spielen sowohl digitale Technologien eine bedeutende Rolle, als auch die Kooperation mit diversen branchenfremden Partnern.

Energieeffizienz: Verpflichtende Energieaudits ab Dezember 2015

Energieeffizienz ist nicht nur die zweite Säule der Energiewende in Deutschland, sondern auch eines der Hauptanliegen der europäischen Energiepolitik. Mit der Richtlinie 2012/27/EU – „Energy-Efficiency-Directive“ (EED), welche am 4. Dezember 2012 in Kraft trat, wurde ein gemeinsamer Rahmen für Maßnahmen zur Förderung von Energieeffizienz in der Europäischen Union (EU) geschaffen. Damit soll sichergestellt werden, dass das übergeordnete Ziel einer Steigerung der Energieeffizienz der EU um 20 Prozent bis 2020 erreicht wird.

Status Energiewende: Warum 2014 kein Jubeljahr war!

Kurz vor Weihnachten veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) erste Hochrechnungen für den Energieverbrauch des Jahres 2014. Demnach stieg der Anteil Erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung auf 25,8%. Zur Deckung des Stromverbrauchs trugen sie sogar 27,3% bei – in beiden Fällen ein Rekord. Gleichzeitig fiel der Stromverbrauch auf ca. 576 TWh, was einer Reduktion um ca. 3,8% gegenüber 2013 gleichkommt. Nun stellt sich die Frage, ob für das Gelingen der Energiewende im Angesicht steigender Anteile erneuerbarer Energien und sinkender Stromverbräuche weitere umfangreiche Anstrengungen notwendig sind. Diese Frage ist eindeutig mit „Ja“ zu beantworten. Für eine erfolgreiche Energiewende reicht es nicht aus, allein die Stromversorgung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Auch im Hinblick auf Effizienz und die Versorgungsstrukturen anderer Sektoren wie Wärme und Verkehr wurden ambitionierte Ziele festgelegt.

Die Alte und die Neue Welt: Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

Sie ist der Branchentreff der Energiewirtschaft. Mehr als 1.200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung kamen am 20. Januar nach Berlin zur Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft, um drei Tage lang über die Zukunft der Energiewirtschaft zu diskutieren. Diskussionsstoff gab es reichlich, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die „Energy Transformation“, so nennen wir bei PwC diese Phase des Umbruchs, zwingt Unternehmen zum Umdenken – und Handeln. Traditionelle Geschäftsmodelle haben ausgedient, innovative Konzepte sind gefragt. Dr. Norbert Schwieters, Global Energy Leader bei PwC, zeigte in seinem Vortrag, wie globale Megatrends das Verhältnis von Energie und Information verschieben und eine neue Energie- und Informationswelt einleiten. Dezentrale, volatile Erzeugung löst die zentrale, konventionelle ab und verlangt nach flexiblen Marktmodellen. Es gibt bereits einige Ansätze, Demand Side Management ist einer davon, weitere müssen folgen.

Praxishandbuch: Verträge in der Energiewirtschaft – Strom, Gas, Erneuerbare Energien, KWK

Wir freuen uns heute direkt das zweite Fachbuch aus dem Hause PwC ankündigen zu können. Im Dezember 2014 ist das Praxishandbuch “Verträge in der Energiewirtschaft – Strom, Gas, Erneuerbare Energien, KWK” veröffentlicht worden.

Das Handbuch beinhaltet die wichtigen standardisierten Bilanzkreis- und Lieferverträge für die Bereiche Strom und Gas. Es werden vertragliche Regelungen im Zusammenhang mit Netznutzung, Netzanschluss sowie der Grund- und Ersatzversorgung und den Sonderkunden vorgestellt. Ebenso beinhaltet das Werk eine Vielzahl von Verträgen für die Integration von Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der EEG-Reform im Sommer 2014 und die Kraft-Wärme-Kopplung sowie für das Messwesen.