Auf ein Watt

Festlegung der Bundesnetzagentur zur Anpassung der Kapazitätsregelungen im Gassektor (KARLA Gas 1.1)

Mit der Festlegung KARLA Gas 1.1 vom 14.08.2015 (Az.: BK7-15-001) hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die bisher geltenden Kapazitätsregelungen im Gasbereich überarbeitet und neu geordnet. Die Neuregelungen treten zum 01.11.2015 in Kraft.

KARLA Gas 1.1 dient der Einbindung der Vorgaben des Netzkodex Kapazitätszuweisung (Verordnung (EU) Nr. 983/2013) in den nationalen Regulierungsrahmen. Bislang bilden nationale Vorgaben die Grundlage, insbesondere die Festlegung der BNetzA in Sachen Kapazitätsregelungen und Auktionsverfahren im Gassektor (KARLA Gas 1.0) vom 24.02.2011 (Az.: BK7-10-001). Durch KARLA Gas 1.1 werden die bisherigen Regelungen aufgehoben. Zudem werden – soweit der Netzkodex Kapazitätszuweisung den nationalen Regulierungsbehörden bei bestimmten Regelungsbereichen inhaltliche Gestaltungsspielräume einräumt – diese im Zuge der Festlegung durch die BNetzA ausgefüllt.

Neuauflage Verteilnetzstudie Niedersachsen: Auswirkungen der Energiewende auf die Netzbetreiber in der Region

PwC hat, wie schon 2013, gemeinsam mit dem VKU und der Hochschule Osnabrück die Auswirkungen der Energiewende auf die Netzbetreiber in der Region ermittelt. 17 von 60 befragten Netzbetreibern beteiligten sich; diese versorgen rund 50% der Fläche Niedersachsens/Bremens.

Die Studie zeigt für 2013/14 einen beschleunigten Zubau von EE-Anlagen und eine deutlich höhere Durchschnittsleistung je Anlage gegenüber der Prognose der ersten Studie. Diese Zubaugeschwindigkeit determiniert die Netzausbauerfordernisse. Einige Netzbetreiber gaben an, dass ihre Netze an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit für EE-Strom stoßen. Bei 3 der 17 Studienteilnehmer kam es zu Überspeisungen. In vier weiteren Fällen liegt der Quotient zwischen 0,8 und 1; hier könnte künftig bei weiter anhaltendem Anlagenzubau eine Überspeisung drohen.

Eckpunktepapier des BMWi zum Ausschreibungsdesign für die Förderung von Erneuerbare-Energien-Anlagen veröffentlicht

Das BMWi hat im jüngst veröffentlichten Eckpunktepapier Vorschläge für das künftige Ausschreibungsdesign zur Förderung von Erneuerbare-Energien-Anlagen dargelegt. Auf Grundlage dieser Ausführungen können nun bis zum         1. Oktober 2015 Stellungnahmen an das Ministerium übermittelt werden, die in den Gesetzentwurf einfließen sollen.

Das Eckpunktepapier sieht vor, dass spätestens 2017 die Höhe der finanziellen Förderung für Strom aus erneuerbaren Energien in Ausschreibungen ermittelt wird. Durch den entstehenden Wettbewerb sollen die Kosten für das Fördersystem auf das notwendige Maß beschränkt werden. Ziel ist, den Ausbaukorridor für erneuerbare Energien dennoch einzuhalten. Eine Benachteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen durch das Ausschreibungsverfahren soll zugunsten einer großen Akteursvielfalt vermieden werden.

Um den verschiedenen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, sollen technologiespezifische Ausschreibungen eingeführt werden:

Das Gesetz zur Geschlechterquote – Auch viele Energieunternehmen müssen bis zum 30. September 2015 reagieren!

Das Gesetz verpflichtet zunächst zur Umsetzung einer 30% Frauenquote in den Aufsichtsräten sukzessive für ab dem 1. Januar 2016 neu zu besetzende Posten. Es richtet sich dabei ausschließlich an alle börsennotierten und gleichzeitig paritätisch mitbestimmten Unternehmen. Bei Nichterreichung der Quote ist eine evtl. quotenwidrige Wahl nichtig und der Aufsichtsratsposten bleibt unbesetzt.

Vernetzte Energiewelt

Die Energiewirtschaft steckt mitten in einem radikalen Transformationsprozess. Es entsteht ein System, das von Millionen Strom- und Wärmeerzeugern gespeist wird.  Der Trend geht weg von großen Kraftwerkseinheiten, die nach starren Lastprofilen die Energienachfrage bedienen. Stattdessen werden weltweit Abermillionen von dezentralen Erzeugern in einem Netzwerk mit noch mehr Verbrauchern so miteinander verknüpft sein, dass jederzeit ausreichend und preiswert Energie zur Verfügung steht.

Selbständige Unternehmensteile – Bundesverwaltungsgericht weist Revisionen zurück

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 22. Juli 2015 in zwei Verfahren zur “Besonderen Ausgleichsregelung” nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Voraussetzungen für selbständige Unternehmensteile präzisiert. Die Urteilsbegründungen liegen noch nicht vor, doch lässt die kurz nach den Urteilsverkündungen veröffentlichte Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts erste Rückschlüsse auf die entscheidungserheblichen Überlegungen des 8. Senats zu. Beiden Verfahren lag § 41 Abs. 5 in der Fassung des EEG 2009 zugrunde, doch lassen sich die Entscheidungen in weiten Teilen auch auf das EEG 2012 sowie das EEG 2014 übertragen.

7. Tagung gemeinsam mit der VKU Landesgruppe NRW

Am 25. und 26. August findet auf Schloss Bensberg die 7. Tagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. gemeinsam mit PwC statt. Wie jedes Jahr wollen wir einen spannenden und informativen Ausblick auf die künftigen Geschäftsmodelle der Kommunalwirtschaft werfen und den kommunalwirtschaftlichen Dialog anregen. Die vergangenen Jahre waren vor allem geprägt von einem substantiellen Strukturwandel der kommunalwirtschaftlichen Energie- und Wasserversorger. Die Kommunalwirtschaft steht weiterhin vor signifikanten Herausforderungen auf allen Ebenen der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Ein Strommarkt für die Energiewende: Ergebnispapier des BMWi (Weißbuch)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft das Weißbuch zum Strommarktdesign. Richtungsweisend ist die Abkehr vom Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Strommarkts 2.0. PwC begrüßt diese Entscheidung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Hier die zentralen Punkte des Papiers samt anknüpfender Analyse.

Kerninhalte

  • Hauptthema des Weißbuchs ist die Grundsatzentscheidung für einen Strommarkt 2.0 und die damit verbundene Absage an einen Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Energy-Only-Marktes. Wie bereits im Grünbuch angekündigt, wird der Strommarkt 2.0 durch eine Kapazitätsreserve flankiert werden.
  • Das BMWi hat sich u.a. aus den folgenden Gründen für den Strommarkt 2.0 und gegen einen Kapazitätsmarkt entschieden:
    • Der Strommarkt 2.0 gewährleiste die Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung des grenzüberschreitenden europäischen Stromhandels, der Belohnung von Flexibilität auf Angebots- und Nachfrageseite (durch sog. Flexibilitätsoptionen) und einer Kapazitätsreserve.
    • Der Strommarkt 2.0 fördere den Abbau von Überkapazitäten und ermögliche es umgekehrt durch die hervorgerufenen Preisspitzen tatsächlich benötigte flexible Kapazitäten zu refinanzieren. In der Folge geht das BMWi davon aus, dass sich die Marktteilnehmer durch langfristige Liefer- und Absicherungsverträge als Instrumente zur Risiko- und Kostenoptimierung gegen die Preisspitzen absichern werden.
    • Ein Energy-Only-Markt sei kostengünstig und fördere den Einsatz kosteneffizienter Technologien. Vorausgesetzt dass (insb. regulatorische) Hemmnisse abgebaut werden, könnten sich Flexibilitätsoptionen zukünftig im Markt durchsetzen.
    • Durch Wettbewerb sollen Anreize für Innovationen und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Die freie Preisbildung soll dabei innovative Lösungen u.a. zur besseren Integration erneuerbarer Energien ermöglichen und damit Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder eröffnen.

Energiekostenreduzierung für Industrieunternehmen durch ganzheitliches Energiemanagement

Angesichts des sich verändernden Energiesektors und der kontinuierlichen Gesetzesänderungen bedarf es einer guten Kenntnis des Energiemarktes und der rechtlichen Gegebenheiten, um bei den Stromkosten kein Geld zu verschenken.

Im Rahmen dieses angebotenen Trainings wird ein umfassender Einblick in energiewirtschaftliche Zusammenhänge und Rahmenbedingungen vermittelt, der dabei helfen soll, die gesetzlichen Möglichkeiten zur Energiekostenreduzierung für Unternehmen optimal einzuschätzen und zu nutzen. Unter anderem werden dabei Neuerungen zur Besonderen Ausgleichsregelung im EEG und zu der Strom- und Energiesteuererstattung vorgestellt. Aber auch Reduzierungsmöglichkeiten bei weiteren Abgaben oder die Beihilfe im Rahmen der Strompreiskompensation sind Themen, die zu den Inhalten der Veranstaltung gehören.

EEG “2015” – Schmieden und Härtereiengesetz im Bundesgesetzblatt verkündet! Neue Begrenzungsanträge bis zum 2. August 2015 möglich

Heute ist das “Zweite Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes” im Bundesgesetzblatt verkündet worden.

Danach haben Unternehmen aus der oberflächenveredelnden und wärmebehandelnden Industrie („25.61“) sowie Hersteller von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen („25.50“) die Möglichkeit, bis zum 2. August 2015 (materielle Ausschlussfrist) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle jeweils einen Antrag auf Begrenzung der EEG Umlage für 2015 und 2016 zu stellen. Da die erforderliche beihilferechtliche Genehmigung durch die Europäische Kommission nach einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 29. Mai 2015 bereits vorliegt, ist mit der noch ausstehenden Bekanntmachung im Bundesanzeiger zeitnah zu rechnen. Diese Bekanntgabe ist für die Antragsfrist ohne Bedeutung. Eine konsolidierte Fassung des EEG mit den verkündeten Änderungen stellen wir Ihnen auf unserer Website unter diesem Link bereit.