Auf ein Watt

Die Alte und die Neue Welt: Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

Sie ist der Branchentreff der Energiewirtschaft. Mehr als 1.200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung kamen am 20. Januar nach Berlin zur Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft, um drei Tage lang über die Zukunft der Energiewirtschaft zu diskutieren. Diskussionsstoff gab es reichlich, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die „Energy Transformation“, so nennen wir bei PwC diese Phase des Umbruchs, zwingt Unternehmen zum Umdenken – und Handeln. Traditionelle Geschäftsmodelle haben ausgedient, innovative Konzepte sind gefragt. Dr. Norbert Schwieters, Global Energy Leader bei PwC, zeigte in seinem Vortrag, wie globale Megatrends das Verhältnis von Energie und Information verschieben und eine neue Energie- und Informationswelt einleiten. Dezentrale, volatile Erzeugung löst die zentrale, konventionelle ab und verlangt nach flexiblen Marktmodellen. Es gibt bereits einige Ansätze, Demand Side Management ist einer davon, weitere müssen folgen.

Praxishandbuch: Verträge in der Energiewirtschaft – Strom, Gas, Erneuerbare Energien, KWK

Wir freuen uns heute direkt das zweite Fachbuch aus dem Hause PwC ankündigen zu können. Im Dezember 2014 ist das Praxishandbuch “Verträge in der Energiewirtschaft – Strom, Gas, Erneuerbare Energien, KWK” veröffentlicht worden.

Das Handbuch beinhaltet die wichtigen standardisierten Bilanzkreis- und Lieferverträge für die Bereiche Strom und Gas. Es werden vertragliche Regelungen im Zusammenhang mit Netznutzung, Netzanschluss sowie der Grund- und Ersatzversorgung und den Sonderkunden vorgestellt. Ebenso beinhaltet das Werk eine Vielzahl von Verträgen für die Integration von Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der EEG-Reform im Sommer 2014 und die Kraft-Wärme-Kopplung sowie für das Messwesen.

Energiewende – Der (etwas) andere Blick – Fachbuch von women&energy

Wie bereits im Sommer 2014 angekündigt hat women&energy sein erstes Fachbuch aus der Sicht von Frauen aus der Energiebranche auf die Energiewende herausgebracht. Das Buch mit dem Titel „Energiewende – Der (etwas) andere Blick” wird am 21. Januar 2015 im Rahmen der Handelsblatt-Jahrestagung Energie im Berlin veröffentlicht.

Neben der bibliografischen Herausgeberin Frau Dr. Nicole Elert werden Hildegard Müller (BDEW) und Dr. Norbert Schwieters (PwC Leiter Energiewirtschaft) die Buchpräsentation von 15:00 – 16:00 Uhr im Hotel Intercontinental begleiten.

Die mehr als 40 Beiträge des Fachbuchs reichen von den veränderten Rahmenbedingungen über Unternehmensstrategien und Finanzierungsfragen bis hin zum Personal und der Unternehmenskultur. Hauptziel des Buches ist es Impulse zu setzen und die Energiewende im Kollektiv erfolgreich zu gestalten.

Aktionsplan Energieeffizienz

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ausstieg aus der Kernenergie stellt die Steigerung der Energieeffizienz die zweite Säule der Energiewende dar. Vor diesem Hintergrund wurde am 3. Dezember 2014 in Berlin der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz der Bundesregierung vorgestellt. Dieser beschreibt die Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode. Angesichts des erwarteten Anstiegs der weltweiten Nachfrage nach Energie wird – neben einem verstärkt auf erneuerbaren Energien basierenden Energieerzeugungssystems – der effiziente Umgang mit Energie ein wesentlicher Baustein für den auch künftigen Wohlstand in Deutschland sein. Die Gebäudesanierungs-Offensive soll wesentlich dazu beitragen, das Ziel der Politik, bis 2020 40 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen als 1990 (aktuell 25 Prozent), zu erreichen – wie Michael Bauchmüller in der Süddeutschen Zeitung schreibt (Beitrag hier). Neben Einzelmaßnahmen der Industrie, Gewerbe und privaten Haushalte sind auch neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Produkten zur Energieeinsparung nötig, die Deutschland seinen Klimazielen näher bringt und darüber hinaus auf dem Weltmarkt platziert werden können. Gleichzeitig stellt die Energieeffizienz einen wichtigen Part einer Investitionsstrategie für Deutschland dar. Der Allokationsplan führt aus, dass Energieeffizienzinvestitionen eine überdurchschnittliche Rentabilität aufweisen und zielt darauf ab, durch einen geeigneten Mix an Instrumenten wie Beratung, Kommunikation und Förderung alle gesellschaftlichen Akteure für Energieeffizienzsteigerungsmaßnahmen zu gewinnen bzw. einzubinden. Nach einer Bestandsaufnahme in Form einer Darstellung von Zielen, Stand und Potenzialen der deutschen Energieeffizienzpolitik werden im Aktionsplan die Sofortmaßnahmen vorgestellt, mit denen die Bundesregierung neue Impulse zu setzen beabsichtigt.

Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 3

Die Bundesregierung steht nach wie vor zur Energiewende sowie zu den Klimaschutzzielen und will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2025 auf 40% bis 45% und bis 2035 auf 55% bis 60% steigern. Mit der Verabschiedung des EEG 2014 wurde erneut ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin erreicht. Für die Energieversorger herrscht dadurch zumindest im Bereich der erneuerbaren Energien wieder mehr Planungssicherheit. Dennoch sind unverändert wichtige und drängende Fragen in der Energiewirtschaft, wie beispielsweise die Implementierung eines Kapazitätsmarktes oder die Ausgestaltung der Netzregulierung ab dem Jahr 2019, offen.

Elektromobilität: Mobiler Zählpunkt fehlt

Die Elektromobilität ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende, jedoch fehlen technische und regulatorische Standards sowie die Integration in die Energiewirtschaft. Das ist insbesondere im Flottenmanagement ein Problem.

Die geltende Regulierung des Energiewirtschaftsgesetzes geht von der Versorgung einer Immobilie aus. Die Position des Netzanschlusses wird als fix unterstellt. Die Lieferantenwechselprozesse sind auf einen Wechsel des Nutzers des Netzanschlusses ausgelegt. Für die Elektromobilität bedeutet dies, dass der Wechsel des Netznutzers an der Entnahmestelle rechtlich geregelt ist. Dieser hat nach den einschlägigen EU-Richtlinien einen Anspruch, seinen Stromlieferanten frei zu wählen. Dies gilt auch für den Fahrer eines Elektromobils an einer Stromentnahmestelle für sein Elektromobil.

Bundesnetzagentur veröffentlicht Ergebnisse der Evaluierung der Anreizregulierungsverordnung

Am gestrigen Donnerstag fand der 4. Workshop der Bundesnetzagentur zur Fortentwicklung der Anreizregulierung statt. Zu Beginn des Workshops wurden die Evaluierungsergebnisse vorgestellt. Im Fokus des Workshops standen jedoch die Handlungsoptionen zur Fortentwicklung der Anreizregulierung, um insbesondere das Problem des Zeitverzugs zu lösen.

Grundsätzlich hat die Bundesnetzagentur eine Reihe von modellunabhängigen Anpassungen vorgeschlagen. Dazu gehören die Abschaffung des Regulierungskontos und Wiedereinführung der periodenübergreifenden Saldierung, eine stärkere Pauschalierung der Kapitalverzinsung durch fixierte Kapitalstrukturen und einheitliche Fremdkapitalzinssätze sowie eine Anpassung des Systems der Personalzusatzkosten. Des Weiteren soll im vereinfachten Verfahren der derzeitige pauschale Anteil dauerhaft nichtbeinflussbarer Kosten i.H.v. 45 % abgesenkt werden. Daneben soll die Transparenz weiter erhöht werden und verbindliche Regelungen für die Bestimmung der Erlösobergrenze bei Netzübergang geschaffen werden.

EEG-Umlage sinkt 2015 leicht

Zum ersten Mal wird die EEG-Umlage gesenkt: auf 6,17 Cent je Kilowattstunde im Kalenderjahr 2015. Ein Haushalt mit drei Personen spart sich dadurch im Jahr 3 Euro, wie Andreas Mihm in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt. Gerald Traufetter und Frank Dohmen schreiben im aktuellen SPIEGEL („Trickste Ministerium beim Ökostrom?“), dass Stromkunden noch mehr hätten entlastet werden können. Die Autoren berufen sich auf Berechnungen der Strombranche, die auf eine Umlage zwischen 5,4 und 5,8 Cent pro Kilowattstunde kommen.

Nach den deutlichen Anstiegen der beiden vergangenen Jahre (+47% bzw. +18%) ist der Trend erst einmal gebrochen. Ob dies bereits eine Trendumkehr hin zu sinkenden EEG-Umlagen für die kommenden Jahre sein wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Eine weitere EEG-Novelle ist für 2016 geplant.

Eine missglückte Norm und ein unwirksamer Konzessionsvertrag?

Am 07.10.2014 fand vor dem Kartellsenat des Bundesgerichtshofs die mündliche Verhandlung im Rechtsstreit um den Konzessionsvertrag der Gemeinde Olching statt (Az. EnZR 86/13). Hierbei wurde insbesondere die Vereinbarkeit zweier Vertragsklauseln mit dem Nebenleistungsverbot des § 3 Abs. 2 Nr.1 KAV verhandelt. Da die betroffenen Klauseln bundesweit in vielen Konzessionsverträgen Verwendung finden, hat die hiermit verbundene Frage, ob eine rechtswidrige Klausel zwingend zur Gesamtnichtigkeit des Konzessionsvertrages führt, auch eine grundsätzliche Bedeutung. Die Vorinstanz – das OLG München – hatte die Unvereinbarkeit der Klauseln mit dem Nebenleistungsverbot und eine hieraus resultierende Gesamtnichtigkeit des Konzessionsvertrags angenommen. Eine abschließende Einschätzung der Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist zwar erst nach Auswertung der bislang noch nicht vorliegenden Entscheidungsgründe möglich. Gleichwohl wurden in der mündlichen Verhandlung bereits erste Tendenzen des Senates erkennbar.

Die Energiewende – Chancen und Herausforderungen für Investoren

Bei der Energiewende geht es darum, die gesellschaftlich notwendige Kombination aus Klimaverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten umzusetzen. Energiewende ist nicht nur „Stromwende“, sondern auch „Wärme- und Verkehrswende“. Denn die energiepolitischen Ziele können nur mit einem Maßnahmen-Mix in diesen drei Bereichen erreicht werden. Investitionsmöglichkeiten im Bereich der Energieeinsparung und -effizienz, insbesondere auch in der Stadtentwicklung und bei Quartieren, sind somit ebenso beachtenswert wie die „klassischen“ Investitionen in die Energiewende.