Auf ein Watt

Vernetzte Energiewelt

Die Energiewirtschaft steckt mitten in einem radikalen Transformationsprozess. Es entsteht ein System, das von Millionen Strom- und Wärmeerzeugern gespeist wird.  Der Trend geht weg von großen Kraftwerkseinheiten, die nach starren Lastprofilen die Energienachfrage bedienen. Stattdessen werden weltweit Abermillionen von dezentralen Erzeugern in einem Netzwerk mit noch mehr Verbrauchern so miteinander verknüpft sein, dass jederzeit ausreichend und preiswert Energie zur Verfügung steht.

Selbständige Unternehmensteile – Bundesverwaltungsgericht weist Revisionen zurück

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 22. Juli 2015 in zwei Verfahren zur “Besonderen Ausgleichsregelung” nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Voraussetzungen für selbständige Unternehmensteile präzisiert. Die Urteilsbegründungen liegen noch nicht vor, doch lässt die kurz nach den Urteilsverkündungen veröffentlichte Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts erste Rückschlüsse auf die entscheidungserheblichen Überlegungen des 8. Senats zu. Beiden Verfahren lag § 41 Abs. 5 in der Fassung des EEG 2009 zugrunde, doch lassen sich die Entscheidungen in weiten Teilen auch auf das EEG 2012 sowie das EEG 2014 übertragen.

7. Tagung gemeinsam mit der VKU Landesgruppe NRW

Am 25. und 26. August findet auf Schloss Bensberg die 7. Tagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. gemeinsam mit PwC statt. Wie jedes Jahr wollen wir einen spannenden und informativen Ausblick auf die künftigen Geschäftsmodelle der Kommunalwirtschaft werfen und den kommunalwirtschaftlichen Dialog anregen. Die vergangenen Jahre waren vor allem geprägt von einem substantiellen Strukturwandel der kommunalwirtschaftlichen Energie- und Wasserversorger. Die Kommunalwirtschaft steht weiterhin vor signifikanten Herausforderungen auf allen Ebenen der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Ein Strommarkt für die Energiewende: Ergebnispapier des BMWi (Weißbuch)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft das Weißbuch zum Strommarktdesign. Richtungsweisend ist die Abkehr vom Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Strommarkts 2.0. PwC begrüßt diese Entscheidung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Hier die zentralen Punkte des Papiers samt anknüpfender Analyse.

Kerninhalte

  • Hauptthema des Weißbuchs ist die Grundsatzentscheidung für einen Strommarkt 2.0 und die damit verbundene Absage an einen Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Energy-Only-Marktes. Wie bereits im Grünbuch angekündigt, wird der Strommarkt 2.0 durch eine Kapazitätsreserve flankiert werden.
  • Das BMWi hat sich u.a. aus den folgenden Gründen für den Strommarkt 2.0 und gegen einen Kapazitätsmarkt entschieden:
    • Der Strommarkt 2.0 gewährleiste die Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung des grenzüberschreitenden europäischen Stromhandels, der Belohnung von Flexibilität auf Angebots- und Nachfrageseite (durch sog. Flexibilitätsoptionen) und einer Kapazitätsreserve.
    • Der Strommarkt 2.0 fördere den Abbau von Überkapazitäten und ermögliche es umgekehrt durch die hervorgerufenen Preisspitzen tatsächlich benötigte flexible Kapazitäten zu refinanzieren. In der Folge geht das BMWi davon aus, dass sich die Marktteilnehmer durch langfristige Liefer- und Absicherungsverträge als Instrumente zur Risiko- und Kostenoptimierung gegen die Preisspitzen absichern werden.
    • Ein Energy-Only-Markt sei kostengünstig und fördere den Einsatz kosteneffizienter Technologien. Vorausgesetzt dass (insb. regulatorische) Hemmnisse abgebaut werden, könnten sich Flexibilitätsoptionen zukünftig im Markt durchsetzen.
    • Durch Wettbewerb sollen Anreize für Innovationen und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Die freie Preisbildung soll dabei innovative Lösungen u.a. zur besseren Integration erneuerbarer Energien ermöglichen und damit Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder eröffnen.

Energiekostenreduzierung für Industrieunternehmen durch ganzheitliches Energiemanagement

Angesichts des sich verändernden Energiesektors und der kontinuierlichen Gesetzesänderungen bedarf es einer guten Kenntnis des Energiemarktes und der rechtlichen Gegebenheiten, um bei den Stromkosten kein Geld zu verschenken.

Im Rahmen dieses angebotenen Trainings wird ein umfassender Einblick in energiewirtschaftliche Zusammenhänge und Rahmenbedingungen vermittelt, der dabei helfen soll, die gesetzlichen Möglichkeiten zur Energiekostenreduzierung für Unternehmen optimal einzuschätzen und zu nutzen. Unter anderem werden dabei Neuerungen zur Besonderen Ausgleichsregelung im EEG und zu der Strom- und Energiesteuererstattung vorgestellt. Aber auch Reduzierungsmöglichkeiten bei weiteren Abgaben oder die Beihilfe im Rahmen der Strompreiskompensation sind Themen, die zu den Inhalten der Veranstaltung gehören.

EEG “2015” – Schmieden und Härtereiengesetz im Bundesgesetzblatt verkündet! Neue Begrenzungsanträge bis zum 2. August 2015 möglich

Heute ist das “Zweite Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes” im Bundesgesetzblatt verkündet worden.

Danach haben Unternehmen aus der oberflächenveredelnden und wärmebehandelnden Industrie („25.61“) sowie Hersteller von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen („25.50“) die Möglichkeit, bis zum 2. August 2015 (materielle Ausschlussfrist) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle jeweils einen Antrag auf Begrenzung der EEG Umlage für 2015 und 2016 zu stellen. Da die erforderliche beihilferechtliche Genehmigung durch die Europäische Kommission nach einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 29. Mai 2015 bereits vorliegt, ist mit der noch ausstehenden Bekanntmachung im Bundesanzeiger zeitnah zu rechnen. Diese Bekanntgabe ist für die Antragsfrist ohne Bedeutung. Eine konsolidierte Fassung des EEG mit den verkündeten Änderungen stellen wir Ihnen auf unserer Website unter diesem Link bereit.

Entscheidung zur Datenherausgabe

Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs hat festgestellt, dass der Auskunftsanspruch der Gemeinde gegenüber dem bisherigen Nutzungsberechtigten nach § 46 Abs. 2 Satz 4 EnWG auch Angaben zu den kalkulatorischen Restwerten und den kalkulatorischen Nutzungsdauern für sämtliche Anlagen des zu überlassenden Versorgungsnetzes umfasst (Urteil vom 14.04.2015, Az. EnZR 11/14).

Zur Vorbereitung der Neuvergabe des Konzessionsvertrags verlangte eine Stadt von der Beklagten Informationen über das Gasnetz. Der BGH bestätigte nun das Urteil des OLG Celle, dass für sämtliche Anlagen die historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten, das Jahr der Aktivierung, die kalkulatorischen Nutzungsdauern sowie die kalkulatorischen Restwerte bereits in der ersten Phase des Konzessionsverfahrens mitzuteilen sind.

Leitfaden zur Vergabe von Wegerechten für Strom- und Gasnetze aktualisiert

Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt haben am 22. Mai 2015 eine zweite, überarbeitete Auflage des gemeinsamen Leitfadens zur Vergabe von Strom- und Gaskonzessionen sowie zum Wechsel des Konzessionsnehmers veröffentlicht. Hierin werden Gesetzesnovellen und die Rechtsprechung seit der Erstauflage des Leitfadens im Jahr 2010 berücksichtigt.

So lehnen sich Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt bei der Auflistung der Daten über die Versorgungsanlagen im Netzgebiet, die eine Gemeinde vor dem Beginn eines Auswahlverfahrens den Interessenten zur Verfügung stellen muss, an die Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 14.04.2015, Az. EnZR 11/14) an. Danach umfasst der Auskunftsanspruch nach § 46 Abs. 2 Satz 4 EnWG auch kalkulatorische Netzdaten, wie die kalkulatorischen Restwerte.

Die europäische Energiebranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen

Zu diesem Ergebnis kommt der 14th Global Power and Utilities Survey, für den PwC 73 Führungskräfte aus Energieunternehmen weltweit befragt hat. Um den Grad der Veränderung zu messen, hat PwC für die Studie den „Power & Utilities Market Disruption Index“ entwickelt. Global steigt diese Kennzahl zwischen 2015 und 2020 um 42 Prozent. In Europa legt der Index in diesem Zeitraum zwar nur um 33 Prozent zu, dennoch bleibt Europa an der Spitze der Rangliste als Region, die am stärksten von den Veränderungen in der Energiebranche betroffen ist.

„women and energy“ zu Gast bei den Stadtwerken München

Zum zehnten Mal trafen sich Mitglieder des Branchennetzwerkes „women&energy“, welches wir im Jahr 2010 für weibliche Führungskräfte aus der Energiewirtschaft gegründet haben. 

„Sicher, nachhaltig, erschwinglich“: So lautet der Dreiklang, den EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für die Europäische Energie-Union ausgerufen hat – eines der wichtigsten Themen auf seiner Agenda, wie Edith Hofer vom Generalsekretariat der Europäischen Kommission betonte. Sie eröffnete das 10. Netzwerktreffen von women&energy und skizzierte, welche Schwerpunkte die EU für die europäische Energieunion setzt. Dr. Ulrike Wolf, Abteilungsleiterin Energiepolitik beim bayerischen Wirtschaftsministerium, schilderte in ihrem Anschlussvortrag dann die regionale Perspektive: Der Freistaat Bayern unterstütze die Ziele zwar grundsätzlich, aber aus regionaler Sicht müsse das Wechselspiel zwischen Energie- und Klimazielen und den Anforderungen der regionalen Industrie in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.