Auf ein Watt

Beteiligung von institutionellen Investoren an der Energiewende

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2015 auf einen neuen Rekordwert von  33%  (vorläufiger Wert der BDEW, Stand: 3.11.2015) gestiegen. Damit hat sich der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Auch institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Versicherungen und Pensionskassen, beteiligen sich neben Finanzinvestoren und Energieversorgern zunehmend an der deutschen und europäischen Energiewende.

Investments in Erneuerbare Energien versprechen stabile Rendite

Kostenreduzierung durch Entwicklung netzspezifischer Strom-Profile

Ausgangssituation

Verteilnetzbetreiber (VNBs) nutzen vorwiegend die synthetischen Standardlastprofile des Bundes­verbands der Energie­ und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) oder ziehen für die Bilanzierung ihre eigen entwickelten Standardlastprofile seit Jahren unverändert heran. Systematische Abweichungen des Lastgangs im Vergleich zu den Standardlastprofilen müssen durch Ausgleichsenergie kompensiert werden. Ausgleichsenergie verursacht Kosten bei den VNBs, die nicht auf die Netzentgelte umgelegt werden können. Mengenabweichungen werden zwar weitestgehend über die Mehr-­ und Mindermengen­abrechnung (MMMA) ausgeglichen, unter Kostengesichtspunkten ist dies jedoch nachteilhaft für den VNB. Die MMMA­-Preise sind im Durchschnitt geringer als die Ausgleichsenergiepreise. Zudem stehen einer MMMA eine Vielzahl von Bezugs­- und Absatzgeschäften über die Ausgleichsenergie gegenüber. Durch die Minimierung profilbedingter Bilanzkreisabweichungen entstehen erhebliche Kosteneinsparungen.

Bundesnetzagentur ändert den Effizienzwert der dritten Regulierungsperiode im vereinfachten Verfahren Gas auf 93,46 %

Am 21. Januar 2016 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) kommentarlos den Effizienzwert für die 3. Regulierungsperiode im vereinfachten Verfahren Gas angepasst. Gemäß der Veröffentlichung beträgt der Effizienzwert im vereinfachten Verfahren Gas nun 93,46% (statt wie im Dezember 2015 angekündigt 93,29%). Gründe für diese Anpassung hat die BNetzA bisher nicht genannt.

Ihr PwC-Ansprechpartner zu diesem Thema ist Jan-Frederik Zöckler.

Vereinfachtes Verfahren gemäß § 24 ARegV – sollten Teilnahmeanträge möglichst zeitnah gestellt werden?

Am 16. März 2015 hat das Bundeswirtschaftsministerium Eckpunkte zur Novellierung der Anreizregulierung veröffentlicht, u.a. eine mögliche Änderung des vereinfachten Verfahrens gemäß § 24 ARegV. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob möglichst noch vor einer eventuellen Änderung des § 24 ARegV Teilnahmeanträge für das vereinfachte Verfahren gestellt werden sollten.

Nach der aktuellen Fassung des § 24 ARegV können Gas-Verteilnetzbetreiber, an deren Netz weniger als 15.000 Kunden angeschlossen sind, bis zum 30. Juni 2016 die Teilnahme am vereinfachten Verfahren beantragen. Im Falle der Genehmigung gelten u.a. ein pauschalierter Effizienzwert, 45% der ermittelten Gesamtkosten als dauerhaft nicht beeinflussbare Kostenanteile (dnbK) und weitere Besonderheiten.

3. Regulierungsperiode der Anreizregulierung: Erste Veröffentlichung eines Erhebungsbogens (EHB)

Die Landesregulierungsbehörde Sachsen-Anhalt hat am 17. Dezember 2015 einen ersten EHB zur Kostenprüfung Gas veröffentlicht.

Zur Bestimmung des Ausgangsniveaus der Erlösobergrenzen für die 3. Regulierungsperiode hat die Landesregulierungsbehörde Sachsen-Anhalt einen Entwurf des Erhebungsbogens für die Gasverteilernetzbetreiber per Email versandt und um Stellungnahmen (ohne formelle Frist) gebeten.

Die endgültige Fassung des Erhebungsbogens soll im Frühjahr 2016 mit Beschluss zur Festlegung der Durchführung für die Kostenprüfung zur Bestimmung des Ausgangsniveaus der Betreiber von Gasversorgungsnetzen im Sinne des § 3 Nr. 2 EnWG ergehen. Angaben zum Abgabestichtag der Erhebungsbögen wurden noch nicht gemacht.

3. Regulierungsperiode der Anreizregulierung: Der Effizienzwert im vereinfachten Verfahren Gas beträgt 93,29 %

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 22. Dezember 2015 den Effizienzwert für die 3. Regulierungsperiode im vereinfachten Verfahren Gas veröffentlicht. 

Der Effizienzwert ist das Ergebnis eines Vergleiches, bei dem jeweils getrennt für die Sparten Strom und Gas die Aufwands- und Strukturparameter aller Verteilernetzbetreiber miteinander verglichen werden. Dieser bestimmt maßgeblich die zugestandenen Erlösobergrenzen der jeweiligen Regulierungsperiode mit.

AGFW-Fernwärmepreisübersicht zum 1. Oktober 2015

Die von der WIBERA im Auftrag des AGFW erarbeitete Übersicht von Fernwärmepreisen zum Stichtag 1. Oktober 2015 (WIBERA-Kurzumfrage) enthält Angaben von insgesamt 166 Fernwärme-Versorgungsunternehmen (FVU) – 112 FVU aus den alten und 54 FVU aus den neuen Bundesländern. Der Trend durchschnittlich leicht sinkender Mischpreise setzt sich fort. Der bundesdurchschnittliche Mischpreis lag zum 1. Oktober bei 76,34 Euro/MWh.

Abgefragt werden die Nettopreise für die Fernwärmelieferung an ein Wohngebäude – und zwar an einen nachträglich wärmegedämmten Altbau – mit 30 Wohneinheiten und 2.000 m² Wohnfläche, das einen Anschlusswert von 160 kW und einen Wärmeverbrauch von 288 MWh je Jahr bei einer Ausnutzungsdauer von 1.800 Stunden p.a. aufweisen soll. Verglichen werden die auf den Jahreswärmeverbrauch bezogenen jährlichen Fernwärme-Heizkosten, wie sie sich jeweils ausschließlich aufgrund der vom FVU genannten Fernwärmepreise für Leistung, Arbeit und Messung/Abrechnung ergeben (Mischpreise).

Neuer Abrechnungsprozess bei Netzbetreibern im Zusammenhang mit der KWKG-Novellierung ab dem 01.01.2016

Die aktuelle KWKG-Novelle beinhaltet mit Inkrafttreten zum 01.01.2016 eine wichtige Änderung für die Netzbetreiber. Bei der Abrechnung der Letztverbraucher bezüglich der KWKG-, der § 19 StromNEV- und der Offshore-Umlage sieht der Beschluss des Bundestages vom 03.12.2015 zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz abweichend vom bisherigen Vorgehen eine explizite Mitteilung der Letztverbraucher an die Netzbetreiber vor, falls sie weiterhin die gesetzlich definierten Erleichterungen in Anspruch nehmen wollen. Damit verändert sich der Abrechnungsprozess beim Netzbetreiber wesentlich.

Aktualisierung des Praxishandbuch zum Energiewirtschaftsgesetz erschienen

Mehr als siebzig PwC-Experten haben an dem interdisziplinären Ratgeber für die Energiebranche, das am 9. Dezember in der 4. Auflage veröffentlicht wurde, mitgewirkt.

Das Praxishandbuch „Regulierung in der deutschen Energiewirtschaft“ gibt einen ausführlichen Überblick über die aktuellen Rahmenbedingungen für die Netzwirtschaft in der deutschen Strom- und Gasversorgung. Die Ausführungen beschränken sich nicht nur auf die juristischen Gesichtspunkte des Energiewirtschaftsrechts, sondern behandeln auch angrenzende Rechtsgebiete wie Steuer-, Arbeits-, Datenschutz- und Kartellrecht sowie technische, betriebswirtschaftliche und operative Aspekte. Die Implikationen der Digitalisierung für die Branche wurden in dieser Neuauflage auch entsprechend aufgenommen.

„Energieeffizienzstrategie Gebäude“ sorgt für mehr Transparenz und Verlässlichkeit

Bundeskabinett verabschiedet „Energieeffizienzstrategie Gebäude“

Das Bundeskabinett hat am 18. November 2015 u.a. die „Energieeffizienzstrategie Gebäude“ verabschiedet. Mit der Energieeffizienzstrategie Gebäude wird untersucht, wie die energie- und klimapolitischen Ziele im Gebäudebereich erreicht werden können. Sie soll Wege zu einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 durch eine Kombination aus Energieeinsparung und dem Einsatz erneuerbarer Energie aufzeigen und im Rahmen des Monitorings der Energiewende stetig weiterentwickelt werden.

Nach der Vorstellung des Bundeswirtschaftsministeriums soll damit eine Gesamtstrategie für den Gebäudebereich vorgelegt werden, die den Strom-, Wärme- und Effizienzbereich integriert und damit einen Handlungsrahmen für die Energiewende im Gebäudebereich festlegt. Damit wird auch der Zersplitterung der verschiedenen, die Energieeffizienz fördernden Gesetze wie EnEV, EEWärmeG etc. entgegengewirkt.