Kategorie: Bilanzierung

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Kostenreduzierung durch Entwicklung netzspezifischer Strom-Profile

Ausgangssituation

Verteilnetzbetreiber (VNBs) nutzen vorwiegend die synthetischen Standardlastprofile des Bundes­verbands der Energie­ und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) oder ziehen für die Bilanzierung ihre eigen entwickelten Standardlastprofile seit Jahren unverändert heran. Systematische Abweichungen des Lastgangs im Vergleich zu den Standardlastprofilen müssen durch Ausgleichsenergie kompensiert werden. Ausgleichsenergie verursacht Kosten bei den VNBs, die nicht auf die Netzentgelte umgelegt werden können. Mengenabweichungen werden zwar weitestgehend über die Mehr-­ und Mindermengen­abrechnung (MMMA) ausgeglichen, unter Kostengesichtspunkten ist dies jedoch nachteilhaft für den VNB. Die MMMA­-Preise sind im Durchschnitt geringer als die Ausgleichsenergiepreise. Zudem stehen einer MMMA eine Vielzahl von Bezugs­- und Absatzgeschäften über die Ausgleichsenergie gegenüber. Durch die Minimierung profilbedingter Bilanzkreisabweichungen entstehen erhebliche Kosteneinsparungen.

Zählerstandsgangbilanzierung als Wegbereiter für variable Stromtarife?

Die Anpassung der Stromnachfrage an die fluktuierende Erzeugung stellt eine zentrale Herausforderung der Energiewende dar. Während variable Tarife mit wirksamen monetären Anreizen zur Verbrauchsverlagerung für Großverbraucher durch die registrierende Lastgangmessung (RLM) längst Realität sind, bleibt die Suche nach attraktiven variablen Tarifen im Haushaltskundenbereich bislang in aller Regel erfolglos. Durch den Einzug der Zählerstandsgangbilanzierung in die energiewirtschaftliche Gesetzgebung soll sich dieser Zustand nun ändern, was gleichzeitig mit weitreichenden Konsequenzen für die Marktkommunikation verbunden wäre.

Eine gute Datenqualität ist die Grundlage für ein erfolgreiches EVU

Der Änderungsdruck in der Energiebranche nimmt aufgrund von Regulierung, Liberalisierung und weitreichenden politischen Entscheidungen stetig zu.

Der hinter einer Endkundenabrechnung stehende Aufwand wird hierdurch immer größer. Ausschlaggebend für die Geschäftsergebnisse werden neben der Abrechnung mehr und mehr Prozesse, die im Hintergrund zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen und zur Harmonisierung von physischer und kaufmännischer Welt ablaufen:

  • Mehr-/ Mindermengenabrechnung
  • Bilanzierung
  • Bilanzielle Abgrenzung
  • Prognose im Zusammenhang mit Ausgleichsenergie
  • Marktkommunikation
  • Abwicklung des Erneuerbare Energien Gesetzes

Diese Prozesse laufen zumeist mit großem Zeitversatz und sind nur schwer in Beziehung zueinander zu setzen. Die Risiken in diesen Prozessen sind unmittelbar vom EVU zu vertreten.

In Kraft treten von IFRS-Rechnungslegungsstandards und Interpretationen beendet Hängepartie

Kurz vor Jahresende hat die Europäische Kommission im Amtsblatt der Europäischen Union L360 vom 29. Dezember 2012 Verordnungen zur Übernahme der in der folgenden Tabelle aufgeführten internationalen Rechnungslegungsstandards und Interpretationen in das EU-Recht veröffentlicht. Sämtliche genannten Regelungen traten somit am 1. Januar 2013 (drei Tage nach ihrer Veröffentlichung) in Kraft. Damit ist eine recht langwierige Hängepartie beendet und IFRS Anwender können planen:

Standard/Interpretation Inkrafttreten innerhalb der EU*
IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ ab Geschäftsjahr 2014**
IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ ab Geschäftsjahr 2014**
IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ ab Geschäftsjahr 2014**

Neustart für offene Bilanzierungsfragen zu rate-regulated activities

Im September 2010 hatte das IASB das bereits existente Projekt zu rate-regulated activities gestoppt, da nach Ansicht des Boards keine kurzfristigen Lösungen für die vielfältigen Fragestellungen gefunden werden konnten. Das Thema bleibt aber  relevant und so hat das IASB hat in seiner Sitzung am 26. September 2012 den Neustart des Projekts zu rate-regulated activities beschlossen: zunächst soll durch den IASB staff ein Discussion Paper entworfen werden, dass auf den bereits erlangten Erkenntnissen aus dem rate-regulated activities Projekt als auch auf den Diskussionsstand zur Überarbeitung des Conceptional Framework  basieren soll. Das Discussion Paper soll das IASB darüber informieren, welche Informationen Nutzer bezüglich rate-regulated activities benötigen. Solch ein Discussion Paper könnte Ende 2013 zur Verfügung stehen und wäre ein wichtiger Meilenstein hin zu neu zu entwickelnden Regelungen zur Bilanzierung von rate-regulated activities.

Entwicklungen bezüglich IFRS 10, 11 und 12

Zwei Entwicklungen bezogen auf die Standards IFRS 10, 11 und 12 haben in den letzten Monaten möglicherweise einige Erleichterungen für Anwender im Gepäck: der wahrscheinlich durch EU Endorsement auf 2014 verschobene Erstanwendungszeitpunkt sowie die aktuellen Änderungen der Übergangsregelungen durch das IASB.

Durch die wahrscheinliche Verzögerung des Erstanwendungszeitpunktes durch  EU Endorsement sind IFRS 10, 11 und 12 erst für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, d.h. ein Jahr später als in den Standards selbst vorgesehen. Dadurch erhalten Anwender in der EU ein Jahr länger Zeit, die Auswirkungen der zum Teil komplexen Regeln zu untersuchen. Eine frühzeitige Anwendung (wie durch die Standards selbst vorgesehen) soll dabei möglich bleiben.

IFRS IC diskutiert Bilanzierung von regulatorischen Vermögenswerten und Schulden

Vor einigen Wochen hat das IFRS IC zum wiederholten Mal mit der Bilanzierung von sogenannten regulatorischen Vermögenswerten und Schulden befasst, die beispielsweise bei Liefervolumendifferenzen in einem preisregulierten Umfeld auftreten können. Anlass war eine IFRS IC Submission, die durch die Tatsache motiviert war, dass mehr und mehr Staaten IFRS anwenden und damit die Bilanzierung von Vermögenswerten und Schulden infolge von Regulierungsmaßnahmen wieder in den Fokus rückt. Die sich daraus ergebenden Diskussionen können auch für europäische Energieversorgungsunternehmen interessant werden.

Die IFRS IC Submission skizzierte ein klassisch kostenbasiertes preisreguliertes Umfeld in einer Monopolsituation und beinhaltete  die folgenden Fragen:

Bilanzielle Abbildung des Regulierungskontos

Gemäß § 5 Absatz 1 ARegV werden Mehr- bzw. Mindererlöse aus Netzentgelten Strom und Gas, die aus der Differenz zwischen den zulässigen und den tatsächlich erzielten Erlösen eines Kalenderjahres entstehen, auf dem Regulierungskonto erfasst. Die Aktivierung eines Anspruchs auf künftig höhere Netzentgelte, der durch Mindermengen innerhalb eines Kalenderjahres entstanden ist, darf nach HGB aufgrund des Realisationsprinzips nicht aktiviert werden. Um eine Aktivierung eines solchen Anspruchs zu ermöglichen, werden zurzeit verschiedene Ansätze diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, das EnWG wie folgt zu ändern: