Kategorie: Energiewende

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Energiewende RSS-Feed

Netzentgelte im Jahr 2017 erneut deutlich gestiegen

Getrieben durch die Energiewende und den in diesem Zusammenhang notwendigen Ausbau des Stromnetzes sind die Netzentgelte seit 2011 durchschnittlich um 8,3 Prozent pro Jahr und damit ähnlich stark wie die viel diskutierte EEG-Umlage gestiegen. Von 2016 auf 2017 betrug der Anstieg sogar 14,3 Prozent. Die sich regional für Industrie und Gewerbekunden um bis zu 200 Prozent unterscheidenden Netzentgelte stellen schon jetzt rund 15 bis 25 Prozent des Strompreises dar – Tendenz steigend!

Buchveröffentlichung

Energiewirtschaft 4.0 ist das zentrale Thema für die Branche, die Wissenschaft und die Politik. Haupttreiber ist die Digitalisierung, die das Potenzial hat, die bekannte Energiewelt und den Arbeitsalltag grundlegend zu ändern. Unternehmen müssen bestehende Konzepte überdenken, rasch eigene Antworten entwickeln und diese zeitnah sowie mit Partnern umsetzen.

Aktueller Stadtwerke-Strategiereport von PwC: EVUs von Umsatzrückgängen betroffen – es gibt jedoch auch Gewinner!

Im Strategiereport 2016 hat PwC wieder die Jahresabschlüsse von 200 Stadtwerken und EVU untersucht und die wichtigsten Kennzahlen zur Unternehmensentwicklung und Marktpositionierung von 2011 bis 2016 ermittelt. Obwohl 54% der Unternehmen ihren Umsatz von 2014 zu 2015 steigern konnten, erwirtschafteten die untersuchten EVU in der Summe 2015 jedoch rund 0,9 Mrd. EUR weniger Umsatz als noch im Vorjahr.

Der Wechselbereitschaft auf der Spur – Wie mit datenbasierten Entscheidungen die Kundenbindung gesteigert werden kann

Im dynamischen Marktumfeld bestehen

Die zunehmende Verbreitung digitaler Technologien im Energieversorgungsmarkt und der damit einhergehende Zuwachs an Angeboten von ehemals branchenfremden Unternehmen führen zu veränderten Kundenbedürfnissen: Kunden erwarten zunehmend die Nutzung digitaler Kontaktkanäle in der Interaktion mit ihrem Energieversorgungsunternehmen sowie maßgeschneiderte Tarife und Services in der Kundenbetreuung. Zudem ermöglicht das Internet die permanente Vergleichbarkeit verschiedener Angebote und erhöht dadurch die Verhandlungsmacht der Kunden. Dabei wird die zur Verfügung stehende Auswahl an Angeboten stetig größer: Start-ups und ehemals branchenfremde Unternehmen drängen in den Markt und bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit konventioneller Energieversorgungsunternehmen. Dieses dynamische Marktumfeld stellt Energieversorger vor die Herausforderung die sich ändernden Bedürfnisse ihrer Kunden zu bedienen und wertvolle Kundenbeziehungen aktiv zu gestalten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hierzu ist es erforderlich, profitable sowie wechselgefährdete Kunden rechtzeitig zu identifizieren, ihr Verhalten zu verstehen und ihre individuellen Bedürfnisse zu kennen. Dabei muss die im Zuge der Digitalisierung stetig wachsende Menge verfügbarer Daten als Chance verstanden werden.

Profitable Kunden identifizieren und ihre Bedürfnisse erkennen

Zunächst sollte das Energieversorgungsunternehmen die Potenziale der Daten aus herkömmlichen, i.d.R. eigenen Datenquellen wie Abrechnungs-, CRM-, Marktkommunikations- und Prognose-Systemen nutzen. Um alle Kundenkontaktpunkte zu erfassen und ein umfassendes Bild über den Kunden zu erstellen, gilt es diese Datenbasis mit weiteren Daten aus zusätzlichen, auch externen, Quellen anzureichern. Daraus kann mit Kundenwertanalysen der aktuelle und für die Zukunft prognostizierte Wert bestehender und potentieller Kunden ermittelt werden. Bei der Analyse sollten unterschiedliche quantitative und qualitative Faktoren betrachtet werden, die das kundenspezifische Verhalten während des gesamten Kundenlebenszyklus abbilden. Die berücksichtigten Faktoren und deren Gewichtung resultieren in einem Kennzahlenkatalog, der an den strategischen Zielen des Energieversorgungsunternehmens ausgerichtet sein sollte. PwC-Lösungen unterstützen bei der Tool-basierten Durchführung und Visualisierung der Kundenwertanalysen. Für eine detaillierte Momentaufnahme der Kundenbasis eignen sich zielgerichtete Ad-hoc Analysen, die aktuelle Auffälligkeiten aufzeigen, um daraus akute Handlungserfordernisse abzuleiten. Langfristig sollte eine nachhaltig integrierte Lösung zur kontinuierlichen Bewertung der Kundenbasis implementiert werden.

 

grafik

Nachhaltige Kundenbeziehungen pflegen

Die Ermittlung der Kundenwerte liefert die Grundlage zur Bildung strukturierter Kundensegmente für ein effektives Kundenportfoliomanagement. Anhand der spezifischen Eigenschaften jedes Kundensegments lassen sich individuell zugeschnittene Maßnahmen ableiten, um neue profitable Kundenbeziehungen zu initiieren oder bestehende wertvolle Beziehungen nachhaltig zu pflegen und so einer drohenden Wechselbereitschaft entgegen zu wirken. Entscheidungen wie die Auswahl des geeigneten Kommunikationskanals oder das Angebot individueller Serviceleistungen und Tarife werden dann basierend auf Daten und den daraus abgeleiteten Kundeninformationen getroffen. Für die nachhaltige Pflege wertvoller Kundenbeziehungen ermöglichen Feedbackschleifen eine regelmäßige Erfolgskontrolle und Nachjustierung der abgeleiteten Maßnahmen und somit eine dynamische Anpassung an sich ändernde Kundenbedürfnisse.

Ansprechpartner

Jörg Netzband

Risk Assurance

Tel.: +49 89 5790­ 5425

E-­Mail: joerg.netzband@de.pwc.com

Katja Tiefenbacher

Risk Assurance

Tel.: +49 69 9585 3103

E-Mail: katja.tiefenbacher@de.pwc.com

 

10 Prozent Wachstum des Energieeffizienzmarktes durch Verpflichtung zu Energieaudits

Anbieter von Energieeffizienzlösungen in Deutschland haben im vergangenen Jahr hochgerechnet einen Umsatz von 135 Milliarden Euro erwirtschaftet und dabei über eine halbe Million Menschen allein in Deutschland beschäftigt. Der Markt ist damit zwischen 2014 und 2015 um knapp 10 Prozent gewachsen. Die auf Energieeffizienz spezialisierten Unternehmen wachsen dabei überdurchschnittlich stark im Vergleich zu den Branchen, denen sie angehören

Die zum vierten Mal durchgeführte Marktanalyse „Branchenmonitor Energieeffizienz“ basiert auf einer Unternehmensbefragung von PwC in Zusammenarbeit mit der der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) unter 190 Unternehmen aus verschiedenen Bereichen des Energieeffizienzmarktes (Energiemanagement- und Beratungsdienstleistungen, Gebäudetechnik, Baugewerbe, Contracting, Mess-Steuer- und Regelungstechnik, Maschinenbau und anderen).

Erstmals wurde dabei die Energiepreisentwicklung vor dem Hintergrund gefallener Öl- und Gaspreise als wichtigster Treiber für den Absatz von Energieeffizienzlösungen abgelöst. Eine klare Trendwende. Und: Die politischen Maßnahmen und Instrumente, die in Deutschland und auf europäischer Ebene zur Steigerung der Energieeffizienz bereits angestoßen worden sind, wurden überwiegend als wirkungsvoll bewertet. Insbesondere die Verpflichtung großer Unternehmen bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen, wurde als maßgeblicher Treiber bewertet.

Die somit insgesamt gute bis sehr gute Stimmung auf dem Energieeffizienzmarkt darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anbieter von Energieeffizienzlösungen nach wie vor gleichzeitig auch die Unsicherheit über politische Rahmenbedingungen als Kernproblem für die zukünftige Marktentwicklung nennen. Umso erfreulicher ist es vor diesem Hintergrund und einer als zunehmend schlechter eingeschätzten Verfügbarkeit von Fachkräften, dass der Anteil neu in den Wettbewerb auf dem Effizienzmarkt eingetretener Anbieter konstant ist.

Nun ist es an den Anbietern von Energieeffizienzlösungen, den bisher weiterhin positiven Trend, trotz einer fehlenden Verpflichtung zur Umsetzung der in den Energieaudits identifizierten Effizienzmaßnahmen, zu verstetigen. Etablierte Anbieter sollten nun insbesondere die Rückmeldungen vom Vertrieb aus Kundengesprächen sowie Marketinginnovationen (z.B. Vertriebskooperationen) nutzen, um die Nachfrage zielgerichtet weiter stimulieren und Cross- und Up-Selling-Potenziale nutzen zu können. Die jüngsten Erkenntnisse sollten aber auch vor Neueintritten in den Effizienzmarkt, z.B. durch Energieversorger, genau reflektiert werden, um die Geschäftsfeldentwicklung nachhaltig gewinnbringend gestalten und die noch nur niedrigen Eintrittsbarrieren ausnutzen zu können.

Mehr Informationen finden Sie hier. Auf dieser Seite können Sie den Monitor auch bestellen.

 Ansprechpartner  

Nicolas Deutsch

Finance & Regulation

Tel: +49 711250343963

Email: nicolas.deutsch@de.pwc.com

Adrian Bründl

Finance & Regulation

Tel.: +49 8957906122

Email: adrian.bruendl@de.pwc.com

 

„Maßgebliche Stromkosten“ können Quoten der EEG-Entlastung schmälern

Die EEG-Begünstigung im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung nach §§ 63 ff. EEG 2014 und damit die Einsparung eines hohen Anteils der Energiekosten ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als zuständige Behörde ist stetig darauf bedacht, praxisbedingte Umsetzungsschwächen der Regelung auszuräumen und die Leitplanke des EU-Beihilferechts einzuhalten, sodass nur diejenigen Unternehmen in den Genuss der Begünstigung kommen, die auch tatsächlich als energieintensiv eingestuft werden. Auch aus diesem Grund wird es im Antragsjahr 2016 erstmalig eine Änderung bei der Ermittlung der Stromkosten geben, deren Wirkung jedoch insbesondere in den kommenden Jahren für viele aktuell privilegierte Unternehmen zu spüren sein wird.

Bei der Ermittlung der Stromkosten im Rahmen der Stromkostenintensität ist ab diesem Antragsjahr nicht mehr der tatsächliche Strompreis, sondern ein vorgegebener Strompreis aus der zwischenzeitlich in Kraft getretenen Besondere-Ausgleichsregelung-Durchschnittsstrompreis-Verordnung (DSPV) heranzuziehen, der sich anhand einer Matrix aus dem Gesamtverbrauch des Unternehmens und der gewichteten Benutzungsdauer ergibt. Hierbei ist zu beachten, dass die tatsächlichen Stromkosten weiterhin bruttowertschöpfungswirksam sind, die maßgeblichen Stromkosten hingegen nun im Zähler der Stromkostenintensität berücksichtigt werden müssen.

Der maßgebliche Strompreis ergibt sich aus den durchschnittlichen Strompreisen inkl. möglicher Begünstigungen aller antragstellenden Unternehmen, was zur Folge hat, dass darin enthaltene Marktpreisveränderungen, Netzentgeltveränderungen etc. berücksichtigt sind, auch wenn das antragstellende Unternehmen etwaige Marktvorteile selbst nicht realisiert hat.Blogbeitrag

Im aktuellen Antragsjahr ist der Effekt für die meisten Unternehmen vergleichsweise gering. Mit Blick auf die Zukunft geht das PwC-Team in seiner Prognose der DSPV-Strompreise jedoch davon aus, dass beispielsweise im Antragsjahr 2017 der maßgebliche Strompreis durchschnittlich um ca. 6 % sinkt. Bezogen auf die Stromkostenintensität bedeutet dies eine Reduzierung um ca. 1,3 Prozentpunkte.

Da durch die Nutzung des arithmetischen Mittels über die letzten drei Jahre sowohl in Bezug auf die Bruttowertschöpfung, aber auch in Bezug auf die Stromverbräuche kurzfristige Hebel nur sehr gering wirken, ist eine frühzeitige Kontrolle und Prognose sowie gegebenenfalls frühzeitiges „Gegensteuern“ notwendig, um die Privilegierung in den Folgejahren aufrecht zu erhalten. Hierzu bietet sich das PwC-Prognosetool für Strompreise an, um die Auswirkungen frühzeitig zu erkennen und ggfs. steuernde Maßnahmen einzuleiten.

 Ansprechpartner

Nicolas Deutsch

Dipl.-Oec.

Tel: +49711250343963

Email: nicolas.deutsch@de.pwc.com

Lukas Krüger

Dr. rer. pol.

Tel: +49 2119811397

Email: lukas.krueger@de.pwc.com

Simon Fahrenholz

Dipl.-Oec.

Tel: +49 2119812346

Email: s.fahrenholz@de.pwc.com

 

Schrittweise Überführung von Braunkohlekraftwerksblöcken mit einer Leistung von 2,7 GW in die Sicherheitsbereitschaft zur Erreichung der Klimaschutzziele – Verständigung zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen

In einer Eckpunktevereinbarung vom 1. Juli 2015 hatte die Bundesregierung festgelegt, dass die deutsche Braunkohlenwirtschaft einen zusätzlichen Beitrag zum Aktionsprogramm Klimaschutz leisten soll. Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Nach übereinstimmenden Pressemitteilungen der beteiligten Parteien haben sich nunmehr das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und die Energieunternehmen Mibrag, RWE und Vattenfall auf die befristete Einrichtung einer Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken in einem Umfang von 2,7 Gigawatt und deren anschließende Stilllegung verständigt. Ein Gesetzentwurf zur Ausgestaltung der Maßnahme soll im November im Bundeskabinett beschlossen werden. Wenngleich gemäß Verlautbarung des BMWi bereits intensive Gespräche mit der Europäischen Kommission erfolgt sind und man zuversichtlich ist, dass diese Maßnahme beihilferechtlich genehmigungsfähig ist und noch offene Fragen geklärt werden können, ist das formelle Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Die Regelung sieht vor, dass zwischen 2016 und 2019 Braunkohlenblöcke für jeweils vier Jahre vom Netz genommen werden. Diese Kraftwerksblöcke sollen nur noch als letzte und befristete Absicherung der Stromversorgung abgerufen werden können und müssen in diesem Zeitraum der Sicherheitsbereitschaft betriebsbereit gehalten werden.

Es ist vorgesehen, dass die Unternehmen Mibrag, RWE und Vattenfall Braunkohleblöcke mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt ab dem Jahr 2016 schrittweise aus dem Markt genommen und vorläufig stillgelegt werden. Danach werden die Blöcke endgültig stillgelegt.

Nach den Verlautbarungen der Betreiber sind folgende Anlagen betroffen:

  • Seitens der MIBRAG wird das Kraftwerk Buschhaus mit einer Netto-Leistung von rund 350 Megawatt zum 1. Oktober 2016 für vier Jahre in die Sicherheitsbereitschaft genommen.
  • Der RWE Konzern wird fünf Anlagen der 300-MW-Klasse in die Sicherheitsbereitschaft überführen. Die Maßnahme beginnt für die Blöcke P und Q in Frimmersdorf am 1. Oktober 2017, für die Blöcke E und F in Niederaußem am 1. Oktober 2018 sowie für den Block C in Neurath am 1. Oktober 2019.
  • Vattenfall wird die 500 MW Blöcke E und F des Kraftwerks Jänschwalde (Lausitzer Revier) zum 1. Oktober 2018 bzw. 2019 in die Sicherheitsbereitschaft überführen.

Die Betreiber der stillzulegenden Anlagen erhalten für die Herstellung der Sicherheitsbereitschaft und für die Stilllegung der Anlagen eine Vergütung, die wie auch das technische Einsatzkonzept gesetzlich verankert werden soll.

Für die Sicherheitsbereitschaft fallen Gesamtkosten in einer Größenordnung von rund 230 Mio. Euro pro Jahr über sieben Jahre, mithin rd. 1,6 Mrd. Euro, an. Durch diese Maßnahme sollen die Netzentgelte um rund 0,05 Cent pro Kilowattstunde ansteigen.

Ziel der Überführung der Kraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft ist, eine Emissionsminderung von 11 bis 12,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2020 zu erreichen, um damit – gemeinsam mit der Initiative zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG Novelle) und Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz – die nationalen Klimaziele zu erreichen. Es ist vorgesehen, die genaue Entwicklung der Emissionsminderung im Jahr 2018 zu evaluieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen abzuleiten.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Thomas Schmid.

Energy Risk Cockpit – Ihre Gesamtrisikosituation auf einen Blick

Kennen Sie Ihre Risikotragfähigkeit und Ihren Risikoappetit ?

Neuartige und bestehende Risiken transparenter darzustellen gewinnt bei Unternehmen der Energiebranche zunehmend an Bedeutung. Hintergrund sind nicht zuletzt die neuartigen Risiken, die aus der Energiewende resultieren. Einige Energieversorger orientieren sich bei Aufbau und Weiterentwicklung von Risikomanagementsystemen an den Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk), die für Banken verpflichtend einzuhalten sind. Eine Ableitung der Risikotragfähigkeit und des Risikoappetits – wie in den MaRisk vorgesehen – erfolgt hierbei jedoch in der Energiebranche häufig noch nicht. Ein solches Risikotragfähigkeitskonzept ist aber als Steuerungsgröße für die Gesamtrisikosituation sehr hilfreich und PwC wird folgerichtig zunehmend von Unternehmen aller Größenordnung der Branche auf die Thematik angesprochen.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung eines effizienten Risikomanagements und Risikotragfähigkeitskonzepten in einer Welt mit ersten Insolvenzen in der Energiebranche, entschieden sich PwC und ein deutscher Energiekonzern zur Durchführung eines Pilotprojekts. Ziel war die Entwicklung eines pragmatischen aber dennoch sinnvollen Ansatzes in Anlehnung an Risikotragfähigkeitskonzepte im Bankenumfeld. Die Grundidee war es Geschäftsführung und Aufsichtsrat die Risikosituation anhand einer aus Jahresabschlussinformationen abgeleiteten Risikodeckungsfähigkeit transparent darstellen zu können.

Neben der eigentlichen Konzeption eines Risikotragfähigkeitskonzeptes stand die Entwicklung einer Management-Cockpit Lösung im Vordergrund. Unser Zielbild hierbei war den Leitungsorganen des Unternehmens jederzeit kompakt auf einer Seite einen Überblick über die Risikosituation und die Auslastung des Risikodeckungspotentials des Unternehmens darstellen zu können.

Der konzeptionelle Ansatz –Realisation als Top-Down und Bottom-Up Betrachtung

Dashboard Im Rahmen einer Top-Down Ermittlung wird die Risikotragfähigkeit quantifiziert und mit Hilfe  eines   im Rahmen des Projektes entwickelten statistischen Ansatz auf die  Unternehmensbereiche verteilt.                                                                                                                                                                    Im Rahmen einer Bottom-Up Ermittlung werden parallel die zentralen Risiken (Marktpreis-,  Kredit-, Counterparty- und ggf. Liquiditätsrisiko) für die einzelnen Unternehmens- oder  Geschäftsbereiche erfasst und im Dashboard aggregiert. Sofern bereits standardisierte Risikoreports vorliegen, kann dies  auch als Dateiupload erfolgen.

 

Energy Risk Cockpit – Endlich Überblick über Unternehmensrisiken

Dashboard_real Die Gegenüberstellung der aggregierten Risiken und der zur Verfügung stehenden  Risikodeckungsmassen erfolgt im letzten Schritt und stellt das eigentliche Cockpit dar. Auf einer  zentralen Übersicht werden alle relevanten Auslastungsgrade visuell, sowohl für das gesamte  Unternehmen als auch für einzelne Unternehmens- oder Geschäftsbereiche ausgewiesen. Ein    Ampelsystem sorgt schnell für Transparenz über die Risikosituation.

Daneben wurden sowohl eine Historisierung der ermittelten Ergebnisse der letzten Perioden als auch weitere Auswertungsansichten in verschiedenen Dimensionen und Granularitäten implementiert.

Neben der grundsätzlichen Einführung einer Risikotragfähigkeitsbetrachtung im Rahmen eines angemessenen Risikomanagements stellt das Energy Risk Cockpit somit auch eine zentrale Auswertungsmöglichkeit für das Risikoreporting dar.

 

Kostengünstige und flexible technische Umsetzung

Die Applikation wurde auf Basis einer kostenfrei verfügbaren Business Intelligence Lösung entwickelt. Diese bietet die Auswertungsmöglichkeiten einer multidimensionalen Datenbank und lässt sich sowohl als Einzelplatzlösung als auch im Netzwerk für mehrere Nutzer gleichzeitig nutzen. Die Bedienung erfolgt über ein Excel-Dokument, welches über ein Add-In mit der Datenbank kommuniziert. Hierdurch ist die Lösung sehr flexibel anpassbar und intuitiv von Mitarbeitern mit Office Kenntnissen bedienbar.

Gerne stellen wir Ihnen unsere Lösung im Rahmen eines persönlichen Gesprächs als Live Demonstration vor. Wir freuen uns auf Ihre Terminvereinbarung. Ihr PwC-Ansprechpartner zu diesem Thema ist Marco Galioto.

Neuauflage Verteilnetzstudie Niedersachsen: Auswirkungen der Energiewende auf die Netzbetreiber in der Region

PwC hat, wie schon 2013, gemeinsam mit dem VKU und der Hochschule Osnabrück die Auswirkungen der Energiewende auf die Netzbetreiber in der Region ermittelt. 17 von 60 befragten Netzbetreibern beteiligten sich; diese versorgen rund 50% der Fläche Niedersachsens/Bremens.

Die Studie zeigt für 2013/14 einen beschleunigten Zubau von EE-Anlagen und eine deutlich höhere Durchschnittsleistung je Anlage gegenüber der Prognose der ersten Studie. Diese Zubaugeschwindigkeit determiniert die Netzausbauerfordernisse. Einige Netzbetreiber gaben an, dass ihre Netze an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit für EE-Strom stoßen. Bei 3 der 17 Studienteilnehmer kam es zu Überspeisungen. In vier weiteren Fällen liegt der Quotient zwischen 0,8 und 1; hier könnte künftig bei weiter anhaltendem Anlagenzubau eine Überspeisung drohen.