Kategorie: Transaktionen

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Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 4

Findet Vattenfall einen Käufer für sein Braunkohlegeschäft? Werden die geplanten Börsengänge der Tochtergesellschaften von E.ON und RWE erfolgreich sein? Und werden die Stadtwerke ihre Investitionen in Wind- und Solarparks fortsetzen? Die kommenden Monate versprechen viel Spannung, zumal auch durch den Gesetzgeber weitere Bewegung in den Energiemarkt kommt. Da ist zum einen die EnWG-Novelle, die mehr Rechtssicherheit in die Konzessionsverfahren bei kommunalen Energienetzen bringt.

Beteiligung von institutionellen Investoren an der Energiewende

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2015 auf einen neuen Rekordwert von  33%  (vorläufiger Wert der BDEW, Stand: 3.11.2015) gestiegen. Damit hat sich der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Auch institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Versicherungen und Pensionskassen, beteiligen sich neben Finanzinvestoren und Energieversorgern zunehmend an der deutschen und europäischen Energiewende.

Investments in Erneuerbare Energien versprechen stabile Rendite

Dass Investitionen in erneuerbare Energien mittlerweile verstärkt in den Fokus gerückt sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass seit etwa zwei bis drei Jahren vermehrt auch traditionell konservative Anleger in Wind- und Solarparks investieren. Während die Energiewende anfänglich in erster Linie von Landwirten und privaten Kleinanlegern getragen wurde, treten nach Energieversorgern, Stadtwerken und Finanzinvestoren zunehmend auch institutionelle Anleger, wie Versicherungen und Pensionskassen, als Eigenkapitalinvestoren und Fremdkapitalgeber auf. Deren Motivation liegt einerseits in der Diversifizierung ihrer Investments begründet, andererseits aber auch in dem Wunsch, langfristig stabile und attraktive Renditen erwirtschaften zu können. Während risikoarme Staatsanleihen derzeit nur sehr geringe Renditen erwirtschaften, bieten Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energie die Möglichkeit, in potenziell ertragreichere Anlagen zu investieren.

Due Diligences immer wichtiger

Allerdings führt der steigende Wettbewerb unter den Kaufinteressenten von Windparks – insbesondere bei der Onshore-Windenergie – derzeit zu einem erhöhten Druck auf die Renditen, da Projektanbieter im vorherrschenden Verkäufermarkt oft in der Lage sind, ihre Margen zu optimieren. Tendenziell lassen sich dabei zunehmend progressivere Investitionsannahmen seitens der Käufer beobachten, indem beispielsweise von längeren Projektlaufzeiten, höheren Winderträgen oder steigenden Marktpreisen für den erzeugten Strom ausgegangen wird. Der Plausibilisierung dieser Annahmen im Rahmen von Transaktionsprozessen kommt daher eine zunehmend große Bedeutung zu. Umfangreiche Due Diligences und die laufende Überprüfung von Risikoeinschätzungen werden dabei immer wichtiger, zumal auch politische und regulatorische Rahmenbedingungen einem stetigen und teils schnellen Wandel unterliegen. Beispiele hierfür sind Solvency II und die EEG-Novelle 2016.

Veränderte Rahmenbedingungen erfordern neue Kooperationsmodelle

Darüber hinaus erfordern auch die zunehmend aufkommenden „Partnering-Modelle“, in denen Projektentwickler, Energieversorger und Investoren langfristig eng zusammenarbeiten, neue Strukturierungsansätze und Lösungen, die oft weit über die bisher üblichen Strukturen in der Branche („Entwickeln, Bauen, Verkaufen, Betreiben“) hinaus gehen. Insbesondere gilt dies für den Bereich der Offshore-Windenergie, wo die schiere Projektgröße und die größeren technischen Herausforderungen weit höhere Anforderungen an alle Projektbeteiligten stellen, als dies bei der Onshore-Windenergie und der Solarenergie der Fall ist. Durch die ab 2017 geplanten Ausschreibungen ist bei allen Technologien eine weitere Zunahme der Komplexität zu erwarten.

Nachfolgend haben wir beispielhaft einige der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Transaktionen in den Bereichen Onshore- und Offshore-Windenergie aufgeführt.

  • Mai 2015: HANSAINVEST/SIGNAL IDUNA Gruppe [Erwerb eines 100%-Anteils an einem Portfolio von acht Onshore-Windparks in Deutschland, Verkäufer: wpd (Deutschland), Kapazität: über 100 MW]
  • September 2015: TALANX Asset Management und verschiedene Ko-Investoren [Anteilige Fremdfinanzierung des Offshore-Windparks Gode Wind 1 für Global Infrastructure Partners, Verkäufer: DONG Energy (Dänemark), Bondvolumen: € 556 Millionen]

Fazit
Das Feld der Investoren im Bereich der erneuerbaren Energien unterliegt einem stetigen Wandel und wird aktuell zunehmend durch das Auftreten institutioneller Investoren geprägt. Diese sind in Zeiten niedriger Zinsen zunehmend gezwungen, neue Investitionsmöglichkeiten zu finden und akzeptieren dabei häufig niedrigere Renditen auf ihr eingesetztes Kapital, als dies bei anderen Investorengruppen bisher der Fall war. Dabei stehen alle Investoren jedoch vor der Herausforderung, auch im aktuellen Verkäufermarkt risikoadäquate Renditen bzw. Zinsen sicherzustellen.

Ansprechpartner

Heiko Stohlmeyer

Director Renewable Energies

Tel.: +49 89 5790­5425

E-Mail: heiko.stohlmeyer@de.pwc.com

Oliver Moß

Senior Manager Renewable Energies

Tel.: +49 89 5790­6188

E-Mail: oliver.moss@de.pwc.com

 

Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 3

Die Bundesregierung steht nach wie vor zur Energiewende sowie zu den Klimaschutzzielen und will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2025 auf 40% bis 45% und bis 2035 auf 55% bis 60% steigern. Mit der Verabschiedung des EEG 2014 wurde erneut ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin erreicht. Für die Energieversorger herrscht dadurch zumindest im Bereich der erneuerbaren Energien wieder mehr Planungssicherheit. Dennoch sind unverändert wichtige und drängende Fragen in der Energiewirtschaft, wie beispielsweise die Implementierung eines Kapazitätsmarktes oder die Ausgestaltung der Netzregulierung ab dem Jahr 2019, offen.

Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 2

Nach dem energiepolitischen Stillstand im Jahr 2013, will die Große Koalition in 2014 das Regelwerk für die Ökostromförderung grundlegend verändern. Das Kabinett hat die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgelegten Eckpunkte zur EEG-Reform bereits Mitte Januar beschlossen. Die EEG-Novelle soll im ersten Halbjahr 2014 verabschiedet werden und nach den Vorstellungen von Sigmar Gabriel zum 1. August 2014 in Kraft treten.

Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 1

Die großen Herausforderungen im Zuge der Energiewende werden auch in Zukunft eine erhebliche Auswirkung auf die Transaktionslandschaft in der deutschen Energiewirtschaft haben. Der eingeläutete Wandel von der konventionellen Erzeugung hin zu Erneuerbaren Energien und dezentraler Erzeugung führen zu einer strategischen Neuausrichtung der Versorger, hin zu einem Dienstleistermodell für die Kunden. Die Auswirkungen der Neuausrichtung der Geschäftsmodelle gehen mit einer regen Aktivität auf dem Transaktionsmarkt einher.