Innovative KWK-Systeme

Was ist das eigentlich und wofür sind sie gut?

Am 29.06.2017 hat der Bundestag der KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) zugestimmt. Diese beinhaltet auch eine neue Förderkategorie, mit der sog. innovative KWK-Systeme angesprochen werden. Hierdurch sollen der Kraft-Wärme-Kopplung Zukunftsperspektiven eröffnet und die Nutzung erneuerbarer Energien in Wärmenetzen vorangetrieben werden. Pro Kalenderjahr steht dafür ein Ausschreibungsvolumen von 50 MW bereit. Die erste Ausschreibungsrunde für innovative KWK-Systeme findet allerdings erst zum 1. Juni 2018 statt. Die Branche hat bis dahin Zeit, die Innovationskraft dieser neuen Fördermöglichkeit zu evaluieren. Wenn die tatsächlichen Gegebenheiten ein innovatives KWK-System zulassen, dann besteht der Vorteil an dieser Ausschreibungsform insbesondere darin, dass ein höheres Gebot abgegeben werden kann als in der normalen Ausschreibungsrunde. Der Höchstwert bei einem Gebot beträgt 12 ct/kWh statt 7 ct/kWh. Selbstverständlich muss dabei eine Gebotsstrategie abgestimmt sein. Ein weiterer Vorteil kann darin bestehen, dass ein Ausschreibungsvolumen zur Verfügung steht, das nicht von normalen KWK-Anlagen ausgeschöpft werden kann. Letzteres wird stark von der Marktentwicklung abhängig sein.

Was genau unter einem innovativen KWK-System zu verstehen ist, wurde zunächst im KWKG sehr offen definiert. Gemäß § 2 Abs. 9 a KWKG handelt es sich dabei um besonders energieeffiziente und treibhausgasarme Systeme, in denen KWK-Anlagen in Verbindung mit hohen Anteilen von Wärme aus erneuerbaren Energien KWK-Strom und Wärme bedarfsgerecht erzeugen oder umwandeln. Danach ist ein innovatives KWK-System eine Erweiterung zu einer KWK-Anlage, bei der eine flexible KWK-Anlage mit erneuerbarer Wärme aus beispielsweise Solarthermie oder Wärmepumpen kombiniert wird.

In der KWKAusV erfolgt die Konkretisierung innovativer KWK-Systeme. Demnach müssen diese immer aus drei Komponenten bestehen, nämlich

  1. einer neuen oder modernisierten KWK-Anlage;
  2. einem fabrikneuen, erneuerbaren Wärmeerzeuger, um zu gewährleisten, dass die Menge innovativer Wärme im Gesamtsystem erhöht wird und
  3. einem elektrischen Wärmeerzeuger, durch den bei hohem Erzeugungsaufkommen die Last erhöht und somit das Netz entlastet werden kann.

Der o.g. Wärmeerzeuger muss pro Kalenderjahr mindestens 30 % der Referenzwärme als innovative erneuerbare Wärme bereitstellen und darf nur einer KWK-Anlage zugeordnet sein, um eine Mehrfachzuordnung und damit Abrechnung der gleichen Wärmebereitstellung für unterschiedliche innovative KWK-Systeme innerhalb eines Wärmenetzes zu verhindern. Außerdem müssen die Komponenten wärmeseitig verbunden sein und gemeinsam gesteuert werden können, um die Integration innovativer erneuerbarer Wärme in die flexible Versorgung einer Wärmesenke zu gewährleisten.

Die Anforderungen der Ausschreibungsrunden erfordern strategische Entscheidungen bei der Planung und Strukturierung von Projekten. Dabei unterstützen wir Sie gerne mit unserer Expertise.

 

 Ansprechpartner

Dominik Martel

PwC Legal

Tel.: +49 521 9649-7902

E-Mail: dominik.martel@de.pwc.com

 

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