Kategorie: Digitalisierung

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Kooperation versus Bankgründung – Teil II

Im vorherigen Beitrag „Kooperation versus Bankgründung – Teil I“ haben Sie erfahren, dass sich nur wenige FinTechs zur Bankgründung entschließen und aus welchen Gründen eine Neugründung unterbleibt.

Als Ausweg, um dennoch mehr Bankservices anbieten zu können, gehen FinTechs Kooperationen mit den Geschäftsbanken ein. Auf diese Weise können Ausgaben für eine Banklizenz vermieden und gleichzeitig Zugänge zu mehr Vertriebspotenzialen von Bankservices geschaffen werden. Im Gegenzug profitieren Banken vom technischen Wissen und der Innovationskraft der FinTechs, wodurch die eigene Digitalisierung vorangetrieben wird. Dies spart neben Zeit vor allem Ressourcen, die den Banken im derzeitigen schwierigen Marktumfeld nur begrenzt zur Verfügung stehen. Es überrascht somit umso mehr, dass in Deutschland nur 56 % der Banken auf Kooperationen mit FinTechs setzen, obwohl 80 % der kooperierenden Banken mit der Zusammenarbeit zufrieden sind. (vgl. GFT Expert Survey – The Secrets of Digital Banking Success, Spring 2015)

Der Fokus der Banken sollte sich zukünftig vermehrt auf Kooperationen mit anderen Finanzdienstleistern wie FinTechs richten. Dies gilt nicht zuletzt für Förderbanken, da sie häufig unzureichend digital aufgestellt sind, wie die von PwC veröffentlichte Studie „Förderbanken 2020 – Digitale Transformation!“ zeigt. Die digitale Vernetzung mit den FinTechs stellt einen wichtigen Baustein in der Weiterentwicklung der Förderbanken dar und sollte von den Förderbanken aktiv forciert werden.

Kooperation versus Bankgründung – Teil I

Studien zeigen, dass neugegründeten Finanzdienstleistern (FinTechs) ein besseres Preis-Leistungsverhältnis, eine höhere Kundenorientierung sowie eine gesteigerte Transparenz im Vergleich zu klassischen Geschäftsbanken zugeschrieben werden. Dennoch gibt es kaum Bankgründungen durch FinTechs. Dies hat mehrere Gründe. Zwar sind viele Kunden mit den Services ihrer Bank unzufrieden, jedoch scheuen einige den Aufwand eines Bankwechsels. Weiterhin ist der Bankenmarkt in Deutschland groß und durch starken Wettbewerb gekennzeichnet. Vor allem dürfte aber die als komplex und aufwändig angesehene Beantragung einer Banklizenz ein Hauptgrund sein, weshalb viele FinTechs von einer Bankgründung absehen.

Erfahren Sie in „Kooperation versus Bankgründung – Teil II“ welchen Ausweg FinTechs jetzt für sich entdecken und wie dies die Bankenlandschaft beeinflusst.

Bankgründung: Eine Option für Unternehmen? – Teil 2

Im vorangegangenen Eintrag zum aktuellen PwC-Whitepaper „Bankgründung: Eine Option für Unternehmen?“ ist bereits dargelegt geworden, warum die Gründung eigener Unternehmensbanken für die deutsche Industrie trotz des großen Erfolgs der Autobanken in naher Zukunft nicht vermehrt zu erwarten ist. Dabei ist der Bedarf an individuellen Finanzdienstleistungen hoch. Jedes zweite der befragten Unternehmen nannte den Wunsch nach Effizienzverbesserung und Professionalisierung aller Finanzierungsaktivitäten im Unternehmen. Darüber hinaus waren Working Capital-Management (36%), Absatzsicherung (34%), Absicherung der Zulieferer-/Lieferkette (27%) und Diversifikation der Unternehmenstätigkeit (27%) zentrale Bedürfnisse. Ein Fünftel der Entscheider gab sogar generelle Unzufriedenheit mit der Hausbank an.

 

Abbildung 2: Motive für eine Bankgründung

 

Dass Geschäftsbanken vorerst keine verstärkte Konkurrenz aus dem industriellen Sektor zu erwarten haben, hängt also nicht mit der Güte ihrer Leistung, sondern den oftmals zu hohen Eintrittsbarrieren für Unternehmen zusammen. Das Whitepaper zeigt für Geschäftsbanken sowohl Handlungsfelder – insbesondere in der Beratung und Produktgestaltung – aber auch Chancen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder auf. Dies sind bspw. strukturierte Finanzierungen für Branchen oder Verbände, Kreditplattformen, gemeinsame Vertriebstätigkeit und White-Label-Produkte . Die Generierung eines Mehrwerts setzt jedoch Offenheit, frühzeitigen Wissensaustausch und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung voraus.

Die Pressemitteilung zur Studie finden Sie hier.

Bankgründung: Eine Option für Unternehmen? – Teil 1

Gerade aus der Automobilindustrie sind Unternehmensbanken heute gar nicht mehr wegzudenken. Branchenerfahrung bezüglich Kundendaten, Restwerten und Vertriebswegen ermöglichen diesen die Vergabe von Finanzierungs- und Leasingverträgen sowie dazugehöriger Versicherungen und Garantien zu deutlich attraktiveren Konditionen. Nach Ausweitung ihres Geschäftsmodells bieten sie mittlerweile auch klassische Finanzprodukte wie Tagesgeldkonten oder auch Kreditkarten an. Neben der Optimierung der Finanzierungsaktivitäten dienen sie so auch der Kundenbindung. Sind Unternehmensbanken also der nächste logische Schritt in der Weiterentwicklung industrieller Geschäftsmodelle und ist deren Gründung folglich vermehrt zu erwarten?

Mit dieser Fragestellung beschäftigt sich die aktuelle PwC-Studie „Bankgründung: Eine Option für Unternehmen?“, die von PwC bezogen werden kann. Demnach ist die Gründung einer eigenen Bank nur für vereinzelte deutsche Industrieunternehmen eine strategische Option. Von rund 90 befragten Entscheidern relevanter Großunternehmen mit insgesamt 177 Mrd. € Umsatz, ziehen nur 6% eine Bankgründung in Betracht. Dies begründen sie mit ihrer zu geringen Größe (31%), der Ferne zum Kerngeschäft (22%) und den mit regulatorischen Vorgaben zusammenhängendem Aufwand (18%).

Abbildung 1: Gründe, die gegen eine Bankgründung sprechen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesen Sie auch unseren nächsten Beitrag zu diesem Thema. Er wird sich damit befassen, welche Motivatoren für die Gründung von Industriebanken sprechen. Darauf aufbauend werden Handlungsfelder und -vorschläge für Geschäftsbanken abgeleitet.

Die Pressemitteilung finden Sie hier.