Compliance FS Blog

EU plant die Einführung einer europäischen Ein-Personen-Gesellschaft

Mit der „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit einem einzigen Gesellschafter“ plant die EU mit dem Vorschlag COM(2014) 212 vom 9. April 2014 die Einführung einer europäischen Ein-Personen-Gesellschaft (SUP, lat. Societas Unius Personae). Hierbei soll es sich um eine Gesellschaft mit einem einzigen Gesellschafter handeln, bei der die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt ist.

Mit der europäischen Ein-Personen-Gesellschaft will die EU die Gründung von europaweit agierenden, kostengünstigen, voll rechts- und handlungsfähigen Gesellschaften mit einem Mindeststammkapital von nur einem Euro und nach weitgehend einheitlichen Rechtsprinzipien ermöglichen und fördern. Dadurch sollen vor allem Start-ups und Mittelständlern die Gründung von Gesellschaften im Ausland erleichtert werden.

IWF rügt die USA aufgrund unzureichender Regelungen zur Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter von juristischen Personen

Der IWF hat in seiner Technical Note vom Juni 2015 festgestellt, dass die USA keine angemessenen und wirksamen Vorgaben zur Identifizierung der wirtschaftlich Berechtigten von juristischen Personen implementiert haben. Die FATF hatte diese Feststellung bereits 2006 in ihrem Mutual Evaluation Report getroffen.

Vor diesem Hintergrund sind die Möglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden, im Ermittlungsfall die wirtschaftlich Berechtigten von juristischen Personen über Bundesstaaten, Kreditinstitute oder Dienstleister für Unternehmen und Trusts in Erkenntnis zu bringen, teilweise eingeschränkt, was zu einer Gefährdung der Wirksamkeit der Maßnahmen der USA zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung führen kann.

Prävention von Cyber-Fraud als Teil des (Compliance-) Risikomanagements

Cyber-Angriffe werden immer vielfältiger. Die Anzahl und die Qualität von Angriffen Unbefugter auf die IT-Systeme von Unternehmen des Finanz- und Versicherungswesens steigen. Angriffe auf die IT-Systeme werden durchgeführt, u. a. um Daten zu stehlen, zu manipulieren oder um die Geschäftsabläufe der Unternehmen zu schädigen. Die Angriffe führen zum Teil zu hohen Vermögensverlusten auf Seiten der Geschädigten (Finanzunternehmen und deren Kunden) sowie zu massiven Reputationsverlusten.

Wer steckt hinter Cyber-Angriffen? Wir sehen in der Praxis unterschiedliche Angreifer-Typen. Cyber-Angriffe werden aus unterschiedlichen Gründen und von unterschiedlichen Interessensgruppen durchgeführt. Hierzu gehören z. B. die organisierte Kriminalität (Cyber-Mafia), Personen mit politischen Motiven (Hacktivists), Personen mit destruktiven Intentionen (Cyber-Terroristen) oder auch Staaten bzw. staatlichen Institutionen (u. a. Nachrichtendienste).

BaFin-Rundschreiben 06/2015 (GW): Erklärung und Informationsbericht der FATF

Die BaFin hat am 10.07.2015 das Rundschreiben 06/2015 (GW) veröffentlicht.

In der Plenarsitzung in Paris wurde von Seiten der FATF eine aktualisierte Erklärung (Anlage 1) und ein Informationsbericht (Anlage 2) veröffentlicht, welche sich mit wesentlichen Länderdefiziten in Bezug auf Maßnahmen zu Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung befassen.

I. Erklärung der FATF („FATF Public Statement“) vom 26.06.2015 zum Iran, zur Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) sowie weiteren Ländern

Länder der Kategorie 1 (weiterhin Iran; Nordkorea) stellen anhaltende sowie substantielle Risiken für die internationalen Finanzsysteme aller Länder dar. Die Erklärung der FATF vom 27.02.2015 sowie die Rundschreiben 3/2015 (GW) und 2/2010 (GW) bestehen weiterhin fort.

Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft

Am 9. Juli 2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz verkündet worden, in weiten Teilen ist es zum 10. Juli 2015 in Kraft getreten.

Intention des Gesetzgebers für dieses Artikelgesetz war, den „Grauen Kapitalmarkt“ einer weiterreichenden Regulierung zu unterwerfen und so private Kleinanleger vor Verlusten im Zusammenhang mit oft hochspekulativen Kapitalanlagen am „Grauen Kapitalmarkt“ zu schützen.

Dies soll auf zweierlei Weise erreicht werden:

Zum einen wurden die aufsichtsrechtlichen Befugnisse der BaFin im Zusammenhang mit dem „Grauen Kapitalmarkt“ stark ausgeweitet und Regelungen konkretisiert.

Neue Erleichterungsregelungen im E-Geld-Geschäft

Mit Schreiben vom 3. Juli 2015 hat die Aufsicht einen definierten Personenkreis, der am institutsübergreifenden System “GeldKarte” der Deutschen Kreditwirtschaft teilnimmt und die kontoungebundene GeldKarte herausgibt, vertreibt oder rücktauscht von Sorgfaltspflichten in Bezug auf die Identifizierung des Vertragspartners, der Überwachung der Transaktionen und der Speicherung von Daten gemäß § 24c KWG widerruflich freigesprochen.

Im Einzelnen handelt es sich um alle Zahlungsdienstleister gemäß § 1 Abs. 1 ZAG sowie um alle Verpflichteten i.S.d. § 2 Abs. 1 Nr. 2b und 2c GwG.

Unter Zahlungsdienstleister gemäß § 1 Abs. 1 ZAG fallen Kreditinstitute i.S.d. Artikels 4 Nr. 1 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012 (ABl. L 176 vom 27.6.2013, S. 1), die im Inland zum Geschäftsbetrieb berechtigt sind.

Länderrisiken – ein weites Feld

Zur Ermittlung von Länderrisiken in Bezug auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug steht den Instituten eine Vielzahl von unterschiedlichen internationalen und nationalen Quellen zur Verfügung: Veröffentlichungen der FATF, Veröffentlichungen der BaFin, der FIU, der EU, der OECD, EU- und UN-Sanktionslisten für bestimmte Länder und Territorien, Einstufungen von Ländern und Territorien zum Thema Korruption (u.a. CPI von Transparency International).

Insbesondere bei global agierenden Instituten spielt die Betrachtung von Länderrisiken bei der Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen eine wichtige Rolle, so z.B. im Rahmen der Erstellung der institutsspezifischen Risikoanalyse, der Ermittlung des Kundenrisikos, bei der Ausgestaltung des Kundenannahmeprozesses sowie der Durchführung von Monitoring-Maßnahmen.

Neue Prüfungsberichtsverordnung – Änderungen für die Prüfung der Pflichten zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen

Am 19. Juni 2015 wurde die „Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sowie über die darüber zu erstellenden Berichte (Prüfungsberichtsverordnung – PrüfbV) vom 11. Juni 2015“ im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 23 veröffentlicht.

Abschnitt 3 „Aufsichtliche Vorgaben“, Unterabschnitt 6 „Bargeldloser Zahlungsverkehr; Vorkehrungen zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sowie von sonstigen strafbaren Handlungen zur Lasten des Instituts“ regelt in den §§ 26, 27 PrüfbV den Zeitpunkt der Prüfung sowie den Inhalt des Berichts über die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen.

Die sogenannte Selbstgeldwäsche soll in Deutschland strafbar werden

Das Bundesministerium der Justiz hat im März 2015 einen Diskussionsentwurf zur Änderung des § 261 Abs. 9 StGB vorgelegt. Dieser sieht vor, dass eine Straflosigkeit der sogenannten Selbstgeldwäsche ausgeschlossen sein soll, “wenn der Täter oder Teilnehmer einen Gegenstand, der aus einer in § 261 Abs.1 Satz 2 StGB genannten rechtswidrigen Tat herrührt, in den Verkehr bringt und dabei die rechtswidrige Herkunft des Gegenstands verschleiert.”

Im Schatten der vierten EU Geldwäscherichtlinie: Neue Geldtransferverordnung tritt in Kürze in Kraft

Die Europäische Union hat sich auf eine neue Verordnung zur Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers verständigt.

Mit der Verordnung (EU) 2015/847 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2015 über die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1781/2006 soll die Rückverfolgbarkeit von Zahlern und Zahlungsempfängern sowie ihrer Vermögenswerte verbessert werden. Die Aufgabe für die Finanzinstitute wird sein, für jede Etappe eines elektronischen Geldtransfers – unabhängig davon, ob es sich um Zahlungen innerhalb eines EU-Mitgliedstaats oder zwischen den Mitgliedstaaten handelt – Angaben sowohl zum Auftraggeber als auch Begünstigten bereitzuhalten. Finanzinstitute werden also wirksame risikobasierte Verfahren vorhalten müssen, um feststellen zu können, ob die Angaben zum Auftraggeber und zum Begünstigten vollständig vorliegen. Ferner sollen wirksame Verfahren eingerichtet werden, mit deren Hilfe festgestellt werden kann, ob ein Geldtransfer, bei dem die vorgeschriebenen vollständigen Angaben zum Auftraggeber und zum Begünstigten fehlen, auszuführen, zurückzuweisen oder auszusetzen ist, und welche Folgemaßnahmen angemessenerweise zu treffen sind.