Kategorie: Kommunen & Cities

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Kommunen & Cities RSS-Feed

Die vernetzte Verwaltung

In Ländern wie Dänemark, Österreich oder Estland gibt es sie bereits – die digitale Verwaltung, die den Bürgern eine Vielzahl mühevoller Behördengänge erspart. Auch in Deutschland würde sich die große Mehrheit der Menschen diesen Service wünschen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. So zeigen sich 91 Prozent offen für die Idee, zum Beispiel den Antrag auf Kindergeld oder die Ausstellung eines Reisepasses in Zukunft komplett online zu erledigen. Das Alter der Befragten spielt dabei erstaunlicherweise kaum eine Rolle: Selbst bei den Über-64-Jährigen liegt die Zustimmung bei rund 83 Prozent.

15 Minuten online statt sechsmal zum Amt

Acht von zehn Befragten können sich zudem vorstellen, sämtliche Verwaltungsvorgänge über ein digitales Bürgerkonto abzuwickeln. Damit ist ein Tool gemeint, über das die komplette Interaktion zwischen Bürger und Verwaltung zentral und transparent abgewickelt werden kann. „Ein solches Bürgerkonto hätte beispielsweise zur Folge, dass sich der frischgebackene Vater nicht nur online die Geburtsurkunde ausstellen lassen kann, sondern auch weitere Schritte wie der Antrag auf Elterngeld ausgelöst werden können. Momentan ist die Geburt eines Kindes mit einem halben Dutzend Behördengängen verbunden. Durch das Bürgerkonto ließe sich das Procedere mit einem gesamten Zeitaufwand von vielleicht 15 bis 30 Minuten online erledigen“, sagt Borries Hauke-Thiemian, Experte für Public Management Consulting bei PwC in Deutschland.

Tablet statt Wartemarke – das sollte die Vision sein

„Digitale Technologien sind heutzutage selbstverständlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. Immer mehr Menschen betreiben Online-Banking, shoppen im Internet oder nutzen Dienstleistungen wie Car-Sharing. Vor diesem Hintergrund ist den Menschen nur noch schwer begreiflich zu machen, warum sie sich für einfache Urkunden oder Dokumente einen halben Vormittag ins Amt setzen sollen“, so Hauke-Thiemian.

Wo es schon digitale Services gibt, werden diese auch genutzt

Dabei ist es natürlich nicht so, dass die deutschen Verwaltungen noch komplett in der Offline-Welt leben. Bei vielen Stadtverwaltungen können die Bürger inzwischen online Termine ausmachen. Dadurch reduzieren sich mögliche Wartezeiten. Zudem wird die Gefahr gebannt, dass sich Menschen sogar umsonst auf den Weg zum Amt machen. Bemerkenswerterweise nutzen die Deutschen solche Angebote der PwC-Umfrage zufolge bereits relativ intensiv. So gaben 67 Prozent der Befragten an, digitale Dienstleistungen ihrer Verwaltung in Anspruch zu nehmen. „Die Politik sollte darin einen Ansporn sehen, nicht auf halber Strecke stehen zu bleiben“, sagt Alfred Höhn, Leiter Öffentlicher Sektor bei PwC. „Denn einerseits ist es zwar erfreulich, dass die Online-Absprache von Verwaltungsterminen allmählich zum Standard wird. Andererseits kann dies gemessen an Ländern wie Dänemark allerdings nur ein Anfang sein. Denn dort können die Bürger von Steuerangelegenheit über Wohnkostenzuschüsse bis hin zur Scheidung nahezu alles online regeln. Ein solcher digitaler Rundum-Service sollte auch für Deutschland die Vision sein.“

Viel Vertrauen in die Stadtverwaltung – wenig in die Arbeitsagentur

Aus Sicht der potenziellen Nutzer gehört zu den großen Vorteilen des digitalen Bürgerkontos, dass sie damit Zeit sparen (68 Prozent Zustimmung) und Kosten reduzieren (64 Prozent Zustimmung). Darüber hinaus werden „Bequemlichkeit“, „Zuverlässigkeit“ und „Umweltverträglichkeit“ als positive Faktoren genannt. Auf der anderen Seite hegen viele Menschen allerdings datenschutzrechtliche Bedenken. So fürchten 60 Prozent, beim digitalen Bürgerkonto könnten personenbezogene Informationen in falsche Hände geraten. Entsprechend differenzieren viele Teilnehmer bei der Frage, welche Behörden Zugriff auf das Bürgerkonto erhalten sollen. Bei der Stadtverwaltung haben 82 Prozent der potenziellen Nutzer kein Problem damit. Den Sozialversicherungsträgern bringen immerhin 74 Prozent das nötige Vertrauen entgegen. Dagegen wäre nur eine Minderheit bereit, das Finanzamt (46 %), die Justiz (41 %) oder die Bundesagentur für Arbeit (28 %) Zugang zum digitalen Nutzerprofil zu gewähren.

„Unterm Strich lässt sich sagen: Die meisten Deutschen sind eindeutig für das digitale Bürgerkonto – allerdings nur, wenn die zu findende Lösung sicher ist und der Bürger die Hoheit über seine persönlichen Daten behält.“

Borries Hauke-Thiemian, Experte für Public Management Consulting bei PwC in Deutschland

Das Stichwort „E-Partizipation“ sagt erst wenigen etwas

Zurückhaltender zeigen sich die Deutschen bei einem weiteren Thema, das das Verhältnis zwischen Bürger und öffentlicher Hand im Online-Zeitalter betrifft – nämlich bei der sogenannten E-Partizipation. Mit dem Stichwort wird eine Steigerung der demokratischen Teilhabe durch die Nutzung digitaler Tools beschrieben; das wohl bekannteste Instrument in dieser Hinsicht ist bislang die Online-Petition. Nur 17 Prozent der Befragten zeigten in der Umfrage ein klares Verständnis, was mit E-Partizipation und Online-Beteiligung genau gemeint ist. 49 Prozent gaben an, die Begriffe zwar schon einmal gehört zu haben, sich ihrer Bedeutung allerdings nicht sicher zu sein.

Immerhin: Nachdem sie aufgeklärt wurden, gaben 57 Prozent der Befragten an, sie würden mehr Möglichkeiten von Online-Beteiligungen grundsätzlich begrüßen. PwC-Direktor Hauke-Thiemian meint: „Die Digitalisierung eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Einbindung von Bürgern in demokratische Prozesse. Dabei können breitere Zielgruppen erreicht, Prozesse beschleunigt, Meinungstendenzen einfacher erfasst und Informationen besser vermittelt werden.“

 

Ihre Ansprechpartner

Borries Hauke-Thiemian
Direktor
Tel.: +49 40 6378-1321

Email: borries.hauke-thiemian@de.pwc.com

Adrian Gelep

Manager

Tel.: +49 30 2636-4179

Email: adrian.gelep@de.pwc.com

Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen

Der Bund gewährt den Ländern Finanzhilfen zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Kommunen. Hierfür wurde 2015 ein Sondervermögen „Kommunalinvestitionsförderungsfonds“ mit einem Volumen von 3,5 Mrd. Euro eingerichtet.

Die Fördermittel kommen finanzschwachen Kommunen in den Flächenländern und entsprechenden Gebieten in den Stadtstaaten zugute. Die Verteilung der Finanzhilfen auf die Länder ist im Kommunalinvestitionsförderungsgesetz festgelegt. Bei der Ermittlung der Länderanteile wurden die Kriterien Einwohnerzahl, Kassenkredite und Anzahl der Arbeitslosen zu je einem Drittel in den Verteilungsschlüssel einbezogen. Länder, in denen sich – aufgrund der Strukturschwäche – die finanzschwachen Kommunen konzentrieren, profitieren im Vergleich zur Einwohnerzahl überproportional von dem Förderprogramm (Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland).

Weitere Informationen zur Förderung stehen hier zur Verfügung.

Ansprechpartner

WP RA StB Peter Detemple

Tel.: +49 681 9814-152

E-Mail: peter.detemple@de.pwc.com

9. VKU-NRW-Tagung

Am 20./21. September 2017 findet die 9. VKU-NRW Tagung im Schloss Friedestrom statt. Der VKU und PricewaterhouseCoopers (PwC) geben die Gelegenheit in angenehmer Atmosphäre über wichtige Zukunftsfragen, u.a. „Aktuelle Entwicklungen der Energiewirtschaft in Deutschland“, „Aktuelles zur Cyber Security“, „Zukunft der Kommunalwirtschaft in NRW“, „Vorstellung der Studie „Stadtwerke der Zukunft““ nachzudenken und diese gemeinsam zu diskutieren.

In diesem Jahr wurde wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, das Sie dem beigefügten Dokument entnehmen können. Besonders freuen wir uns über die Zusage von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleich-stellung des Landes NRW, sowie der Präsidenten der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamtes.

Wir freuen wir uns auf interessante Diskussionen und hoffen, Sie in Zons begrüßen zu können.

 

170829_Einladung VKU NRW Tagung

170828_Agenda VKU NRW Tagung Zons 2017

Anmeldebogen

Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“

Am 30. Juni 2017 wurde die Förderbekanntmachung zum Modellvorhaben „Wärmenetzsysteme 4.0 (Wärmenetze 4.0)“ veröffentlicht. Das Förderprogramm läuft befristet vom 1. Juli 2017 bis zum 31. Dezember 2020.

Gefördert werden die Planung und der Bau innovativer und flexibler Wärmenetzsysteme der vierten Generation, soweit sie weitere Anforderungen erfüllen, die eine hocheffiziente und umweltschonende Bereitstellung von Wärme und Kälte sicherstellen. Die vierte Generation der Wärmenetzsysteme zeichnet sich insbesondere durch die Nutzung niedriger Temperaturbereiche aus. Die Förderung erfasst Wärmenetz-systeme, die mit Vorlauftemperaturen im Bereich von 20 bis 95 °C betrieben werden.

Antragsberechtigt sind u.a. Unternehmen, kommunale Betriebe und kommunale Zweckverbände, soweit sie eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben, sowie Konsortien aus diesen Personen oder Körperschaften, außerdem Contractoren, die mit ihnen ein Vorhaben im Rahmen eines Contracting-Vertrags durchführen.

Die Förderung wird als Projektförderung in Form der Anteilsfinanzierung als nichtrückzahlbarer Zuschuss gewährt. Die Förderung umfasst zwei unterschiedliche Bereiche: Eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung sowie Vorplanung der technischen Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit neuer Wär-menetzsysteme 4.0 oder der Transformation bestehender Netze zu einem Wärmenetzsystem 4.0 wird mit bis zu 60 % der förderfähigen Kosten bezuschusst. Die Förderung der Realisierung von Wärmenetzsystemen 4.0 setzt sich aus  einer Grundförderung, einer Nachhaltigkeits- und einer  Kosteneffizienzprämie zusammen. Die Grundförderung beträgt bis zu 20 % der förderfähigen Kosten; soweit ein kleines oder mittleres Unternehmen Antragsteller oder Teil eines an-tragstellenden Konsortiums ist, beläuft sich die Grundförderung auf bis zu 30 %. Zusätzlich können eine Nachhaltigkeitsprämie für hohe Anteile erneuerbarer Energien und Abwärme sowie eine Kosteneffizienzprämie für besonders niedrige Wärmelieferpreise die Förderquote um jeweils weitere 10 % erhöhen. Außerdem können Einzelkomponenten, die der industriellen Forschung entstammen, separat gefördert werden; hierbei beträgt die Förderquote 65 % oder bei einer Beteiligung kleiner oder mittlerer Unternehmen 75 %.

Der Antrag ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu stellen. Im Rahmen der Auszahlung der Förderung sind die Projektkosten z.B. in Form einer Kostenrechnung von einem Wirtschaftsprüfer zu testieren.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Rolf Miljes

Tel.: +49 211 981-4499

E-Mail: rolf.miljes@de.pwc.com

Öffentlicher Nahverkehr: Evolution in kleinen Schritten

Die Städte sind im Wandel von der analogen in die digitale Welt. Dieser Wandel beeinflusst alle urbanen Lebensbereiche, wie wir wohnen, lernen, arbeiten, einkaufen, uns erholen oder uns fortbewegen. Im Rahmen unserer Studie „Digital mobil in Deutschlands Städten“ möchten wir Ihnen heute den digitalen Entwicklungsstand im Öffentlichen Nahverkehr vorstellen.

Digitalisierung eröffnet große Chancen für den ÖPNV
Digitale Technologien erlauben es, in den Bereichen Angebot und Betrieb völlig neue Wege zu gehen und so die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Verkehrsunternehmen und -verbünde zu steigern. Die Digitalisierung ermöglicht vor allem individuellere Lösungen: Das Angebot kann bedarfsgerecht auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten werden. Fahrplaninformation in Echtzeit, dynamische Routenvorschläge und Fahrpläne, neue flexible Tarifstrukturen mit Best-Preis-Garantien sowie vielfältige mobile Bezahlmöglichkeiten steigern den Kundennutzen und damit auch die Kundenzufriedenheit.

Die Auswertung von Fahrgastdaten mit Hilfe von Big Data Analytics kann zur Optimierung der Fahrzeugauslastung und einem effizienterem Personaleinsatz genutzt werden. Darüber hinaus können Wartezeiten reduziert, Überfüllung vermieden und gleichzeitig die Sicherheit erhöht werden.

Smart Cities – Eine Chance für die deutsche Wirtschaft im Ausland?

„Smart Cities“ – ein Schlagwort, das gerade für eine Vielfalt an Maßnahmen und Projekten auf kommunaler Ebene benutzt wird. Dabei bezeichnet der Begriff allgemein die Bestrebungen, neue Technologien auch im innovativen Zusammenspiel zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand einzusetzen, um den Herausforderungen wachsender Metropolen oder auch schrumpfender Kommunen zu begegnen und so optimale Zukunftsaussichten für Bürger, Kommunen und Wirtschaft zu schaffen. Der Wirkungsbereich ist dabei breit: er berührt beispielsweise konkrete Quartiersentwicklungen, die agile Aufstellung der öffentlichen Verwaltung, die Energieversorgung, die Vernetzung, innovative Mobilitäts- und Wohnungskonzepte sowie die Entsorgung.

In einer „Smart City“ unterstützt vernetzte und damit intelligente Technologie unseren Alltag. Diese effiziente Organisation macht das Leben in einer „Smart City“ einfacher und komfortabler. Der Behördenbesuch wird durch den echten digitalen Zugang ersetzt. Im Verkehrswesen gewährleisten u.a. Sharing-Konzepte eine immer größere Unabhängigkeit vom eigenen Kraftfahrzeug und schonen in Kombination mit intelligenten Nahverkehrsnetzen – Nahverkehr nach Bedarf – die Umwelt. Smarte Stromnetze tragen dazu bei, dass Energie in Folge der Energiewende zunehmend auch dezentral erzeugt wird und eine kapazitätsorientierte Steuerung auch des Bedarfs erfolgen kann. Straßenbeleuchtungen können sich vollautomatisch und nur in Anwesenheit eines Verkehrsteilnehmers einschalten. Zudem erfolgt die Steuerung der Entsorgungswirtschaft einer „Smart City“ effizient auf Basis von Echtzeitdaten. Urban Gardening für das lokale Klima und es ließen sich sicher noch eine Vielzahl von Maßnahmen aufzählen.

Förderprogramm für den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Das Programm für den Aufbau der Ladeinfrastruktur soll die öffentlich zugängliche Schnell-  und Normalladeinfrastruktur sowie deren Netzanschluss fördern. Dazu stellt der Bund bis 2020 300 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Es ist ein dynamisches Programm, das sich an technologische Entwicklungen und Umweltstandards anpasst.

Die Förderung können private Investoren sowie Städte und Gemeinden beantragen. Die Antragsteller müssen technische Mindestanforderungen erfüllen, die sich nach der Ladesäulenverordnung in der jeweils gültigen Fassung richten. Fernbedienbarkeit und ein offener Standard der Ladensäuleninfrastruktur müssen gewährleistet sein. Mit Hilfe von Roaming ist sicherzustellen, dass Vertragskunden anderer Anbieter ihre Fahrzeuge aufladen können. Außerdem ist eine Vorbereitung für die spätere Umsetzung der Norm für die Kommunikation zwischen Ladestation und Elektrofahrzeug (ISO/IEC 15118) zu empfehlen. Die Mindestbetriebsdauer der Ladeinfrastruktur, die die Betreiber gewährleisten müssen, beträgt sechs Jahre. Zudem ist ein öffentlicher Zugang zu den Ladesäulen zu gewähren, ggf. (ohne Kürzung des Förderbetrags) 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen der Woche. Der Strom für den Ladevorgang muss aus erneuerbaren Energien stammen.

Die Förderung wird anhand von Ausschreibungen im Wettbewerbsverfahren vergeben. Normalladepunkte, die über eine Leistung bis maximal 22 kW verfügen werden, bis zu  60 % und mit höchstens 3.000 Euro je Ladepunkt gefördert. Für Schnellladepunkte wird ebenfalls eine Förderung bis maximal 60 % gewährt. Bei der Summe der Förderung wird hier allerdings differenziert: Ladepunkte mit einer Leistung < 100 kW erhalten bis zu 12.000 Euro, Ladepunkte mit einer Leistung ≥ 100 kW höchstens 30.000 Euro. Ferner kann auch der Ausbau des für die Ladeinfrastruktur notwendigen Anschlusses an das Nieder- und Mittelspannungsnetz bezuschusst werden.

Ansprechpartner

RA Dr. Laurenz Keller-Herder

Tel.: +49 30 2636-5537

E-Mail: laurenz.keller-herder@pwc.com

Update zu Beteiligungen der öffentlichen Hand an Personengesellschaften

Anfang Mai hatten wir Sie bereits über die Inhalte des im Dezember 2016 veröffentlichten Positionspapiers der Bundesfinanzverwaltung zur steuerlichen Behandlung von Beteiligungen der öffentlichen Hand an Personengesellschaften informiert. Nun liegt das endgültige BMF-Schreiben vor. Die bisherige Handhabung für körperschaftsteuerliche Zwecke bei Beteiligungen juristischer Personen des öffentlichen Rechts an Personengesellschaften wird nunmehr verbindlich festgeschrieben. Gegenüber dem Positionspapier haben sich in diesem Zusammenhang nur unwesentliche Änderungen ergeben.

Anknüpfend an unseren letzten Mandantenbrief zu dieser Thematik stellen wir Ihnen im Folgenden nochmals kurz die wesentlichen Kernaussagen des neuen BMF-Schreibens bzw. deren steuerliche Folgen für den Gesellschafter dar.

  • Wie bisher führt die Beteiligung einer juristischen Person des öffentlichen Rechts an einer Personengesellschaft (bspw. GmbH & Co. KG) nur dann zu einem Betrieb gewerblicher Art („BgA“), wenn die Gesellschaft nicht lediglich vermögensverwaltende oder land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten unterhält. Dies gilt unabhängig davon, dass an der Gesellschaft nur die öffentliche Hand beteiligt ist. Auch zukünftig ist jede Tätigkeit der Personengesellschaft gesondert danach zu beurteilen, ob sie mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird oder nicht (vgl. bereits BMF Schreiben vom 12. November 2009, BStBl. I S. 303).
  • Mit Gewinnerzielungsabsicht betriebene Tätigkeiten der Personengesellschaft sind Teil ihrer einheitlichen und gesonderten Feststellung und führen auf Gesellschafterebene zu einem oder mehreren (Mitunternehmer-) BgA.
  • Werden einzelne oder alle Tätigkeiten einer Personengesellschaft ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben, so werden diese Tätigkeiten nicht im Rahmen der einheitlichen und gesonderten Feststellung erfasst. Dies allerdings nur, wenn an der jeweiligen Gesellschaft – neben anderen Personen – nur eine juristische Person des öffentlichen Rechts beteiligt ist. Diese muss eigenständig ermitteln und erklären, ob die defizitäre Tätigkeit bei ihr nach den allgemeinen Grundsätzen des Körperschaftsteuergesetzes zu einem BgA führt. Ist dies der Fall, so können die Verluste aus dem jeweiligen BgA auch weiterhin unter den Voraussetzungen des § 4 Abs. 6 KStG im Querverbund körperschaftsteuerlich verrechnet werden.

Sind an der Personengesellschaft – neben anderen Personen – mehrere juristische Personen des öffentlichen Rechts beteiligt, so werden die Einkünfte wie bislang für diese einheitlich und gesondert festgestellt.

Zusammenfassend lässt sich somit also festhalten, dass das unausweichliche Ende der bisherigen steuerlichen Verrechnung im Querverbund für Personengesellschaften, wie es vereinzelt von Beratern aus der Energiewirtschaft festgestellt wird, mit dem BMF-Schreiben vom 21. Juni 2017 jedenfalls nicht besiegelt ist. Vielmehr hat die Finanzverwaltung für Zwecke der Körperschaftsteuer die bisherige Besteuerungspraxis hinsichtlich der Beteiligung juristischer Personen des öffentlichen Rechts an Personengesellschaften nunmehr verbindlich festgeschrieben. Über die Körperschaftsteuer hinausgehende steuerliche Konsequenzen sollten in das Schreiben nicht hineininterpretiert werden.

Ansprechpartner

Dr. Michael Klett

Partner

Tel.: +49 711 25034-4260

E-Mail: michael.klett@de.pwc.com

 

Jan Diehm

Senior Manager

Tel.: +49 711 25034-1012

E-Mail: jan.diehm@de.pwc.com

Öffentliches WLAN – jetzt schnell Fördermittel sichern!

Die Verbreitung von öffentlich zugänglichen WLAN im Stadtgebiet ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch wenig verbreitet – insbesondere nicht bei kleinen Kommunen. Gleichzeitig ist das Anbieten von öffentlich zugänglichen WLAN heute für viele Kommunen ein Standortfaktor.

In diesem Zusammenhang verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, WLAN in öffentlichen Einrichtungen zu fördern. Das Förderprogramm „WiFi4EU“ mit einem Volumen von 120 Mio. Euro richtet sich ausschließlich an öffentliche Träger, die geeignete öffentliche Flächen oder Institutionen mit WLAN ausstatten möchten. Dabei werden die notwendigen Investitionen in Geräte und Montage gefördert. Die Kommunen hingegen tragen die Betriebskosten.

Die Förderanträge können voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 online gestellt werden. Da die Förderanträge nach dem Zeitpunkt der Antragstellung bearbeitet werden (Windhundverfahren), ist eine rechtzeitige Antragstellung notwendig.

PwC berät Sie beim WLAN-Einstieg und hilft Ihnen, entsprechende Fördermittel zu erhalten. Zum Serviceangebot gehört u.a.

  • Einleitender Workshop zur Zielsetzung
  • Gebietsauswahl und Business Cases
  • Fördermittelberatung mit Unterstützung bei der Antragstellung
  • Handlungsempfehlung bei der Betreibervorauswahl oder der Eigenrealisierung
  • Ergebnispräsentation

Starten Sie daher jetzt die Vorbereitung für Ihr kommunales WLAN!

Weitere Hinweise zum Thema können dem WLAN-Leitfaden, den wir federführend im Auftrag der Hessen Trade & Invest erstellt haben.

http://www.pwc.de/de/offentliche-unternehmen/oeffentliche-wlan-netze-in-kommunen.html

 

Ansprechpartner:

Christoph Rathenow
Partner
Tel.: +49 211 981-4936
E-Mail: christoph.rathenow@de.pwc.com

Digital mobil in Deutschlands Städten – Ranking Elektromobilität

Wie sieht der Entwicklungsstand in den deutschen Städten mit Blick auf die Elektromobilität aus? Im Rahmen unserer Studie „Digital mobil in Deutschlands Städten“ haben wir die 25 größten Städte zu ihrem digitalen Entwicklungsstand der Mobilität in den Bereichen Digitalisierung der Infrastruktur, Sharing, Elektromobilität und ÖPNV untersucht und miteinander verglichen.
In unserem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen das Ranking der deutschen Städte in der Elektromobilität vorstellen.

Stuttgart elektrisiert

Stuttgart liegt mit deutlichem Abstand auf Platz 1. Hannover und Hamburg folgen dahinter Im Verhältnis zu Fläche- und Einwohnerzahl hat Stuttgart das dichteste Ladesäulennetz. Alle Ladesäulen sind online und können über eine interaktive Karte abgerufen werden. ENBW bietet zusätzlich mit seiner App Echtzeitinformationen zur Verfügbarkeit und Beschaffenheit der Ladesäulen.

Gebührenfreiheit und innovative Linien

Um die umweltschonende Technologie zu fördern, können Kommunen, im Rahmen des Elektromobilitätsgesetzes Elektrofahrzeuge mit gewissen Privilegien ausstatten. Hannover gehört zu den wenigen Städten, die das Gesetz aus dem Jahr 2015 geltend machen. In der Niedersächsischen Hauptstadt können Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen seit einem Jahr öffentliche Parkplätze im Stadtgebiet gebührenfrei nutzen. Hannover verfügt darüber hinaus über die anteilig größte Flotte an Elektro- und Hybridbussen.
Hamburg belegt in unserem Ranking Rang drei. Hier wurde eine Innovationslinie als Testfeld für alternative Antriebe ins Leben gerufen, auf der emissionsarme und lokal emissionsfreie Busse im Alltagsverkehr getestet werden. Hierbei wird ausführlich über die alternativen Antriebe informiert, mit dem Ziel die Nutzer für neue Antriebsformen zu sensibilisieren. Im Rahmen der Innovationslinie werden neben Hybridbussen auch Wasserstoff- und reine Batterieantriebe getestet.

Städte können eine Vorreiter Rolle übernehmen

Angela Merkel hat das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen bis 2020 kürzlich als unrealistisch bewertet. Städte können dennoch als Vorreiter agieren. Denn das Ranking zeigt, dass es bereits Vorstöße gibt. Im internationalen Vergleich haben die deutschen Städte allerdings Nachholbedarf – Beispielsweise wäre Amsterdam im Ranking mit großem Abstand auf Platz 1, aufgrund seiner vorbildlichen Ladesäuleninfrastruktur und einem hohen Anteil an E-Fahrzeugen.

Die öffentliche Hand ist gefragt

Um eine schnelle Anbindung mit Ladetechnik in Unternehmen und bei Privaten zu ermöglichen, müssen zum einen die bürokratischen Hürden minimiert werden und zum anderen muss der öffentliche Sektor klare Signale in Bezug auf emissionsarme Mobilität senden.
Deutschland verfügt noch nicht über eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Deshalb spielt der staatliche Gestaltungswille eine wichtige Rolle, wobei hier die Skalierung durch Wirtschaftsakteure und private Haushalte erfolgen kann. Die Stadt selbst kann beispielsweise durch die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge als Vorbild fungieren.
Aktuell setzt sich dieses Vorhaben nur vereinzelt in der Praxis durch. Der Aufbau der Ladesäuleninfrastruktur erfolgt so langsam, dass das Verhältnis von öffentlichen Ladesäulen zu Elektrofahrzeugen drastisch sinkt. 2012 gab es für zwei Fahrzeuge eine Ladesäule. 2015 mussten sich hingegen sieben Fahrzeuge eine Ladesäule teilen.
Die Städte müssen daher regulatorische Rahmenbedingungen schaffen um den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben.
In unserer Studie erfahren Sie mehr zum digitalen Entwicklungsstand in Deutschlands Städten: http://www.pwc.de/mobilitaetsstudie2017.

Ansprechpartner:
Felix Hasse
Partner
Tel.: +49 895790-5810
E-Mail: felix.hasse@de.pwc.com
Michael Jahn
Senior Manager
Tel.: +49 211 981-1871
E-Mail: michael.jahn@de.pwc.com