Öffentlicher Sektor – Zukunft gestalten

PERSICON@night

Am 19. April 2017 haben wir erfolgreich unsere zweite gemeinsame PERSICON@night-Veranstaltung in den Räumlichkeiten von PwC zum Thema „Countdown EU-Datenschutzgrundverordnung“ durchgeführt.

Es waren zahlreiche Teilnehmer aus wichtigen Organisationen der öffentlichen Verwaltungen wie das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie führende Unternehmen der Energie- und Gesundheitsbranche da, die sich angeregt mit den Referenten und den Mitarbeitern von PERSICON zum Thema „EU-Datenschutzgrundverordnungen“ ausgetauscht haben.

Die spannenden Diskussionen zeigten, dass zu diesem Thema noch lange nicht das letzte Wort gesprochen sein wird und dass man gespannt sein kann, wie sich der Datenschutz in Deutschland entwickeln wird.

Ein besonderer Dank gilt dem Gastreferenten Lars Glowinski, Datenschutzbeauftragter der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, für seinen Vortrag über die praktische Umsetzung der EU-DSGVO in seinem Unternehmen.

 

Open Data in der Landesverwaltung – mehr als die Summe der Einzelteile

Open Data schaffen Mehrwert für Bürger und Verwaltung

Open Data. Viele reden darüber, doch nur wenige wissen so recht, was sie sind. In den Daten öffentlicher Stellen steckt ungeahntes Wirtschaftspotenzial. Diese Daten, die ohnehin schon erhoben und verarbeitet werden, könnten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, um das Vertrauen in Regierungshandeln und Innovationsfähigkeit weiter zu stärken. Mit Open Data könnten die Bürger anhand einer App herausfinden, welcher Ort ihnen die höchste individuelle Lebensqualität bietet. Bereits Geo-, Erdbeobachtungs- sowie Umweltdaten werden für Geschäftsmodelle verwendet. Ziele von Open Data sind mehr Partizipation, Transparenz sowie Vertrauen im Zeitalter der Digitalisierung zu schaffen. Denn wo Vertrauen entsteht, wird auch zusammen gearbeitet.

Doch was sind offene Daten? Sie sind beispielsweise gekennzeichnet durch die aktuelle und rechtzeitige Verfügbarkeit, Vollständigkeit sowie den uneingeschränkten Zugriff. Diese Art von Daten wird bereits von der EU, der Bundesverwaltung aber auch von Unternehmen wie Lufthansa für die uneingeschränkte Weiterverarbeitung zur Verfügung gestellt.

In Deutschland wird das Nutzungspotenzial offener Daten noch nicht so recht wahrgenommen, da die Umsetzung von Open Data mit administrativen, rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen verbunden ist.

Das Konzept von Open Data hat der Landesregierung Nordrhein-Westfalens zugesagt. Das Land stellt mit der „Open.NRW-Strategie“ seit etwa zwei Jahren kontinuierlich Daten uneingeschränkt der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Herausforderungen

Für eine erfolgreiche Umsetzung von Open Data muss Begeisterung geschaffen und relevante Wegbereiter identifiziert werden. In NRW erfolgte die Umsetzung durch die Begeisterung und Motivation einzelner Akteure. Die Identifizierung und Umsetzung der Daten hängt von den jeweiligen Fachbereichen ab. Hier ist es wichtig eine entsprechende Akzeptanz zu schaffen und den Mehrwert offener Daten zu vermitteln.

Für die Beteiligten ergibt sich jedoch ein Dilemma: Die Kosten in Form von Zeit und Aufmerksamkeit fallen sofort an. Die Mitarbeiter des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW berichteten infolge der Datenveröffentlichungen von einer Entlastung durch die Reduzierung von telefonischen und schriftlichen Informationsfragen seitens Bürgern und Unternehmen. Dadurch blieb mehr Zeit für andere Verwaltungsarbeiten. Dies zeigt, dass nicht nur Endnutzer sondern auch die Bereitsteller von Open Data profitieren.

IT-Sicherheitsgesetz: Schwellenwerte für das Gesundheitswesen absehbar

Nicht nur die jüngsten Hackerangriffe auf Krankenhäuser unterstreichen den Handlungsbedarf in Sachen IT-Sicherheit. Die Politik hat bereits 2015 das IT-Sicherheitsgesetz publiziert und konkretisiert nun die betroffenen Sektoren auf dem Verordnungswege.

Der Referentenentwurf der ersten Verordnung zur Änderung der BSI-Kritisverordnung liegt nun vor.

Nachdem am 3. Mai 2016 die erste Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz (BSI-KritisV)[1] in Kraft getreten ist, enthält der Referentenentwurf der ersten Verordnung zur Änderung der BSI-Kritisverordnung – vom Februar 2017 – Schwellenwerte für den Sektor Gesundheit, außerdem für die Sektoren Transport und Verkehr, Finanz- und Versicherungswesen.

Zeitrahmen für die Umsetzung

Der Referentenentwurf grenzt innerhalb des Gesundheitssektors die kritischen Dienstleistungen „medizinische Versorgung“, „Versorgung mit Medizinprodukten (Verbrauchsgüter“), „Versorgung und Distribution mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln“, „Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel“ (Apotheke) und „Laboratoriumsdiagnostik“ ab. Gemäß des Referentenentwurfes erbringen Krankenhäuser eine medizinische Versorgung. Deren Schwellenwert wurde mit 30.000 vollstationären Fällen pro Jahr definiert. Nach der Anpassung der BSI-Kritisverordnung werden diese Dienstleistungen, bei der Erreichung des entsprechenden Schwellenwertes, vom IT-Sicherheitsgesetz betroffen sein.

Mit Inkrafttreten der Änderungsverordnung haben die betroffenen Betreiber des Sektors Gesundheit sechs Monate Zeit, die Voraussetzungen zur Erfüllung der Meldepflicht umzusetzen. Nach weiteren zwei Jahren müssen die Betreiber die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen umsetzen (u. a. Informationssicherheitsmanagementsystem gemäß ISO 27001:2015). Für Unternehmen aus betroffenen Sektoren empfiehlt es sich also zeitnah zu ermitteln, ob sie oder Teile ihrer Anlagen und Einrichtungen in den Anwendungsbereich des IT-Sicherheitsgesetzes fallen werden und zu prüfen, wie der eigenen Stand der Technik im Sinne des Gesetzes in Bezug auf IT-Sicherheit ist. Mit der Umsetzung notwendiger Maßnahmen gilt es zeitnah zu starten.

Bei Ordnungswidrigkeiten droht dem betroffenen Unternehmen gem. § 14 BSI-Gesetz ein Bußgeld bis zu 100.000 Euro. Sicherheitsvorfälle können weitere Bußgelder nach sich ziehen, falls diese die Nichteinhaltung der EU-DSGVO bewirken. Hier drohen bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des Jahresumsatzes als Bußgeld.

Unsere Erfahrungen und Leistungen zum Thema IT-Sicherheitsgesetz

Erste praktische Erfahrungen im Gesundheitssektor haben gezeigt, dass die effektivste und effizienteste Option um Reputationsschäden und Bußgelder zu vermeiden, die Etablierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) ist. Im Rahmen unserer Unterstützung bei der Durchführung einer Gap-Analyse sowie bei der Konzeption und Implementierung eines ISMS haben sich unsere Tools, Vorlagen und weiteren Assets bewährt. Um Ihrer Nachweispflicht gegenüber Aufsichtsbehörden nachzukommen, können wir Ihr Informationssicherheitsmanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 27001 zertifizieren.

Sollten Sie die Etablierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems in Planung haben, unterstützt Sie PwC gerne bei der Durchführung einer Gap-Analyse oder bei der Konzeption und Implementierung Ihres Informationssicherheitsmanagementsystems.

[1] BGBl. 2016 I, 958.

 

Ansprechpartner:

Rüdiger Giebichenstein
Partner
Tel.: +49 221 2084-188
E-Mail: ruediger.giebichenstein@de.pwc.com

Carsten Schirp
Senior Manager
Tel.: +49 211 981-4156
E-Mail: carsten.schirp@de.pwc.com

 

Countdown EU-Datenschutzgrundverordnung

Am 19. April 2017 findet um 18.00 Uhr die nächste PERSICON@night-Veranstaltung bei PwC in Berlin statt.
Thema der Veranstaltung ist „Countdown EU-Datenschutzgrundverordnung“.

Die neuen Datenschutzregelungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) treten ab dem 25. Mai 2018 in Kraft. Ziel der EU-DSGVO ist es, einen europaweit verbindlichen und einheitlichen Datenschutzstandard zu schaffen.

Viele Unternehmen müssen sich auf Grund der Komplexität der neuen Regelungslage auf einen erhöhten Aufwand für die Umstellung auf die neuen Vorgaben einstellen. Die bereits bestehenden Datenschutzprozesse werden beispielweise durch gestiegene Rechenschaftspflichten, erhöhte Dokumentationsaufwände oder weiter reichende Informationspflichten gegenüber Betroffenen beeinflusst. Zusätzlich wird das Instrument der Datenschutz-Folgenabschätzung neu eingeführt. Privacy-by-Design gewinnt immer mehr an Bedeutung und stellt die Unternehmen vor eine weitere Herausforderung.
Zudem geht die neue Regelung mit einer enormen Verschärfung des Sanktionsrahmens bei Datenschutzverstößen einher.

Die PERSICON@night wird Ihnen einen Überblick über die neuen Anforderungen der EU-DSGVO geben und einen praktischen Fahrplan zur Umsetzung der neuen Anforderungen vorstellen.

Im Anschluss der Veranstaltung haben Sie noch die Möglichkeit sich mit Referenten und Gästen fachlich auszutauschen.

Wir freuen uns, Sie auf der PERSICON@night begrüßen zu dürfen.


Wann: 19. April 2017
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Location: PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Raum John F. Kennedy (7. OG)
Adresse: Kapelle-Ufer 4, 10117 Berlin,

Anmeldung
Tel.: +49 30 6881988-91
Fax: +49 30 6881988-99
E-Mail: events@persicon.com

Ausführliche Informationen finden Sie im PERSICON-Flyer.

Urban Eco-Mobility – Mobilität in der integrierten Stadt

Der Verkehrssektor in Deutschland ist noch weit von den Zielen der Energiewende entfernt. Er ist für rund 25 % der CO2-Emissionen der EU verantwortlich. Um die Klimaschutzziele und Vereinbarungen von Paris zu erfüllen, sind massive Anstrengungen erforderlich. Die Umstellung der Energiebasis des Verkehrs auf alternative Energieträger in Verbindung mit innovativen Antriebstechnologien, ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für das Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele.

Die Bewältigung des immensen Verkehrsaufkommens stellt für viele Städte eine große Herausforderung dar. Um Deutschland zu einem „Leitmarkt für Elektromobilität“ mit einer Million Fahrzeugen bis 2020 zu machen, müssen Alternative Lösungsansätze entwickelt werden.

Seit Mitte Januar werden auf der Internetseite URBAN Eco-Mobility unterschiedliche Projekte vorgestellt, die zeigen, dass eine erfolgreiche Umsetzung und das Vorantreiben der Verkehrswende möglich sind. Themen wie Elektromobilität, Tank- und Ladeinfrastruktur, Strom sowie Solarenergie werden behandelt. Aktuell erhalten Sie einen Überblick über 24 Projekte, die die Mobilität der Stadt der Zukunft bereits mit gestalten. Schauen Sie vorbei und lernen Sie die Projekte kennen!

Sie planen oder haben ein Projekt zur Umsetzung der Ziele des Energiekonzepts realisiert? Dann beteiligen Sie sich und stellen Ihr Projekt vor! http://eco-mobility.org/

Wir freuen uns auf interessante Projekte!

Energy M&A Outlook

Transaktionen und Kooperationen als strategische Antwort auf die Energiewende

Treiber für den Wandel in der Energiewirtschaft

Das Messstellenbetriebsgesetzt wurde unter dem Mantel des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende vom Bundestag verabschiedet. Schon dieses Jahr wird die Verpflichtung zum Einbau von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen beginnen. Die Einführung von Preisobergrenzen erhöht den Wettbewerb und bedeutet auch zugleich eine Abkehr von der bisherigen Praxis, indem die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden.

Innovative Telekommunikationskonzepte, IT-Sicherheit und Big Data-Management werden den Messstellenbetrieb stark beeinflussen. Kleinere EVUs und viele Stadtwerke werden nicht in der Lage sein, die Auflagen des Gesetzes wirtschaftlich tragfähig umzusetzen. Um die Herausforderung und die Auseinandersetzung mit anderen Akteuren bewältigen zu können, steigt der Bedarf an Kooperationen.

Das Verfahren zur Vergabe von Konzessionen für kommunale Versorgungsnetze soll mit der Novelle des § 46 EnwG vereinfacht werden. In der Vergangenheit kam es vor allem beim Kaufpreis zu Rechtsunsicherheiten. Die Novelle legt nicht den Sachzeitwert als den relevanten Kaufpreis für Netzte bei Übergängen der Konzession fest, sondern den objektivierten Ertragswert. Die neue Methode zur Ermittlung des Kaufpreises, die Auskunftspflicht sowie die Beschneidung von Klagefristen dürfte nun die Neuvergabe von Konzessionen beschleunigen. Die kommunalen Versorgungsunternehmen können sich demnach einfacher an Ausschreibungen beteiligen.

Des Weiteren wurde die Novelle der Anreizregulierung im Juli 2016 beschlossen. Die Netzbetreiber unterliegen seither strengen Effizienzvorgaben, die viele nicht umsetzten können. Sie können nämlich die entsprechenden Kosten nicht abbauen und müssen Einbußen bei den Erträgen in Kauf nehmen. Der Druck auf viele Stadtwerke und Versorger nimmt erheblich zu. Auf Grund des niedrigen Zinsniveaus sinkt dementsprechend die Eigenkapitalverzinsung. Um die Kosten zu senken müssen Energieversorger Ausschau nach neuen Ertragsquellen halten und Kooperationen eingehen.

Ziel der Novelle des EEG ist es bei möglichst niedrigen Kosten den Ausbaukorridor für Erneuerbare Energien einzuhalten. Der Anteil der Stromerzeugung soll bis 2050 auf mindestens 80 Prozent steigen. Um den Wettbewerb zu steigern sollen dieses Jahr Ausschreibungen bei neuen Projekten eingeführt werden. Dadurch werden sinkende Renditen bei Erneuerbaren-Energien-Projekte erreicht. Die Vergütung bei diesen Projekten ist nun variabel und hängt stark von der Konkurrenzsituation ab. Bei dieser Entwicklung profitieren die großen Betreiber von EEG-Anlagen. Kleine Stadtwerke können mittels einer Kooperation an Ausschreibungen teilnehmen.

Stärken stärken, an Schwächen arbeiten

Wie kann der öffentliche Dienst seine Attraktivität verbessern? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Handlungsempfehlung unserer neuen Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst“ (www.pwc.de/Fachkraeftemangelstudie2017).

Eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Der öffentliche Dienst leidet nicht grundsätzlich an geringer Attraktivität. Dennoch haftet ihm von außen teilweise ein negatives Bild an, welches nicht immer gerechtfertigt ist. Darauf muss er in Zeiten des Fachkräftemangels jedoch dringend reagieren.

Stärken stärken

Viele Studien zeigen, dass der öffentliche Dienst in besonderem Maße Menschen anzieht, denen Sicherheit, Familienfreundlichkeit und gesellschaftlich relevante Aufgaben wichtig sind. Um seine Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen, muss der öffentliche Dienst diese Stärken noch besser akzentuieren. In den vergangenen Jahren hat die öffentliche Hand den klaren Wettbewerbsvorteil der hohen Beschäftigungssicherheit oftmals dadurch konterkariert, dass sie insbesondere in der Wissenschaft verstärkt vom Instrument der befristeten Verträge Gebrauch gemacht hat. Hier wird eine Kehrtwende erforderlich sein. Hingegen sollten Öffentliche Arbeitgeber Praktika, Referendariate und Probezeiten zur sorgfältigen Auswahl von Mitarbeitern nutzen.

Auch wenn Sicherheit und Familienfreundlichkeit entscheidende Motive für Arbeitnehmer sind, müssen öffentliche Arbeitgeber aber auch Leistungsmotive betonen. Die Gemeinwohlorientierung bzw. „Public Service Motivation“, die für viele Mitarbeiter ein wesentlicher Antrieb darstellt ist hier eine zentrale Stärke des öffentlichen Dienstes. Diese gilt es stärker herauszustellen, insbesondere auch in Verwaltungsbereichen, in denen nicht gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrgenommen werden. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter bessere Chancen haben müssen, ihre eigene Rolle für das Gemeinwohl zu erfahren, beispielsweise durch Stärkung von Eigenverantwortung und abwechslungsreichere Zuschnitte von Aufgabenbereichen.

An Schwächen arbeiten

Im selben Maße wie der öffentliche Dienst seine Stärken stärken muss, muss er auch an seinen Schwächen arbeiten. Wo gibt er kein gutes Bild ab? Ein großes Defizit des öffentlichen Dienstes betrifft persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, welche wiederum Aufstiegsmöglichkeiten und Aufgabenvielfalt beinhalten. Mit Blick auf die klassischen Verwaltungslaufbahnen mit ihren vielfältigen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten erscheint dieser Punkt unberechtigt. Hier würde in unseren Augen ein gezielteres Jobmarketing den Ruf des öffentlichen Dienstes sicherlich verbessern können. Dennoch gibt es im öffentlichen Sektor auch eine Reihe von Laufbahnen, die tatsächlich so gut wie keine Entwicklungsmöglichkeiten bieten (z. B. Lehrerlaufbahn und der ärztliche Dienst). Dort muss der öffentliche Dienst neue Modelle entwickeln: In unserer Studie stellen wir beispielsweise ein völlig neues Personalentwicklungskonzept für Schulen vor. Durch die Einführung von Lehrer-Teams inklusive Teamleiter als neue Stufe im Laufbahnmodell entstünden zum einen neue Entwicklungsmöglichkeiten, zum anderen gäbe es deutlich positive Effekte auf Krankenstände und Bildungsqualität. In anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes steht den individuellen Entfaltung- und Gestaltungsmöglichkeiten immer noch ein stark verankertes Hierarchiedenken entgegen. Dies ist insbesondere auf die schon in einem vergangenen Beitrag benannten Defizite in der Führungskultur zurückzuführen.

Eine weitere Schwäche, die dem Ruf des öffentlichen Dienstes schadet, betrifft Defizite im Arbeitsumfeld: Ausstattungen, die in privatwirtschaftlichen Unternehmen selbstverständlich sind, sind in der öffentlichen Verwaltung bei Weitem nicht immer Standard – Diensthandys, eigene Laptops und Visitenkarten möchte ich hier nur als einige wenige Beispiele nennen. Auch Gebäude sowie IT-Infrastrukturen müssen modernisiert werden, um auf einen zeitgemäßen Stand zu kommen, den besonders junge Menschen immer stärker fordern. Ohne erhebliche finanzielle Anstrengungen sind entsprechende Modernisierungen zwar nicht möglich, jedoch sind diese zum einen besonders im IT-Bereich mit erheblichen Effizienzgewinnen verbunden und zum anderen unabdingbar, um die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen.

 

Ansprechpartner:

Thorsten Schramm
Tel.: +49 30 2636-1137
E-Mail: thorsten.schramm@de.pwc.com

Argentinien und Brasilien – die zwei größten Volkswirtschaften Südamerikas im Vergleich

Als Teil der BRIC-Staaten und neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt, stand Brasilien im globalen Augenmerk bis Anfang dieses Jahrzehnts für hohes Wachstums- und Investitionspotential. Brasilien ist zudem seit Jahrzehnten wichtigstes Zielland deutscher Exporteure und Investoren in Südamerika. Bis vor wenigen Jahren prosperierte die brasilianische Wirtschaft angesichts der hohen Rohstoffpreise – die Arbeitslosigkeit sank, die Löhne stiegen, der Zugang zu Kapitalmärkten wurde erleichtert und schließlich wurde auch ein hohes Niveau an ausländischen Direktinvestitionen verzeichnet. Doch spätestens als 2014 der Abwärtstrend der Rohstoffpreisentwicklung einsetzte sowie zudem die niedrige Produktivität und steigende Verschuldung des Privatsektors hervortraten, ging der Wirtschaftsboom zu Ende. Seither befindet sich das Land in einer Rezession und das Vertrauen der Investoren, Unternehmen und Konsumenten in die Politik sowie die Wirtschaft steht auf wackeligen Beinen.

Brasilien weist weiterhin die absolut höchsten Direktinvestitionen in Südamerika auf, allerdings kann der Nachbar Argentinien in 2016 mit positiven Wachstumsraten aufwarten und bietet als zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas ein ähnlich breites Spektrum an Handels- und Investitionspotentialen. Ganz gegenläufig zur brasilianischen Wirtschaftsentwicklung erholt Argentinien sich gerade von jahrelangen Konjunkturtalfahrten und wird im Zeitraum von 2017 bis 2019 laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds wieder einen deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung verzeichnen können. Diese Entwicklung lässt sich maßgeblich auf die politische Neuausrichtung des seit 2015 regierenden argentinischen Präsidenten Maurico Marci zurückführen. Marci fokussiert seither den Weg vom Protektionismus hin zur Wirtschaftsliberalisierung sowie Weltmarktintegration.

Sowohl Argentinien als auch Brasilien haben für die deutsche Industrie eine große Bedeutung und sind außerdem wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Selbst bei positiven Wachstumsaussichten in einem Land verbleiben allerdings aufgrund der lokalen Strukturen aber auch externer Faktoren zahlreiche Risiken für Exporteure und Investoren.

Gegen solche Risiken und Ungewissheiten bieten die Investitions- und Exportkreditgarantien des Bundes eine wirkungsvolle Absicherungsmöglichkeit. Mit Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) können Exporteure und finanzierende Banken wirtschaftlich und politisch bedingte Forderungsausfälle aus Ihren Liefer- und Leistungsgeschäften absichern und dadurch die Geschäftsbeziehungen zu Ihren ausländischen Kunden auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten. Dass eine Absicherung auch in Boomphasen von Vorteil sein kann, zeigt sich am Beispiel Brasiliens. Exporteure, die Ihre Risiken abzusichern wussten, haben nun in Zeiten der Rezession mehr Sicherheit und weniger negative Effekte zu fürchten, was es Ihnen leichter macht, sich auf neue Geschäfte und einen möglichen erneuten Aufschwung vorzubereiten. Sowohl für Brasilien, als auch Argentinien bestehen grundsätzlich Deckungsmöglichkeiten für Lieferungen und Leistungen an staatliche wie private Besteller sowohl zu kurzfristigen als auch zu mittel- und langfristigen Zahlungsbedingungen.

Für Investitionen in Brasilien ist eine vollumfängliche Absicherung mittels Investitionsgarantien auf Grundlage der nationalen Rechtsordnung bereits heute grundsätzlich möglich. Für Argentinien können derzeit aufgrund eines Schadensfalles noch nicht wieder Investitionsgarantien übernommen werden. Sobald der Schadensfall bilateral zwischen Deutschland und Argentinien gelöst ist, würde die Bundesregierung die Übernahme von Investitionsgarantien für deutsche Projekte in Argentinien erneut prüfen. Anträge können bereits heute – aktuell noch gebührenfrei – gestellt werden.

Weite Informationen zu diesem Thema sowie das Interview mit Bernd Papenstein erhalten Sie hier.

Ansprechpartner:

Bernd Papenstein
Tel.: +49 211 981-2639
E-Mail: bernd.papenstein@de.pwc.com

Michael Huber-Saffer
Tel.: +49 40 6378-2083
E-Mail: michael.huber-saffer@de.pwc.com

 

Herstellungskosten für Ökostrom aus deutschen Offshore-Windparks sinken drastisch

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten von PwC schätzen, dass bei den Ausschreibungen 2017 und 2018 die Einspeisevergütung deutlich unter 10 Cent je Kilowattstunde sinken wird. Die Installation größerer Windenergieanlagen führte zuletzt zu drastischen Kostendegressionen. Dieser Trend rechtfertigt ambitioniertere Ausbauziele der Regierung. Fortschritte rechtfertigen ambitioniertere Ausbauziele

Einsatz größerer Windenergieanlagen führt zu deutlicher Kostenreduktion

Seit 2013 hat sich in Deutschland die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW auf rund 4.100 MW erhöht[1]. Das unterstreicht, dass die Projekte mittlerweile technisch und wirtschaftlich solide umsetzbar sind, was nicht zuletzt auch zu sinkenden Risikomargen bei Bankenfinanzierungen und verbesserten Versicherungskonditionen geführt hat. Auch die erzielten Effizienzsteigerungen sind immens. Der Einsatz größerer Windenergieanlagen führt den PwC-Experten zufolge zu einer deutlichen Kostenreduktion je MW installierter Leistung. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Projekte mit bis zu 8 MW je Anlage sind bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als 10 MW in der Entwicklung.

Anderswo in Europa ist man bereits bei 5 Cent je Kilowattstunde

Laut Heiko Stohlmeyer zeigen zahlreiche Beispiele die zukünftige Richtung an, auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden. Die Aussicht auf ein signifikant niedrigeres Vergütungsniveau stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt beispielsweise der Weltmarktführer Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 Cent je kWh den Zuschlag für die beiden auf 15 Jahre angelegten Projekte „Borssele 1“ und „Borssele 2“ in den Niederlanden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartner:
Heiko Stohlmeyer
Tel.: +49 (0) 40 6378-1532
E-Mail: heiko.stohlmeyer@de.pwc.com

 

[1] Deutsche WindGuard GmbH, Stand: 31. Dezember 2016

Vermeidung von Engpässen und Nutzung des Potentials

Modernes Wissensmanagement und die Nutzung des Potentials Älterer sind aus unserer Sicht wesentliche Hebel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Diese auch in unsere aktuelle Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst“ dargestellten Ansätze möchte ich im Folgenden näher diskutieren.

Engpässe vermeiden durch modernes Wissensmanagement

Der Pensions- und Renteneintritt der sogenannten „Babyboomer“ läutet einen Generationswechsel in den Organisationen ein, der deutlich über die übliche Fluktuation hinausgeht. Mit dem Ausscheiden zahlreicher Kompetenzträger droht auch deren Erfahrungswissen auszuscheiden – ein Szenario, für dessen Verhinderung sinnvolle Gegenmaßnahmen notwendig werden. Um Wissen zu sichern, braucht es Verfahren und Prozesse zur Gestaltung des Wissensmanagements mit dem Ziel, für die Organisation relevante Wissens- und Kompetenzressourcen zu identifizieren, kodifizieren und für die Nutzung durch andere zugänglich zu machen. Besonders wirkungsvoll ist die direkte Übergabe von Wissen der ausscheidenden Beschäftigten an Nachfolger durch altersgemischtes Arbeiten sowie Tandem- und Coachinglösungen. Die Grundlage dafür bildet ein Überblick, welcher Mitarbeiter wann ausscheidet und wo welche Kompetenzen überhaupt angesiedelt sind.

Das zentrale Problem im öffentlichen Dienst ist jedoch, dass neue Mitarbeiter oftmals erst dann eingestellt werden können, wenn die jeweiligen Stellen schon frei geworden sind. Mit der Schaffung eines zentralen Stellenpools hat der Bund für sich eine Lösung geschaffen, wie Übergänge organisiert werden können – die analoge Etablierung solcher Pools auch auf Landes- und Kommunalebene kann eine effektive Möglichkeit darstellen, die Auswirkung des Generationenwechsels auf allen Ebenen aufzufangen. Eine sinnvolle Alternativlösung kann die Übertragung des Instruments der vorgezogenen Berufung sein, wie im Hochschulbereich in Bayern und NRW bereits üblich, in das allgemeine Beamtenrecht. Nicht zuletzt bietet modernes Wissensmanagement zahlreiche IT-gestützte Möglichkeiten, Wissen nachhaltig zu sichern und personenunabhängig nutzbar zu machen. Das Ausloten dieser Möglichkeiten ist nicht nur vor dem Hintergrund des Generationswechsels sinnvoll und für die Arbeit und Entwicklung von Organisationen förderlich.

Potential Älterer nutzen

Wir müssen weg von einer Defizitbetrachtung des Alters und hin zu einer Würdigung und Nutzbarmachung des Potentials Älterer: Zum einen hat die jüngste Forschung das Vorurteil der grundsätzlich verminderten Lern- und Leistungsfähigkeit älterer Menschen widerlegt – eine sehr anschauliche Darstellung dieser Befunde findet sich unter http://www.eyalter.com/. Zum anderen steigt bekanntermaßen im Rahmen höherer Lebenserwartung bei vielen älteren Menschen das Bedürfnis, sich auch in älteren Jahren aktiv beruflich einzubringen und somit länger zu arbeiten.

Während für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte die sogenannte Flexirente erst zum Januar diesen Jahres eingeführt wurde, gibt es im Beamtenrecht bereits länger vergleichsweise flexible Weiterbeschäftigungs- und Zuverdienstmöglichkeiten nach Pensionseintritt, die jedoch bei einer direkten weisungsgebundenen Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst eingeschränkt sind. Diese Einschränkung sollte angesichts des demografischen Umbruchs überdacht werden. Schon heute ist jedoch problemlos eine erneute Beschäftigung ausgeschiedener Beamter auf freiberuflicher Basis, beispielsweise im Rahmen von Expertenpools, möglich.

Zur Abfederung besonderer Personalnotlagen gab es auf Bundesebene bis 2013 im Beamtenrecht des Bundes die Möglichkeit, Beamte über die Altersgrenze hinaus zur Weiterbeschäftigt zu verpflichten. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und auf etwaige krisenhafte Situationen wie im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in den Jahren 2015/2016 sollte aus unserer Sicht die Wiedereinführung einer solchen Regelung durchaus erwogen werden. Nachjustiert werden müssen in unseren Augen auch die geltenden Altersgrenzen, ab denen nicht mehr verbeamtet werden darf – besonders im Hinblick auf Quereinsteiger. In Zeiten von gestiegener Lebenserwartung und demografischem Wandel ist die jetzige starre Altersgrenze angesichts nur geringer Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtungen schwer nachvollziehbar.

Grundsätzlich setzt jede Maßnahme ein entsprechendes Verwaltungsklima mit dem grundsätzlichen Fokus Alter sowie entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten älterer Beschäftigter voraus. Nur so kann die Bereitschaft zur längeren Beschäftigung nachhaltig gesichert sowie gesteigert werden. Altersgerecht bedeutet dabei nicht, weniger von den älteren Mitarbeitern zu fordern, sondern unter Einbeziehung der Betroffenen das Arbeitsumfeld den Bedürfnissen des Alters entsprechend zu gestalten.

Zum Schluss verweise ich gern auf unsere komplette Studie, die unter www.pwc.de/Fachkraeftemangelstudie2017 abrufbar ist. Kommende Woche stelle ich Ihnen an dieser Stelle weitere Handlungsempfehlungen vor.

Ansprechpartner:

Alfred Höhn
Tel.: +49 40 5252121
E-Mail: alfred.hoehn@de.pwc.com

Thorsten Schramm
Tel.: +49 30 2636-1137
E-Mail: thorsten.schramm@de.pwc.com