Regulatory Blog

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 5: Ausblick: EBA Leitlinien zur Offenlegung und untertägigen Liquidität

Mit der Einführung der CRR hat eine Regulierungswelle mit besonderem Fokus auf dem Thema Liquidität begonnen. Auch nach Beginn der Meldeverpflichtung für die beiden Liquiditätskennziffern Liquidity Coverage Ration (LCR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“ vom 16. Mai 2015) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015) steht das aufsichtliche Rad nicht still. Daher stellt sich nun die Frage wie und in welcher Form das Thema Liquidität in die Offenlegung einfließen wird. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat hierzu bereits in 2014 und 2015 Vorschläge erarbeitet (Liquidity coverage ratio disclosure standards (BCBS 272) und Net Stable Funding Ratio disclosure standards (BCBS 324)), die im Laufe des Jahres 2016 durch die European Banking Authority (EBA) konkretisiert werden sollen.

Ausübung der im Unionsrecht eröffneten Optionen und Ermessensspielräume durch die EZB – Verordnung (EU) 2016/445

Am 24. März 2016 wurde die finale Verordnung (EU) 2016/445 über die Nutzung der im Unionsrecht eröffneten Optionen und Ermessensspielräume im Amtsblatt der Europäischen Union (EZB/2016/4) (nachfolgend „Verordnung“) veröffentlicht.

Hintergrund

Sowohl die Richtlinie 2013/36/EU („CRD IV“) als auch die Verordnung 575/2013 („CRR“) enthalten zahlreiche Optionen und Ermessensspielräume für die zuständigen Behörden, die die EZB als zuständige Aufsichtsbehörde für die SSM-Institute ausübt. Ziel der vorliegenden EZB Verordnung ist es, die Aufsichtspolitik über die bedeutenden Institute zu vereinheitlichen und transparenter zu gestalten.

Konsultationspapier der Europäischen Kommission – Ansätze zur Ermittlung der Eigenmittelunterlegung des Marktpreisrisikos und Berechnung des Kontrahentenrisikos

Am 26. Mai 2016 hat die Europäische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema Verhältnismäßigkeit der zukünftigen Eigenmittelunterlegung des Markpreisrisikos sowie zur Überprüfung der Exposure Berechnung bei Kontrahentenrisiken (Consultation Document: Proportionality in the future market risk capital requirements and the review of the original exposure method) veröffentlicht.

Hintergrund

Die Europäische Kommission hat ein Konsultationspapier zur Berücksichtigung der Vorschläge des Baseler Ausschusses zur Überarbeitung des Marktrisikorahmenwerks („Fundamental Review of the Trading Book“ – FRTB) und der Methoden zur Messung des Kontrahentenausfallrisikos in einer künftigen Novellierung der CRR veröffentlicht. Insbesondere in Bezug auf den FRTB hinterfragt die Kommission, ob der vorgeschlagene neue Standardansatz auch für Institute die nur in geringem Umfang Handelsgeschäfte betreiben, angemessen ist. In Bezug auf das Kontrahentenrisiko soll geklärt werden, ob der neue Standardansatz für Kontrahentenrisiken („Standardized Approach for Counterparty Credit Risk“ – SA-CCR) durch alle Institute anzuwenden sein wird, oder ob weiterhin die bestehenden Verfahren (insbesondere Marktbewertungsmethode, Ursprungsrisikomethode) unter bestimmten Bedingungen angewendet werden dürfen.

Regulatory Roadshow 2016: „Basel IV“?! Welcome to the Next Generation of RWA

Basel IV

Die Bankenaufsicht in Europa bleibt in Bewegung. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat in den zurückliegenden Monaten eine Reihe von Konsultationspapieren veröffentlicht, die weitreichende Änderungen in der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva vorsehen. Hierdurch kommen, unabhängig von der betrachteten Risikoart – Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelle Risiken – und den genutzten Verfahren – Standardansätze oder interne Modelle – zahlreiche neue Anforderungen auf die Banken zu. Das inoffizielle Schlagwort „Basel IV“ ist bereits in aller Munde. Doch auch die europäischen Bankenaufsichtsbehörden arbeiten ihre umfassenden Arbeitsprogramme in den kommenden Jahren ab – frei nach dem Motto „Eine fundamentale Überarbeitung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen innerhalb der Säule I der Baseler Standards allein reicht nicht aus, um den Bankensektor robuster und krisenfester zu machen“.

AnaCredit – Finale Verordnung zum Analytical Credit Dataset der EZB veröffentlicht

Am 18. Mai 2016 wurde die Verordnung über die Erhebung granularer Kredit- und Kreditrisiko-Daten (ECB Regulation on the collection of granular credit and credit risk data) vom EZB-Rat verabschiedet und am 20. Mai 2016 veröffentlicht.

Der Verordnung ging der am 4. Dezember 2015 veröffentlichte Verordnungsentwurf voraus (vergl. Blogbeitrag „AnaCredit – 2. Update“), dem eine „Beobachtungsphase“ zur Meldung von Beobachtungen an die EZB (bis Ende Januar 2016) sowie ein Austausch zwischen der EZB, nationalen Zentralbanken und Vertretern der Kreditwirtschaft in unterschiedlichen Formaten folgten.

Die Verordnung ECB/2016/13, das Begleitdokument mit ergänzenden Erläuterungen („Explanatory Note“) sowie die Ergebnisse der Beobachtungsphase können auf der EZB-Website zu AnaCredit abgerufen werden.

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 4: Die EBA Guidelines zu Funding Plans

Die European Banking Authority (EBA) hat am 19. Juni 2014 ihre finalen Leitlinien hinsichtlich einheitlicher Definitionen und Templates für Funding Pläne von Kreditinstituten veröffentlicht ( Guidelines on harmonised definitions and templates for funding plans of credit institutions under Recommendation A4 of ESRB/2012/2 (EBA/GL/2014/04)). Das neue Berichtswesen dient der Überwachung und Beurteilung von Refinanzierungsplänen. Damit setzt die EBA eine Empfehlung des European Systemic Risk Boards (ESRB) um (Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken vom 20. Dezember 2012 zur Finanzierung von Kreditinstituten (ESRB/2012/2)).

Basel IV Channel: Episode 3 – Revised Market Risk Framework Part 1: Sensitivities-Based Approach

Nachdem wir in unserem letzten Channel am 8. April 2016 auf die Änderungen beim Kreditrisiko-Standardansatz eingegangen sind („Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk – second consultative document“), möchten wir in den nächsten beiden Terminen tiefer in die Neuerungen bei den Marktrisiken einsteigen.

Der Baseler Ausschuss hat im Januar 2016 die „Minimum capital requirements for market risk“ veröffentlicht. Dieses Papier regelt die Abgrenzung zwischen Anlagebuch und Handelsbuch neu und führt neue Methoden zur Ermittlung der RWA für Marktrisiken ein. Auf diese Methoden werden wir in den kommenden beiden Basel IV Channels eingehen.

Wir starten mit dem ersten Teil:

IRRBB – Update zu den finalen Standards

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 22. April 2016 die finalen Standards zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch veröffentlicht (Standards – Interest rate risk in the banking book (BCBS 368)).

Hintergrund

Die jetzt veröffentlichten finalen Standards sind das Ergebnis der Überarbeitung der vom BCBS 2004 erstmals festgelegten Principles for the management and supervision of interest rate risk (IRR Principles). Die seit 2004 erfolgten Veränderungen der Finanzmärkte und Aufsichtspraktiken erforderten eine Anpassung der Grundlagen für die Identifizierung, Messung, Überwachung und Kontrolle der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch. Die überarbeiteten Principles waren in 2015 Gegenstand einer Konsultation, in deren Rahmen der Baseler Ausschuss zwei Optionen zur Messung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch vorgestellt hat: einen standardisierten Ansatz als zusätzlichen Bestandteil der Säule I sowie einen erweiterten Säule II-Ansatz, der als Teil des aufsichtlichen Überwachungsprozesses auch die Anwendung bankinterner Modelle und Messeverfahren vorsieht (ausführlich zur Konsultation: Regulatory Blog Beitrag: „Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Konsultation des Baseler Ausschusses“ vom 11. Juni 2015).

Konsultationspapier des Baseler Ausschuss zur Nutzung des IRBA

Bis Ende 2016 will der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) seine Arbeiten im Zusammenhang mit der übermäßigen Spreizung der risikogewichteten Aktiva (RWA) bei den einzelnen Banken beendet haben.

Hintergrund

Die zur Diskussion stehenden Messverfahren betreffen die Risikokategorien operationelle Risiken sowie Kreditrisiken. Zu der Abschaffung des Advanced Measurement Approachs (AMA) für die Messung des operationellen Risikos hat der Baseler Ausschuss zuletzt ein zweites Konsultationspapier veröffentlicht (Standardised Measurement Approach for operational risk – Consultative Document (BCBS 355) – ausführlicher dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Operationelles Risiko – Wegfall des AMA und ein neuer Standardansatz für alle Banken“ vom 10. März 2016). Die Änderungsvorschläge zur Nutzung interner Rating Ansätze zur Messung des Kreditrisikos (IRBA) werden in dem im März 2016 veröffentlichten Konsultationspapier (Reducing variation in credit risk-weighted assets – constraints on the use of internal model approaches – Consultative Document BCBS 362) behandelt.

Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 06. April 2016 ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der Leverage Ratio (Revisions to the Basel III leverage ratio framework – consultative document (BCBS 365)) veröffentlicht. Die Konsultation endet am 06. Juli 2016. Neben dem bekannten Basel III-Monitoring ist eine weitere QIS-Studie auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 vorgesehen, um die Auswirkungen aus diesem Konsultationspapier zu analysieren.

Die Änderungsvorschläge umfassen folgende Bereiche der bisherigen Vorgaben (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – BCBS 270):

  • Behandlung von derivativen Engagements

  • Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte