Regulatory Blog

EBA Leitlinien zur Definition des Schuldnerausfall – definition of default

Im letzten Jahr hat die European Banking Authority (EBA) mit der Überarbeitung des Internal Rating Based Approach (IRB-Ansatz) begonnen. In einem Diskussionspapier (EBA Discussion Paper on the Future of the IRB Approach, EBA/DP/2015/15) hat sie die möglichen Maßnahmen zur Überarbeitung des IRB-Ansatzes vorgestellt. Ein Aspekt betrifft die Definition des Schuldnerausfalls. Nähere Ausführungen dazu enthält der im September 2015 veröffentlichte Entwurf einer Leitlinie gemäß Art 178 (7) CRR für Zwecke des Internal-Rating Based Approach (IRB-Ansatzes) und des Kreditrisikostandardansatzes (KSA) – EBA Guidelines on the application of the definition of default (EBA/CP/2015/15). Dieser Entwurf ergänzt den RTS zu Art 178 (6) CRR, in dem festgelegt wird, nach welchen Kriterien eine Materialitätsschwelle für die Überfälligkeit einer Forderung festzulegen ist (RTS on the materiality threshhold past due (EBA/CP/2014/32)).

Single Resolution Board zur Umsetzung der MREL-Anforderungen

Das Single Resolution Board (SRB) in der Rolle der europäischen Abwicklungsbehörde mit der Verantwortlichkeit für EZB-regulierte und international tätigen Institute, hat zum 01. Januar 2016 seine Arbeit aufgenommen. Am 12. Januar 2016 fand ein Treffen zwischen den Vertretern der EZB, EBA, nationalen Aufsichts- und Abwicklungsbehörden und den Bankenverbänden statt. Dabei wurden seitens des SRB erste Konkretisierungen über Anforderungen und Zeitplan zur Umsetzung der MREL Anforderungen vorgetragen (SRB Second Industry Dialogue: SRB Approach to MREL in 2016 & Technical Aspects of calibrating MREL). MREL (“Minimum requirements for own funds and eligible liabilities“) als ein Teil der Abwicklungsplanung fordert, dass Institute über das regulatorische Kapital hinaus weitere Verbindlichkeiten vorzuhalten haben, die im Falle der Abwicklung abgeschrieben oder in neues regulatorisches Kapitel gewandelt werden können. Damit soll verhindert werden, dass künftig der Staat bzw. die Steuerzahler für eine Bankenrettung aufkommen müssen.

Finalisierung des Baseler Regelwerks zum Fundamental Review of the Trading Book – Minimum Capital Requirements for Market Risk

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 14. Januar 2016 den finalen Standard zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen für Marktpreisrisiken (Minimum capital requirements for market risk, BCBS 352) veröffentlicht. Damit findet die im Mai 2012 gestartete und sich über mehrere Konsultationspapiere erstreckende Diskussion über eine grundlegende Überarbeitung der Handelsbuchvorschriften („Fundamental review of the trading book“) ihren Abschluss. Das Rahmenwerk sieht eine Umsetzung auf nationaler Ebene bis Januar 2019 vor. Die Institute haben bis Ende 2019 Zeit die neuen Anforderungen umzusetzen.
Die grundsätzliche Zielsetzung des Baseler Ausschusses ist dabei seit dem ersten Konsultationspapier unverändert (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Konsultation zum Handelsbuch – Baseler Ausschuss zu Marktpreisrisiken, Handelsbuchabgrenzung und Standardmethoden“ vom 15. Mai 2012)
Das finale Regelwerk enthält wesentliche Änderungen zu drei Regelungsbereichen: Handelsbuchabgrenzung, Marktpreisrisikostandardansatz und Interne Modelle für Marktpreisrisiken.

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 3: Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM)

Neben den ab dem 1. Januar 2014 in Kraft getretenen neuen Anforderungen über die Liquiditätsdeckung (LCR) und die stabile Refinanzierung (NSFR) wird das Liquiditätsmeldewesen in naher Zukunft um eine zusätzliche Meldeanforderung erweitert – die Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM). Sie sollen die beiden genannten Kennziffern, die in direkte Reaktion auf die Finanzmarktkrise der Jahre 2007 ff. entwickelt wurden, ergänzen. Hierdurch soll der Bankenaufsicht ein umfassender Überblick über die Liquiditätslage der Institute geboten werden.
Folglich handelt es sich bei den ALMM nicht um einzelne Kennziffern oder zwingend einzuhaltende Mindestquoten, sondern ein Set aus Meldebögen die in einem hohen Maß an Granularität Informationen über verschiedene Liquiditäts-relevante Sachverhalte bieten. Hierdurch werden sie auch zu einer wichtigen Datenquelle für den Liquiditäts-SREP der Aufsicht (dazu auch der Risk Blog Beitrag: „SREP Serie (Teil 10): Beurteilung der Liquiditätsausstattung“).
Mit der hohen Granularität gehen entsprechende Herausforderungen bei der Umsetzung der ALMM einher, sowohl hinsichtlich Datenqualität wie auch Datenverfügbarkeit. Darüber hinaus wurde bis zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrags noch keine finale Fassung der ALMM im EU Amtsblatt veröffentlicht, obwohl das Inkrafttreten zuletzt für den 1. Januar 2016 in Aussicht gestellt wurde.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken veröffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bankähnliche Geschäfte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivitäten auf Schattenbanken geschaffen werden könnte. Für Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsmöglichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidität im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verknüpfung von Schattenbanken könnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Frohe Weihnachten und die besten Wünsche für 2016 !

Die regulatorische Agenda der letzten Jahre war bestimmt durch die Einführung des CRR/CRD IV-Pakets und die entsprechende Umsetzung in den nationalen Regelungen. Mit dem Beginn der Beaufsichtigung der Institute durch die Europäische Zentralbank im Rahmen des Single Supervisory Mechanism ist ein neues Kapital der Bankenaufsicht eingeläutet worden. Das Reformtempo hält weiter an: Zu Jahresbeginn wird der Single Resolution Mechanism (SRM) an den Start gehen, um parallel mit der laufenden Aufsicht im Rahmen des SSM jetzt auch die krisenbedingte Prävention und Abwicklung der Banken innerhalb der EU zu übernehmen. Die ergänzende einheitliche Einlagensicherung in der Bankunion wird zur Zeit intensiv diskutiert.

EZB Studie – Auswirkungen der Leverage Ratio auf Bankenstabilität und Risikobereitschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Rahmen ihres Finanzstabiliätsberichts 2015 eine Studie zu den Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Stabilität und Risikobereitschaft der Banken vorgelegt.

Hintergrund

Nach der Veröffentlichung seines finalen Rahmenwerks zur Leverage Ratio im Januar 2014 (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements (BCBS 270)) testet der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) nun bis Ende 2016 eine Leverage Ratio von 3 %. Nachdem Kritik von Bankenseite laut wurde, dass die Leverage Ratio animieren könnte, insgesamt höhere Risiken einzugehen, veröffentlichte die EZB-Bankenaufsicht aktuell im Rahmen des Financial Stability Review 2015 eine theoretische und empirische Studie zu dieser Thematik (ECB Financial Stability Review 2015: The impact of the Basel III leverage ratio on risk-taking and bank stability). Untersucht wurden die Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Risikobereitschaft und Stabilität der Banken. Die Ergebnisse der Studie wurden anhand eines mikroökonomischen Models und mit Hilfe einer Datenerhebung von 500 EU-Banken über die Jahre 2005 – 2014 erhoben.

Zweites Basler Konsultationspapier zur Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes – Revisions to the Standardised Approach for credit risk

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 10. Dezember 2015 sein zweites Konsultationspapier zur Überarbeitungen des Kreditrisikostandardansatzes (Revisions to the Standardised Approach for credit risk – second consultative document (BCBS 347)) veröffentlicht. Die Vorschläge stehen bis zum 11. März 2016 zur Konsultation. Parallel hierzu wird auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 im Rahmen des Basel III-Monitorings eine umfassende quantitative Auswirkungsstudie durchgeführt werden.

Die grundsätzliche Zielsetzung des Basler Ausschusses bei Überarbeitung des Standardansatzes bleibt unverändert, allerdings führen die Vorschläge des aktuellen Konsultationspapiers teilweise zu wesentlichen Änderungen der im ersten Konsultationspapier vom Dezember 2014 diskutierten Methodik (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: “ Basel IV? Neuer Standardansatz zur Messung des Kreditrisikos“ vom 12. Februar 2015).

AnaCredit – 2. Update zum Analytical Credit Dataset der EZB

Am 04. Dezember 2015 veröffentlichte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Verordnungsentwurf (Draft Regulation on the collection of granular credit and credit risk data) zum Aufbau einer granularen Kreditdatenbank (Analytical Credit Dataset, kurz: AnaCredit). Ziel der Datenerhebung ist die Sammlung granularer Kreditdaten zum Aufbau einheitlicher Statistiken, die der EZB und dem Europäischen System der Zentralbanken vor allem für geldpolitische Zwecke dienen. Darüber hinaus können AnaCredit-Daten grundsätzlich auch für bankaufsichtliche Zwecke genutzt werden.

Für den Verordnungsentwurf gibt es keine Konsultationsphase, allerdings können bis zum 29. Januar 2016 Beobachtungen an die EZB gemeldet werden. Eine finale Version der Verordnung ist somit erst ab Februar 2016 zu erwarten.

Basel IV – CVA Risk Capital Charge 2.0

Das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) hat das Rahmenwerk zur aufsichtsrechtlichen Behandlung für das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung (Credit Valuation Adjustment (CVA)) im Rahmen des neuen Basel IV-Pakets einer Überarbeitung unterzogen. Am 01. Juli 2015 wurde hierzu ein Konsultationspapier (Review of the Credit Valuation Adjustment (CVA) risk framework – consultative document (BCBS 325)) auf den Weg gebracht, welches die durch den Baseler Ausschuss vorgesehene Neuordnung des aufsichtsrechtlichen CVA-Rahmenwerks beschreibt.