Kategorie: Aktuelles

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BaFin-Konsultation zu den Änderungen der Groß- und Millionenkreditverordnung

Die BaFin hat am 13. Juni 2017 einen Entwurf zur Änderung der Groß- und Millionenkreditverordnung veröffentlicht. Der Entwurf, der bis zum 12. Juli 2017 zur Konsultation steht, zielt darauf ab, die GroMiKV an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und darüber hinaus im Millionenkreditwesen der Einführung von AnaCredit Rechnung zu tragen.

Hintergrund

Insbesondere Änderungen im Rahmen der Millionenkreditregelungen sind schon länger auf der Agenda der Aufsicht und wurden auch bereits mehrfach verschoben (vergl. dazu Regulatory Blog-Beitrag: „Never ending story ? – Update zum Millionenkreditmeldewesen“ vom 09. März 2016). Die ursprünglich mit dem umfangreichen Modernisierungskonzept vorgesehene Umgestaltung des Millionenkreditmeldewesens wird mit den aktuellen Änderungen nicht vorgenommen.

Die wesentlichen Änderungen

Aus Sicht der BaFin besteht insbesondere Anpassungsbedarf bei den Ausnahmeregelung gem. § 2 Abs. 3 GroMiKV. Diese Ausnahmeregelung lässt derzeit zu, dass Institute nach Genehmigung der Aufsicht bis zu 93,75 % der Bemessungsgrundlage bei der Berechnung der Auslastung der Großkreditobergrenze ausnehmen können, sofern die Risikoposition für die Liquiditätsversorgung innerhalb der Gruppe notwendig ist und kein unangemessenes Konzentrationsrisiko besteht.

Der Entwurf sieht nun vor, die Ausnahmeregelung auf Gruppen mit einem zentralen Risikomanagement zu erweitern. Nach Einschätzung der BaFin hat sich gezeigt, dass die aktuellen Großkreditregelungen eine Unterscheidung zwischen Adressenausfallrisiken aus Kontrahentenausfallrisiken und aus der Liquiditätsversorgung gruppenangehöriger Unternehmen vornehmen, auch wenn in beiden Fällen ein zentrales Risiko- und Liquiditätsmanagement vorliegt. Die Änderung sei daher notwendig, um Gruppen mit einem zentralen Risikomanagement den gleichen großkreditrechtlichen Spielraum zu gewähren wie Gruppen mit einer zentralen Liquiditätssteuerung.

Die BaFin erachtet es weiterhin als erforderlich, die Meldeformate anzupassen, um die Erweiterung des Kreditbegriffs nach Ablauf der Übergangsfrist gem. § 64r Abs. 10 KWG meldetechnisch darstellen zu können. Die Anpassung erfolgt jedoch auf Basis der bestehenden Meldeformate. Auf die ursprünglich vorgesehene Umgestaltung der Meldevorgaben des Millionenkreditwesens zum 1. Januar 2019 soll daher verzichtet werden. Das Millionenkreditmeldewesen soll nach Einschätzung der BaFin vor dem Hintergrund der Einführung von AnaCredit auf seinen originären bankenaufsichtsrechtlichen Kern begrenzt werden. Die Ergänzung bestehender Meldeformate um einzelne Meldepositionen wie Notleidende Kredite (NPL), Erwarteter Verlust (EL) oder auch Risikoposition bei Ausfall (EaD) bleibt davon jedoch unberührt und soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Inkrafttreten

Während der überwiegende Teil der GroMiKV-Änderungen am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, ist die Erweiterung der Ausnahmeregelung für gruppen- und verbundangehörige Unternehmen gem. § 2 Absatz 3 GroMiKV und die Einführung eines zusätzlichen Wahlrechts zur Umrechnung von Fremdwährungspositionen für Millionenkreditzwecke gem. § 13 GroMiKV bereits ein Jahr früher, zum 1. Januar 2018, vorgesehen.

Basel IV-Channel – Episode 19: FRTB – Non Modellable Risk Factors

Nachdem die letzte Basel IV-Channel Episode sich mit der Überarbeitung der Regelungen zur Abgrenzung von Handels- bzw. Bankbuch befasst hat, wollen wir mit der aktuellen Folge des Basel IV-Channels das Thema Marktpreisrisiken wieder aufgreifen und mit einem Blick auf interne Modell vertiefen.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

 „FRTB – Non Modellable Risk Factors“

Auf der Agenda stehen die folgenden Punkte:

  • Was sind nicht modellierbare Risikofaktoren ?
  • Welche erhöhten Kapitalanforderungen bestehen für nicht modellierbare Risikofaktoren ?
  • Und welche Auswirkungen bzw. Herausforderungen ergeben sich dadurch für die Banken ?

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Überblick und beantworten diese Fragen.

Sie können sich zu unserem Basel IV-Channel über unsere Basel IV Webseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

AnaCredit Benchmark-Studie: Ein analytischer Querschnitt durch Europas aktuelle AnaCredit-Projektlandschaft

Ab 2018 sind CRR Institute zur Meldung granularer Kreditdaten – benannt werden 95 Datenfelder zu Krediten ab 25 TEUR – an das EZB Kreditregister verpflichtet (dazu ausführlich unser Regulatory Blog Beitrag: „AnaCredit – Finale Verordnung zum Analytical Credit Dataset der EZB veröffentlicht“ vom 23. Mai 2016). Damit geht die EZB einen weiteren großen Schritt in Richtung einer Harmonisierung statistischer Meldeanforderungen und einer transparenten, vergleichbaren und konsistenten Datenlandschaft bei Banken in der Eurozone.

In der Praxis läuft die Umsetzung „auf Hochtouren“. PwC befragte Bereichs-, Abteilungs- und Projektleiter von 48 Banken aus 9 verschiedenen europäischen Ländern zum Stand des Umsetzungsprojekts, den aufgetretenen Herausforderungen und dem langfristigen Ausblick hinsichtlich der AnaCredit Anforderungen.

Im Ergebnis ließen sich drei fundamentale Erkenntnisse herausfiltern:

1. Datenverfügbarkeit:

Der Traum von der „Meldung auf Knopfdruck“, der bei Betätigung in Echtzeit alle nötigen Datenfelder schnell und unkompliziert zusammenführt, liegt in weiter Ferne. In der Realität ist ein aufwendiges Anbinden von bis zu 30 Quellsystemen erforderlich, um die Datenanforderungen zu erfüllen. Rund 27% der AnaCredit-Attribute sind noch nicht im System verfügbar, 16% wurden nicht einmal in Papierform erhoben. Allerdings sehen die Banken dem Thema derzeit selbstbewusst entgegen und erwarten eine zeitgerechte Erfüllung der Datenanforderungen. Die Grafik zeigt, in welchem Umfang die Daten in den Banksystemen vorliegen.

 

 

2. Datenqualität:

In der Breite wird die Datenqualität als für die Meldung ausreichend, wenn auch nicht bei jedem Attribut optimal, eingeschätzt. Insbesondere Unternehmenskennzahlen (Umsatz, Unternehmensgröße etc.) und Sicherheiten-Daten sind regelmäßig nicht in der notwendigen Qualität vorhanden. Banken erwarten überdies manuelle sowie elektronische Korrekturerfordernisse auf Meldeebene.

3. Umsetzungskosten:

Der Budgetbedarf reicht von wenigen hunderttausend Euro für weniger komplexe Institute bis hin zu über sechs Millionen Euro für große, komplexe Institute. Ausschlaggebend für die Höhe der Kosten ist vielmehr die Struktur der Bank (Geschäftsmodell, IT-Architektur, Filialen in der EU) als ihre Größe (Anzahl Geschäfte oder Bilanzsumme).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass AnaCredit-Projekte wesentlichen Einfluss auf die Veränderung operativer Geschäftsprozesse haben werden, zudem aber auch strategische Auswirkungen, Optionen und Chancen mit sich bringen. In diesem Zusammenhang erwarten befragte Führungskräfte durch AnaCredit eine allgemeine Verbesserung der Datenqualität sowie ein Befüllung neuer und bestehender Datawarehouse-Architekturen mit Daten, die dann auch für weitere Analysen (Vertriebscontrolling, Risikomanagement) genutzt werden sollten.

Mehr Informationen zu den Ergebnissen der Studie erhalten Sie bei unseren PwC-Experten zum Thema AnaCredit.

Ihre Ansprechpartner:

Andrea Glatzel

Friedemann Loch

Sebastian L. Sohn.

Eine englischsprachige Zusammenfassung der Studie können Sie hier abrufen.

Basel IV-Channel – Episode 18: Überarbeitete Handels-/ Bankbuchabgrenzung

Die aktuelle Ausgabe des Basel IV-Channels widmet sich einem Thema aus dem Bereich der Behandlung der Marktrisikopositionen, der Überarbeitung der Regelungen zur Abgrenzung von Handels- bzw. Bankbuch. Die Zuordnung der Positionen hat erheblichen Einfluss auf die Kapitalanforderungen und steht daher auf der Agenda der Aufsicht.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

 „Überarbeitete Handels-/ Bankbuchabgrenzung“.

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Einblick in die überarbeiteten Abgrenzungskriterien und die damit verbundenen Implikationen.

Sie können sich zu unserem Basel IV-Channel über unsere Basel IV Webseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

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Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

EBA Konsultation zur Überarbeitung der Leitlinien zur internen Governance

Die European Banking Authority (EBA) hat ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der Leitlinien zur internen Governance (EBA Consultation Paper on draft Guidelines on internal governance (EBA/CP/2016/16) veröffentlicht. Die Konsultation lief bis Ende Januar 2017.

Parallel dazu konsultierten EBA und European Securities and Markets Authority (ESMA) gemeinsam über die Leitlinien zur Beurteilung der Eignung von Mitgliedern von Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan sowie Inhabern von Schlüsselfunktionen (Joint ESMA and EBA Consultation Paper in Guidelines on the assessement of the suitability of members of the management body and key function holders (EBA/CP/2016/17).

In engem Zusammenhang dazu stehen auch die von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Anforderungen an die Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit (EZB Leitfaden-Entwurf zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit, November 2016), die auf die Governance-Anforderungen im Rahmen des Aufsichtlichen Überprüfungsprozesses (SREP) abstellen (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Leitfaden-Entwurf der EZB zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit – Fit & Proper“ vom 10. April 2017)

Hintergrund

Mit dem Entwurf sollen die EBA Leitlinien zur internen Governance (Guidelines on Internal Governance (GL44)) aus dem Jahr 2011 ersetzt werden. Die Überarbeitung ist erforderlich geworden, da seit Anfang 2014 die detaillierteren Governance-Anforderungen aus der CRD IV zu beachten sind. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Verantwortung der Leitungsorgane (Vorstand und Aufsichtsorgan) für eine effiziente und effektive Unternehmensführung. Zum anderen haben sich die Anforderungen an eine funktionierende Governance vor allem auf internationaler Ebene mit den Leitlinien des Baseler Ausschusses (BCBS) Principles of Governance for Banks (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Guidelines on Corporate Governance Principles for banks“ vom 25. Auguts 2015) sowie den Vorschlägen des Financial Stability Board (FSB) (Misconduct 2015) erhöht.

Innerhalb des aufsichtlichen Überwachungs- und Bewertungsverfahrens (SREP) ist eine robuste und effektive Risikoüberwachung ein wichtiges Beurteilungskriterium.

EBA Guidelines on internal Governance – die wesentlichen Änderungen

Der aktuelle Entwurf der Guideline on Internal Governance übertrifft die bisherigen Leitlinien GL 44 deutlich im Umfang, was vor allem der in weiten Bereichen durchgeführten Präzisierung der Aufgaben geschuldet ist. Die Leitlinien fordern klare und transparente Aufgabenverteilungen und Verantwortungsstrukturen innerhalb der Bank als Grundvoraussetzung für eine angemessene Risikokultur. Die Leitlinien Die Leitlinien berücksichtigen deutlich mehr als bisher die Anforderungen aus dem „Modell der drei Verteidigungslinien“. Danach geht der Markt (business line) Risiken ein und verwaltet diese im Rahmen seiner Aufgaben (1. Verteidigungslinie). Die vom Markt unabhängigen Funktionen Risikomanagement und Compliance sind als 2. Verteidigungslinie für die weitere Identifizierung, Messung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken verantwortlich. Sie stellen die „Compliance“ mit den internen und externen Anforderungen auf Einzel- und Gruppenebene sicher. Die unabhängige Innenrevision agiert als 3. Verteidigungslinie und umfasst die Prüfung der 1. und 2. Verteidigungslinie.

Einige der wesentlichen Änderungen betreffen unter anderem:

  • Leitungsorgane – Management Body / Supervisory Function

Die Aufgabenbeschreibung und Verantwortlichkeiten für operatives Management (Geschäftsleitung) und Überwachungsorgane sind im neuen Entwurf sehr detailliert aufgeführt. Insbesondere an den Vorsitzenden des Aufsichtsorgans werden umfangreichere aufsichtliche Erwartungen geknüpft. Hinzu kommen detailliertere Anforderungen an die Etablierung von Ausschüssen (Besetzung der Ausschüsse, Rotationsempfehlung, konkrete Aufgaben). Diese sind im Entwurf sehr weit gefasst, z.B. wird erwartet, dass alle Ausschussmitglieder sowohl individuell als auch kollektiv geeignet sein müssen.

  • Funktionen der internen Governance

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Schlüsselpositionen einer angemessenen internen Governance (Risikomanagement, Compliance und Innenrevision) werden im Leitlinienentwurf insgesamt überarbeitet. Dies betrifft zum einen die Verortung innerhalb der Hierachie-Ebenen, die Einrichtung direkter Bericht- und Informationswege, zum anderen auch die Vereinbarkeit von Aufgaben. Insbesondere der Aufgabenbereich der Risk Management Function (vormals Risk Control Function) ist in den neuen Leitlinien überarbeitet worden. Zum einen wird explizit eine angemessene Verortung in der Unternehmenshierachie gefordert, zum anderen ausreichende Fähigkeiten sowie eine angemessene personelle Ausstattung im Hinblick auf die Aufgabenerfüllung vorausgesetzt.

  • „Know-your-structure“/Transparenz

Direkter Ausfluss aus den in der Vergangenheit beobachteten off-shore Aktivitäten innerhalb der Finanzbranche sind die erhöhten Anforderungen an die Transparenz der bankinternen Strukturen: Leitungs- und Überwachungsorgane müssen diese durchschauen können, denn nur dann sei eine effektive Kontrolle bzw. Einbindung in das Risikoüberwachung möglich. Eng damit verknüpft sind auch die (neuen) Regeln, wie mit internen Hinweisen wie z.B. Whistleblowing umzugehen ist: die Leitlinien stellen konkrete Anforderungen an die Einführung von entsprechenden Prozessen, die vor allem dem Schutz der beteiligten Personen dienen. Gegebenenfalls ist für diese Aufgabe auch ein Mitglied des Management Body abzustellen.

  • Proportionalität

Das Proportionalitätsprinzip wird verankert – die Ausgestaltung der internen Governance muss sich am individuellen Risikoprofil des Instituts sowie seinem Geschäftsmodell orientieren. Der Leitlinienentwurf listet eine ganze Reihe von Kriterien auf, die Institute und Aufsichtsbehörden dabei berücksichtigen sollen (zu Beispiel auch die vorhandene IT-Landschaft.

  • Governance in Gruppen

Ein Thema, dass die überarbeiteten Leitlinien stärker in den Fokus stellen, ist die Governance in Gruppen. Das konsolidierende Institut muss sicherstellen, dass konzernweite Governance-Regelungen, Prozesse und Mechanismen festgelegt werden und im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Konsolidierung bei allen Tochtergesellschaften, einschließlich  derjenigen, die nicht der CRD IV unterliegen, konsistent befolgt und umgesetzt werden. Kompetente Funktionen innerhalb des Konsolidierungsinstituts und seiner Tochtergesellschaften sollen dazu interagieren und Informationen austauschen.

  • Corporate Values/ Code of conduct

Die Anforderungen an die Festlegung von sog. Corporate Values und des Code of Conduct, die den Besonderheiten und Bedürfnissen des Instituts Rechnung tragen, gewinnen an Bedeutung. Gleichwertige ethische Standards müssen auch für externe Service Provider entwickelt werden. Die unternehmensinternen Richtlinien sollen insoweit sicherstellen, dass alle Aktivitäten in Übereinstimmung mit den Corporate Values ausgeführt werden. Unternehmensweit soll ein starkes Risikobewusstsein vorliegen, damit die Grenzen der festgelegten Risikobereitschaft nicht überschritten werden. Was akzeptable und inakzeptable Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Finanzberichterstattung, Wirtschafts- und Finanzkriminalität wie z.B. Geldwäsche, Marktmanipulation oder Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze muss definiert werden. Darüber hinaus müssen die Richtlinien klarstellen, dass die Erwartungen der Geschäftsleitung gegenüber den Mitarbeitern neben der Beachtung aller gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sich eben auch auf ehrliches und integres Verhalten beziehen.

  • Interessenkonflikte

Die Richtlinien und Prozesse im Zusammenhang mit Interessenkonflikte werden detaillierter. Insbesondere werden sowohl an die Mitglieder der Leitungsorgane als auch an die Mitarbeiter höhere Anforderungen bezüglich der Identifizierung potentieller Interessenkonflikte bzw. Meldung an das Institut gestellt.

  •    Governance policy

Das Leitungsgremium sollte eine Governance-Politik definieren, annehmen und pflegen, die eindeutige organisatorische und operative Strukturen mit klar abgegrenzten, transparenten und einheitlichen Verantwortungsbereichen umfasst. Die dabei zu berücksichtigenden Aspekte fasst der Leitlinienentwurf im Anhang I zusammen: Neben den organisatorischen Strukturen des Instituts zählen dazu auch der sog. Code of conduct sowie stratgische Ziele und Unternehmenswerte (corporate values).

Inkrafttreten

De Konsultationsphase zum Leitlinienentwurf ist bereits beendet. Die EBA hatte ursprünglich angekündigt, die Leitlinien in der ersten Jahreshälfte 2017 zu finalisieren.

 

 

 

Basel IV Academy – Open now for Registration !

Willkommen in der Welt von Basel IV !

Seit der Finanzmarktkrise war die Bankenwelt einer der größten regulatorischen Reformen ausgesetzt: „Basel III“. Die Umsetzung dieser Reformen ist aber längst noch nicht abgeschlossen – der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht widmet sich derzeit intensiv der Überarbeitung der Methoden zur Ermittlung der mit Eigenkapital zu hinterlegenden Risiken – und zwar für alle Risikoarten.

Auch wenn es offiziell um die Finalisierung von Basel III geht – die Anforderungen reichen so weit, dass schon längst die Rede von „Basel IV“ ist. Auf jeden Fall aber werden sich die Änderungen auf die Berechnung der risikogewichteten Aktiva und Kapitalquoten aller Banken auswirken.

Wie sehen die neuesten Anforderungen von Basel IV im Detail aus und wie erfolgt die Berechnung der risikogewichteten Aktiva für bestimmte Portfolien und Produkte?

Wir laden Sie herzlich ein, unsere 3-tägige Intensiv-Schulung „Basel IV Academy“ zu besuchen.

Egal ob Kreditrisiken, Marktpreisrisiken oder operationelle Risiken, egal ob Standardansätze oder interne Modelle, auf unserer Basel IV Academy haben Sie die Möglichkeit, Basel IV im Detail kennenzulernen und zum Basel IV-Experten zu werden.

Als Referenten treffen Sie unsere Experten für Basel IV, Risikomanagement und Aufsichtsrecht aus dem internationalen Netzwerk von PwC. Alle Experten verfügen über langjährige Berufserfahrung und umfangreiche Kenntnisse in Theorie und Praxis.

Unsere dreitägige Basel IV Academy bietet Ihnen eine einmalige Kombination aus einer ausführlichen und praxisorientierten Schulung zu allen aktuell unter Basel IV diskutierten Aspekten und vorgesehenen Änderungen bei der Risikoquantifizierung. Der Detaillierungsgrad bei den Schulungsinhalten geht hierbei weit über den im Rahmen von üblichen Tagesschulungen vermittelbaren Umfang hinaus.

Die Kombination von fachlicher Schulung und praxisorientierten Fallstudien vermittelt Ihnen ein tiefes Verständnis über die Details der geplanten Vorschriften und erlaubt Ihnen eine deutlich differenziertere Möglichkeit zur Abschätzung der Auswirkungen auf Ihre eigene Bank.

Die Basel IV Academy bereitet Sie optimal auf die bald startenden Basel IV-Umsetzungsprojekte vor.

Alle wichtigen Informationen zu Inhalten und Anmeldung finden Sie unter: www.pwc-events.com/BaselIV

Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich um eine internationale Veranstaltung handelt. Vorträge und Schulungsmaterial sind in englischer Sprache.

Wir freuen uns, Sie zu unserer Basel IV Academy begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Neisen

PwC Global Basel IV Leader

Leitfaden-Entwurf der EZB zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit – Fit & Proper

Die Europäische Zentralbank hat am 14.11.2016 den Entwurf eines Leitfadens zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit von potenziellen Kandidaten für die Positionen der Leitungsorgane (Geschäftsleitung/ Aufsichtsorgan) einer Bank veröffentlicht. Eine finale Fassung des Leitfadens ist für das Zweite Quartal 2017 angekündigt.

Hintergrund

Die EZB hat die Befugnis, die Beschlüsse für die Ernennung der Mitglieder der Leitungsorgane der direkt beaufsichtigten Kreditinstitute zu fassen. Die Eignungsanforderungen sind in Art. 91 der Eigenkapitalrichtlinie CRD IV in einem Satz dargestellt. Im Rahmen des einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) hat die EZB jedoch die jeweiligen verbindlichen nationalen Rechtsvorschriften aus der Umsetzung der CRD IV zu berücksichtigen.

Die Beurteilungsansätze für die Einschätzung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit sollen durch den Leitfaden vereinheitlicht werden, um innerhalb des SSM ein „level-playing-field“ zu schaffen. Das ist insoweit von erheblicher Bedeutung, als die Beurteilung der Governance durch die laufende Aufsicht ein wichtiger Bestandteil des sogenannten SREP Prozesses ist.

Der Leitfaden erläutert, welche Richtlinien, Praktiken und Verfahren die EZB bei der Beurteilung der Eignung von Mitgliedern der Leitungsorgane anwendet. Grundsätzlich gilt aber, dass die Verantwortung für die Gewährleistung der Eignung der Mitglieder der Leitungsorgane bei den einzelnen Instituten liegt. Sie müssen eine eigene Sorgfaltsprüfung und Beurteilung vornehmen.

Der Aufsichtsprozess der EZB und die Anwendung der Eignungskriterien stehen im Verhältnis zur Größe des Unternehmens, sowie Art, Umfang und Komplexität der Geschäftsaktivitäten, so dass für die Beurteilung eine individuelle Analyse und aufsichtliches Ermessen herangezogen wird. Die Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit ist Teil der laufenden Aufsicht über die Unternehmensführung. Entsprechend können die daraus gewonnen Ergebnisse Beschlüsse nach sich ziehen, die im Rahmen der laufenden EZB-Aufsicht weiterverfolgt werden müssen und umgekehrt kann die laufende Aufsicht Erkenntnisse für die Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit liefern oder eine Neubeurteilung nach sich ziehen.

Parallel zum Leitfadenentwurf der EZB hat die European Banking Authority (EBA) Konsultationspapiere zur Überarbeitung der Leitlinien zur internen Governance (EBA Consultation Paper on draft Guidelines on internal governance (EBA/CP/2016/16)) und über die Leitlinien zur Beurteilung der Eignung von Mitgliedern von Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan sowie Inhabern von Schlüsselfunktionen (Joint ESMA and EBA Consultation Paper in Guidelines on the assessement of the suitability of members of the management body and key function holders (EBA/CP/2016/17) veröffentlicht.

Anwendungsbereich

Der Leitfaden gilt für alle bedeutenden Institute d.h. auch für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften. Für weniger bedeutende Institute kommt er bei Zulassungsverfahren bzw. bei qualifizierten Beteiligungen zur Anwendung.

Die EZB entscheidet anhand der im Leitfaden vorgestellten Kriterien über die Ernennung von Mitgliedern der Leitungsorgane bei den direkt durch sie beaufsichtigten bedeutenden Banken. Bei den weniger bedeutenden Banken werden die Entscheidungen über die Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit durch die nationalen Aufsichtsbehörden getroffen. Allerdings ist davon auszugehen, dass diese die EZB Kriterien ebenfalls berücksichtigen werden. Dies ergibt sich u.a. aus der Tatsache, dass die nationale zuständige Aufsichtsbehörde für die Anzeige einer Bestellung die erste Anlaufstelle ist, unabhängig davon, ob es sich um ein direkt oder indirekt beaufsichtigtes Kreditinstitut handelt.

Ausdrücklich wird im Leitfaden darauf hingewiesen, dass der Begriff des Leitungsorgans sowohl die Mitglieder der Geschäftsführung wie auch die Mitglieder des Aufsichtsorgans umfasst.

Beurteilungskriterien

Der Leitfaden enthält fünf Kriterien zur Beurteilung der Zuverlässigkeit und der Qualifikation:

  • Erfahrung
  • Leumund/Reputation
  • Interessenkonflikt und Unvoreingenommenheit
  • Zeitaufwand
  • kollektive Eignung des Leitungsorgans

Erfahrung

Erfahrung bezieht sich einerseits auf praktische und berufliche Erfahrung aus früheren Tätigkeiten. Andererseits wird auch auf die theoretische Erfahrung, die durch Aus- und Weiterbildung erworben wurde, abgestellt. Alle Mitglieder des Leitungsorgans müssen mindestens über grundlegende theoretische Erfahrung im Bankgeschäft in den Bereichen verfügen, die der Leitfaden festlegt: Finanzmärkte, Regulierungsrahmen und rechtliche Anforderungen,

strategische Planung und Verständnis der Geschäftsstrategie/des Geschäftsplans, Risikomanagement (Identifizierung, Bewertung, Überwachung, Kontrolle und Eindämmung der Hauptrisiken eines Kreditinstituts) einschließlich Erfahrung mit direktem Bezug zu den Verantwortlichkeiten des jeweiligen Mitglieds, Beurteilung der Wirksamkeit von Regelungen eines Kreditinstituts im Hinblick auf eine effektive Unternehmensführung und Überwachung sowie wirksame Kontrollen und die Auswertung von Finanzinformationen eines Kreditinstituts im Hinblick auf die Aufdeckung von wesentlichen Problemen.

Bei der Beurteilung der Erfahrung folgt die Aufsicht einem zweistufigen Ansatz: Im ersten Schritt wird das Maß der Erfahrung anhand von festgelegten Schwellenwerten ermittelt, bei Bedarf wird in einem zweiten Schritt eine ausführlichere Beurteilung durchgeführt. Letzteres wird ggf. erforderlich sein, wenn die Schwellenwerte für eine „ausreichende Erfahrung“ nicht erreicht werden, aber die Geeignetheit mittels ausführlicher Begründung durch das Institut doch nachgewiesen werden kann.

Als Schwellenwert, ab dem die Aufsicht eine ausreichende Erfahrung für das Leitungsorgan in seiner (Geschäfts-) Leitungsfunktion annimmt, gilt:

 CEO in (Geschäfts-) Leitungsfunktion  Mitglied des (Geschäfts-) Leitungsorgans
 10 Jahre aktuelle praktische Erfahrung in Bereichen mit Bezug zur Banken- oder Finanzdienstleistungsbranche mit einem wesentlichen Anteil an Positionen in der oberen Führungsebene  5 Jahre aktuelle praktische Erfahrung in Bereichen mit Bezug zur Banken- oder Finanzdienstleistungsbranche in Positionen auf der oberen Führungsebene

Angemessener Erfahrung für das Leitungsorgan in seiner Aufsichtsfunktion ist anzunehmen, bei:

 Vorsitzender  Mitglied des Leitungsorgans
 10 Jahre einschlägiger praktische Erfahrung aus jüngster Vergangenheit. Dabei sollte ein wesentlicher Anteil auf Positionen in der oberen Führungsebene entfallen, einschließlich umfangreicher theoretischer Erfahrung im Bankgeschäft oder einem vergleichbaren relevanten Gebiet  3 Jahre einschlägiger praktische Erfahrung in oberen Führungspositionen aus jüngster Vergangenheit (einschließlich theoretischer Erfahrung im Bankgeschäft).

 Leumund

Bei Mitgliedern des Leitungsorgans muss jederzeit eine ausreichend gute Reputation vorliegen. Ein Mitglied des Leitungsorgans wird als gut beleumundet eingestuft, wenn es keine gegenteiligen Hinweise gibt und kein Grund dafür besteht, am guten Leumund der Person zu zweifeln (Unschuldsvermutung). Laufende und abgeschlossene Gerichtsverfahren können die Beurteilung beeinflussen. Daher muss die Aufsichtsbehörde immer über Gerichtsverfahren informiert werden und ermittelt potentielle Auswirkungen auf den Leumund. Die verlangten Mindestangaben betreffen neben der Art der Anschuldigung/Anklage und Angaben zum Verfahrensstand auch die Zeit, die seit dem mutmaßlichen Fehlverhalten vergangen ist, das Verhalten des betreffenden Mitglieds seit diesem Zeitpunkt sowie die mögliche Einsicht in Bezug auf sein Verhalten, zu der das betreffende Mitglied im Laufe der Zeit gelangt ist.

Interessenkonflikte und Unvoreingenommenheit

Ein Interessenkonflikt besteht dann, wenn die Durchsetzung von Interessen eines Mitglieds die Interessen des beaufsichtigten Unternehmens beeinträchtigt. Interessenkonflikte sind grundsätzlich zu vermeiden bzw. durch Regelungen für die Unternehmensführung und –kontrolle abzuschwächen. Die Aufsichtsbehörde beurteilt die Wesentlichkeit des Risikos, das durch den Interessenkonflikt entsteht. Dazu enthält der Leitfaden eine Tabelle, die für persönliche, berufliche, finanzielle und politische Interessenkonflikte die Wesentlichkeit anhand von Umfang und Art der Beziehung festlegt bzw. wo möglich einen Schwellenwert für die Wesentlichkeitsgrenze vorgibt. Bei Auftreten eines wesentlichen Interessenkonflikts muss das Unternehmen die im Leitfaden genannten angemessenen Maßnahmen ergreifen, einschließlich einer „Erklärung zum Interessenkonflikt“ gegenüber der Aufsichtsbehörde.

Das Kriterium der Unvoreingenommenheit wird immer beurteilt und ist unabhängig von den Interessenkonflikten zu sehen.

Zeitaufwand

Alle Mitglieder des Leitungsorgans müssen in der Lage sein, für die Erfüllung ihrer Aufgaben in dem Institut ausreichend Zeit aufzuwenden. Insbesondere die Wahrnehmung mehrere Mandate kann den Zeitaufwand beeinflussen. Die Zahl der Leitungs- und Aufsichtsmandate, die ein Mitglied des Leitungsorgans in einem Institut innehaben darf, beschränkt sich nach der CRD IV auf ein Leitungsmandat mit zwei Aufsichtsmandaten oder vier Aufsichtsmandate. Der EZB-Leitfadenentwurf macht deutlich, dass die EZB die sogenannte besondere Zählweise z.B. bei Gruppen restriktiv anwendet und darauf achtet, ob Synergien innerhalb der unterschiedlichen Mandate den Zeitaufwand reduzieren können.

Kollektive Eignung

Die beaufsichtigten Unternehmen müssen im Wege einer Selbstbeurteilung ihres Leitungsorgans die kollektive Eignung feststellen, im Idealfall durch eine Eignungsmatrix. Etwaige Unzulänglichkeiten müssen der EZB-Aufsicht mitgeteilt bzw. mit dieser erörtert werden. Der Beitrag jedes Mitglieds des Leitungsorgans zur kollektiven Eignung wird bei der erstmaligen Beurteilung der (individuellen) fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit bewertet.

Beurteilungsprozess/Interviews

Für die EZB sind Interviews ein wichtiges Instrument für die Beurteilung der fachlichen Qualifikation und der persönlichen Zuverlässigkeit.

Die Durchführung von Interviews folgt einem risikoorientierten Ansatz, d.h. sie sind obligatorisch bei der Neubesetzung der Position des CEO und des Vorsitzenden des Verwaltungs- oder Aufsichtsrats bei eigenständigen Banken und Konzernobergesellschaften. Interviews werden bei den anderen Mitgliedern darüber hinaus auf Ermessensbasis eingesetzt werden (z. B. wenn spezifische Bedenken hinsichtlich der Eignung oder Integrität/Korrektheit des betreffenden Mitglieds bestehen).

Beurteilungsverfahren

Eine Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit kann durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden.

  • Neubestellung, Änderung der Funktion oder Verlängerung der Amtszeit

Bei Neubestellungen im Rahmen des SSM meldet das beaufsichtigte Unternehmen die (vorgeschlagenen) Bestellung eines neuen Mitglieds des Leitungsorgans an die nationale zuständige Behörde (NCA), die ihrerseits die EZB unterrichtet. EZB und NCA prüfen die Unterlagen, fragen örtlicher Register und EBA-Datenbanken über Verwaltungssanktionen ab und halten ggfs. Rücksprache mit anderen nationalen Behörden. Weitere Informationen können bei Bedarf schriftlich oder in einem Interview angefordert werden. Die EZB arbeitet mit Unterstützung der NCA einen Beschluss aus und legt diesen dem Aufsichtsgremium zur Billigung und dem EZB-Rat zur Annahme vor.

Bei Änderungen im Leitungsorgan (Änderungen der Funktion oder Verlängerungen der Amtszeit) erfolgt eine Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit nur im Bedarfsfall und gemäß den nationalen Rechtsvorschriften.

Soweit sich bei Verlängerungen der Amtszeit keine neuen Tatsachen ergeben haben, erfolgt eine Neubeurteilung nur, wenn sie nach nationalem Recht erforderlich ist.

Im Falle eines Rücktritts ist kein Beschluss der Aufsicht erforderlich; allerdings kann mit der ausscheidenden Person ein Exit-Interview geführt werden, um Informationen für die laufende Beaufsichtigung des Instituts zu gewinnen.

  • Neue Tatsachen oder andere Faktoren

Neue Tatsachen können – unabhängig davon, wie sie EZB und NCA zur Kenntnis gelangen – im Einzelfall zu einer neuen Beurteilung führen.

Beschluss

Die EZB erlässt nach jeder Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit einen formellen zustimmenden oder ablehnenden Beschluss. Zustimmende Beschlüsse können mit Empfehlungen zur Best Practice oder Auflagen verbunden sein, wenn dies erforderlich ist (z.B. Teilnahme an einer bestimmten Schulung, Aufgabe eines externen Mandats, Probezeit unterhalb der Ebene des Leitungsorgans).

Das betreffende Mitglied oder das beaufsichtigte Unternehmen kann EZB Beschlüsse durch den Administrativen Überprüfungsausschuss überprüfen lassen oder den Beschluss direkt vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten.

Verbindlichkeit ?

Neben den nationalen Rechtsvorschriften beachtet die EZB auch die EBA Leitlinien. Die Inhalte der EBA Leitlinien sind in den EZB Leitfaden Entwurf eingeflossen. Von der EZB erlassenen Leitfäden sind auch von den nationalen Aufsichtsbehörden zu beachten, sofern diesen keine verbindlichen nationalen Rechtsvorschriften entgegenstehen. Obwohl es sich bei dem Leitfaden nicht um einen EZB Verordnung handelt, tun die Banken gut daran, die dort enthaltenen Kriterien zu berücksichtigen, denn der Leitfaden drückt die Erwartung der EZB-Bankenaufsicht aus.

Regulatory Roadshow 2017 – PwC lädt ein zum Regulatory BBQ im Regulatory Saloon

Auch in 2017 bleibt das Thema „Bankenregulierung“ in Europa in Bewegung. Der Baseler Ausschuss steht kurz vor dem Abschluss der Arbeiten für die Finalisierung von Basel III („Basel IV“). Zudem hat die Europäische Kommission im November 2016 erste Entwürfe für die Umsetzung verschiedener Baseler Vorschriften zu Basel III/Basel IV, wie z. B. die Regelungen zur Überarbeitung der Marktrisiken („FRTB“) oder den Standardansatz für Kontrahentenrisiken veröffentlicht. Somit hält Basel IV Einzug in europäisches Bankenaufsichtsrecht. Des Weiteren steht die Veröffentlichung der neuen MaRisk unmittelbar bevor und auch die EBA hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von wichtigen Guidelines und RTS veröffentlicht. Darüber hinaus geht die „TRIM-Exercise“ der Europäische Zentralbank in die nächste Phase.

Banken stehen damit vor der Herausforderung, die Folgen neuer Regulierungsanforderungen auf ihre Geschäftsmodelle abzuschätzen, sich auf die europäische Umsetzung erster Anforderungen einzustellen und gleichzeitig die neuen Veröffentlichungen der EBA zu berücksichtigen.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Regulatory Roadshow 2017 ein. Wir bieten Ihnen eine kompakte Übersicht über die anstehenden Vorhaben auf Baseler und europäischer Ebene, dem aktuellen Stand zu dem Thema MaRisk sowie den neuen Entwicklungen im Bereich SSM, SREP und TRIM.

Unser Regulatory BBQ 2017 steht unter dem Motto:

Welcome to the Regulatory Saloon

  • High noon in Basel City:

Die Finalisierung von Basel IV

  • Zwei glorreiche Halunken – CRR II und CRD V:

Die Umsetzung von Basel in der EU kommt

  • Sein Name ist Nobody

Offenlegung: die neue große Herausforderung

  • Für ein paar Dollar mehr:

ICAAP, ILAAP, SREP, IRRBB, MaRisk

  • Wild, wild IRBA –

Vier Fäuste für Basel: PD, LGD, EaD und CCF

  • EBA Unchained:

    Future of IRB

  • Spiel mir das Lied von TRIM

  • Die glorreichen Neun

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen IFRS und Aufsichtsrecht

  • Der Schatz im Silbersee

Data Analytics

Lassen Sie sich von unseren Experten umfassend über die künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen informieren – wir freuen uns auf Sie!

Termine und Veranstaltungsorte

04.05.2017, Berlin

11.05.2017, Frankfurt a. M.

29.05.2017, Stuttgart

12.06.2017, Hamburg

14.06.2017, Hannover

20.06.2017, Frankfurt a. M.

04.07.2017, Düsseldorf

11.07.2017, München

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Wir würden uns freuen, Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

International venues

We look forward to meeting you also in:

The Netherlands (Amsterdam)

Greece (Athens)

Romania (Bucharest)

Ireland  (Dublin)

Turkey (Istanbul)

United Kingdom (London)

Luxembourg (Luxembourg)

Spain (Madrid)

Italy (Milano)

France (Paris)

Latvia (Riga)

Sweden (Stockholm)

Poland (Warsaw)

Austria (Vienna).

Detailed information on our international Roadshow 2017 is available on request.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online über www.pwc-events.com/basel4-Roadshow zur Veranstaltung an. Es öffnet sich eine Webseite mit weiteren Veranstaltungsinformationen.

Wir freuen uns, Sie bei unserem Regulatory BBQ 2017 begrüßen zu dürfen.

Herzlichst,

Ihr Martin Neisen

Global Basel IV Leader

EBA zu Übergangsvorschriften und Risikovorsorge bei der Einführung von IFRS 9

Die European Banking Authority (EBA) hat am 06. März 2017 ihre Position bezüglich Übergangsvorschriften zur Berücksichtigung der Risikovorsorge nach IFRS 9 in den ersten Jahren nach der Erstanwendung veröffentlicht (Opinion on transitional arrangements and credit risk adjustments due to the introduction of IFRS 9 (EBA/Op/2017/02)).

Hintergrund

Am 22. November 2016 hat die EU der Implementierung von IFRS 9 und damit der Ablösung von IAS 39 zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten zugestimmt. Für die Bewertung von Krediten ist damit auch der Wechsel vom sogenannten „incurred loss“ model zum „expected credit loss“ model (ECL) verbunden. Allerdings besteht die Sorge, dass dieser Wechsel bei der erstmaligen Einführung von IFRS 9 ab Januar 2018 zu ungewollten negativen Auswirkungen auf die Eigenkapitalquoten und damit letztlich auf die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe führen könnte (zu den Auswirkungen ausführlich Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

 Statischer vs. dynamischer Ansatz

Die EBA bevorzugt entgegen den Vorschlägen der EU einen statischen Ansatz bei der Einführung der IFRS 9 und den damit verbundenen Auswirkungen.

Risikovorsorge

Nach Ansicht der EBA sollten die Effekte auf die Risikovorsorge nach IFRS 9 nicht voll neutralisiert werden sollte, wie es aktuell der Entwurf der CRR II vorschlägt.

Übergangsregelung

Nach Ansicht der EBA sollte die Anwendung der Übergangsregelung verpflichtend (baseline regulatory requirement) sein, um eine einheitliche Handhabung zu gewährleisten.

Mehr Einzelheiten zum Thema können Sie in unserem Accounting FS Blog nachlesen.

Basel IV-Channel – Episode 15: Die neuen Anforderungen an die bankaufsichtliche Offenlegung

Während die Schwerpunkte der vorherigen Basel IV-Channel Beiträge bisher vor allem im Bereich der Säule I des Baseler Rahmenwerks lagen und damit Kapitalanforderungen und Kapitalquoten im Vordergrund standen, widmet sich der nächste Basel IV-Channel der Säule III.

Der nächste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 10. März 2017

mit dem Thema: „Die neuen Anforderungen an die bankaufsichtliche Offenlegung“.

Unseren PwC-Experten geben Ihnen einen Überblick über die Offenlegungsanforderungen und führen Sie durch die wesentlichen fachlichen Neuerungen.

Sie können sich zu diesem Basel IV-Channel über unsere Anmeldeseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.The international Basel IV-Channel in English can be watched on pwc.baselIVchannel.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader