Kategorie: Allgemein

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Basel IV-Channel – Episode 20: EBA draft RTS on economic downturn

Mit der aktuellen Folge des Basel IV-Channels wenden wir uns wieder einem Thema aus dem Bereich der Kreditrisiken und insbesondere dem IRB-Ansatz zu. Die European Banking Authority (EBA) hat im März 2017 den Entwurf eines technischen Regulierungsstandards vorgelegt, in dem Begriff, Schwere und Länge eines „economic downturns“ definiert werden. Dies ist als Grundlage bei der LGD-Schätzung und der Schätzung des Downturn-Konversionsfaktors bei fortgeschrittenen IRBA-Modellen zu berücksichtigen. Obwohl es sich damit nicht um ein direkt aus den Basel-IV Regelungen folgendes Thema handelt, müssen im Zusammenhang mit den anstehenden Änderungen des IRBA auch die Vorschläge der EBA berücksichtigt werden.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

EBA draft RTS on economic downturn

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Einführung über die im Entwurf vorgestellten Ansätze und erläutern die Auswirkungen. Dieser Beitrag ist in englischer Sprache.

Sie können sich zu unserem Basel IV-Channel über unsere Basel IV Webseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Basel IV-Channel – Episode 17 : TRIM – ECB’s answer to loss of confidence in internal models

The latest Basel IV-Channel focus on the internal models used by banks to calculate their risk-weighted assets.

Within the scope of finalizing Basel III discussions on whether internal models are used appropriately are started.

The aim of the ECB ’s targeted review of internal models (TRIM), is to assess whether the internal models currently used by banks comply with regulatory requirements, and whether they are reliable and comparable.

The Basel IV-Channel:

TRIM – ECB’s answer to loss of confidence in internal models

focus on the ECB’s work around reviewing internal models and how the future of the internal models will be influenced yb the TRIM activities of the ECB.

The Basel IV-Channel Episode is ready for you at the following link: PwC Basel IV Channel 

 

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2017 !

EBA und EZB haben der Bankbranche auch in diesem Jahr mit den Bestrebungen zur Harmonisierung der Regulierung und damit einhergehend auch der aufsichtlichen Praxis viele Hausaufgaben aufgegeben. Zudem machen den Banken die Kapitalaufschläge der Säule I (Kapitalpuffer) und der Säule II (SREP Anforderungen und Empfehlungen) zu schaffen. Seit Anfang des Jahres 2016 verlangt eine weitere Behörde – das Single Resolution Board – Datenmaterial auf sehr granularer Ebene, um den Banken eine individuelle MREL Quote aufzugeben.

Die nationale Aufsicht BaFin setzt derweil unter anderem diverse EBA-Leitlinien (z.B. Forderungen gegenüber Schattenbanken oder auch Zinsänderungsrisiken im Bankbuch) um und treibt die Anpassungen der Institutsvergütungsverordnung voran. Für die MiFID 2/MiFIR-Umsetzung hat der nationale Gesetzgeber mit dem Zweiten FimanoG ein detailliertes Gesetzespaket auf den Weg gebracht.

Für 2017 stehen mit den jüngst vorgeschlagenen Änderungen der CRD IV und der CRR II umfangreiche regulatorische Anpassungen auf der europäischen Ebene an. Die Vorschläge der EU Kommission resultieren aus diversen Änderungen in Basel (Basel III Finalisierung für NSFR und Leverage Ratio sowie die Marktpreis-und Kontrahentenrisiken). Weitere Änderungen sind der Verlustabsorptionsanforderung aus TLAC geschuldet.

Last but not Least schauen alle sehr gespannt auf die aktuellen Diskussionen im Baseler Ausschusses. Dort ringt man zur Zeit intensiv um die Änderungen im Standardansatz, die Anwendung der internen Modelle und die Berücksichtigung sogenannter Outputfloors. Das Basel IV Paket umfasst zudem neue Verfahren für die Messung der operationellen Risiken und eventuell könnte ja auch das Thema „Sovereign Risk“ noch für Überraschungen sorgen.

Die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen verfolgen wir weiter mit unserem Regulatroy Blog, denn:

„Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr“

(Marie Curie)

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und werde Sie auch im kommenden Jahr wie gewohnt in unserem Regulatory Blog informieren.

Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 06. April 2016 ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der Leverage Ratio (Revisions to the Basel III leverage ratio framework – consultative document (BCBS 365)) veröffentlicht. Die Konsultation endet am 06. Juli 2016. Neben dem bekannten Basel III-Monitoring ist eine weitere QIS-Studie auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 vorgesehen, um die Auswirkungen aus diesem Konsultationspapier zu analysieren.

Die Änderungsvorschläge umfassen folgende Bereiche der bisherigen Vorgaben (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – BCBS 270):

  • Behandlung von derivativen Engagements

  • Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

  • Behandlung von Wertberichtigungen

  • Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

  • Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

  • Behandlung von traditionellen Verbriefungen

  • Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

  • Offenlegungsanforderungen

Die wesentlichen Änderungen

Die Überarbeitungen möchten wir Ihnen gerne in dem folgenden Abschnitt vorstellen:

Behandlung von derivativen Engagements

Zur Berechnung der derivativen Engagements soll eine modifizierte Version des „Standardised Approach for measuring counterparty credit risk exposures (SA-CCR)“ verwendet werden. Der Baseler Ausschuss sieht eine Modifizierung des SA-CCR vor, um die Anforderungen der Leverage Ratio Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Nicht-Verrechnung von Sicherheiten zu berücksichtigen. Insoweit wird es hier zu Abweichungen von den für Eigenmittelanforderungszwecke ermittelten Exposures kommen.

Weiterhin wird über die Behandlung von Initial Margin bei zentral geclearten Derivatetransaktionen beraten. Dazu will der Baseler Ausschuss weitere Daten sammeln, um die Auswirkungen der Leverage Ratio auf das Client Clearing und das Geschäftsmodell der Clearing Member zu untersuchen.

Die Behandlung von geschriebenen Kreditderivaten umfasst zusätzliche Anforderungen für die Verrechnung mit gekauften Kreditderivaten, Klarstellungen welche Transaktionen unter den Begriff des „geschriebenen Kreditderivats“ fallen und unter welchen Umständen eine Reduzierung des potentiellen zukünftigen Kreditrisikos um bereits realisierte Marktwertänderungen zulässig ist.

Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

Im Gegensatz zur bestehenden Rahmenregelung zur Leverage Ratio soll eine explizite Vorgabe für die Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte (Bilanzierung zum Handelstag/Erfüllungstag) vorgegeben werden. Dazu werden zwei Optionen diskutiert. Option A verlangt für Banken, die zum Erfüllungstag bilanzieren, nicht abgewickelte Käufe finanzieller Vermögenswerte (unsettled financial asset purchases) als außerbilanzielle Position mit einem Kreditumrechnungsfaktor von 100% anzusetzen. Zudem sollen Institute, die zum Handelstag bilanzieren, die Bruttoforderungen aus noch nicht abgewickelten Verkäufen in der Leverage Ratio ansetzen. Damit sind bilanzielle Verrechnungen zwischen Barforderungen aus nicht abgewickelten Verkäufen und Barverbindlichkeiten aus nicht abgewickelten Käufen rückgängig zu machen. Option B sieht für die Bilanzierung zum Handelstag vor, zusätzlich zu den Vorgaben der Option A, dass die bilanzielle Verrechnung von Barforderungen und -verbindlichkeiten unter bestimmten Bedingungen für die Leverage Ratio vorgenommen werden darf.

In Bezug auf die beiden Optionen erwartet der Baseler Ausschuss von den Instituten weitere Rückmeldungen im Rahmen der Konsultationsphase.

Behandlung von Wertberichtigungen

Bilanzielle nicht-derivative Exposure können nach dem Konsultationspapier neben den spezifischen Kreditrisikoanpassungen zusätzlich um allgemeine Kreditrisikoanpassungen verringert werden. Außerbilanzielle Positionen werden um spezifische und allgemeine Kreditrisikoanpassungen reduziert. Zusätzlich sieht der Baseler Ausschuss auch eine Reduzierung der Gesamtrisikomessgröße um Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung für weniger liquide bilanzielle Positionen vor. Grundsätzlich gilt, dass die Gesamtrisikogröße reduziert werden darf, wenn die spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen sowie die Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung das Kernkapital reduzieren.

Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

Die Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen werden künftig denen des überarbeiteten Kreditrisikostandardansatzes entsprechen. Bis zur Finalisierung der Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes werden die bisherigen Kreditumrechnungsfaktoren aus BCBS 270 verwendet. Die gleiche Behandlung sieht der Baseler Ausschuss nach Implementierung des neuen Verbriefungsregelwerks (Revisions to the securitisation framework – BCBS 303) in 2018 für außerbilanzielle Verbriefungstransaktionen vor.

Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

Für sogenanntes „Notional Cash Pooling“ sollen die Beträge künftig brutto ausgewiesen werden, da Institute physische oder finanzielle Sicherheiten, Garantien oder sonstige Kreditrisikominderungstechniken nicht zur Minderung der Gesamtrisikomessgröße nutzen dürfen. Für „Physical Cash Pooling“ können die Beträge netto ausgewiesen werden, falls diese auf täglicher Basis abgewickelt werden und bestimmte Anforderungen erfüllt sind.

Behandlung von traditionellen Verbriefungen

Die Behandlung von traditionellen Verbriefungen wird für den Fall, dass der Originator der Verbriefung die verbrieften Vermögenswerte von den risikogewichteten Aktiva ausnehmen darf, derzeit noch diskutiert. Die beiden möglichen Interpretationen gehen im ersten Fall von einem Ausschluss von der Gesamtrisikomessgröße und im zweiten Fall von einer Berücksichtigung in der Gesamtrisikomessgröße aus. Der Baseler Ausschuss wartet vor einer endgültigen Klarstellung die Ergebnisse der laufenden Konsultation zum Step-in risk“ (Identification and measurement of step-in risk – BCBS 349) sowie Analysen der unterschiedlichen Behandlung des signifikanten Risikotransfers in verschiedenen Jurisdiktionen ab.

Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Der Baseler Ausschuss hat in den FAQ zur Leverage Ratio klargestellt, dass eine Verrechnung von „Open Repos” für die Gesamtrisikomessgröße nicht zulässig ist, da sie nicht das dasselbe explizite endgültige Erfüllungsdatum haben. Barverbindlichkeiten und Barforderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften mit derselben Gegenpartei dürfen für die Leverage Ratio netto ausgewiesen werden, wenn u.a dieses Kriterium erfüllt ist. Das Konsultationspapier sieht keine abweichende Regelung vor; gleichwohl untersucht der Baseler Ausschuss den Sachverhalt weiterhin.

Offenlegungsanforderungen

Die Anforderungen an die Offenlegung sind nicht mehr Gegenstand dieses Konsultationspapiers. Der Baseler Ausschuss plant hierzu eine separate Veröffentlichung.

Weitere Diskussionspunkte zur Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss bittet weiterhin um Stellungnahmen zur Einführung einer höheren Leverage Ratio für G-SIBs und hat folgende Überlegungen zur Diskussion gestellt:

  1. Begrenzung des zusätzlichen Kernkapitals, dass für die Erfüllung der Leverage Ratio verwendet werden darf.
  2. Festsetzung der Leverage Ratio und einheitliche Anwendung durch alle G-SIBs oder spezifische Festsetzung für jedes G-SIB.
  3. Zusätzliche Anforderungen an die Höhe der Leverage Ratio in Form einer höheren Mindestanforderung oder als Pufferanforderung.

Der Baseler Ausschuss hält weiter daran fest, die Leverage Ratio als harte Anforderung nach der Säule I ab dem 1. Januar 2018 einzuführen.

Angesichts der Bedeutung der Leverage Ratio für die Geschäftsmodelle der Banken tun die Institute gut daran, sich rechtzeitig mit den neuen Vorschlägen und den potentiellen Auswirkungen auf die individuellen Ratios der einzelnen Institute auseinander zu setzen.

Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Leverage Ratio bei PwC FS Regulatory Management: Stefan Röth

 

Basel IV Channel auf Youtube.com

Am 11. März 2016 haben wir unseren neuen Basel IV Channel in Form eines Webinars gestartet. Die hoheTeilnehmerzahl hat uns gezeigt, dass der Informationsbedarf sehr groß ist.

Sie haben den Basel IV Channel verpasst? Kein Problem!

Hier können Sie nachträglich die Aufzeichnung des Webinars auf Youtube.com ansehen: „Basel IV Channel – Eine Einführung„.

Alle kommenden Episoden werden eine Woche nach dem Webinar-Termin auf unserem Basel IV Youtube-Channel eingestellt.

Die nächsten Termine für den Basel IV Channel zum Vormerken:

8. April 2016: „Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk – second consultative document“

6. Mai 2016: „Revised Market Risk Framework Part 1: SBA – Sensitivities-Based Approach“

Alle Informationen zur Anmeldung erhalten Sie rechtzeitig.

Wir freuen uns, Sie zu dieser neuen Reihe begrüßen zu dürfen !

Herzlichst Ihr Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

Die finalen EBA Guidelines on sound remuneration policies and disclosures

Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) hat am 21. Dezember 2015 ihre finalen Leitlinien zur Regulierung und Offenlegung von Vergütungssystemen (Guidelines on Sound Renumeration Policies under Article 74 (3) und 75 (2) of Directive 2013/36/EU and Disclosures under Article 450 of Regulation (EU) No. 575/2013 (EBA/GL/2015/22)) veröffentlicht.

Hintergrund

Die Leitlinien sollen die einschlägigen Bestimmungen in der bereits im Juni 2013 veröffentlichten CRD IV (RL 2013/36/EU) konkretisieren und so dazu beitragen, eine Vereinheitlichung der Vergütungssysteme der Institute und der Instituts- bzw. Finanzholdinggruppen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen. Zugleich sollen sie die vorausgegangenen „Guidelines on Renumeration Policies and Practices“ des Committee of European Supervisors (CEBS), der Vorgängerorganisation der EBA vom 10. Dezember 2010 ablösen. Die Konsultationsphase war geprägt durch eine Vielzahl von Eingaben zu nahezu allen Punkten der Entwurfsfassung und einer daraufhin erfolgten Verschiebung des ursprünglich geplanten Veröffentlichungstermins, so dass die finale Fassung mit Spannung erwartet wurde (zur Konsultation auch unser Blog-Beitrag: „Überarbeitung der EBA GL on sound remuneration policies – Auswirkungen auf die Institutsvergütungsverordnung“ vom 21. Mai 2015).

Proportionalitätsprinzip

Besonders umstritten und auch aus deutscher Sicht von herausragender Bedeutung war und ist die Frage der Reichweite des Proportionalitätsprinzips. Dabei geht es insbesondere um die Frage, inwieweit kleinere Institute von der Anwendung einzelner Anforderungen der CRD IV/CRR befreit werden können. Die EBA hat sich damit „aus der Affäre gezogen“, dass sie das Thema aus der Guideline ausgeklammert und parallel dazu eine Stellungnahme (Opinion on the application of the principle of proportionality to the remuneration provisions (EBA/OP/2015/25)) veröffentlicht hat. In dieser wird die Auffassung vertreten, dass der Wortlaut der CRD IV und der CRR zwar eine erleichterte Anwendung, nicht aber einen Wegfall einzelner Anforderungen rechtfertige. Zugleich fordert die EBA die EU-Kommission, das EU-Parlament und den EU-Rat auf, den Wortlaut der Bestimmungen so zu ändern, dass dieses möglich wird. Es bleibt abzuwarten, wie die angesprochenen Institutionen darauf reagieren werden. Für die bisher nicht als bedeutend eingestuften Institute in Deutschland geht es dabei vor allem um die Frage, ob sie künftig Risk Taker identifizieren und die deferral Regeln einhalten müssen und für alle Institute um die Frage, ob sie auch variable Vergütungen von weniger als 50.000 Euro den deferral Regeln unterwerfen müssen.

Die wesentlichen Punkte der Guidelines

In den Guidelines selbst sind folgende Punkte herauszuheben:

  • Für die Anhebung des Bonus Caps von 1: 1 auf 2:1 in Tochtergesellschaften ist die Zustimmung der Hauptversammlung der Muttergesellschaft erforderlich. Insoweit müsste ggf. § 25a abs. 5 KWG noch angepasst werden. Auch Tochterunternehmen, die unter UCITS oder AIFMD reguliert werden, sollen den Bonus Cap anwenden müssen.
  • Bei langfristigen Vergütungsprogrammen (LTIPs) können die variablen Vergütungen grundsätzlich dem Performance Jahr, für das sie gewährt wurden, zugerechnet werden und nicht (wie noch im Konsultationspapier vorgesehen) dem Auszahlungsjahr.
  • Die Anforderungen an die für den unbaren variablen Vergütungsanteil zu nutzenden Instrumente wurden weiter präzisiert und auch insoweit eine Änderung der CRD IV vorgeschlagen. Eine Verzinsung oder Ausschüttung auf diese Instrumente während des Zurückbehaltungszeitraums wurde ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Für Mitglieder des Leitungsorgans wurde die Deferral Periode auf mind. 5 Jahre und die sich daran anschließende Halteperiode auf mind. 1 Jahr festgelegt, was der überwiegend schon jetzt geltenden deutschen Marktpraxis entspricht.
  • Die Guidelines beschäftigen sich ausführlich mit den Abfindungszahlungen. Diese sollen zwar als variable Vergütungen einzustufen sein, auf die Anwendung der dafür einschlägigen Regelungen soll jedoch unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet werden können. Damit soll einerseits dem arbeitsrechtlichen Charakter der Abfindungszahlungen als Kompensation für entgangene Vergütungen Rechnung getragen, andererseits aber ein Einsatz von Abfindungen zur Umgehung der einschlägigen Anforderungen verhindert werden.

Zeitplan

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf den weiteren Zeitplan zu richten. Die BaFin hat 2 Monate ab Vorliegen einer deutschen Version der Guidelines Zeit zu erklären, ob sie diese als für sich verbindlich anerkennt, wovon allerdings auszugehen ist. Der deutsche Gesetzgeber will bis zur Jahresmitte 2016 eine Neufassung der InstitutsVergV verabschieden. Zugleich wird die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament bis dahin einen Bericht über die Umsetzung der Vorgaben der CRD IV vorlegen. Noch völlig offen ist, ob und bis wann es zu der von der EBA angeregten Änderung der CRD IV und der CRR kommen wird und insbesondere, ob diese noch rechtzeitig vor dem Inkrafttreten der Neufassung der InstitutsVergV erfolgen wird bzw. wie der deutsche Gesetzgeber reagieren wird, wenn dieses nicht der Fall ist.

 

Ihr Ansprechpartner in Vergütungsfragen bei PwC FS Regulatory Management : Dr. Wolfgang Frank

Never ending story ? – Update zum Millionenkreditmeldewesen

Die Deutsche Bundesbank, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und das Bundesfinanzministerium (BMF) haben in einer gemeinsamen Mitteilung zu den zum 1. Januar 2017 geplanten Änderungen im Millionenkreditmeldewesen Stellung genommen.

Hintergrund

 Parallel zu der CRD IV-Umsetzung in 2014 haben sich auch im Millionenkreditmeldewesen wesentliche Neuerungen ergeben. Neben der bereits zum 1. Januar 2015 in Kraft getretenen reduzierten Millionenkreditgrenze von € 1 Mio sollen der maßgebliche Kreditbegriff erweitert bzw. bestimmte Ausnahmen vom Kreditbegriff abgeschafft und neue, detailliertere Meldeformate eingeführt werden. Diese ursprünglich für Anfang 2015 vorgesehenen Änderungen wurden durch das Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes jedoch auf den 1. Januar 2017 verschoben (siehe dazu Regulatoy Blog Beitrag: „Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes – Finanzmarktanpassungsgesetz“ vom 12. August 2014). Der Grund für die damalige Verschiebung war, dass ein erhöhter Aufwand für die Umstellungsarbeiten durch das zeitlich parallel von der EZB entwickelte Meldewesenkonzept „AnaCredit“ vermieden werden sollte.

AnaCredit und Millionenkreditmeldewesen

Mittlerweile sind die Arbeiten auf europäischer Ebene zum Aufbau der Kreditdatenbank AnaCredit vorangeschritten. Im Dezember 2015 wurden mit dem Verordnungsentwurf der EZB (ECB Regulation on the collection of granular credit and credit-risk data – AnaCredit) die Voraussetzungen für die statistischen Datenanforderungen und Meldepflichten der Stufe 1 geschaffen (siehe ausführlicher dazu Regulatory Blog Beitrag: „AnaCredit – 2. Update zum Analytical Credit Dataset der EZB“ vom 8. Dezember 2015). Darin ist eine Meldepflicht für umfangreiche Kredit- und Kreditrisikodaten auf Einzelvertragsebene ab März 2018 vorgesehen (zum Thema auch: „Analytical Credit Dataset – das granulare Kreditregister der EZB ab 2017/2018“ auf unseren FS-Branchenseiten).

Allerdings liegen die finalen Anforderungen der AnaCredit-VO noch nicht vor, ebenfalls noch offen sind Details zu den weiteren ab 2019 geplanten Implementierungsphasen von AnaCredit.

Zeitplan für weitere Änderungen im Millionenkreditmeldewesen

Vor dem Hintergrund der nunmehr absehbaren Umsetzungsaufwendungen und der genannten Unsicherheiten der weiteren AnaCredit-Implementierungsstufen haben sich Deutsche Bundesbank, BaFin und BMF darauf verständigt, dass die Umsetzung der geplanten weiteren Änderungen im Millionenkreditmeldewesen letztmalig um weitere zwei Jahre auf den 1. Januar 2019 verschoben werden soll. Zusätzlich soll begleitend mit der Fortentwicklung der Meldeanforderungen für die AnaCredit-Verordnung national geprüft werden, ob und inwieweit das Millionenkreditmeldewesen mit der AnaCredit-Verordnung konvergiert und abgelöst werden kann.

Basel IV Channel: Online Einführung in Basel IV

Basel IV nimmt seit dem Erscheinen der Baseler Papiere zum neuen Standardansatz für Kreditrisiken (Revisions to the Standardised Approach for credit risk – second consultative document) und Marktrisiken (Minimum capital requirements for market risk) im Dezember 2015 und Januar 2016 Gestalt an und wird zu einem immer wichtigeren Thema für die Bankenwelt. Wir schätzen den Umfang der durch Basel IV auf die Banken zukommenden Neuerungen und Anpassungsbedarfe als weitaus größer ein als die aus Basel III resultierenden und teilweise noch in der Umsetzung befindlichen Anforderungen!

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Sie zeitnah und flexibel über die bereits erschienenen und noch zu erwartenden Neuerungen im Zusammenhang mit Basel IV zu informieren. Anstatt einer weiteren Flut von E-Mails oder Newslettern haben wir hierzu mit dem „Basel IV Channel“ eine moderne Form der Kommunikation gewählt.

Der Channel ist unser neues Sprachrohr, um Ihnen in regelmäßigen Abständen einen Überblick zu einem gerade aktuellen Thema rund um Basel IV zu verschaffen. Dahinter verbirgt sich eine regelmäßige Reihe von folienunterstützten Online-Vorträgen. Sie wählen sich dazu ganz unkompliziert über einen Weblink ein. Im Zeitfenster von 15 bis 30 Minuten liefern wir Ihnen in sehr kompakter Form einen Überblick zu aktuellen Themen rund um Basel IV.

Wir möchten Sie hiermit zu unserem Basel IV Channel einladen.

Unsere Serie von Veranstaltungen startet am

11. März 2016 um 15 Uhr mit dem Pilot zum Thema „Basel IV – Eine Einführung“.

Wir laden Sie herzlich ein, sich kostenfrei und unverbindlich zu dem genannten Termin über den untenstehenden Link anzumelden. Sie werden live durch die Veranstaltung geführt. Information how to follow the Webinar in english are available soon – check out on this Website. Basel IV Channel in english: April 1st, 2016

Die nächsten Termine für den Basel IV Channel sind am 8. April 2016: „Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk – second consultative document“ und am 6. Mai 2016: „Revised Market Risk Framework Part 1: SBA – Sensitivities-Based Approach“

Wir freuen uns, Sie zu dieser neuen Reihe begrüßen zu dürfen !

Herzlichst Ihr Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Und hier geht es direkt zur Anmeldeseite für unseren Basel IV Channel !

 

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken veröffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bankähnliche Geschäfte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivitäten auf Schattenbanken geschaffen werden könnte. Für Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsmöglichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidität im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verknüpfung von Schattenbanken könnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enthält jedoch keine direkten Vorgaben für Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und Überwachungsprozessen und die Einführung von spezifischen Obergrenzen gegenüber Schattenbanken in seinen Aktivitäten mit dem Schattenbanksektor eingeschränkt werden. Grundlage hierfür ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Großkreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen Übernahme der Leitlinie durch die nationalen Behörden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen für den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden sämtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln für Großkredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gemäß Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR übersteigen. Die zusätzlich eingeführte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen übermäßigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgeführte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung dürfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschließenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur Verfügung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: Tätigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, Liquiditätstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begründen.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden Tätigkeitsbereiche als Schattenbankaktivitäten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • Einlagengeschäft, Kreditgeschäft, Finanzierungsleasing, Bürgschaften und Kreditzusagen, Handelsgeschäfte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und Geldmaklergeschäfte

Stufe 2: Unternehmen die den Status „excluded undertakings“ erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte öffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen für betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne Geschäfte betreiben
  • Abwicklungsbehörden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegründet werden

Im Ergebnis fallen also sämtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. Schattenbankaktivitäten ausüben und nicht explizit unter den „excluded undertakings“ aufgeführt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

Ergänzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erfüllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche Überwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grundsätzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden – unabhängig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in Ausnahmefällen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Engagements gegenüber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • Berücksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei Überschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von Abhängigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Maßnahmen für Fälle, in denen Abhängigkeiten nicht erkannt werden können

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, Aktualität und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelmäßig über das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegenüber sämtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit für alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es berücksichtigen, welchen Anteil Geschäfte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die Verknüpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe über die Bestimmung der Höhe des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA für die Definition von Einzellimits den ‘Principal Approach‘ eingeführt. Der Ansatz sieht vor, dass – zusätzlich zum Gesamtlimit für sämtliche Forderungen an Schattenbanken – für jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Großkreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und Liquiditätssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  •  Einschätzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • Anfälligkeit bzgl. Asset Price- und Kreditvolatität
  • Verhältnis der Schattenbankaktivitäten zu anderen Geschäften
  • Verknüpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Maß an verlässlichen und aktuellen Informationen über die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst künftig hohe Transparenzanforderungen erfüllen müssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung für die Bestimmung von Einzellimits zu erfüllen.

Der „Fallback Approach“

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein – bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) – sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative Rückfalllösung vor.

Sofern die grundsätzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erfüllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in Höhe der Großkreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen – vergleichbar mit dem Konzept des „unbekannten Kunden“ im bestehenden Großkreditregime. Transparente Schattenbankexposures können daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enthält hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zunächst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten wären. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grundsätzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erfüllen.

Fazit

Für Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsmöglichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite für einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden könnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Großkreditobergrenze liegenden Limiten – speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen – sind zu analysieren.

Banken müssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das könnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschränken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausgeübt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschließlich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. Darüber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend berücksichtigt sind.

Frohe Weihnachten und die besten Wünsche für 2016 !

Die regulatorische Agenda der letzten Jahre war bestimmt durch die Einführung des CRR/CRD IV-Pakets und die entsprechende Umsetzung in den nationalen Regelungen. Mit dem Beginn der Beaufsichtigung der Institute durch die Europäische Zentralbank im Rahmen des Single Supervisory Mechanism ist ein neues Kapital der Bankenaufsicht eingeläutet worden. Das Reformtempo hält weiter an: Zu Jahresbeginn wird der Single Resolution Mechanism (SRM) an den Start gehen, um parallel mit der laufenden Aufsicht im Rahmen des SSM jetzt auch die krisenbedingte Prävention und Abwicklung der Banken innerhalb der EU zu übernehmen. Die ergänzende einheitliche Einlagensicherung in der Bankunion wird zur Zeit intensiv diskutiert.

Auf europäischer Ebene steht neben einem Review diverser CRR/CDR IV Vorgaben der Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Kapitalmarktunion mit rund 33 Maßnahmen im Fokus. Dieser soll dazu beitragen ein stärkeres und krisenfesteres Finanzsystem zu schaffen. Darüber hinaus hat die Kommission mit der aktuell eingeleiteten Konsultation zu Finanzdienstleistungen den Verbraucherschutz ganz oben auf ihrer Agenda.

Auf internationaler Ebene hat der Baseler Ausschuss die Überarbeitung der Verfahren zur Messung der risikogewichteten Aktiva fortgeführt. Mehraufwand ist auch bei den vorgeschlagenen Offenlegungsanforderungen sowie bei der Nutzung der internen Modelle bei den Instituten zu erwarten.

Und ein weiterer Aspekt, der nach den Diskussionen um harte Kapitalkennziffern, Quoten und Ratios wieder verstärkt in den Fokus der Aufsicht gerät, ist die Frage, wie die Institute geführt werden. Corporate Governance und conduct risk sind die Schlagworte, die vor allem im Rahmen des Supervisory Review Process (SREP) eine große Rolle spielen. Hier werden uns die Reformen noch eine ganze Weile beschäftigen, denn:

Most importantly of all, it requires investors and financial leaders taking values as seriously as valuation, culture as seriously as capital.“

(Christine Lagarde)

Zum Jahreswechsel bedanke ich mich bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem Regulatory Blog. Ich werde Sie auch im Neuen Jahr in gewohnter Weise über die wichtigen regulatorischen Themen informieren.

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2016.