Kategorie: Offenlegung

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Regulatory Roadshow 2017 – PwC lädt ein zum Regulatory BBQ im Regulatory Saloon

Auch in 2017 bleibt das Thema „Bankenregulierung“ in Europa in Bewegung. Der Baseler Ausschuss steht kurz vor dem Abschluss der Arbeiten für die Finalisierung von Basel III („Basel IV“). Zudem hat die Europäische Kommission im November 2016 erste Entwürfe für die Umsetzung verschiedener Baseler Vorschriften zu Basel III/Basel IV, wie z. B. die Regelungen zur Überarbeitung der Marktrisiken („FRTB“) oder den Standardansatz für Kontrahentenrisiken veröffentlicht. Somit hält Basel IV Einzug in europäisches Bankenaufsichtsrecht. Des Weiteren steht die Veröffentlichung der neuen MaRisk unmittelbar bevor und auch die EBA hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von wichtigen Guidelines und RTS veröffentlicht. Darüber hinaus geht die „TRIM-Exercise“ der Europäische Zentralbank in die nächste Phase.

Banken stehen damit vor der Herausforderung, die Folgen neuer Regulierungsanforderungen auf ihre Geschäftsmodelle abzuschätzen, sich auf die europäische Umsetzung erster Anforderungen einzustellen und gleichzeitig die neuen Veröffentlichungen der EBA zu berücksichtigen.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Regulatory Roadshow 2017 ein. Wir bieten Ihnen eine kompakte Übersicht über die anstehenden Vorhaben auf Baseler und europäischer Ebene, dem aktuellen Stand zu dem Thema MaRisk sowie den neuen Entwicklungen im Bereich SSM, SREP und TRIM.

Unser Regulatory BBQ 2017 steht unter dem Motto:

Welcome to the Regulatory Saloon

  • High noon in Basel City:

Die Finalisierung von Basel IV

  • Zwei glorreiche Halunken – CRR II und CRD V:

Die Umsetzung von Basel in der EU kommt

  • Sein Name ist Nobody

Offenlegung: die neue große Herausforderung

  • Für ein paar Dollar mehr:

ICAAP, ILAAP, SREP, IRRBB, MaRisk

  • Wild, wild IRBA –

Vier Fäuste für Basel: PD, LGD, EaD und CCF

  • EBA Unchained:

    Future of IRB

  • Spiel mir das Lied von TRIM

  • Die glorreichen Neun

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen IFRS und Aufsichtsrecht

  • Der Schatz im Silbersee

Data Analytics

Lassen Sie sich von unseren Experten umfassend über die künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen informieren – wir freuen uns auf Sie!

Termine und Veranstaltungsorte

04.05.2017, Berlin

11.05.2017, Frankfurt a. M.

29.05.2017, Stuttgart

12.06.2017, Hamburg

14.06.2017, Hannover

20.06.2017, Frankfurt a. M.

04.07.2017, Düsseldorf

11.07.2017, München

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Wir würden uns freuen, Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

International venues

We look forward to meeting you also in:

The Netherlands (Amsterdam)

Greece (Athens)

Romania (Bucharest)

Ireland  (Dublin)

Turkey (Istanbul)

United Kingdom (London)

Luxembourg (Luxembourg)

Spain (Madrid)

Italy (Milano)

France (Paris)

Latvia (Riga)

Sweden (Stockholm)

Poland (Warsaw)

Austria (Vienna).

Detailed information on our international Roadshow 2017 is available on request.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online über www.pwc-events.com/basel4-Roadshow zur Veranstaltung an. Es öffnet sich eine Webseite mit weiteren Veranstaltungsinformationen.

Wir freuen uns, Sie bei unserem Regulatory BBQ 2017 begrüßen zu dürfen.

Herzlichst,

Ihr Martin Neisen

Global Basel IV Leader

Basel IV-Channel – Episode 15: Die neuen Anforderungen an die bankaufsichtliche Offenlegung

Während die Schwerpunkte der vorherigen Basel IV-Channel Beiträge bisher vor allem im Bereich der Säule I des Baseler Rahmenwerks lagen und damit Kapitalanforderungen und Kapitalquoten im Vordergrund standen, widmet sich der nächste Basel IV-Channel der Säule III.

Der nächste Basel IV-Channel befasst sich daher am

Freitag, den 10. März 2017

mit dem Thema: „Die neuen Anforderungen an die bankaufsichtliche Offenlegung“.

Unseren PwC-Experten geben Ihnen einen Überblick über die Offenlegungsanforderungen und führen Sie durch die wesentlichen fachlichen Neuerungen.

Sie können sich zu diesem Basel IV-Channel über unsere Anmeldeseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.The international Basel IV-Channel in English can be watched on pwc.baselIVchannel.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Die finalen EBA Leitlinien für die Offenlegung der Anforderungen unter Teil 8 der CRR

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat am 14. Dezember 2016 die finalen Leitlinien für die Offenlegung der Anforderungen unter Teil 8 der Verordnung 575/2013 (CRR) (Guidelines on disclosure requirements under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/GL/2016/11)) veröffentlicht.

Hintergrund

Am 28. Januar 2015 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) eine Überarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der Säule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements – BCBS 309) veröffentlicht. Am 11. März 2016 wurde diese um ein Konsultationspapier ergänzt, das die Offenlegungsanforderungen für Eigenmittel, Verschuldungsquote, Liquidität und einige weitere Bereiche beinhaltet (Consultative Document – Pillar 3 disclosure requirements – consolidated and enhanced framework – BCBS 356). Die Überarbeitung der Offenlegungsanforderungen zielt besonders auf die Sicherstellung von Konsistenz und Vergleichbarkeit der offengelegten regulatorischen Anforderungen zwischen den Instituten und im Zeitablauf durch die Vorgabe einheitlicher Formate ab.

Die überarbeiteten regulatorischen Anforderungen auf europäische Ebene (EBA/CP/2016/07) waren in 2016 Gegenstand einer Konsultation (ausführlich zur Konsultation: Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

Die nunmehr finalen EBA Leitlinien integrieren die Änderungsvorschläge des Baseler Ausschusses (BCBS 309) in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR. Diese werden aussagegemäß nicht geändert, sondern vielmehr um weitere Konkretisierungen und insbesondere die von BCBS 309 vorgesehenen standardisierten Vorlagen und Tabellen zur Offenlegung ergänzt. Damit wird es Instituten ermöglicht, die Offenlegungsanforderungen der CRR und des BCBS 309 gleichzeitig zu erfüllen. Durch diese Standardisierung soll dem Nutzer der offengelegten Informationen ein Maximum an Konsistenz und Vergleichbarkeit der Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Wesentliche Inhalte

Anwendungsbereich

Die EBA-Leitlinien sind von allen global systemrelevanten Instituten (G-SII) sowie allen anderen systemrelevanten Institute (O-SII) anzuwenden. Daneben sollen weitere Institute zur Einhaltung von Teilen der Leitlinien verpflichtet werden, darunter bspw. signifikante Institute gemäß der Abgrenzung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Dazu zählen u.a. alle Institute, die der direkten Aufsicht der EZB unterliegen bzw. solche, die als wesentliche Tochterunternehmen im Sinne von Art. 13 CRR gelten. Die zuständigen Aufsichtsbehörden dürfen überdies weitere Institute verpflichten, einige oder alle Regelungen der Leitlinien anzuwenden, wenn diese Institute grundsätzlich nach Teil 8 der CRR offenlegungspflichtig sind.

Institute, die nicht zur Anwendung der Leitlinien verpflichtet sind, unterliegen weiterhin ausschließlich den Offenlegungspflichten gemäß Teil 8 der CRR und der ergänzenden Durchführungsverordnungen. Sie können jedoch auf freiwilliger Basis einige oder alle Regelungen der Leitlinien anwenden, falls die Offenlegungsadressaten diese Informationen benötigen.

Die folgenden Kapitel der EBA-Leitlinie 2016/11 sind für alle Kreditinstitute relevant, um Verwirrungen bzgl. des Anwendungsbereichs der delegierten Verordnungen (DVO, RTS, ITS) und Leitlinien zu vermeiden:

  • 2. Allgemeine Offenlegungsanforderungen

Kapitel B: Immaterielle, geschützte oder vertrauliche Informationen

Kapitel E: Zeitpunkt und Frequenz der Offenlegung

  • 3. Risikomanagementziele und -Politik

Kapitel C: Informationen zu Governance Vereinbarungen

  • 5 Eigenmittel
  • 7. Makroprudenzielle Aufsichtsmaßnahmen
  • 12. Unbelastete Vermögenswerte
  • 14. Vergütung
  • 15. Leverage Ratio

Inkrafttreten

Die Leitlinien sollen zum 31. Dezember 2017 in Kraft treten und die Offenlegung zu ebenjenem Stichtag umfassen. Allerdings empfiehlt die EBA den global systemrelevanten Instituten bereits zum 31. Dezember 2016 einen Teil der in den Leitlinien enthaltenen Vorlagen und Tabellen offenzulegen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um elf Tabellen mit quantitativen Informationen aus den Bereichen Eigenmittelanforderungen, Kreditrisiko, Kontrahenten-Ausfallrisiko und Marktrisiko.

Zudem wird den zuständigen Aufsichtsbehörden freigestellt, weitere Institute zur Offenlegung von Teilen der Leitlinien bereits zum 31. Dezember 2016 zu verpflichten oder ihnen dies zu empfehlen. Bislang ist nicht absehbar, ob bzw. in welchem Umfang die Aufsichtsbehörden planen, hiervon Gebrauch zu machen. Zumindest SSM-Banken sollten sich u. E. darauf einstellen, die genannten zehn Tabellen bereits auf Basis des Stichtages 31. Dezember 2016 offenlegen zu müssen.

Wesentliche Änderungen

Die finalen EBA Leitlinien reduzieren die Anzahl der Tabellen und Vorlagen im Vergleich zur Konsultation und umfassen daher insgesamt 10 Tabellen, die für die Offenlegung qualitativer Inhalte vorgesehen ist sowie 38 Vorlagen für die Bereitstellung quantitativer Inhalte. Hintergrund ist der Wegfall diverser ursprünglich vorgesehener Tabellen und Vorlagen im Bereich des Marktrisikos, der Kapitalanforderungen sowie der risikogewichteten Aktiva nach Exposure-Klassen. Für den Bereich Risikomanagement und Governance sind Vorlagen mit qualitativen Angaben zum allgemeinen Risikomanagement (Tabelle OVA) der Bank sowie dem Risikomanagement von Kreditrisiko (Tabelle CRA), Kontrahenten-Ausfallrisiko (Tabelle CCRA) und Marktrisiko (Tabelle MRA) zu veröffentlichen. Die Tabellen repräsentieren die Anforderungen des Artikels 435 (1) CRR.

Im Vergleich zum Konsultationspapier hat die EBA die Anforderungen des 435 (2) Buchstabe e) CRR bezüglich des Informationsflusses an das Leitungsorgan zu den Anforderungen an die Risikomanagementziele und -politik der Tabelle OVA hinzugefügt. Hingegen erfolgt zu den Buchstaben a bis d des Artikels 435 (2) CRR, die die Offenlegung der Unternehmensführungsregelungen fordern, lediglich eine Anleitung, die als Hilfestellung für die bereits existierenden Anforderungen zu verstehen ist. Ferner wird im Bereich Kreditrisiko und Kreditrisikominderung im IRB-Ansatz die zusätzliche Handlungsempfehlung aus dem Konsultationspapier zur Umsetzung der geographischen Unterteilung der PD- und LGD Angaben gemäß Artikel 452 Buchstabe j CRR vollständig in der finalen Version der Leitlinien außer Acht gelassen. Hingegen wird die Handlungsempfehlung zur Prüfung der Zuverlässigkeit (Backtesting) der PD-Werte in Anlehnung an die Anforderungen des Artikels 452 Buchstabe i CRR in Verbindung mit der Vorlage EU-CR9 beibehalten und ein Vergleich der PD-Werte zur tatsächlichen Ausfallquote gefordert

Nicht erfasste Bereiche

Die finalen EBA Leitlinien behandeln weiterhin nicht die Themen Eigenmittel, Makroprudentielle Maßnahmen (Kapitalpuffer und Indikatoren der globalen Systemrelevanz), Unbelastete Aktiva, Vergütung und Verschuldungsquote und Verbriefungen . Hierzu verweisen wir auf unseren Blogbeitrag EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR.

Häufigkeit/Frequenz der Offenlegung

Grundsätzlich orientiert sich die Frequenz der Offenlegung der EBA Leitlinien an dem überarbeiteten Baseler Offenlegungsrahmenwerk. Es soll daher eine jährliche Offenlegung von Tabellen sowie von Vorlagen, die die Verbindung zwischen Bilanzierung und Aufsichtsrecht darstellen, vorgenommen werden. Die meisten anderen Vorlagen (sowohl in flexiblem wie in fixem Format) sollen grundsätzlich halbjährlich offengelegt werden. Ausnahmen sind einige Vorlagen mit einem fixen Format. Hierzu zählen Vorlagen, die die RWA-Veränderungen und die Eigenmittelanforderungen beinhalten und quartalsweise offenzulegen sind. Somit wurde die Liste der(weiterhin gültigen) EBA GL 2014 14 im Hinblick auf die Anforderungen, die häufiger offengelegt werden sollten, für die unter die neue EBA GL 2016 11 fallenden Institute, ergänzt und erweitert (Ausführlich zur EBA GL 2014 14: Regulatory Blog Beitrag: „Umsetzung der EBA Leitlinien zur Offenlegung “ vom 07. Juli 2015).

Offenlegungszeitpunkt

Darüber hinaus konkretisieren die Leitlinien einige aktuelle Artikel von Teil Acht der CRR und stellen bspw. klar, dass die Anforderung des Art. 433 CRR (Zeitpunkt der Offenlegung) nicht gleichzeitig bzw. zum selben Datum mit der Veröffentlichung des Finanzberichts erfolgen muss, wobei eine zeitnahe Offenlegung nach Veröffentlichung des Finanzberichtes wünschenswert ist.

Fazit und Auswirkungen

Im Vergleich zur Konsultationsphase findet keine wesentliche Erweiterung der Anforderungen statt. Im Gegenteil, es entfallen sogar mehrere Vorschläge, Unterteilungen oder gar Zeilen und Spalten. Auch die qualitativen Anforderungen an das Kreditrisiko und die Kreditrisikominderungen im IRB-Ansatz sind nicht mehr notwendig. Durch mehrheitliche Handlungsempfehlungen spezifizieren die EBA Leitlinien die bereits bekannten Inhalte, bleiben aber im Wesentlichen im Rahmen der bekannten Anforderungen.

Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Offenlegung bei PwC FS Regulatory Management: Carsten Rademacher

EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entwürfe der überarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Ergänzung der Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken. Darüber hinaus enthalten die Entwürfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einführung eines Standardverfahrens für Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen für Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen für Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalität deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einführung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschläge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfängliche Umsetzung bis weit über das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berücksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-Ansätze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ für die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene über einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquiditätsdeckungsquote („LCR“) stellt die Einführung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingeführten Liquiditätsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthält die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der überarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% übernommen. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Geschäfte über einen leicht abgewandelten Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – für die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Geschäftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Darüber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % für viele Banken eine Herausforderung dar und führt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

Während die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung für Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingeführt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen für KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingeführten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschränkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenüber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschränkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU über eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf für die neue CRR sieht nach wie vor für Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenüber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Darüber hinausgehende Beträge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Berücksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten Berücksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ für Beträge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthält der Entwurf für die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. Für bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl für KSA als auch für IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen ähnlich den Vorgaben für Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche Aufträge, werden erfüllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualität sicher
  • Anforderungen an die Qualität und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfüllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien für den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Für kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR müssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jährlich einreichen. Darüber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten für die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsländern gegründet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lässt sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalitätsprinzip gut erkennen. In Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). Für diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumfänge und -frequenzen zur Anwendung. Darüber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Präzisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einführung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ansätze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener Rückstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime über eine Rückrechnung zu kompensieren, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen für Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchführen.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. Während systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass für nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben für die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt für diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lässt sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalitätsprinzip erkennen.

Für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zukünftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu übertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Basel IV – Die Neuerungen des Basel IV-Pakets in Ihrer Hand

Warum noch ein Buch ?

Basel IV haben wir in unserem Regulatory Blog und unserem regelmäßigen Basel IV Channel ständig im Blick. Der Umfang der Reformvorschläge des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die Komplexität der ins Auge gefassten Änderungen und die damit verbundenen Herausforderungen und vielen Fragen haben uns dazu bewogen, die Neuerungen des Basel-IV-Pakets kompakt in unserem aktuellen Buch: „Basel IV“ zusammenzufassen.

Unsere Regulatory-Experten aus allen Bereichen haben sich zum Ziel gesetzt, die umfangreichen Papiere für Sie zu strukturieren und Hilfestellung bei der Erfassung der komplexen Vorgänge, Methoden und Anforderungen zu geben. Herausgekommen ist eine übersichtliche, verständliche und praxisrelevante Darstellung des aktuellen Standes des Basel-IV-Pakets.

Was ist drin ?

Sie finden ausführliche Kapitel zu allen wichtigen Themen der Basel IV-Vorschläge:

  • Kreditrisikostandardansatz (KSA)
  • Kontrahentenrisiko (SA-CRR)
  • Verbriefungen
  • Basel IV für Fonds
  • Fundamental Review of the Trading Book
  • CVA Risk Capital Charge
  • Operationelles Risiko
  • Floor Regelung
  • Baseler Großkredit-Rahmenwerk
  • Offenlegung
  • Zinsänderungsrisiken im Bankbuch
  • Corporate Governance
  • TLAC und MREL

Für wen lohnt sich die Lektüre ?

Das Buch richtet sich sowohl an Praktiker, die die Reformvorschläge innerhalb der Bank und insbesondere im Risikomanagement und Regulatory Reporting umsetzen, als auch aufgrund der detaillierten Darstellungsweise an wissenschaftlich orientierte Leser. Durch die hohe strategische Relevanz ist das Buch jedoch auch für Führungskräfte, Strategiebereiche und Vorstände von besonderem Interesse.

Mit diesem Buch erhalten Sie einen umfassenden und einzigartigen Wegweiser durch den „Reformdschungel“, ergänzt durch viele Übersichten und Grafiken.

Das Buch ist erschienen im Bank-Verlag und kann im Webshop bestellt werden.

EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat am 29. Juni 2016 einen Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der Verordnung 575/2013 (CRR) (Consultation on Guidelines on disclosure under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/CP/2016/07)) zur Konsultation gestellt.

Hintergrund

Am 28. Januar 2015 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) eine Überarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der Säule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements – BCBS 309) veröffentlicht. Am 11. März 2016 wurde diese um ein Konsultationspapier ergänzt, das die Offenlegungsanforderungen für Eigenmittel, Verschuldungsquote, Liquidität und einige weitere Bereiche beinhaltet (Consultative Document – Pillar 3 disclosure requirements – consolidated and enhanced framework – BCBS 356). Die Überarbeitung der zielt besonders auf die Sicherstellung von Konsistenz und Vergleichbarkeit der offengelegten regulatorischen Anforderungen zwischen den Instituten und im Zeitablauf durch die Vorgabe einheitlicher Formate.

Die EBA Leitlinien integrieren die Änderungsvorschläge des Baseler Ausschusses (BCBS 309) in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR. Diese werden aussagegemäß nicht geändert, sondern vielmehr um weitere Konkretisierungen und insbesondere die von BCBS 309 vorgesehenen standardisierten Vorlagen und Tabellen zur Offenlegung ergänzt. Damit wird es Instituten ermöglicht, die Offenlegungsanforderungen der CRR und des BCBS 309 gleichzeitig zu erfüllen. Durch diese Standardisierung soll dem Nutzer der offengelegten Informationen ein Maximum an Konsistenz und Vergleichbarkeit der Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Wesentliche Inhalte

Anwendungsbereich

Die EBA-Leitlinien sind von allen global systemrelevanten Instituten (G-SII) sowie allen anderen systemrelevanten Institute (O-SII) anzuwenden. Daneben sollen weitere Institute zur Einhaltung von Teilen der Leitlinien verpflichtet werden, darunter bspw. signifikante Institute gemäß der Abgrenzung der zuständigen Aufsichtsbehörden. Dazu zählen u.a. alle Institute, die der direkten Aufsicht der EZB unterliegen bzw. wesentliche Tochterunternehmen im Sinne von Art. 13 CRR darstellen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden dürfen überdies weitere Institute verpflichten, einige oder alle Regelungen der Leitlinien anzuwenden, wenn diese Institute grundsätzlich nach Teil 8 der CRR offenlegungspflichtig sind.

Institute, die nicht aufgrund der genannten Vorgaben zur Anwendung der Leitlinien verpflichtet sind, unterliegen weiterhin ausschließlich den Offenlegungspflichten gemäß Teil 8 der CRR und der ergänzenden Durchführungsverordnungen. Sie können jedoch auf freiwilliger Basis einige oder alle Regelungen der Leitlinien anwenden, falls die Offenlegungsadressaten diese Informationen benötigen.

Inkrafttreten

Die Leitlinien sollen zum 31. Dezember 2017 in Kraft treten und die Offenlegung zu ebenjenem Stichtag umfassen. Allerdings empfiehlt die EBA den global systemrelevanten Instituten bereits zum 31. Dezember 2016 einen Teil der in den Leitlinien enthaltenen Vorlagen und Tabellen offenzulegen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um elf Tabellen mit quantitativen Informationen aus den Bereichen Eigenmittelanforderungen, Kreditrisiko, Kontrahenten-Ausfallrisiko und Marktrisiko.

Weiterhin stellen es die Leitlinien den zuständigen Aufsichtsbehörden frei, weitere Institute zur Offenlegung von Teilen der Leitlinien bereits zum 31. Dezember 2016 zu verpflichten oder ihnen dies zu empfehlen. Bislang ist nicht absehbar, ob bzw. in welchem Umfang die Aufsichtsbehörden planen, hiervon Gebrauch zu machen. Zumindest SSM-Banken sollten sich u. E. darauf einstellen, die genannten elf Tabellen bereits zum 31. Dezember 2016 offen legen zu müssen.

Wesentliche Änderungen

Die EBA Leitlinien umfassen im aktuellen Konsultationsstand 11 Tabellen für qualitative Inhalte im flexiblen Format, 42 Vorlagen, davon 16 mit flexiblem Format für Informationen qualitativer Natur sowie 26 mit fixem Format für quantitative Informationen offengelegt. Darüber hinaus wurde neben den bereits aus dem BCBS 309 bekannten Formaten, Tabellen und Vorlagen, ein neues Format mit Textanforderungen hinzugefügt. Dieses soll verwendet werden, wenn Offenlegungsanforderungen der CRR genauer spezifiziert werden. Damit erhöht sich die Anzahl der vorgegebenen Tabellen, Vorlagen und Texte im Vergleich zu dem Vorschlag des Basler Ausschusses um 14.

Die offenzulegenden Informationen umfassen folgende Kategorien:

  • Risikomanagement und Governance

Für den Bereich Risikomanagement und Governance sind Vorlagen mit qualitativen Angaben zum allgemeinen Risikomanagement der Bank sowie dem Risikomanagement von Kreditrisiko, Kontrahenten-Ausfallrisiko und Marktrisiko zu veröffentlichen. Grundsätzlich bleiben die Anforderungen des BCBS 309 bestehen, wurden aber in drei Fällen von der EBA in Form von geringfügigen Umformulierungen und Erweiterungen weiter konkretisiert.

  • Offenlegung der Gruppenstruktur und des Anwendungsumfangs

Die Vorlagen betreffen qualitative und quantitative Informationen. Im Vergleich zu BCBS 309 enthalten die EBA Leitlinien eine Vorlage, die die Konsolidierung nach handelsrechtlichem und aufsichtsrechtlichem Konsolidierungskreis behandelt und damit zusätzliche Konsistenz und Transparenz in diesem Bereich schaffen soll.

  • Eigenmittelanforderungen

Die zwei nach dem BCBS 309 vorgesehenen Vorlagen wurden von der EBA auf vier Vorlagen ausgeweitet, wobei im engeren Sinne nur die Vorlage für angemessene Offenlegungsanforderungen von Finanzkonglomeraten tatsächlich eine Neuerung darstellt.

  • Kreditrisiko und Kreditrisikominderung

Der Abschnitt Kreditrisiko inklusive der Kreditrisikominderungstechniken umfasst vier Tabellen, 19 Vorlagen und zwei näher spezifizierende Textanforderungen. Damit wurden die ursprünglich 15 Positionen umfassende Offenlegung zum Kreditrisiko des BCBS 309 deutlich ausgeweitet. Auch in diesem Bereich resultiert ein Teil der zusätzlichen Vorlagen nicht aus an sich neu offenzulegenden Informationen, sondern aus dem Splitting einer umfangreicheren Vorlage in mehrere konkretisierende Vorlagen. Neu hinzugekommen sind u.a. Vorlagen welche eine Aufgliederung des gesamten Exposures nach Ländern gemäß COREP und Branchen gemäß FINREP erfordern sowie eine Vorlage mit den Restlaufzeiten der Exposure. Hierdurch werden verbindliche Formatvorgaben für bereits bestehende Offenlegungsanforderungen der CRR vorgegeben.

Im Bereich des Kreditrisikos inklusive Kreditrisikominderung mittels des Standardansatzes hat sich hingegen die Anzahl der Tabellen und Vorlagen gegenüber BCBS 309 nicht verändert, sondern wurden durch die EBA lediglich inhaltlich überarbeitet. Bei den Offenlegungsanforderungen des Kreditrisikos inklusive Kreditrisikominderung im IRB-Ansatz hat sich Anzahl der Tabellen und Vorlagen sogar von sechs auf fünf verringert. Hinzugefügt wurden allerdings zwei Textanforderungen zum erwarteten Verlust sowie zur geographischen Unterteilung von PD und LGD gemäß Artikel 452 CRR.

  • Kontrahenten-Ausfallrisiko

Die Offenlegungsanforderungen im Bereich des Kontrahenten-Ausfallrisikos haben sich von insgesamt wurden von der EBA ausgeweitet. Hinzugekommen ist eine Vorlage, die die Vorgaben des Artikels 439 e) CRR zu Netting-Vereinbarungen bei Derivaten berücksichtigt sowie eine Vorlage, eine Aufstellung der Kreditderivate enthält, die in Geschäften genutzt werden, in denen das Institut als Finanzintermediär auftritt. Die bereits im überarbeiteten Baseler Rahmenwerk enthaltenen Templates wurden von der EBA mit einer Ausnahme umfangreich überarbeitet und konkretisiert.

  • Marktrisiko

Die fünf ursprünglich im BCBS 309 vorgeschlagenen Offenlegungsanforderungen wurden von der EBA ebenfalls erweitert (zwei Tabellen und sechs Vorlagen). Hinzugekommen ist die Anforderung über qualitative Informationen zur Messung der Positionsrisiken, darüber hinaus eine quantitative Vorlage zur Offenlegung von risikogewichteten Aktiva und Eigenmittelanforderungen aus den einzelnen Marktrisikobereichen sowie eine quantitative Vorlage zur Offenlegung der risikogewichteten Aktiva und Eigenmittelanforderungen aus dem interne Modelle Ansatz. Die übrigen Tabellen und Vorlagen wurden stellenweise von der EBA überarbeitet bzw. konkretisiert.

Nicht umfasste Bereiche

Die Bereiche Eigenmittel, Makroprudentielle Maßnahmen (Kapitalpuffer und Indikatoren der globalen Systemrelevanz), Unbelastete Aktiva, Vergütung und Verschuldungsquote sind nicht Bestandteil der EBA Leitlinien, da hier bereits separate Durchführungsverordnungen bestehen. Während die überarbeiteten Baseler Regelungen noch fünf Tabellen und Vorlagen zu den Offenlegungsanforderungen bei Verbriefungen enthalten, sind diese in den EBA Leitlinien nicht enthalten, da einerseits eine grundlegende Überarbeitung des Verbriefungsrahmenwerkes ansteht und andererseits die bereits bestehenden Offenlegungspflichten nach CRR deutlich über die Vorgaben gemäß BCBS 309 hinausgehen.

Häufigkeit/Frequenz der Offenlegung

In den Grundsätzen orientiert sich die Frequenz der Offenlegung der EBA Leitlinien an dem überarbeiteten Baseler Offenlegungsrahmenwerk. Es soll daher eine jährliche Offenlegung von Tabellen sowie von Vorlagen, die die Verbindung zwischen Bilanzierung und Aufsichtsrecht darstellen, vorgenommen werden. Die meisten anderen Vorlagen (sowohl in flexiblem wie in fixem Format) sollen grundsätzlich halbjährlich offengelegt werden. Ausnahmen sind einige Vorlagen mit einem fixen Format. Hierzu zählen Vorlagen, die die RWA-Veränderungen und die Eigenmittelanforderungen beinhalten und quartalsweise offenzulegen sind. Das neue Text-Format soll einer jährlichen Offenlegung unterliegen. Sollte die Gesamtrisikopositionsmessgröße der Leverage-Ratio eine Grenze von 200 Mrd. EUR übersteigen, so kann von der Aufsicht ein häufigerer Offenlegungsturnus gefordert werden.

Weitere Änderungen

Das aktuelle Konsultationspapier zu den EBA Leitlinien referenziert häufig auf die Guidelines on materiality, proprietary and confidentiality and on disclosure frequency under Articles 432(1), 432(2) and 433 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA GL/2014/14), in Deutschland umgesetzt über das Rundschreiben 05/2015 der BaFin zur Umsetzung der EBA-Leitlinien zur Offenlegung und ergänzt diese neben der Häufigkeit der Offenlegung auch in Punkten wie dem Anwendungsbereich. Für weitere Einzelheiten hierzu verweisen wir auf unsere Regulatory Blog Beiträge: „EBA Konsultation zur Umsetzung der Offenlegungsanforderungen“ vom 17. Juni 2014 und „Umsetzung der EBA Leitlinien zur Offenlegung – BaFin Rundschreiben 05/2015 (BA)“ vom 07. Juli 2015.

Darüber hinaus konkretisiert es einige aktuelle Artikel in Teil Acht der CRR und stellt bspw. klar, dass die Anforderungen des Art. 433 CRR (Offenlegung unter Berücksichtigung des Datums) nicht gleichzeitig bzw. zum selben Datum mit der Veröffentlichung des Finanzberichts erfolgen muss, wobei eine zeitnahe Offenlegung beider Berichterstattungen stets wünschenswert ist.

Fazit und Auswirkungen

Die Leitlinien stellen eine Konkretisierung der Anforderungen an die regulatorische Offenlegung in Bezug auf Umsetzungs- und Darstellungsaspekte dar. Demzufolge spezifizieren die EBA Leitlinien die generellen Offenlegungsanforderungen inklusive Risikomanagement, Anwendungsbereich, Kreditrisiko, Kontrahenten-Ausfallrisiko und Marktrisiko und gehen letztendlich mit 21 neuen quantitativen und qualitativen Anforderungstabellen deutlich über den BCBS 309 hinaus. Wie im Anwendungsbereich definiert, ist eine Anwendung für G-SII, O-SII und ein Teil der Leitlinien für bedeutenden Tochterunternehmen nach Artikel 13 CRR, erforderlich. Das Inkrafttreten der neuen Offenlegungsanforderungen ist für das Jahresende 2017 geplant. Nach dem Ermessen der zuständigen Aufsichtsbehörde kann eine Umsetzung auch bereits für das Jahresende 2016 gefordert werden und wird sogar für G-SII (vor allem Offenlegung der risikogewichteten Aktiva und Eigenmittelanforderungen) empfohlen. Die Konsultationsfrist endet am 29. September 2016. Daher sollten Institute die Konsultationsphase zur Abschätzung der Auswirkungen nutzen, um rechtzeitige Maßnahmen für die Umsetzung planen zu können.

 

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 5: Ausblick: EBA Leitlinien zur Offenlegung und untertägigen Liquidität

Mit der Einführung der CRR hat eine Regulierungswelle mit besonderem Fokus auf dem Thema Liquidität begonnen. Auch nach Beginn der Meldeverpflichtung für die beiden Liquiditätskennziffern Liquidity Coverage Ration (LCR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“ vom 16. Mai 2015) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) (dazu Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015) steht das aufsichtliche Rad nicht still. Daher stellt sich nun die Frage wie und in welcher Form das Thema Liquidität in die Offenlegung einfließen wird. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat hierzu bereits in 2014 und 2015 Vorschläge erarbeitet (Liquidity coverage ratio disclosure standards (BCBS 272) und Net Stable Funding Ratio disclosure standards (BCBS 324)), die im Laufe des Jahres 2016 durch die European Banking Authority (EBA) konkretisiert werden sollen.

Auch bezogen auf die Meldeanforderungen wird nach der Einführung der Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) – siehe hierzu auch Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 3: Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM) vom 14. Januar 2016) – noch nicht das Ende der regulatorischen Initiativen erreicht. Vielmehr ist nun die untertägige Liquidität Gegenstand der aufsichtlichen Beratungen. Hierzu hat der Basler Ausschuss bereits Vorschläge erarbeitet (Monitoring tools for intraday liquidity management (BCBS 248)), die ebenfalls bis Ende 2016 durch die EBA aufgegriffen werden sollen.

Zukünftige Offenlegungsanforderungen für die Liquiditätskennzahlen

Die Offenlegungsanforderungen des Baseler Ausschusses sehen zwei grundsätzliche Bereiche vor:

  1. Quantitative Offenlegung über Einhaltung und Zusammensetzung der Quoten anhand standardisierter Templates
  2. Qualitative Offenlegung in Umfang und Inhalt in der Verantwortung der Institute

LCR-Offenlegung

Für die Offenlegung der LCR hat die EBA, basierend auf dem Mandat gemäß Art. 435 CRR am 11. Mai 2016 einen ersten Entwurf für eine Leitlinie zur Konsultation gestellt (Draft Guidelines on LCR disclosure to complement the disclosure of liquidity risk management under Article 435 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/CP/2016/06)). Die EBA hat sich hierbei an den Vorschlägen des Basler Ausschuss aus dem März 2014 orientiert.

Analog zu den bisherigen Offenlegungsanforderungen im Zusammenhang mit den regulatorischen Eigenmitteln, zeigen die Entwürfe von Baseler Ausschuss und EBA, dass sich die quantitative Darstellung nicht auf eine 1:1 Abbildung der Meldebögen beschränkt, sondern abgewandelte und aggregierte Aufrisse gefordert sind. So sind bspw. die HQLA nur in ihrer Gesamtheit aufzuführen – ohne Detaildarstellung der Level und Kategorien.

Dafür sind bei den geforderten Werten jedoch weitere Datenanforderungen zu erfüllen: Darzustellen sind die LCR-Positionen (1) ungewichtet nach Bilanzwert, (2) gewichtet nach Anwendung von Haircuts, bzw. Zufluss- oder Abflussraten sowie angepasste Werte nach Anwendung von Caps für Zuflüsse oder Level 2A und 2B Aktiva. Zudem sind die Werte als Durchschnittswert zum Ende eines jeden Quartals zu ermitteln, was eine tägliche Berechnung der LCR und ihrer Bestandteile voraussetzt. Dies dürfte für die Mehrzahl der Institute eine große Herausforderung darstellen.

Der Basler Vorschlag sah vor, dass den zuständigen Aufsichtsbehörden Spielräume bei der Umsetzung zugestanden werden. Diese sollten es ermöglichen, die geforderten Durchschnittswerte zunächst auf Basis der monatlichen Meldung zu ermitteln. Die EBA hat keine gleichwertige Übergangsregelung formuliert, die operative Umsetzbarkeit einer täglichen Berechnung mit der erforderlichen Qualität jedoch noch einmal zur Konsultation gestellt.

Ergänzend zu den LCR-Bestandteilen sollen folgende qualitative Teilaspekte durch die Institute offengelegt werden:

  • Konzentration der Refinanzierungsquellen
  • Derivate-Exposures und ggf. Sicherheitenverpflichtungen
  • Währungsinkongruenzen in der LCR
  • Beschreibung der Organisation des Liquiditätsrisikomanagements wie z.B. Grad der Zentralisierung im Fall von Gruppen und die gruppeninterne Steuerung
  • Andere Zu- und Abflüsse, die für das Liquiditätsprofil relevant sind

Der Basler Vorschlag sah auch eine Kommentierung zur Entwicklung der Quote und deren wesentlichen Treiber im Zeitablauf sowie eine Erläuterung zur Zusammensetzung der liquiden Aktiva vor. Diese Aspekte wurden von der EBA nicht übernommen.

Darüber hinaus enthält die EBA Leitlinie eine LCR-übergreifende qualitative Offenlegungspflicht, mit der ein breites Spektrum des internen Liquiditätsmanagements abgedeckt werden soll. Der Entwurf sieht insbesondere vor, Informationen zur Organisation und Governance des Liquiditätsrisikomanagements, zu den Reportingstrukturen sowie eine Darstellung der Liquiditätsstrategie offenzulegen. Gefordert ist zudem eine Stellungnahme der Geschäftsleitung zur Angemessenheit der Risikomanagementstrategie und -systeme im Verhältnis zur Geschäftsstrategie in Bezug auf die Liquidität.

Die Finalisierung und die anschließende Umsetzung der EBA Leitlinie durch die nationalen Behörden sollen bis zum Juni 2017 abgeschlossen sein. Für die Frequenz der Offenlegung wird in den Leitlinien keine verbindliche Vorgabe über die jährliche Frequenz hinaus gemacht. Speziell die LCR-Quote sowie ihre beiden wesentlichen Bestandteile, d.h. die hochliquiden Aktiva und der Nettozahlungsmittelabflüsse werden jedoch als „rasch veränderliche“ Werte definiert, für die gemäß den Vorgaben der EBA Leitlinie 2014/14 zur Offenlegung – umgesetzt über das BaFin Rundschreiben 2015/05 – Umsetzung der EBA-Leitlinien zur Offenlegung vom 08.06.2015 – eine höhere als eine jährliche Offenlegungsfrequenz angeregt wird. Dessen ungeachtet legen einzelne Institute bereits heute die LCR auf Basis der Baseler Vorgaben offen, weil dies u.a. von den Marktteilnehmern eingefordert wird.

NSFR-Offenlegung

Die Offenlegung der NSFR Bestandteile hängt im ersten Schritt mit den Entscheidungen des EU-Verordnungsgebers über die Kalibrierung und Anwendung der Standards zusammen, die bis zum Ende des Jahres erfolgen soll. Sofern die Einführung einer verbindlichen Quote final entschieden ist, kann im zweiten Schritt mit einer einheitlichen Offenlegungsanforderung gerechnet werden.

Unabhängig von der ausstehenden Entscheidung auf EU-Ebene hat sich der Baseler Ausschuss bereits Gedanken über eine standardisierte Offenlegung der NSFR gemacht und eine Anwendung ab 2018 angeregt.

Aufzubereiten wären hiernach die vierteljährlichen Stichtagswerte – entweder im Rahmen der halbjährlichen oder vierteljährlichen Gesamtoffenlegung des Institutes. Im Bereich der qualitativen Angaben sehen die Vorschläge des Komitees eine Zeitreihenanalyse und zusätzliche Erklärungen zu voneinander abhängigen Aktiva und Verbindlichkeiten vor.

Intraday Liquidity – Leitlinien zum Reporting der untertägigen Liquidität

Der Basler Ausschuss hat auch hier bereits in 2013 ein erstes Konsultationspapier veröffentlicht (BCBS 248).

Es ist zunächst nicht vorgesehen weitere harte Mindestanforderungen zu implementieren, sondern vielmehr Beobachtungskennzahlen abzufragen. Ein wesentliches Ziel besteht darin, typische Muster im Zahlungsverhalten der Institute im Normalszenario abzuwandeln, um die Entwicklung möglicher Stresssituationen rechtzeitig zu erkennen und ihnen begegnen zu können.

Das aktuelle Arbeitsprogramm der EBA sieht hier vor, bis zum 31. Dezember 2016 Leitlinien über eine nationale Umsetzung vorzulegen; vor diesem Hintergrund ist zunächst nicht mit einer Meldeanforderung vor 2017 zu rechnen.

In den EBA-Leitlinien zum zukünftigen Supervisory Review and Evaluation Process (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisiory review and evaluation process (SREP), (EBA/2014/13)), die bereits zum 01.01.2016 in Kraft getreten sind, wird das Thema der untertägigen Liquiditätssteuerung jedoch bereits heute als ein Bestandteil für die Bewertung des ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) definiert.

Das vom BCBS vorgeschlagene Monitoring Tool-Set besteht aus vier Meldekomponenten, die für alle Banken relevant sind und drei weiteren Meldepositionen, die Banken mit einem speziellem Geschäftsmodell betreffen. Die Einreichung der Daten soll auf monatlicher Basis erfolgen – analog zur LCR Meldung.

1. Tägliche maximale Liquiditätsauslastung

  • Gemessen am Zentralbankkonto oder den zentralen Clearingkonten bei anderen Banken sollen die jeweils drei größten positiven und negativen Kontostände sowie der Tagesdurchschnitt im Meldezeitraum ermittelt werden.

2. Verfügbare Intraday Liquidität zu Beginn des Geschäftstages

  • Nach Ermittlung der täglich verfügbaren Liquidität zu Beginn eines jeden Tages in der Berichtsperiode sollen die Werte der drei Tage mit der geringsten verfügbaren Liquidität sowie der Durchschnittswert gemeldet werden.
  • Zusätzlich soll ein Aufriss über die Liquiditätsquellen, darunter Zentralbankguthaben, Guthaben bei Banken, erhaltene widerrufliche und unwiderrufliche Kreditlinien sowie verfügbare Sicherheiten gegeben werden.

3. Summe der Bruttozahlungen

  • Banken sollen angeben, welche Zahlungen auf Bruttoebene täglich insgesamt über ein zentrales Zahlungsverkehrssystem (z.B. TARGET 2) transferiert wurden. Vorgesehen sind hierbei die drei höchsten, bzw. niedrigsten Werte und der jeweilige Durchschnittswert im Berichtszeitraum.

4. Zahlungen mit fixem untertägigem Rückzahlungstermin

  • Hierbei müssen Banken die Werte ermitteln, für die untertägig ein fester Rückzahlungszeitpunkt (Uhrzeit) vereinbart ist und auch hier ist, neben den drei höchsten Tagesgesamtsummen, wieder ein Tagesdurchschnittswert über den Berichtszeitraum zu ermitteln.

Besonderheiten für Korrespondenzbanken und direkte Teilnehmer an Zahlungsverkehrssystemen

Korrespondenzbanken, die Zahlungen im Namen anderer verwalten und weiterleiten, müssen die drei höchsten Tagesummen an Zahlungen melden, die im Namen des Kunden getätigt werden sowie den Durchschnitt der täglichen Zahlungen in Berichtszeitraum. Darüber hinaus sieht das Baseler Komitee vor, dass Korrespondenzbanken die Tagessumme aller untertägig gewährten Kreditlinien sowie die untertägige Höchstauslastung dieser Kreditlinien, unter Berücksichtigung von Besicherungen und der konkreten Zusage erfassen. Direkte Teilnehmer an Zahlungsverkehrssystemen haben darüber hinaus auf stündlicher Basis das transferierte Geldvolumen zu ermitteln und den täglichen Durchschnittswert des Berichtszeitraumes zu bestimmen.

Herausforderungen für die Institute

Das Reporting der untertägigen Liquidität stellt die Banken vor große Herausforderungen. Neben der Bestimmung des Reporting-Umfangs in Bezug auf die relevante Konsolidierungsebene bzw. den rechtlichen Einheiten, Währungen, zu berücksichtigenden Niederlassungen und Liquiditätsquellen (Zahlungsverkehrssysteme, Korrespondenzbanken und Korrespondenzbank-Kunden) stellt insbesondere die Beschaffung der für das Reporting relevanten Datengrundlage die Banken vor große Herausforderungen.

So besteht für die Banken die Notwendigkeit alle für das Reporting relevanten Datenquellen zu identifizieren und die Daten auf Ebene der einzelnen Monitoring Tools für jedes Meldetemplate zu aggregieren.

Banken, die als Korrespondenzbanken im Markt auftreten, stehen zudem vor der Herausforderung alle Daten für die untertägige Auslastung von Kreditlinien in „real-time“ über alle Korrespondenzbanken hinweg verfügbar zu halten, um die untertägige Höchstauslastung daraus ableiten zu können.

Darüber hinaus stehen Banken, die als Kunden von Korrespondenzbanken und als Teilnehmer von Zahlungsverkehrssystemen agieren, noch weiteren Herausforderungen gegenüber:

  • Aufbau eines „real-time“ Zeitstempels im täglichen Zahlungsverkehr mit Korrespondenzbanken, um die Liquiditätsauslastung gegenüber den Korrespondenzbanken ermitteln zu können.
  • Möglichkeit zur Bestimmung der Höhe der widerruflichen Kreditlinien von Korrespondenzbanken.
  • Schaffung einer Möglichkeit zur Identifizierung und Bestimmung von zeitspezifischen Zahlungen über Korrespondenzbanken oder Zahlungsverkehrssysteme.

Fazit

Es bleibt insgesamt noch abzuwarten, wie nah sich die finalen Leitlinien der EBA an den Vorschläge des Baseler Ausschusses – sowohl beim Thema Offenlegung als auch bei den Anforderungen zur untertägigen Liquidität – orientieren werden.

Die aktuellen Reportingformate, die durch den Baseler Ausschuss, bzw. die EBA vorgeschlagen werden, wirken bezogen auf die Anzahl der Datenfelder und die inhaltlichen Anforderung zunächst überschaubar, bergen in der technischen Umsetzung jedoch komplexe Herausforderungen: z.B.im Falle der LCR Offenlegung durch die Forderung des Ausweises von Durchschnittswerten auf Tagesbasis. Die Anforderungen zum Monitoring der untertägigen Liquidität machen es darüber hinaus erforderlich, alle Zahlungsflüsse für das Meldewesen auf Einzelebene in Echtzeit zu erfassen und weiterzuverarbeiten.

Beiden Vorgaben ist gemeinsam, dass die inhaltlichen Anforderungen insbesondere zur internen Steuerung der LCR und der untertätigen Liquidität bereits seit Beginn 2016 formal über den SREP Prozess durch die Aufsichtsbehörden bewertet werden können und in anderen EU-Ländern wohl auch bereits Säule II-Zuschläge auf die LCR festgelegt werden.

Weiterhin gilt für ausgewählte große Institute bereits heute eine Meldepflicht der Intraday Liquidity, auch ohne, dass es eine formelle EBA Vorgabe gibt.

Regulatory Roadshow 2016: „Basel IV“?! Welcome to the Next Generation of RWA

Basel IV

Die Bankenaufsicht in Europa bleibt in Bewegung. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat in den zurückliegenden Monaten eine Reihe von Konsultationspapieren veröffentlicht, die weitreichende Änderungen in der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva vorsehen. Hierdurch kommen, unabhängig von der betrachteten Risikoart – Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelle Risiken – und den genutzten Verfahren – Standardansätze oder interne Modelle – zahlreiche neue Anforderungen auf die Banken zu. Das inoffizielle Schlagwort „Basel IV“ ist bereits in aller Munde. Doch auch die europäischen Bankenaufsichtsbehörden arbeiten ihre umfassenden Arbeitsprogramme in den kommenden Jahren ab – frei nach dem Motto „Eine fundamentale Überarbeitung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen innerhalb der Säule I der Baseler Standards allein reicht nicht aus, um den Bankensektor robuster und krisenfester zu machen“.

Banken stehen damit vor der Herausforderung, die Folgen zahlreicher neuer Regulierungsanforderungen diverser Aufsichtsbehörden gleichzeitig einzuschätzen. Dabei müssen sie nicht nur mit Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen, sondern auch mit einem enormen Umsetzungsaufwand rechnen.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Regulatory Roadshow 2016 ein, um Sie und Ihr Haus rechtzeitig auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Werfen Sie mit uns einen Blick auf das Basel-IV-Reformpaket und weitere Neuerungen im Bankenaufsichtsrecht und diskutieren Sie mit uns die Auswirkungen und Herausforderungen. Der Fokus unserer Roadshow liegt dabei vor allem auf „Basel IV“, sodass insbesondere folgende Themenfelder auf der Agenda stehen:

Neuerungen aus Basel – „Basel IV“?! Welcome to the Next Generation of Risk-Weighted Assets (RWA)

  • neue Anforderungen im Rahmen der Floor-Regelung und an interne Modelle
  • Kreditrisiko − Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) − Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) − Verbriefungen − Anteile an Investmentfonds
  • Marktrisiko − Fundamental Review of the Trading Book (FRTB) − Credit Valuation Adjustment (CVA) Risk Capital Charge − Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (IRRBB)
  • neue Vorschriften zu operationellen Risiken
  • neue Vorschriften zur Offenlegung
  • neue Großkreditvorschriften
  • MREL und TLAC
  • Neuerungen aus Brüssel und London – weitere Technical Standards und neue Guidelines

Lassen Sie sich von unseren Experten umfassend über die künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen informieren – wir freuen uns auf Sie!

Die Veranstaltungsorte und -termine:

20.06.2016, Düsseldorf

29.06.2016, Hamburg

06.07.2016, Berlin

07.07.2016, München

11.07.2016, Frankfurt a. M.

12.07.2016, Frankfurt a. M.

22.07.2016, Stuttgart

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Wir würden uns freuen, Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

International venues

We look forward to meeting you also in:

The Netherlands (Amsterdam)

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Romania (Bucharest)

Ireland  (Dublin)

Turkey (Istanbul)

United Kingdom (London)

Luxembourg (Luxembourg)

Spain (Madrid)

Italy (Milano)

France (Paris)

Latvia (Riga)

Sweden (Stockholm)

Poland (Warsaw)

Austria (Vienna).

Detailed information on our international Roadshow 2016 is available on request.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online über www.pwc-event.com/ regulatory-roadshow zur Veranstaltung an. Es öffnet sich eine Webseite mit weiteren Veranstaltungsinformationen.

Bei Fragen zum Thema für Sie da:

Martin Neisen

Tel.: +49 69 9585-3328

martin.neisen@de.pwc.com

Bei organisatorischen Fragen für Sie da:

Michaela Heuß

Tel.: +49 69 9585-5928

events.de@de.pwc.com

Mehr Informationen rund um Basel IV erhalten Sie auch auf unserer Webseite: Willkommen in der Welt von Basel IV

IRRBB – Update zu den finalen Standards

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 22. April 2016 die finalen Standards zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch veröffentlicht (Standards – Interest rate risk in the banking book (BCBS 368)).

Hintergrund

Die jetzt veröffentlichten finalen Standards sind das Ergebnis der Überarbeitung der vom BCBS 2004 erstmals festgelegten Principles for the management and supervision of interest rate risk (IRR Principles). Die seit 2004 erfolgten Veränderungen der Finanzmärkte und Aufsichtspraktiken erforderten eine Anpassung der Grundlagen für die Identifizierung, Messung, Überwachung und Kontrolle der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch. Die überarbeiteten Principles waren in 2015 Gegenstand einer Konsultation, in deren Rahmen der Baseler Ausschuss zwei Optionen zur Messung der Zinsänderungsrisiken im Bankbuch vorgestellt hat: einen standardisierten Ansatz als zusätzlichen Bestandteil der Säule I sowie einen erweiterten Säule II-Ansatz, der als Teil des aufsichtlichen Überwachungsprozesses auch die Anwendung bankinterner Modelle und Messeverfahren vorsieht (ausführlich zur Konsultation: Regulatory Blog Beitrag: „Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Konsultation des Baseler Ausschusses“ vom 11. Juni 2015).

Die Rückmeldungen zur Konsultation haben gezeigt, dass die Formulierung eines standardisierten Messverfahrens aufgrund der Komplexität und des heterogenen Charakters der Zinsänderungsrisiken keine ausreichend genaue und risikoangemessene Kapitalanforderungen liefern kann. Insoweit sieht der Baseler Ausschuss die Zinsänderungsrisiken im Bankbuch sachgerechter im Rahmen der Säule 2 erfasst. Neben den neugefassten Principles, die sich auf die bankinternen Risikomesssysteme und Modelle beziehen, umfassen die finalen Standards des Baseler Ausschusses auch einen Standardrahmen zur IRRBB-Messung, in den die Überlegungen zum standardisierten Säule I-Ansatz aus der vorhergehenden Konsultationspapier eingeflossen sind.

Die wesentlichen Änderungen

  • Anforderungen an die internen Prozesse

Die Erwartungen an die bankinternen IRRBB-Managementprozesse im Hinblick auf die Entwicklungen der Zinsschock und –stresszenarien sind deutlich umfangreicher gegenüber den IRR Principles. Das bankinterne Messsystem umfasst einen ganzen Katalog durchzuführender Szenarien. Neben einem in Abhängigkeit vom Risikoprofil und dem internen Risikotragfähigkeits­prozess (internal capital adequacy assessment process (ICAAP)) ausgewählten Zinsschock sind auf historischen und hypothetischen Daten beruhende Zins-Stresstestverfahren durchzuführen. Weiter sind sechs verschiedene Zinsschockszenarien (Annex 2) vorgeschrieben. Dazu gehören nicht nur Szenarien mit (Zins-)Parallelverschiebungen nach oben und unten, sondern auch Short-Rate-Erhöhung und –Senkung sowie Steepener-Schocks (mit Abstieg der kurzfristigen Zinssätze und Anstieg der langfristigen Zinssätze) bzw. Flattener-Schocks (Anstieg der kurzfristigen Zinssätze und Abstieg der langfristigen Zinssätze). Darüber hinaus können weitere aufsichtlich geforderte Szenarien hinzukommen.

Weiter wurden die Schlüsselaspekte und Modellannahmen, die die Institute bei der Messung ihrer Zinsänderungsrisiken berücksichtigen sollen, näher festgelegt. Für eine Reihe von gängigen Produkten werden im Rahmen der Standards die einzubeziehenden Kennzeichen definiert. Darüber hinaus sind regelmäßige Tests und Sensitivitätsanalysen erforderlich.

  • Offenlegung

Deutlich ausgeweitet wurden auch die Anforderungen an die Offenlegung des mit dem Zinsänderungsrisiko verbunden Risikopotenzials des jeweiligen Instituts. Zum einen betrifft dies die jährlich offenzulegenden qualitativen und quantitativen Informationen im Zusammenhang mit der Beschreibung der bankinternen Zinsrisikomanagementziele und –strategien (Table A, BCBS 368). Zum anderen sind die quantitativen Auswirkungen der verschiedenen Zinsschockszenarien auf Economic Value of Equity (EVE) und Net Interest Income (NII) offenzulegen.

  • Aufsichtlicher Prüfungsprozess

Der Rahmen für die regelmäßige aufsichtliche Prüfung der Zinsänderungsrisiken und die damit verbundenen Managementprozesse der Banken wurde ebenfalls überarbeitet und transparenter gemacht: Die Faktoren, die die Aufsicht bei ihrer Prüfung berücksichtigt, werden ausführlich dargestellt.

  • Schwellenwert für „Ausreißer”-Institute

Der Schwellenwert zur Identifizierung von sogenannten Ausreißer-Instituten (outlier banks), die kein angemessenes Zinsänderungsrisikomanagement betreiben wurde gegenüber der Vorversion gesenkt. Als Ausreißer gelten Institute, bei denen die Zinsschockszenarien zu einem Verlust von 15% des CET1-Kapitals führen (vormals 20%). Ausreißer-Institute müssen mit aufsichtlichen Konsequenzen rechnen, insbesondere mit zusätzlichen Kapitalanforderungen.

  •  Standardised Framework

Den standardisierten Rahmen zur Messung der IRRBB können die Banken alternativ anwenden oder – wenn die aufsichtliche Prüfung Mängel der bankinternen Messverfahren ergibt – seitens der Bankenaufsicht dazu verpflichtet werden. Der Standardrahmen basiert bei der Berechnung der IRRBB Mindestkapitalanforderungen allein auf den Änderungen des ökonomischen Kapitals (EVE). Für die Berechnung sind 5 Schritte vorgesehen (im Einzelnen dazu die Darstellung im Regulatory Blog Beitrag: „Zinsänderungsrisiken im Bankbuch – Konsultation des Baseler Ausschusses“ vom 11. Juni 2015)

Anwendungsbereich und Umsetzung

Die Standards zu den Zinsänderungsrisiken im Bankbuch richten sich in erster Linie an international tätige Banken auf konsolidierter Ebene. Es steht den nationalen Aufsehern jedoch frei, die Anforderungen auch auf die anderen Kreditinstitute anzuwenden. Von den Banken wird erwartet, die Standards bis 2018 umzusetzen.

Auswirkungen

Die Zinsschockszenarien erfordern komplexe Berechnungsmethoden. Gleiches gilt für die innerhalb der bankinternen Messverfahren und Methoden berücksichtigenden Faktoren und Optionalitäten. Ebenso werden die erweiterten Offenlegungsanforderungen zu einem erheblichen Ressourcen- und Zeitaufwand führen.

Die finalen EBA Guidelines on sound remuneration policies and disclosures

Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) hat am 21. Dezember 2015 ihre finalen Leitlinien zur Regulierung und Offenlegung von Vergütungssystemen (Guidelines on Sound Renumeration Policies under Article 74 (3) und 75 (2) of Directive 2013/36/EU and Disclosures under Article 450 of Regulation (EU) No. 575/2013 (EBA/GL/2015/22)) veröffentlicht.

Hintergrund

Die Leitlinien sollen die einschlägigen Bestimmungen in der bereits im Juni 2013 veröffentlichten CRD IV (RL 2013/36/EU) konkretisieren und so dazu beitragen, eine Vereinheitlichung der Vergütungssysteme der Institute und der Instituts- bzw. Finanzholdinggruppen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen. Zugleich sollen sie die vorausgegangenen „Guidelines on Renumeration Policies and Practices“ des Committee of European Supervisors (CEBS), der Vorgängerorganisation der EBA vom 10. Dezember 2010 ablösen. Die Konsultationsphase war geprägt durch eine Vielzahl von Eingaben zu nahezu allen Punkten der Entwurfsfassung und einer daraufhin erfolgten Verschiebung des ursprünglich geplanten Veröffentlichungstermins, so dass die finale Fassung mit Spannung erwartet wurde (zur Konsultation auch unser Blog-Beitrag: „Überarbeitung der EBA GL on sound remuneration policies – Auswirkungen auf die Institutsvergütungsverordnung“ vom 21. Mai 2015).

Proportionalitätsprinzip

Besonders umstritten und auch aus deutscher Sicht von herausragender Bedeutung war und ist die Frage der Reichweite des Proportionalitätsprinzips. Dabei geht es insbesondere um die Frage, inwieweit kleinere Institute von der Anwendung einzelner Anforderungen der CRD IV/CRR befreit werden können. Die EBA hat sich damit „aus der Affäre gezogen“, dass sie das Thema aus der Guideline ausgeklammert und parallel dazu eine Stellungnahme (Opinion on the application of the principle of proportionality to the remuneration provisions (EBA/OP/2015/25)) veröffentlicht hat. In dieser wird die Auffassung vertreten, dass der Wortlaut der CRD IV und der CRR zwar eine erleichterte Anwendung, nicht aber einen Wegfall einzelner Anforderungen rechtfertige. Zugleich fordert die EBA die EU-Kommission, das EU-Parlament und den EU-Rat auf, den Wortlaut der Bestimmungen so zu ändern, dass dieses möglich wird. Es bleibt abzuwarten, wie die angesprochenen Institutionen darauf reagieren werden. Für die bisher nicht als bedeutend eingestuften Institute in Deutschland geht es dabei vor allem um die Frage, ob sie künftig Risk Taker identifizieren und die deferral Regeln einhalten müssen und für alle Institute um die Frage, ob sie auch variable Vergütungen von weniger als 50.000 Euro den deferral Regeln unterwerfen müssen.

Die wesentlichen Punkte der Guidelines

In den Guidelines selbst sind folgende Punkte herauszuheben:

  • Für die Anhebung des Bonus Caps von 1: 1 auf 2:1 in Tochtergesellschaften ist die Zustimmung der Hauptversammlung der Muttergesellschaft erforderlich. Insoweit müsste ggf. § 25a abs. 5 KWG noch angepasst werden. Auch Tochterunternehmen, die unter UCITS oder AIFMD reguliert werden, sollen den Bonus Cap anwenden müssen.
  • Bei langfristigen Vergütungsprogrammen (LTIPs) können die variablen Vergütungen grundsätzlich dem Performance Jahr, für das sie gewährt wurden, zugerechnet werden und nicht (wie noch im Konsultationspapier vorgesehen) dem Auszahlungsjahr.
  • Die Anforderungen an die für den unbaren variablen Vergütungsanteil zu nutzenden Instrumente wurden weiter präzisiert und auch insoweit eine Änderung der CRD IV vorgeschlagen. Eine Verzinsung oder Ausschüttung auf diese Instrumente während des Zurückbehaltungszeitraums wurde ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Für Mitglieder des Leitungsorgans wurde die Deferral Periode auf mind. 5 Jahre und die sich daran anschließende Halteperiode auf mind. 1 Jahr festgelegt, was der überwiegend schon jetzt geltenden deutschen Marktpraxis entspricht.
  • Die Guidelines beschäftigen sich ausführlich mit den Abfindungszahlungen. Diese sollen zwar als variable Vergütungen einzustufen sein, auf die Anwendung der dafür einschlägigen Regelungen soll jedoch unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet werden können. Damit soll einerseits dem arbeitsrechtlichen Charakter der Abfindungszahlungen als Kompensation für entgangene Vergütungen Rechnung getragen, andererseits aber ein Einsatz von Abfindungen zur Umgehung der einschlägigen Anforderungen verhindert werden.

Zeitplan

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf den weiteren Zeitplan zu richten. Die BaFin hat 2 Monate ab Vorliegen einer deutschen Version der Guidelines Zeit zu erklären, ob sie diese als für sich verbindlich anerkennt, wovon allerdings auszugehen ist. Der deutsche Gesetzgeber will bis zur Jahresmitte 2016 eine Neufassung der InstitutsVergV verabschieden. Zugleich wird die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament bis dahin einen Bericht über die Umsetzung der Vorgaben der CRD IV vorlegen. Noch völlig offen ist, ob und bis wann es zu der von der EBA angeregten Änderung der CRD IV und der CRR kommen wird und insbesondere, ob diese noch rechtzeitig vor dem Inkrafttreten der Neufassung der InstitutsVergV erfolgen wird bzw. wie der deutsche Gesetzgeber reagieren wird, wenn dieses nicht der Fall ist.

 

Ihr Ansprechpartner in Vergütungsfragen bei PwC FS Regulatory Management : Dr. Wolfgang Frank