EZB Konsultation über die Änderungen der FINREP-Verordnung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 17. Februar 2017 eine Konsultation zum Änderungsentwurf für die Verordnung über die Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen gestartet. Die Konsultation läuft bis zum 27. März 2017.

Hintergrund

Die EZB-Verordnung (EU) 2015/534) über die Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen (EZB/2015/13) (FINREP-VO) legt die Anforderungen fest, nach denen Banken Meldungen von Finanzinformationen nach den nationalen Rechnungslegungsstandards an die nationalen zuständigen Behörden (NCA) und die EZB übermitteln müssen. Die EZB-Verordnung erweiterte den Anwenderkreis für die Meldungen von Finanzinformationen. Neben IFRS-Gruppen sind auch HGB-Gruppen und HGB-Einzelinstitute verpflichtet, FINREP-Meldungen abzugeben. Damit sollte ein einheitliches und vergleichbares Reporting für aufsichtsrechtliche Finanzinformationen sichergestellt werden.

Die jetzt zur Konsultation gestellten Änderungen beruhen in erster Linie auf der Übernahme von IFRS 9 als Rechnungslegungsstandard für Finanzinstrumente in den Rechtsrahmen der EU (dazu ausführlich Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016). Die European Banking Authority (EBA) hatte hierzu bereits Ende November 2016 ihre technischen Standards zum aufsichtsrechtlichen Reporting überarbeitet (dazu auch Accounting-FS Blog: „EBA veröffentlicht angepasste IFRS 9 FinRep Tabellen“ vom 01. Dezember 2016).

Die wesentlichen Änderungen

 Mit IFRS 9 ändern sich die Regeln für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten. Der hierdurch eingeführte Expected Credit Loss (ECL) Ansatz stellt für die Bildung der Kreditrisikovorsorge auf die erwarteten Verluste (anstelle des bisherigen „incurred loss models“) ab. Entsprechend müssen Banken die erwarteten künftigen Verluste bei der Bilanzierung berücksichtigen, was eine Anpassung der Meldebögen erforderlich macht. Die Anpassung nach der EU-Verordnung steht im Einklang mit den Ende November veröffentlichten FINREP-Bögen der EBA.

Der Änderungsentwurf schließt darüber hinaus noch bestehende Lücken, die die DVO (EU) Nr. 680/2014 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die aufsichtlichen Meldungen der Institute offenlässt und fordert einen vollständigen Satz von FINREP-Meldebögen von bedeutenden Bankengruppen, die Finanzinformationen nach nationalen GAAP zusammenstellen. Weiter soll unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Proportionalität ein gemeinsames Mindestmaß an Finanzinformationen von bedeutenden Banken auf Einzelebene und von weniger bedeutenden Banken (sowohl auf Einzel- als auch auf konsolidierter Ebene) erreicht werden.

Nationale Aufsichtsbehörden können unter Berücksichtigung der relevanten nationalen Rechnungslegungsvorschriften über die Anwendung bestimmter Templates entscheiden (Annex I, II und IV).

Die vorgeschlagenen Änderungen sehen auf Einzelinstitutsebene eine Ausweitung der Anwendung der FINREP-Meldebögen vor (Template 17 und 40).

Darüber hinaus wird der Umstellungszeitraum für die Meldung nach den neuen Anforderungen für beaufsichtigte Unternehmen, deren Status sich von einem weniger bedeutenden zu einem bedeutenden Institut ändert, von 18 Monaten auf 12 Monate verkürzt.

 Inkrafttreten

Die überarbeitete Verordnung soll ab dem 01. Januar 2018 angewendet werden. Damit wären die Änderungen bezüglich der Meldungen für die erste Quartalsmeldung zum Meldestichtag 31. März 2018 wirksam. Der Änderungsentwurf sieht für weniger bedeutende Kreditinstitute, die nach nationalen Rechnungslegungsstandards zu melden haben, eine Übergangsfrist bis 01. Januar 2019 vor.

 

 

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