Risk Blog

EZB-Leitfaden zu „leveraged transactions“

Die EZB hat am 16. Mai 2017 den Leitfaden zum Umgang mit so genannten „leveraged transactions“ veröffentlicht. Darin stellt sie die aufsichtlichen Erwartungen an Banken zum Umgang mit Finanzie­rungen dar, bei denen eine Unternehmensbeteiligung durch einen Finanzinvestor gegeben ist oder ein definiertes Maß an Fremdkapitalfinanzierung (leverage) überschritten ist.

Der Leitfaden definiert zunächst den Begriff der „leveraged transaction“, um anschließend die Anforderungen an die Überwachung und Messung von Risiken aus solchen Transaktionen darzu­legen.

Die Umsetzung in den Instituten wird im Leitfaden als unverbindlich dargestellt. Jedoch erwartet die Aufsicht, dass alle bedeutenden Kreditinstitute (Artikel 6 Absatz 4 der SSM Verordnung der EZB) den Leitfaden in ihren internen Richtlinien umsetzen. Eine Ausstrahlungswirkung für alle anderen Institute sowie für den Markt der Finanzierung von Unternehmenserwerben wird erwartet.

Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick über die Inhalte und zeigen praktische Herausforde­rungen auf.

Weitere Details zu den sieben ICAAP-Grundsätzen

Am 20. Februar 2017 hat die EZB-Bankenaufsicht einen Brief bezüglich des mehrjährigen Projekts zur Entwicklung umfassender SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP für bedeutende Institute veröffentlicht. Im Zuge dessen hat die EZB detaillierte ICAAP- und ILAAP-Grundsätze herausgegeben, welche die Institute bis zum 31. Mai 2017 kommentieren können (vgl. hierzu unseren Blogbeitrag vom 6. April 2017).

EZB-Leitfaden für non-performing loans (NPLs)

Die EZB hat am 20. März 2017 die finale Fassung des Leitfadens zum Umgang mit notleidenden Krediten (non-performing loans – NPL) veröffentlicht. Darin stellt sie die aufsichtlichen Erwartungen, aber auch Best Practices zum Umgang mit NPL dar.
Die Umsetzung in den Instituten wird entsprechend dem Grundsatz der Proportionalität und mit der gebotenen Dringlichkeit erwartet.

EBA Recovery Planning – Comparative Report on Recovery Options

Mit der Implementierung der BRRD (Bank Recovery and Resolution Directive) im Januar 2015 steht die Sanierungsplanung auf der Agenda der großen europäischen Banken. Zur Unterstützung dieser hat die EBA (European Banking Authority) ihre vierte vergleichende Studie durchgeführt und die Ergebnisse am 1. März 2017 in ihrem Report mit dem Titel „EBA Recovery Planning – Comparative Report on Recovery Options“ veröffentlicht.

Zukünftige Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit, des ICAAP und des ILAAP – Ein Tapetenwechsel?

Am 20. Februar 2017 hat die EZB-Bankenaufsicht ihre ersten Überlegungen bezüglich eines mehrjährigen Projekts zur Entwicklung umfassender SSM-Leitfäden zum ICAAP und ILAAP für bedeutende Institute veröffentlicht. Im Zuge dessen hat die EZB detaillierte ICAAP- und ILAAP-Grundsätze herausgegeben, welche die Institute bis zum 31. Mai 2017 kommentieren können. Auf Basis dieser Überlegungen und der SREP-Erfahrungen aus 2017 plant die EZB Anfang 2018 einen überarbeiteten Entwurf zur Konsultation zu stellen.

EZB Stresstest 2017 – Sensitivitätsanalyse des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch (Interest Rate Risk in the Banking Book, IRRBB)

Zinsänderungsrisiken im Bankbuch sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld aufgrund ihrer potenziellen Wirkung auf die Ertrags- und Kapitalbasis in den Fokus der Aufsicht gerückt. Entsprechend haben sowohl die EBA (European Banking Authority) als auch das BCBS (Basel Committee on Banking Supervision) bereits Richtlinien zur Abbildung von Zinsänderungs­risiken veröffentlicht (EBA/GL/2015/08 sowie BCBS 368).

Allgemeinverfügung der BaFin zur Festlegung von Kapitalzuschlägen für Zinsänderungsrisiken finalisiert

Die BaFin hat am 23. Dezember 2016 ihre vorab konsultierte Allgemeinverfügung zur Unterlegung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch mit regulatorischen Eigenmitteln final veröffentlicht. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unseren Blogbeitrag vom 14. November 2016.

Bilaterale Besicherungspflicht für nicht über CCP gehandelte OTC-Derivate

Mit dem RTS (ESA 2016/23) für „Risk Mitigation Techniques for OTC derivative contracts not cleared by a central counterparty“ wird der Austausch von Initial und Variation Margins für bestimmte nicht über CCP gehandelter OTC-Derivate verpflichtend. Die Verpflichtung bezieht sich ausschließlich auf Neugeschäfte und gilt sowohl für Kreditinstitute als auch für Großunternehmen (Corporates) ab bestimmten Schwellenwerten.

Finale „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ veröffentlicht!

Am 3. November 2016 hat die Europäische Bankenaufsicht (EBA) die finale Fassung der „Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes“ (EBA/GL/10/2016) veröffentlicht. In diesem Papier wird die Informationsbasis konkretisiert, anhand derer die Aufsicht die Zuverlässigkeit der bankinternen Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit des internen Kapitals (ICAAP) und der internen Liquidität (ILAAP) im Rahmen des Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) bewerten sollte.