Kategorie: Sanierungs- und Abwicklungsplanung

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EBA Recovery Planning – Comparative Report on Recovery Options

Mit der Implementierung der BRRD (Bank Recovery and Resolution Directive) im Januar 2015 steht die Sanierungsplanung auf der Agenda der großen europäischen Banken. Zur Unterstützung dieser hat die EBA (European Banking Authority) ihre vierte vergleichende Studie durchgeführt und die Ergebnisse am 1. März 2017 in ihrem Report mit dem Titel „EBA Recovery Planning – Comparative Report on Recovery Options“ veröffentlicht.

Interview zum Stand der Umsetzung der BRRD-Richtlinie und BRRD-Poster

Im Frühjahr 2014 hat die Europäische Union eine neue Bankensanierungs- und Abwicklungsrichtlinie verabschiedet, die Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD). Diese wurde in Deutschland mit Wirkung zum 1. Januar 2015 in deutsches Recht umgesetzt. Als Reaktion auf die Finanzkrise im Jahr 2008 beinhaltet diese Regulierung eine Reihe von Maßnahmen, um die Stabilität des Finanz- und Bankdienstleistungssektor sicherzustellen. Jedoch nicht alle Länder haben die BRRD bisher in nationales Recht umgewandelt und werden deshalb nun vom europäischen Gerichtshof verklagt.

In einem Interview berichten Stephan Lutz, Partner Financial Services Risk & Regulation und Stefan Linder, Senior Manager, Financial Services Deals & Restructuring über die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Richtlinie und ihrem Besuch in Polen, einem der angeklagten Länder.

PSI-Methode von BaFin und Bundesbank klassifiziert zusätzliche Institute als potenziell systemgefährdend

In einem Artikel im BaFin-Journal hat die BaFin darauf hingewiesen, dass erstmals 37 deutsche Kreditinstitute als potenziell systemgefährdend identifiziert wurden und künftig zusätzliche aufsichtliche Anforderungen erfüllen müssen[1]. Neben den bereits bestehenden Verfahren zur Identifizierung von G-SRIs (global systemrelevanten Instituten) und  A-SRIs (anderweitig systemrelevanten Instituten) beruht diese Einstufung auf der von BaFin und Bundesbank gemeinsam entwickelten PSI-Methode zur Bestimmung potentiell systemgefährdender Institute.

Vergleich von Sanierungsplänen hinsichtlich Belastungsszenarien

Am 8. Dezember 2015 hat die EBA die Ergebnisse einer vergleichenden Studie der Belastungsszenarien verschiedener Sanierungspläne von Kreditinstituten („Recovery planning Comparative report on the approach taken on recovery plan scenarios“) vorgelegt. Die EBA untersucht in dieser Analyse die Ansätze zur Auswahl und Beschreibung der Szenarien, die Auswirkungen der Szenarien auf die Institute sowie das Vorgehen, wie die Banken die Durchführbarkeit und die Plausibilität der eingesetzten Handlungsoptionen in den jeweiligen Szenarien beurteilen. Im Ergebnis zeigen sich viele gute Ansätze, jedoch auch einige Lücken, die noch in den Sanierungsplänen enthalten sind.

Sanierungs- und Abwicklungsplanung – Anforderungen der Aufsicht steigen

Die Anforderungen an die Sanierungs- und Abwicklungsplanung werden weiter ergänzt. Neben dem am 1. Januar 2015 in Kraft getretenen SAG (Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) veröffentlicht die EBA laufend weitere Guidelines und Technische Standards zur Sanierungs- und Abwicklungsplanung. Auf die Institute hat dies folgende wesentliche Auswirkungen:

Qualitative und quantitative Indikatoren in Sanierungsplänen (EBA Konsultationspapier)

Die BaFin hat mit den Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen (MaSan) bereits am 25.April 2014 auf der Grundlage der §§ 47 und 47a KWG einen flexiblen und praxisnahen Rahmen für die Ausgestaltung von Sanierungsplänen geschaffen.

Neben diesen auf nationaler Ebene einschlägigen Normen werden durch die European Banking Authority (EBA) ebenfalls Regelungen erarbeitet, welche die Anforderungen an Sanierungspläne auf europäischer Ebene kodifizieren. Zielstellung dieser Veröffentlichungen ist es, einen einheitlichen Rahmen für die in der Richtlinie 2014/59/EU (Bank Recovery and Resolution Directive) verankerten gesetzlichen Regelungen zu definieren. In diesem Zusammenhang wurden bereits einzelne Technical Standards und Guidelines veröffentlicht, welche u.a. die in einem Sanierungsplan darzustellenden wesentlichen Inhalte und Informationen (Final Draft EBA/RTS/2014/11) sowie Anforderungen an die in den Sanierungsplänen darzustellenden Szenarien (EBA/GL/2014/06) regeln.

Am 26.September 2014 wurde von Seiten der EBA nunmehr ein Konsultationspapier publiziert (EBA/CP/2014/28), welches Normen zu den in einem Sanierungsplan festzulegenden qualitativen und quantitativen Indikatoren umfasst. Darin wird gefordert, dass Institute mindestens Indikatoren für die Risikodimensionen Kapital, Liquidität, Profitabilität und Asset Quality festzulegen haben. Daneben sollten auch „market based indicators“ sowie „macroeconomic based indicators“ bestimmt werden, sofern diese für das Risikoprofil, die Rechtsstruktur oder in Bezug auf die Institutsgröße relevant sind.