Allgemeinverfügung der BaFin zur Festlegung von Kapitalzuschlägen für Zinsänderungsrisiken finalisiert

Die BaFin hat am 23. Dezember 2016 ihre vorab konsultierte Allgemeinverfügung zur Unterlegung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch mit regulatorischen Eigenmitteln final veröffentlicht. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unseren Blogbeitrag vom 14. November 2016.

Im Vergleich zu dem im November vorgestellten Konsultationsentwurf ergaben sich dabei in der finalen Fassung keine signifikanten Änderungen.

Grundlage der Berechnung der Zinsänderungsrisiken ist der Baseler Zinsschock gemäß BaFin-Rundschreiben 11/2011. Analog zur Ermittlung des Zinsschocks ist die Berechnung des Kapitalzuschlags quartalsweise durchzuführen und zukünftig kontinuierlich im Rahmen der regulatorischen Eigenkapitalmeldungen zu berücksichtigen.

Nach Punkt 5 der Allgemeinverfügung ist der individuelle Eigenmittelzuschlag erstmalig zum nächsten Meldestichtag des aufsichtlichen Zinsschocks per 31. Dezember 2016 zu ermitteln. Nächster Meldetermin für die im Rahmen der Finanzinformationen quartalsweise zu meldenden Ergebnisse des Zinsrisikoschocks ist gemäß § 3 Abs. 2 FinaRisikoV der 20. Geschäftstag des auf den Berichtszeitraum folgenden Kalendermonats, d.h. für den Stichtag 31. Dezember 2016 Ende Januar 2017. Damit ist unseres Erachtens auch der für das Zinsänderungsrisiko individuell ermittelte Kapitalzuschlag bereits erstmalig in der COREP-Meldung zum Stichtag 31. Dezember 2016 anzusetzen.

Sollte sich dabei eine Kapitalunterdeckung ergeben, so ist dies zeitnah der BaFin und der Deutschen Bundesbank mitzuteilen.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals auf den aus unserer Sicht temporären Charakter dieser Allgemeinverfügung hinweisen, da diese nur für diejenigen Institute Gültigkeit erlangt, für die die BaFin im Rahmen des Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) bislang noch keine zusätzlichen Eigenmittelanforderungen festgelegt hat. Unabhängig davon sind die Zinsänderungsrisiken sowohl bei der Festlegung der SREP-Kapitalanforderungen als auch bei der von der BaFin angekündigten Neuauflage der Niedrigzinsumfrage eine wichtige Einflussgröße, so dass sich wegen des wachsenden aufsichtlichen Interesses eine kritische Analyse der Methodik und der Qualität des Zinsrisikomanagements empfiehlt.

 

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