EBA-Roadmap zur Weiterentwicklung des SREP

Im April 2017 wurde von der EBA eine Roadmap zur Weiterentwicklung des SREP vorgelegt. Detaillierte Konsultationspapiere dazu sollen im 2. Halbjahr 2017 folgen. Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick über die von der Aufsicht geplanten Anpassungen geben.

Seit Vorlage der EBA SREP-Leitlinien im Dezember 2014 konnte die Aufsicht umfangreiche Erfahrungen in deren praktischer Anwendung sammeln. Diese Erfahrungen sowie auch die grundsätzliche Weiterentwicklung der Ansätze, Methoden und Verfahren machen aus Sicht der Aufsicht eine thematische Überarbeitung der SREP-Leitlinien erforderlich. Die überarbeiteten SREP-Leitlinien sollen dabei nach der Durchführung eines Konsultationsprozesses teilweise bereits im Rahmen des SREP 2018 zur Anwendung kommen.

Folgende Leitlinien der EBA sollen im Kontext der SREP-Weiterentwicklung geändert werden:

  • SREP-Leitlinien vom 19. Dezember 2014, (EBA/GL/2014/13 );
  • Leitlinien zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch vom 22. Mai 2015, (EBA/GL/2015/08);
  • Leitlinien zum Stresstesting (Konsultationspapier vom 18. Dezember 2015 noch nicht finalisiert), (EBA/CP/2015/28).

Thematisch stehen im Rahmen der Überarbeitung insbesondere das Stresstesting, die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch sowie Klarstellungen zu den SREP-Scores und dem Zusammenspiel der SREP-Beurteilungsfelder im Vordergrund.

In der aktuell vorliegenden Roadmap betont die EBA die enge Verzahnung der aufsichtlichen Stresstests mit der im Rahmen des SREP 2016 erstmals festgelegten Eigenmittelempfehlung („Pillar 2 Guidance“ bzw. „P2G“). Dabei geht die EBA insbesondere auf die wesentlichen Charakteristika der P2G ein. Diesbezüglich hatte bereits die EZB im Rahmen des SREP 2016 umfangreiche Erklärungen zur Einordnung und zur Funktionsweise der P2G gegeben (wir verweisen auf unseren Blog-Beitrag vom 11. Oktober 2016), welche sich nun hier in der EBA-Roadmap wiederfinden. Es ergeben sich dennoch im Detail zwei interessante Punkte, die insbesondere in Bezug auf die Klarheit der Darstellung auch über die bisher von der EZB kommunizierten Inhalte hinausgehen:

  • So führt die EBA aus, dass die P2G – analog zum BaFin-SREP – mit dem Kapitalerhaltungspuffer (capital conservation buffer) sowie im Einzelfall auch mit dem antizyklischen Puffer (countercyclical capital buffer) verrechnet werden kann. Eine Verrechnung mit den weiteren Puffern für systemrelevante Institute (O-SII, G-SII) oder dem Puffer für systemische Risiken ist nicht möglich.
  • Die P2G-Anforderungen sollen im Kapitalplanungsprozess, im Rahmen der Festlegung des Risikoappetits sowie auch bei der Sanierungsplanung (als Frühwarnindikator) berücksichtigt werden. Hier ergeben sich insbesondere Interdependenzen zu den geplanten Änderungen bei der Risikotragfähigkeit bzw des ICAAPs (wir verweisen auf unseren Blog-Beitrag vom 6. April 2017).

Die EBA betont darüber hinaus insbesondere nochmals, dass die P2G von den betroffenen Instituten nicht offenzulegen ist.

Die bisher in den im Entwurf vorliegenden Stresstest-Leitlinien enthaltenen Maßgaben zur aufsichtlichen Beurteilung der von den Instituten durchgeführten Stresstests sollen in diesem Zusammenhang in die SREP-Leitlinien überführt werden.

Auch sollen die erst 2015 finalisierten Leitlinien zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch in einigen nachfolgend genannten Punkten an die 2016 aktualisierten Vorgaben des Basler Ausschusses angepasst werden (BCBS 368):

  • Definitorische Klarstellungen mit Scope-Erweiterung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch um die Credit Spread Risiken;
  • Parameteranpassungen beim standardisierten Zinsrisikoschock;
  • Aktualisierung der Standard-Szenarien zur Quantifizierung der Zinsänderungsrisiken;
  • Aktualisierung der Anforderungen zur Internen Governance.

Fazit

Die vorliegende Roadmap der EBA zur Weiterentwicklung des SREP gibt erste Anhaltspunkte, auf welchen Themen zukünftig der Fokus der Aufsicht liegen wird. Gleichzeitig lassen sich aus der Roadmap seitens der betroffenen Banken Erwartungen der Aufsicht an die institutsindividuelle Ausgestaltung des Risikomanagements ableiten. Dabei steht nicht zuletzt – auch und insbesondere im Hinblick auf die von der EZB mehrfach genannten Prioritäten – die Ausgestaltung, die Qualität und die Ergebnisse des ICAAP als Ausgangspunkt für die Festlegung der SREP-Kapitalzuschläge im Fokus des aufsichtlichen Interesses.

Abzuwarten bleibt, wie die nun skizzierten Punkte in den für das zweite Halbjahr 2017 avisierten Konsultationspapieren im Detail ausgestaltet werden.

Haben Sie weitere Fragen oder sehen Sie Diskussionsbedarf? Wir stehen Ihnen hierbei gerne zur Seite.

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