EZB veröffentlicht SREP Methodology Booklet 2016

Im Dezember 2016 wurde von der EZB die aktualisierte Version ihres SREP Methodology Booklet veröffentlicht. Neben Informationen zum methodischen Vorgehen der EZB bei der Ableitung der SREP-Scores werden darin auch die aggregierten Ergebnisse aus dem SREP 2016 dargestellt.

Erstmalig wurden von der EZB Informationen zur Verteilung der SREP-Scores auf die vier Beurteilungsstufen sowie die durchschnittliche CET1-Kapitalanforderung (inklusive P2R und P2G) bezogen auf den SREP-Score veröffentlicht. Offensichtlich ist dabei, dass die weit überwiegende Anzahl der Institute von der EZB mit einem SREP-Score von 2 oder 3 beurteilt wurde.

Wenig überraschend ist auch, dass die durchschnittliche CET1-Kapitalanforderung positiv mit dem SREP-Score korreliert ist und eine schlechtere Einstufung im SREP mit einer entsprechend höheren Kapitalanforderung einhergeht. Dabei führt der Anstieg des SREP-Scores um eine Beurteilungsstufe zu einem durchschnittlichen Anstieg der CET1-Kapitalanforderung um ca. 1%.

  

Weiterhin wurden von der EZB auch die Durchschnittswerte der unterschiedlichen CET1-Kapitalbestandteile bekannt gegeben, so auch Durchschnittswerte für den P2R-Zuschlag und für den 2016 neu eingeführten P2G-Kapitalzuschlag.

Informationen zu den Bandbreiten der P2R- und P2G-Kapitalzuschläge wurden von der EZB bis dato nicht veröffentlicht. Die Bandbreite der uns bisher aus unserer beruflichen Praxis bekannten Kapitalzuschläge liegt zwischen 0,5% und 2,25% für die P2R-Kapitalanforderung und zwischen 1,0% und 2,5% für die P2G-Kapitalanforderung.

Neben den Kapitalzuschlägen hat die EZB bei einigen Banken auch zusätzliche Anforderungen zur Liquiditätsausstattung festgelegt. Diese betreffen z.B. die LCR sowie qualitative Anforderungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Risikoprofil der geprüften Bank.

Fazit

Die Anforderung der EZB an das harte Kernkapital aus dem SREP 2015 und 2016 bleiben auf aggregierter Ebene annähernd konstant. Nach Einschätzung der EZB sollte daran auch die sukzessive weitere Erhöhung des Kapitalerhaltungspuffers auf 2,5% bis 2019 nichts ändern, da im Gegenzug die P2G-Anforderung bei ansonsten gleichem Risikoprofil reduziert wird.

Neben einem Benchmarking der eigenen SREP-Resultate auf die nun veröffentlichten, aggregierten Ergebnisse empfehlen wir betroffenen Banken auch eine Analyse des methodischen Vorgehens der EZB im SREP. Hieraus lassen sich Erwartungen der EZB-Aufsicht an die Ausgestaltung des Risikomanagements und damit ggf. auch Anknüpfungspunkte zur Verbesserung des eigenen SREP-Scores ableiten.

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