Solvency II Blog

Delegierte Rechtsakte (Level 2) in Kraft getreten

Die Delegierten Rechtsakte (Delegierte Verordnung (EU) 2015/35) wurden am 17. Januar 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Gemäß Art. 381 DA treten die Vorschriften am Tag nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, somit zum 18. Januar 2015.

Zuvor wurden die Delegierten Rechtsakte (Delegated Acts, DA, Level 2) in der Fassung vom 10. Oktober 2014 dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat vorgelegt (siehe Blog-Beitrag vom 10. Oktober 2014) und von diesen verabschiedet. Die finale Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union ist nun ein weiterer wichtiger Schritt mit Blick auf das Inkrafttreten von Solvency II zum 1. Januar 2016 sowie für die schrittweise Einführung der Solvency II-Vorschriften ab 1. April 2015.

EIOPA veröffentlicht im Rahmen der Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL (Solvency II) eine Navigationshilfe für das Reporting Package

Wie bereits im Blog-Artikel vom 5. Dezember 2014 berichtet hat EIOPA am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet. Ein wesentlicher Bestandteil der Konsultation sind das ITS CP-14/052 und CP-14/055. Diese beinhalten alle aktualisierten sowie neuen QRTs. Am 19. Dezember 2014 veröffentlichte EIOPA darüber hinaus Erläuterungen zu den Änderungen der QRTs („Navigation through the Solvency II reporting and disclosure package, Note accompanying the public consultation on the GL and ITS“).

Insgesamt gibt es zwei wesentliche Neuerungen im Hinblick auf den bereits bekannten QRT Reporting Umfang:

EZB veröffentlicht Verordnung über die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften

Am 20. Dezember 2014 hat die Europäische Zentralbank die Verordnung über die statistischen Berichtspflichten der Versicherungsgesellschaften (EZB/2014/50) veröffentlicht. Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Damit ist die EZB befugt, statistische Daten mit Unterstützung der nationalen Zentralbanken (NZBen) von Versicherungsgesellschaften in den Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist (nachfolgend die “Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets”), zu erheben. Die monetären und finanziellen Statistiken sollen es der EZB ermöglichen, regelmäßige sowie ad-hoc Analysen durchzuführen und damit zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen.

IAIS startet öffentliche Konsultation zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (ICS)

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) veröffentlichte am 17. Dezember 2014 ein Konsultationspapier zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (Risk-based Global Insurance Capital Standard (ICS)). Die Entwicklung eines solchen war von IAIS bereits am 9. Oktober 2013 angekündigt worden (siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013).

Als Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) soll mit dem ICS ein Minimum-Kapitalstandard für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) etabliert werden. Ziel dieses Konsultationspapiers ist es, Regelungen für die Standardmethoden zur Ableitung der Kapitalanforderungen, für Bewertungsansätze und anrechenbare Eigenmittel zu definieren.

Solvency II Newsletter Nr. 7, Dezember 2014

Wir freuen uns, Sie mit der siebten Ausgabe unseres interaktiven Solvency II-Newsletters über die aktuellen Solvency II-Diskussionen zu informieren.

Auch in diesem Newsletter greifen wir wieder Schwerpunkte auf, die sich aus der Praxis im aktuellen Umfeld und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II-Entwicklungen in 2014: mit voller Fahrt voraus!“
  • Solvabilitätsübersicht & Eigenmittel: „Pflichten des Abschlussprüfers“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die Implementierung der künftigen Säule II-Anforderungen in nationales Recht“
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „VAG-Novelle: Auswirkungen auf die Berichterstattung“

BaFin-Verlautbarung zu Themenblock 10 „Beurteilung der kontinuierlichen Einhaltung der gesetzlichen Kapitalanforderungen und der Anforderungen an die versicherungstechnischen Rückstellungen“

Am 10. Dezember 2014 (zuletzt geändert am 15. Dezember 2014) hat die BaFin im Rahmen der Dialog- und Verlautbarungsphase zur Vorbereitung auf Solvency II die angekündigte Verlautbarung des Themenblocks 10 „Beurteilung der kontinuierlichen Einhaltung der gesetzlichen Kapitalanforderungen und der Anforderungen an die versicherungstechnischen Rückstellungen“ veröffentlicht.

Die Unternehmen sind ab 1. Januar 2016 verpflichtet, nicht nur tatsächliche, sondern auch voraussichtliche Unterschreitungen der Solvabilitätskapitalanforderungen (SCR) und Mindestkapitalanforderung (MCR) bei der Aufsichtsbehörde anzuzeigen. Außerdem ist die Beurteilung der gesetzlichen Kapitalanforderungen und der Anforderungen an die versicherungstechnischen Rückstellungen so durchzuführen, als müssten die Anforderungen bereits aktuell eingehalten werden.

BaFin veröffentlicht die Konkretisierung zur Verlautbarung des Themenblocks 6 ,,Interne Kontrollen und Interne Revision“

Am 3. Dezember 2014 hat die BaFin im Rahmen der Dialog- und Verlautbarungsphase zur Vorbereitung auf Solvency II die angekündigte Konkretisierung zur Verlautbarung des Themenblocks 6 ,,Interne Kontrollen und Interne Revision“ veröffentlicht. Gegenüber der Verlautbarung zu Themenblock 6 vom 9. Juli 2014 (siehe Blog-Beitrag vom 21. Juli 2014) enthält die Konkretisierung insbesondere weitere Ausführungen zum Aufgabenbereich der Compliance Funktion als Folge des im Oktober 2014 gehaltenen Austauschs zwischen Vertretern des GDV, des PKV-Verbandes sowie Vertretern der Landesaufsichtsbehörden und der BaFin.

EIOPA startet Konsultationsphase zu Set 2 der ITS und GL zu Solvency II

EIOPA hat, wie angekündigt (vgl. Blog-Artikel vom 25. November 2014), am 2. Dezember 2014 die Konsultationsphase zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II gestartet.

Die bereits finalen ITS und GL aus Set 1 gehen auf die Anforderungen an einen risikoorientierten Genehmigungsprozess unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips ein (vgl. Blog-Artikel vom 11. November 2014). Dieses zweite Paket (Set 2) umfasst nun weitere ITS und GL mit umfangreichen Anforderungen zu Säule 1 (quantitative Anforderungen), Säule 2 (qualitative Anforderungen) und Säule 3 (Anforderungen an die Berichterstattung). Die Inhalte der Dokumente haben wir in der folgenden Tabelle kurz umrissen:

EIOPA veröffentlicht Abschlussbericht des Stresstests 2014

Am 30. November 2014 veröffentlichte EIOPA den Abschlussbericht mit Ergebnissen zum Stresstest 2014. Ziel des EIOPA-Stresstests war es, die Auswirkungen von unterschiedlichen Stressszenarien (gebündelt in zwei Modulen) auf die Eigenmittelausstattung europäischer Versicherungsunternehmen zu testen sowie die Methoden zur Berechnung von Solvency Capital Requirement (SCR) und regulatorischen Eigenmitteln nach Solvency II weiter zu erproben. Stichtag für diese Berechnungen ist der 31.12.2013.

Für die deutschen Lebensversicherer war der EIOPA-Stresstest nach der von der BaFin durchgeführten „Vollerhebung Leben“ bereits die zweite Proberechnung innerhalb kurzer Zeit.

Der EIOPA-Stresstest besteht im Wesentlichen aus zwei Modulen (Kernmodul und Modul Niedrigzinsumfeld) mit jeweils einem Basisszenario sowie zwei Stressszenarien.

Ankündigung zur öffentlichen Konsultation von EIOPA zu Set 2 der ITS und GL

Im Dezember 2014 plant EIOPA den Start der öffentlichen Konsultation bis Februar 2015 zu Set 2 der Implementing Technical Standards (ITS) und Guidelines (GL) zu Solvency II.

Das Set 2 der ITS soll die Erkenntnisse aus der Vorbereitungsphase, aus der Umsetzung durch die Aufsichtsbehörden und dem Dialog mit Stakeholdern berücksichtigen. EIOPA hat bereits einige inhaltliche Aspekte zu Set 2 der ITS angekündigt. Ein wesentlicher Bereich der ITS betrifft die nachfolgenden Themen hinsichtlich der Berichterstattung: