BaFin aktualisiert Merkblatt zum Berichtswesen

Mit Inkrafttreten des Solvency II Regimes hat die BaFin am 19. Januar 2016 ein aktualisiertes Merkblatt zum Berichtswesen veröffentlicht, welches ab diesem Jahr Anwendung findet und somit das am 16. Oktober 2015 veröffentlichte Merkblatt (siehe auch Blog-Beitrag vom 23. Oktober 2015) ablöst. Formelle Änderungen betreffen hauptsächlich die Berücksichtigung der finalen veröffentlichten technischen Durchführungsstandards (Implementing Technical Standards – ITS). Des Weiteren wurden Hinweise aus der Vorbereitungsphase zu Solvency II, welche auch zum Start des Aufsichtsregimes von Bedeutung sind, in das aktualisierte Merkblatt eingearbeitet.

Zusätzlich zu den formellen Änderungen hat die BaFin auch inhaltliche Änderungen in dem aktualisierten Merkblatt zur Berichterstattung vorgenommen. Diese beziehen sich inhaltlich auf die Befüllung der Quantitative Reporting Templates (QRTs) und die Inhalte des Regular Supervisory Reports (RSR).

Enthalten sind konkret ergänzende Hinweise in der Beschreibung zur Meldung der TP-NL QRTs S.21.01 (Risikoprofil der Verlustverteilung) und S.21.03 (Verteilung der NL-versicherungstechnischen Risiken – nach Versicherungssumme) welche folgend kurz beschrieben werden.

S.21.01 Risikoprofil der Verlustverteilung

In diesem QRT werden Schäden nach zwei möglichen verschiedenen Methoden eingeteilt. Versicherungsunternehmen können Schäden in fünf vorgegebene und somit festgelegte Schadenaufwandklassen einteilen, oder unternehmensindividuelle Schadenaufwandklassen verwenden. Mit der Aktualisierung des Merkblattes gibt die BaFin den zusätzlichen Hinweis, dass falls die fünf vorgegebenen Basisoptionen zur Einteilung der Schäden genutzt werden, diese so gewählt werden, dass ein möglichst guter Einblick in die Verteilung der Schadenaufwendungen gewonnen wird.

S.21.03 Verteilung der NL-versicherungstechnischen Risiken – nach Versicherungssumme

Analog zu den Ergänzungen in der Beschreibung des QRTs S.21.01 wurde auch die des QRT S.21.03 angepasst. Demnach sollen Unternehmen individuelle Stufen verwenden, wenn diese die Einsicht in die Risiken verbessern. Unternehmensindividuelle Intervalle müssen der BaFin vorab mitgeteilt werden.

Regular Supervisory Report (RSR)

Bezüglich der inhaltlichen Änderungen im RSR wurden hauptsächlich die Anforderungen aus der Vorbereitungsphase übernommen. Zusammengefasst sind dies die Folgenden:

  • Bezüglich des Empfängerhorizonts sollte die Sachkunde der Empfänger berücksichtigt werden. Jegliche Erklärungen, welche in Geschäftsberichten üblich sind, können als bei der Aufsichtsbehörde bekannt angesehen werden.
  • Nicht erforderliche Angaben (weil nicht vorhanden) müssen als diese aufgenommen werden. Beispiel: „Es liegen keine gruppeninternen Ausgliederungen vor“.
  • Das Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan (VMAO) kann je nach Kontext Vorstand, Aufsichtsrat oder beide Organe bezeichnen.
  • Angaben zur Aufgabenverteilung und Delegation müssen ausreichend detailliert dargestellt sein, damit seitens der BaFin eingeschätzt werden kann, ob eine Funktionstrennung im Unternehmen sichergestellt wird.
  • Bei Angaben zur fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit gem. Art. 308 DVO ist nicht nur eine Liste der Personen in Schlüsselfunktionen, sondern auch möglicher anderer Schlüsselaufgaben vorzulegen (Name d. Person und Aufgabe/Funktion). Bei Ausgliederung von Schlüsselfunktionen ist der Ausgliederungsbeauftragte anzugeben.
  • Informationen der Leitlinien und Prozesse, welche die ausreichende Qualifikation von Personen sicherstellen, müssen zusammengefasst und die hierfür eingerichteten Prozesse kurz beschrieben werden.
  • Die Dokumentation zur Einhaltung der unternehmerischen Vorsicht erfordert Angaben zur Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des gesamten Kapitalanlage-Portfolios. Auch eine angemessene Mischung und Streuung innerhalb des Portfolios muss vorhanden und dokumentiert sein. Hierbei sind insbesondere Angaben zu internen quantitativen Obergrenzen erforderlich. Bei der Nutzung Derivater Finanzinstrumente muss dargestellt werden, in welcher Weise diese der Risikominderung dienen bzw. das Portfoliomanagement effizienter gestalten.

 

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