Neue Prüfungsberichteverordnung (PrüfV) – Änderungen zum Referentenentwurf

Am 31. Juli 2017 wurde die Prüfungsberichteverordnung (PrüfV) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht (vgl. auch Blog-Beitrag vom 1. August 2017). Die neue Verordnung ist seit 1. August 2017 in Kraft. Die Inhalte des Referentenentwurfs der Prüfungsberichteverordnung (PrüfV-E) vom 13. Juli 2016 wurden dabei weitestgehend übernommen. In Bezug auf die Berichte zur Prüfung der Solvabilitätsübersicht wurden folgende inhaltliche Änderungen im Vergleich zum Referentenentwurf vorgenommen:

  • Zusammenfassende Feststellung und Prüfungsvermerk
    In einer zusammenfassenden Feststellung ist zu bewerten, in welcher Weise sich die genutzten Ermessensspielräume auf die Höhe des Überschusses der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten insgesamt und in den wesentlichen Fällen auswirken. Im Prüfungsvermerk hat der Prüfer zudem die wesentlichen Feststellungen zusammenzufassen.
  • Angemessenheit von Vereinfachungen
    Die im Referentenentwurf vorgesehene Pflicht zur Prüfung der Angemessenheit von Vereinfachungsmethoden bei der Bewertung wird durch die nun geregelte Pflicht zur Beurteilung, ob das Unternehmen die Eignung dieser Vereinfachungsmethoden angemessen einschätzt, präzisiert.
  • Berichte unabhängiger Sachverständiger
    Die Anforderung, dass Berichte von Sachverständigen über die Prüfung des Bewertungsmodells für die versicherungstechnischen Rückstellungen öffentlich zugänglich sein müssen, entfällt. Die Pflicht diese Berichte in gedruckter bzw. elektronischer Form vorzuhalten wurde indes übernommen.
  • Datenqualität
    Die explizite Pflicht des Prüfers zur Beurteilung der Vollständigkeit, Exaktheit und Angemessenheit der bei der Erstellung der Solvabilitätsübersicht verwendeten Eingangs- und Ausgangsdaten wurde nicht in die Prüfungsberichteverordnung aufgenommen. Unverändert besteht jedoch die Pflicht zur Darstellung und Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit der der Vorkehrungen zur Sicherstellung der Integrität, Authentizität und Verfügbarkeit der aufsichtlich relevanten Daten.

Weitere Änderungen betreffen im Wesentlichen redaktionelle Anpassungen.

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