Kategorie: Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung

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BaFin veröffentlicht erste Erkenntnisse aus dem Solvency II Berichtswesen

Am 9. Juni 2017 hat die BaFin eine erste Auswertung der Solvency II Jahreszahlen aus den quantitativen Formularen (QRTs), dem Bericht über Solvabilität und Finanzlage (SFCR) und dem regelmäßigen Aufsichtsbericht (RSR) der Versicherungsunternehmen veröffentlicht.

Diese ergab, dass alle Versicherer ihre Solvenzkapitalanforderungen erfüllen können, wobei einige auf die Anwendung von Übergangsmaßnahmen angewiesen waren. Die durchschnittliche Bedeckung der Kapitalanforderungen über alle Sparten liegt bei 330 %. Die folgende Tabelle zeigt die Erkenntnisse je Branche (graue Felder = keine Angaben):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund des größeren Stichprobenumfangs konkretisieren die Daten die ersten Erkenntnisse, welche wir auf Basis der SFCR in unserem Blog-Beitrag vom 29. Mai 2017 veröffentlicht haben. Die grundsätzliche Tendenz der SCR-Quoten nach Sparten und die relativen Verteilungen des SCR auf die Risikokategorien werden hierdurch bestätigt. Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren. Die BaFin wird ebenfalls detailliertere Auswertungen Anfang Juli 2017 veröffentlichen.

 

EIOPA veröffentlicht Entwurf zur Taxonomie V2.2.0 für das Solvency II Reporting

Am 01. Juni 2017 veröffentlicht EIOPA einen Entwurf (sog. Public Working Draft) für die Taxonomie 2.2.0 und bittet um Kommentare bis zum 30. Juni 2017. Dieses Release ist die Weiterentwicklung der Taxonomie V2.1.0 vom Juli 2016. Eine finale Version der Taxonomie 2.2.0 soll Mitte Juli 2017 veröffentlicht werden. Diese soll dann für alle Meldeanlässe ab dem Referenzdatum 31.12.2017 Anwendung finden.

Die Veröffentlichung unterteilt sich in die folgenden Themenblöcke:

Draft List of Validations

Im Vergleich zu den bereits bestehenden Validierungsregeln aus Taxonomie 2.1.0 sind insgesamt 20 Validierungsregeln neu aufgenommen und 13 Validierungen gelöscht worden. Von den 20 neuen Validierungen bezieht sich insgesamt 13 auf Cross-Validierungen zwischen QRT S.05.01 (Premium Claims and Expenses by Line of Business) und S.26.05 (Solvency Capital Requirement – Non-Life underwriting risk). Darüber hinaus sind 6 übergreifende Validierungen für alle Templates und eine Cross-Validierung zwischen QRT S.02.01 (Balance Sheet) und S.06.02 (List of Assets) aufgenommen worden. Damit umfasst die Liste an Validierungen aktuell insgesamt 928 Checks.

Change Log

Das Change Log bietet eine detaillierte Übersicht über die vorgenommenen Änderungen im Datenmodell (Data Point Model) z.B. Hierarchien oder Metriken, sowie Änderungen der QRTs, welche auf Zellebene dokumentiert sind.

Die folgenden Änderungen sind hierbei insbesondere hervorzuheben:

  • Die Entry Points .21 und .22, die den jährlichen Public Disclosure QRTs (Solo & Gruppe) zugeordnet sind, wurden in der Taxonomie ergänzt. Davon betroffen sind sieben QRTs, die in der nachfolgenden Tabelle dargestellt sind.
QRT Name .21 (Public Disclosure Solo) .22 (Public Disclosure Group)
Non-life insurance claims S.19.01.21
Impact of long term guarantees measures and transitionals S.22.01.21 S.22.01.22
Own Funds S.23.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Standard Formula S.25.01.21 S.25.01.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings using the standard formula and partial internal model S.25.02.21 S.25.02.22
Solvency Capital Requirement – for undertakings on Full Internal Models S.25.03.21 S.25.03.22
Undertakings in the scope of the group S.32.01.22

 

  • Der Entry Point .23 wurde von “adh” (Ad Hoc Reporting) zu “tep” (Technical Entry Point) umbenannt. Da dieser technische Entry Point keinem Berichtsanlass zugeordnet ist, soll auf diese Weise die Flexibilität in der Datenübertragung an die lokalen Aufsichtsbehörden (NCAs) erhöht werden (z.B. Meldung einzelner QRTs).
  • Darüber hinaus wurde Template „T.99.01.01“ in der QRT Übersicht ergänzt. Hierbei handelt es sich um einen „Technical Table“, der allen Berichtsanlässen zugeordnet ist und in Zukunft mit zu melden wäre. Die genaue Funktion dieses Templates geht aus der Veröffentlichung bisher noch nicht hervor.

Erste Erkenntnisse aus den veröffentlichten SFCR

Am 22. Mai 2017 haben die Versicherungsunternehmen zum ersten Mal seit Inkrafttreten von Solvency II ihre Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR) auf Ebene der Einzelunternehmen für das Geschäftsjahr 2016 auf den Unternehmensinternetseiten veröffentlicht (siehe auch Blog-Beitrag vom 22. Mai 2017). Damit sind detaillierte Informationen als bisher über die Solvenzkapitalanforderungen sowie die Auswirkungen der verwendeten Übergangsmaßnahmen öffentlich verfügbar.

Auf Basis einer Auswahl von jeweils zehn deutschen Lebens-, Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern haben wir eine erste Analyse der Solvabilitätsquoten, jeweils mit und ohne die verwendeten Übergangsmaßnahmen vorgenommen. In der gewählten Stichprobe kommt ein Internes Modell bei einem Lebens-, drei Kranken- und einem Schaden-/Unfallversicherer zur Anwendung. Ein weiterer Schaden-/Unfallversicherer nutzt ein partielles internes Modell. Alle übrigen Unternehmen berechnen ihre Solvabilitätskapitalanforderung mit der Standardformel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lebensversicherer in dieser Erhebung kamen auf eine Solvabilitätsquote von 341 % im Median, unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen (einschließlich Volatilitätsanpassung). Bei den Krankenversicherungen lag die Solvabilitätsquoten zum 31. Dezember 2016 im Median bei 444 %. Die Schaden-/Unfallversicherer erreichten eine Quote von 222 %. Bei keinem der jeweils zehn Kranken- und Schaden-/Unfallversicherern in dieser Erhebung finden Übergangsmaßnahmen Anwendung.

Zieht man zum Vergleich das EIOPA Risk Dashboard aus April 2017 (Basis: 4. Quartal 2016¹) heran, kann man feststellen, dass die deutschen Lebensversicherer in dieser kleinen Stichprobe eine deutlich höhere Solvabilitätsquote als ihre europäischen Wettbewerber (208 %) haben. Bei den Schaden-/Unfallversicherer verhält es sich umgekehrt: Hier haben die deutschen Unternehmen eine niedrigere Solvabilitätsquote als ihre europäische Vergleichsgruppe (259 %).

Von den zehn Lebensversicherungsunternehmen in dieser Auswertung nutzen acht Unternehmen Übergangsmaßnahmen: Die Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (Rückstellungstransitional) kommt bei sieben Unternehmen zur Anwendung; die Volatilitätsanpassung wenden acht Unternehmen an. Sechs Unternehmen verwenden sowohl die Übergangsmaßnahme für die versicherungstechnischen Rückstellungen als auch die Volatilitätsanpassung an. Die Übergangsmaßnahme bei Zinssätzen sowie Matching-Anpassungen werden von keinem Lebensversicherer verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Solvabilitätsquote der Lebensversicherer lag im Median bei 341 % unter Berücksichtigung aller Übergangsmaßnahmen. Ohne die Verwendung der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen (aber mit der Volatilitätsanpassung) sinkt der Median auf 150 %; ohne die Volatilitätsanpassung (aber unter Verwendung des Rückstellungstransitional) auf 292 %.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verteilung der Solvabilitätskapitalanforderung (ohne Diversifikationseffekte) zeigen sich, je nach der betriebenen Sparte, Unterschiede. In der Stichprobe wurden zur besseren Vergleichbarkeit nur Unternehmen, welche die Standardformel anwenden, berücksichtigt: Während die Lebens- und Krankenversicherer im (arithmetischen) Mittel mit rund 58 % am stärksten gegenüber dem Marktrisiko exponiert sind, so kommt es für die Nichtlebensversicherer mit 39 % nur an zweiter Stelle.

Die stärkste Exponierung liegt hier mit rund 52 % beim versicherungstechnischen Risiko vor.  Für die Krankversicherer macht es fast 35 % der Solvabilitätskapitalanforderung aus, bei den Lebensversicherern sind es 39 %. Das Gegenparteiausfall- sowie das operationelle Risiko sind für alle Sparten von untergeordneter Bedeutung, da sie nur einen Anteil von 0,5 % bis 6 % an der Solvabilitätskapitalanforderung haben.

Die ersten Erkenntnisse werden wir auf Basis einer ausgeweiteten Stichprobe und weiterer Kennzahlen detaillieren.

 

¹Jährliches und YE-Berichtswesen haben die gleiche Datenbasis, jedoch werden unter Umständen im vierteljährlichen Berichtswesen vereinfachte Bewertungsmethoden angewendet.

Erstmaliger Termin zur Veröffentlichung des SFCR heute

Heute ist eine wichtige Deadline für alle, die sich in den vergangen Jahren mit Solvency II beschäftigt haben – die Veröffentlichung der Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report – SFCR). Damit wird erstmalig umfassend über sehr viele unternehmensspezifische Themen berichterstattet und somit die öffentliche Transparenz massiv erhöht.

Bis zum Ende des heutigen Tages müssen alle deutschen Versicherungsunternehmen ihre SFCRs auf Ebene der Einzelunternehmen für das Geschäftsjahr 2016 auf den unternehmenseigenen Internetseiten veröffentlicht haben. Ebenso müssen der Bericht über Solvabilität und Finanzlage, der Regelmäßige Aufsichtliche Bericht (Regular Supervisory Report – RSR) sowie die jährlichen quantitativen Meldebögen (Quantitative Reporting Templates – QRTs) über das MVP-Portal an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) übermittelt werden. Für die Übermittlung der genannten Dokumente auf Gruppenebene sowie der Veröffentlichung des Gruppen-SFCR oder eines einzigen SFCR (sog. Single-SFCR) haben die Versicherungsunternehmen in Deutschland noch bis zum 3. Juli 2017 Zeit.

Ein erster Blick in die Berichte zeigt teilweise doch unterschiedliche Detaillevel in denen Versicherer Einblicke in die erforderlichen Themen (bspw. Umsetzung des Risikomanagements, potentielle Auslagerungspolitik, unternehmenseigenes Risikoprofil und insbesondere Angemessenheit des Governance Systems) geben.

EIOPA veröffentlicht Vorschläge zur Anpassung der QRTs

Am 21. April 2017 veröffentlichte die EIOPA eine Reihe von wichtigen Änderungen im Bezug auf die technischen Durchführungsstandards für die Berichterstattung und Offenlegung. Diese beziehen sich zum einen auf die Übermittlung von Informationen an die Aufsichtsbehörden (ITS on Reporting), zum anderen auf die Verfahren, Formate und Meldebögen für den Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (ITS on Disclosure). Neben den technischen Durchführungsstandards sind ebenso die Leitlinien über die Berichterstattung zum Zwecke der Finanzstabilität sowie die Leitlinien für die Beaufsichtigung von Zweigniederlassungen von Versicherungsunternehmen aus Drittländern von den Änderungen betroffen.

Die betroffenen Dokumente wurden bereits überarbeitet und der Öffentlichkeit in einer vorläufigen Version zur Verfügung gestellt. Bis Montag, den 8. Mai 2017, haben alle Interessierten die Möglichkeit, die vorgeschlagenen Änderungen zu kommentieren.

Die vollständigen Unterlagen können hier heruntergeladen und eingesehen werden und umfassen die folgenden Dokumente:

  • Draft amendment of the ITS on Reporting
  • Draft amendment of the ITS on Disclosure
  • Draft Impact Assessment of the draft amendment of the ITS on Reporting
  • Revised Annex 1, 2 and 3 of the ITS on Reporting
  • Draft amendment of the Guidelines on Reporting for Financial Stability Purpose
  • Draft amendment of the Guidelines on the Supervision of Branches of Third-Country Insurance Undertakings

Die Änderungen bestehen sowohl aus redaktionellen als auch aus inhaltlichen Korrekturen, wie beispielsweise der Bezeichnung von einzelnen QRT-Zellen, Referenzen zu anderen QRT-Zellen sowie detaillierteren Ergänzungen für die Beschreibung der QRT-Zellen, um somit zukünftig Unklarheiten zu vermeiden.

Auslegungsentscheidung zu vorhersehbaren Dividenden

Die BaFin hat am 19.04.2017 eine Auslegungsentscheidung zu vorhersehbaren Dividenden veröffentlicht. Darin wird klargestellt, dass vorhersehbare Dividenden von den Eigenmitteln abzuziehen sind, sofern die Höhe der zu zahlenden Dividenden:

  • bis zum Vorlagezeitpunkt  der jährlichen Berichterstattung (Ablauf der Frist), bzw.
  • zur Berichterstattung zum vierten Quartal

vorhersehbar ist.

Dividenden gelten als vorhersehbar, wenn diese von der Geschäftsleitung festgestellt bzw. genehmigt wurden. Eine etwaige Genehmigung durch die Hauptversammlung ist diesbezüglich unbeachtlich.

Die Abzugspflicht gilt auch für die vierteljährliche Berichtserstattung.

Auch wenn die Vorsehbarkeit spät eintritt, gilt die Abzugspflicht und löst ggf. eine Neuübermittlung der mit Meldebögen übermittelten Informationen aus.

Im SFCR (Bericht zur Solvenz- und Finanzlage) ist auf die in Abzug zu bringenden auszuschüttenden Dividenden hinzuweisen.

BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die BaFin hat am 29. März 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts zum Berichtswesen vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 28. Januar 2016).

Während die Hinweise zur bisherigen Berichterstattung einschließlich der Erläuterungen zur Day 1-Berichterstattung nun nicht mehr enthalten sind, hat die BaFin ihre Erwartungen an die quantitative (QRT) und qualitative (SFCR, RSR, ORSA-Bericht) Berichterstattung nochmals konkretisiert und geht gegenüber der letzten Fassung auf weitere regulatorische Anforderungen näher ein. Weiterhin sind Abschnitte zu den Besonderheiten der Berichterstattung über die Solvenzkapitalanforderung bei Anwendern genehmigter Interner Modelle und zur Berichterstattung zum Zwecke der Finanzstabilität in der Veröffentlichung der BaFin enthalten, welche allerdings gegenüber der vorherigen Fassung kaum verändert wurden.

Als Aktualisierung im Hinblick auf die quantitative Berichterstattung ist beispielhaft der Umgang mit Leerformularen, leeren QRT-Zellen oder Vorzeichen in den QRTs zu nennen. Darüber hinaus gibt die BaFin nähere Erläuterungen zu den QRTs, beispielsweise wie gewisse Positionen den Zellen in den QRTs zuzuordnen sind.

Für die qualitative Berichterstattung nennt die BaFin beispielsweise die exakten Kontaktdaten, welche Versicherungsunternehmen bei Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde im SFCR nennen müssen. Als weiteres Beispiel ist der Hinweis der BaFin anzuführen, dass in aller Regel ein Hinweis im Kapitel E.2 „Solvenzkapitalanforderung und Mindestkapitalanforderung“ des SFCR erforderlich sein wird, dass der endgültige Betrag der Solvabilitätskapitalanforderung noch der aufsichtlichen Prüfung unterliegt, da es der Aufsichtsbehörde aufgrund der Fristenregelung normalerweise zeitlich kaum möglich sein wird, vor der Veröffentlichung des SFCR eine Prüfung der Berechnung der Solvenzkapitalanforderung vorzunehmen.

EIOPA’s Jahresbericht zur Zusammenarbeit der Colleges

EIOPA hat am 1. März 2017 den Jahresbericht über die Arbeitsweise der Colleges der Aufsichtsbehörden und den Schwerpunkten für die Zukunft veröffentlicht. Die Colleges wurden gegründet, um eine effektive und effiziente Gruppenaufsicht der rund 90 grenzübergreifenden Versicherungsgruppen mit Sitz im EWR sicherzustellen.

Zusammenfassend sind aus Sicht von EIOPA deutliche Verbesserungen erkennbar und weitere Schritte notwendig, um den Paradigmenwechsel zur risikobasierten Aufsicht zu vollenden. Im folgenden werden einige wichtige Aspekte des Jahresberichts zusammengefasst.

Zielerreichung der Colleges in 2016 und weiterhin bestehende Arbeitsfelder

Förderung des Informationsaustauschs der Colleges:

  • Vermehrte Treffen der Colleges und intensiverer Austausch zu den Quantitative Reporting Templates (QRTs).
  • Förderung des Informationsaustauschs mit Versicherungsgruppen: Die Colleges haben den Versicherungsgruppen Feedback gegeben, beispielsweise bezüglich der Qualität ihrer ORSA Berichte, und das Top Management von einigen Gruppen zu Sitzungen der Colleges eingeladen.
  • Um auch Nicht-EWR Aufsichten in die Arbeit der Colleges zu integrieren sind Verträge über den Austausch vertraulicher Information notwendig. Nicht alle Geheimhaltungserklärungen wurden bisher unterzeichnet, was den Informationsaustausch bisher schwächt.
  • EIOPA soll als zentrale Verwahrstätte für die QRTs dienen.

Stärkung der Sub-Gruppenaufsicht:

  • Die Sub-Gruppenaufsicht ist nach Auffassung der EIOPA effektiver als eine reine Solo Aufsicht oder die Aufsicht auf Top-Gruppenebene. Es besteht jedoch die Gefahr, dass durch die verschiedenen Ebenen der Aufsicht eine zu hohe Komplexität entsteht.
  • Die Colleges haben begonnen Pläne für die Struktur und Organisation der Sub-Gruppenaufsicht auszuarbeiten.

Überprüfung der Qualität und Konsistenz der SCR und ORSA Berechnungen und der Berichterstattungen nach Solvency II:

  • In 2016 wurde die Überprüfung der SCR Berechnungen in den Colleges gestartet, wobei es keine wesentlichen Beanstandungen gab. Die Überprüfung soll in 2017 weitergeführt werden.
  • Innerhalb der Colleges erfolgte in 2016 ein intensiver Austausch zu den ORSA Berichten. Raum für Verbesserungen bestehen aus Sicht von EIOPA insbesondere hinsichtlich folgender Aspekte:
    • Stärkere Einbindung der ORSA Ergebnisse in strategische und operative Entscheidungsprozesse des Managements
    • Bedarf für stärkere Verzahnung von Risikotoleranz, Risikoappetit und Limitsystem
    • Verbesserung der Qualität der ORSA Berichte durch einen mehr in die Zukunft gerichteten Ansatz, der auch Änderungen im Risiko- und Geschäftsumfeld, die Planung und strategische Entscheidungen mit berücksichtigt
    • Angemessenheit und Bedeutung der gewählten ORSA Stresstests und Sensitivitätsanalysen, die künftig noch besser die unternehmensspezifischen Risiken widerspiegeln sollen
    • Einbeziehung von Unternehmen aus Nicht-EWR Staaten in den Gruppen-ORSA
    • Verbesserung der Analysen der Abweichung des unternehmenseigenen Risikoprofils von der Standardformel
  • Zwischen Gruppen- und Einzel-ORSA-Berichten bestehen darüber hinaus insbesondere bei den Stichtagen der zugrundeliegenden Datenbasis Inkonsistenzen. Außerdem werden Risikobeurteilungen in vielen Colleges noch retrospektiv (statt vorausschauend in die Zukunft) vorgenommen und sind bisher nicht einheitlich in den Colleges umgesetzt. EIOPA geht davon aus, dass sich dies im Laufe der Zeit legen wird, sobald vermehrt standardisierte Daten als Basis verwendet werden.
  • Bei der Solvency II-Berichterstattung an die Öffentlichkeit (SFCR-Berichte) soll die Anwendung von Übergangs- und LTG-Maßnahmen transparenter gemacht werden, um eine stärkere Vergleichbarkeit zu schaffen.

Verbesserung des Informationsaustauschs zu Finanzkonglomeraten

  • Bei der sektorübergreifenden Aufsicht über Finanzkonglomerate besteht weiterhin Verbesserungsbedarf insbesondere beim Informationsaustausch und der Risikoanalyse mit dem Ziel, Risikokonzentrationen und Ansteckungsrisiken in Zukunft besser zu überwachen.

 Erweiterung der Koordinationsvereinbarungen mit Aufsichtsbehörden aus nicht-EWR Staaten

  • Die Aufsicht über Tochtergesellschaften deren Mutterunternehmen ihren Sitz außerhalb des EWR haben stellt nach wie vor eine Herausforderung aus Sicht von EIOPA dar, da es teilweise für solche Strukturen bisher keine Gruppenaufsicht gibt.
  • Die Koordinationsvereinbarungen stellen daher ein wichtiges Instrument der Colleges für die Stärkung des Informationsaustausches zu gruppenangehörigen Unternehmen dar.
  • In 2016 konnten bereits Koordinationsvereinbarungen mit Bermuda, Kanada, Hong Kong, Isle of Man, Guernsey, Japan, Singapur, State of New York, Südafrika und der Schweiz geschlossen werden. Für viele weitere Staaten stehen Verhandlungen noch aus.

Schwerpunkte der nächsten Jahre

Die wichtigsten Themen der EIOPA Strategie bis 2019 (vgl. „EIOPA Colleges Strategy 2016-2019“) sind zum einen die Weiterentwicklung der Effektivität, der Effizienz und des Einflusses des Informationsaustauschs und der gemeinsamen Risiko Assessments in den Colleges. Daher soll eine eingehende Analyse der Arbeitsweisen der Colleges erfolgen und neue Ansätze, z.B. in Form von themen- oder regionenbasierten „Break-out sessions“ in denen die Kommunikation in größeren Colleges vorangetrieben werden sollen, getestet werden.

Zum anderen wird die Sicherstellung der Robustheit und Zuverlässigkeit der Solvabilitätsübersichten priorisiert. Dahingehend sollen Diskussionen über Unterschiede in der Anwendung von Bewertungsprinzipien und der Ausübung von Ermessensspielräumen sowie der Einfluss auf die Solvabilität der Gruppen bzw. der Einzelgesellschaften erfolgen.

BaFin veröffentlicht Fristen der Berichts- und Offenlegungspflichten

Am 25. Januar 2017 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Fristen der Berichts- und Offenlegungspflichten (§344 VAG) veröffentlicht. Damit werden die in §344 VAG genannten Fristen (in Wochen) in konkrete Daten übersetzt. Diese umfassen sowohl die vierteljährliche als auch die jährliche Berichterstattung von Einzelunternehmen und Gruppen.

Zu den bereits in der Solvency II Taxonomy Roadmap am 29. Februar 2016 von EIOPA (siehe Blog-Beitrag vom 04. März 2016) veröffentlichten Daten besteht ein wichtiger Unterschied. Die BaFin hat für die Berichts- und Offenlegungspflichten, welche aufgrund der Angabe der Fristen in Wochen in §344 VAG an einem Wochenende eingereicht werden müssten, jeweils den darauffolgenden Montag als letztmöglichen Einreichungszeitpunkt definiert.

Nachfolgend auszugsweise die Daten der nächsten Meldeanlässe für die Berichterstattung der Versicherungsunternehmen an die BaFin:

  Einzelunternehmen  Gruppe 
 Meldeanlass (Stichtag) Wochen Datum Wochen Datum
Solvency II        
Jährlich (31.12.2016) 20 22. Mai 2017 26 03. Juli 2017
4. Quartal (31.12.2016) 8 27. Februar 2017 14 10. April 2017
1. Quartal (31.03.2017) 7 19. Mai 2017 13 30. Juni 2017
2. Quartal (30.06.2017) 7 18. August 2017 13 29. September 2017
3. Quartal (30.09.2017) 7 20. November 2017 13 02. Januar 2018
4. Quartal (31.12.2017) 7 19. Februar 2018 13 03. April 2018
Jährlich (31.12.2017) 18 07. Mai 2018 24 18. Juni 2018

Erster EIOPA Bericht über Nutzung von Vereinfachungen bei der Übermittlung quantitativer Informationen

Am 23. Dezember 2016 veröffentlichte EIOPA den ersten (jährlichen) Bericht über die Anwendung von Befreiungen und Einschränkungen in Bezug auf die regelmäßige Berichterstattung von quantitativen Informationen an die Aufsichtsbehörden.

Nationalen Aufsichten sind gemäß der SII-Rahmenrichtlinie (2009/138/EG) befugt, den Umfang der zu übermittelnden Quantitativen Reporting Templates (QRTs) als Erleichterung für (Rück-)Versicherungsunternehmen und Gruppen einzuschränken. Für Versicherungsunternehmen befinden sich diese Regelungen in den Artikeln 35 Abs. 6 und Artikel 35 Abs. 7 SII-Rahmenrichtlinie, sowie für Gruppen in Artikel 254 Abs. 2 SII-Rahmenrichtlinie.

In ihrem Bericht veröffentlicht EIOPA gemäß Artikel 52 der SII-Rahmenrichtlinie jährlich die Zahl der Versicherungsunternehmen, die von Einschränkungen oder Befreiungen regelmäßiger Berichterstattung profitieren. Für den Bericht 2016 beruht die Anzahl der Unternehmen auf der Berichterstattung des ersten Quartals 2016. Für die Finanz- und Solvenzinformationen greift EIOPA auf die von den jeweiligen Aufsichten zum Day 1-Reporting übermittelten Zahlen zurück.

Der Bericht beinhaltet unter anderem Informationen über die Anzahl der Aufsichten, welche generell Befreiungen oder Einschränkungen zulassen sowie Informationen über die Anzahl der Unternehmen, welche diese tatsächlich in Anspruch nehmen. Weiterhin werden beispielsweise die Solvabilitätskapitalanforderung, versicherungstechnische Rückstellung insgesamt sowie Vermögenswerte insgesamt der in Anspruch nehmenden Unternehmen ins Verhältnis zum jeweiligen Gesamtwert aller Mitgliedsstaaten gesetzt. Generell werden die Informationen sowohl für alle Mitgliedsstaaten insgesamt, als auch getrennt nach jeweiligem Mitgliedsstaat dargestellt.

Bereits für die Quartalsberichterstattung im Jahr 2016 gewährten 11 nationale Aufsichtsbehörden die Möglichkeit eines beschränkten Lieferumfanges der QRTs. Profitiert davon haben in den EU-Mitgliedstaaten 924 von insgesamt 3.111 Versicherungsunternehmen (davon 76 von 346 in Deutschland) und 30 von insgesamt 411 Versicherungsgruppen (davon 6 von 61 in Deutschland), dies sind rund 30% (20% in Deutschland) der meldepflichtigen Unternehmen.