Kategorie: Gesetzgebungsverfahren

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Aufruf der Europäischen Kommission zum Technical Advice: Solvency II Review bestimmter Teile der Delegierten Verordnung (DVO)

Am 20. Februar hat die Europäische Kommission (EK) im Rahmen des Standardformel Reviews in einem „Call for Advice“ EIOPA aufgefordert, zu ungerechtfertigten Finanzierungsbeschränkungen unter Solvency II Stellung zu nehmen. Im Anschluss wird die EK ggf. weitere Experten konsultieren und daraufhin entscheiden, ob delegierte Rechtsakte erlassen werden. Ziel ist es zum einen, die Abhängigkeit von externen Ratings zu reduzieren und zum anderen Investitionen, die Arbeitsplätze und Wachstum schaffen, zu erleichtern. Der „Technical Advice“ soll sich insbesondere auf die Methoden und Annahmen bei der Beurteilung der Risiken der folgenden Risikomodule beziehen:

Spread-Risiko Untermodul : Behandlung von Bonds und Krediten ohne Rating

EIOPA Konsultation zu Leitlinien für komplexe Versicherungsprodukte unter der IDD

EIOPA hat am 2. Februar 2017 ein Konsultationspapier zu den Leitlinien für komplexe Versicherungsprodukte unter der Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive, IDD) veröffentlicht. Unter komplexen Versicherungsprodukten sind versicherungsbasierte Investitionsprodukte (Insurance based investment products, IBIP) definiert, die eine komplexe Struktur aufweisen und damit dem Kunden erschweren die involvierten Risiken zu verstehen. Kommentare können bis zum 28. April 2017 eingereicht werden.

Die Leitlinien umfassen dabei die Bewertung diverser Arten von IBIPs. Die Versicherungsvertriebsrichtlinie fordert, dass grundsätzlich eine Beurteilung der Eignung bzw. Angemessenheit eines IBIPs für den Kunden durch den Versicherungsvermittler oder das Versicherungsunternehmen im Rahmen des Verkaufsprozesses durchgeführt werden sollte. Sofern vordefinierte Bedingungen erfüllt sind (einschließlich der Tatsache, dass das IBIP nicht komplex ist) kann das IBIP ohne Eignungsprüfung oder Angemessenheitstest verkauft werden, d.h. auf einer Ausführungs-Basis gemäß Art. 30 III IDD (sog. „Execution-Only“-Verkauf).

Technical Advice zur Anwendung der Versicherungsvertriebsrichtlinie

Nach Beendigung der Konsultationsphase in 2016 (vgl. Blog-Beitrag vom 6. Juli 2016) übermittelte EIOPA planmäßig am 1. Februar 2017 einen finalen Technical Advice an die EU Kommission zur Erarbeitung von Durchführungsbestimmungen (delegierte Rechtsakte) für die Umsetzung der neuen europäischen Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive – IDD).

Die wesentlichen Themen des Technical Advice werden im Folgenden zusammengefasst:

  • Aufsicht und Governance über den Vertrieb von Versicherungsprodukten (Product Oversight and Governance – POG): EIOPA definiert zum einen die Implementierung von Prozessen, die während des gesamten Produktzyklus die Sicherstellung der Kundenbedürfnisse garantieren. Zum anderen definiert EIOPA konkrete Anforderungen an die Verhaltensweisen von Versicherern und ggf. dem Vertrieb zum Schutze der Interessen der Versicherungsnehmer. Dabei soll der Bedeutung des Managements und ggf. der Compliance-Funktion für die laufende Überwachung der zukünftigen Anforderungen aus der Versicherungsvertriebsrichtlinie mehr Gewicht verliehen werden.

IDD Gesetzentwurf beschlossen

Nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im November 2016 einen Referentenentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive, IDD) veröffentlicht hatte (vgl. Blogbeitrag vom 25. November 2016), wurde am 18. Januar 2017 im Bundeskabinett ein Gesetzentwurf zur Umsetzung der IDD beschlossen.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von dem Referentenentwurf. Ergänzt wurden insbesondere die folgenden Punkte:

IDW EPS 580 zur Prüfung der Solvabilitätsübersicht

Am 20. Dezember 2016 veröffentlichte das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.) den vom HFA (Hauptfachausschuss) verabschiedeten Entwurf eines Prüfungsstandards „Prüfung der Solvabilitätsübersicht nach § 35 Abs. 2 VAG (IDW EPS 580)“. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Konsultationsphase. Ergänzungs- und Änderungsvorschläge können schriftlich bis zum 31. Mai 2017 eingereicht werden.

Im IDW EPS 580 stellt das IDW die Berufsauffassung zu den Besonderheiten der Anwendung der vom IDW festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung auf die Prüfungen der Solvabilitätsübersicht nach § 35 Abs. 2 VAG dar. Der Standard enthält Anforderungen an die Prüfungsplanung, Prüfungsdurchführung und Berichterstattung sowie Anwendungshinweise und weitergehende Erläuterungen für einzelne Prüfungsgebiete.

EU-Parlament lehnt RTS zur PRIIP-Verordnung ab 

Nachdem am 1. September 2016 der Ausschuss für Wirtschaft und Währung der Europäischen Kommision (ECON) bereits einstimmig den Entwurf der regulatorischen technischen Standards (RTS), welche die PRIIP-Verordnung konkretisieren sollen, abgelehnt hat (siehe Blog-Beitrag vom 9. September 2016), stimmte nun auch das EU Parlament mit breiter Mehrheit gegen die RTS.

In der Plenarsitzung des EU Parlaments am 14. September 2016 schlossen sich 602 der Abgeordneten dem ECON-Votum an (4 Gegenstimmen, 12 Enthaltungen). Ebenso wie der ECON bemängelt das EU Parlament, die RTS seien nicht adäquat genug und fordert die EU Kommission zur Nachbesserung und der Vorlage eines neuen Entwurfes der RTS auf.

EIOPA Empfehlungen zur Behandlung anderer Infrastrukturinvestitionen

Am 30. Juni 2016 hat EIOPA ihren finalen Bericht zu Empfehlungen an die EU Kommission zur Behandlung von anderen Infrastrukturinvestitionen unter Solvency II (als solche in Form der Infrastrukturprojektgesellschaften, SPV) veröffentlicht.

Hintergrund 

Mit der am 1. April 2016 im EU-Amtsblatt veröffentlichten Änderungsverordnung (EU) 2016/467 hat die EU Kommission die Änderung hinsichtlich qualifizierter Infrastrukturprojektgesellschaften (Special Purpose Vehicles, SPV) in der DVO 2015/35 umgesetzt (vgl. auch Blog-Beitrag vom 6. April 2016). Darin wird auf einen differenzierten Umgang mit eigen- und fremdkapitalbasierten qualifizierten Infrastrukturinvestitionen eingegangen, bei denen es sich um Investitionen in Infrastrukturprojektgesellschaften handelt. Eine Behandlung von anderen Arten von Infrastrukturinvestitionen (z.B. „Infrastructure corporates“) blieb darin zunächst außen vor.

Update der Q&A von EIOPA

Zur Unterstützung einer konsistenten und effektiven Umsetzung der Regulierung veröffentlicht EIOPA bereits seit 2013 laufend die von Stakeholdern eingereichten „Question & Answer“ (Q&A). Die Q&A betreffen diverse Themen rund um Säule 1-3 der Leitlinien und finalen Berichte zu technischen Durchführungsstandards (Final Reports on ITS) von EIOPA sowie der Veröffentlichungen zur risikofreien Zinsstrukturkurve.

Ganz aktuell wurden Q&A am 20. Mai 2016 zu den folgenden EIOPA-Leitlinien und einem finalen Bericht zu technischen Durchführungsstandards veröffentlicht:

  • Final report on the ITS on the templates for the submission of information to the supervisory authorities (CP-14-052)
  • Guidelines on recognition and valuation of assets and liabilities other than technical provisions

Neue Verordnungen nach dem VAG

In der Ausgabe Nr. 18 des Bundesgesetzblatts vom 21. April 2016 wurden eine Reihe neuer Verordnungen veröffentlicht, die aufgrund des zum 1. Januar 2016 novellierten Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) nun erlassen wurden.

Nachfolgend werden die neuen Verordnungen, mit ihrem jeweiligen Anwendungsdatum, aufgelistet:

Verordnungen Anwendung ab
Versicherungs-Vergütungsverordnung (VersVergV) 22. April 2016
Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) 1. Juli 2016
Aktuarverordnung (AktuarV) 22. April 2016
Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV) 22. April 2016
Versicherungs-Meldeverordnung (VersMeldeV) 22. April 2016
Kapitalausstattungs-Verordnung (KapAusstV) 22. April 2016
Sicherungsfonds-Finanzierungs-Verordnung (Leben) (SichLVFinV) 1. Januar 2017
Finanzrückversicherungsverordnung (FinRVV) 22. April 2016

Änderungsverordnung zur Level 2-DVO 2015/35

Mit der am 1. April 2016 im EU-Amtsblatt veröffentlichten Änderungsverordnung (EU) 2016/467 hat die Europäische Kommission die erwartete Änderung der Level 2-Durchführungsverordnung (EU) 2015/35 (DVO 2015/35) finalisiert (vgl. auch Blog-Beitrag vom 1. Oktober 2015). Nach Artikel 3 tritt die Änderungsverordnung am Tag nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, somit am 2. April 2016.

Die Änderungsverordnung steht im Zusammenhang mit der von der Europäischen Kommission im November 2014 beschlossenen Investitionsoffensive für Europa. Ein Schwerpunkt dieser ist unter anderem die Förderung privater Investitionen in Infrastruktureinrichtungen. Im Rahmen dessen soll Versicherungsunternehmen, bei welchen es sich um große institutionelle Anleger handelt, die Investition in Infrastruktureinrichtungen erleichtert werden. Hierzu definiert die Änderungsverordnung bestimmte, ein angemessenes Risikoprofil gewährleistende, Rahmenbedingungen innerhalb derer Infrastrukturinvestitionen unter erleichterten Bedingungen, d.h. niedrigeren Eigenmittelanforderungen, möglich sind.