Kategorie: International

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IAIS konsultiert die Überarbeitung mehrerer ICPs sowie des ComFrame

Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) hat am 3. März 2017 die Konsultationsphase für die überarbeitete Version mehrerer „Insurance Core Principles“ (ICPs) sowie von Texten des „ComFrame“ gestartet. Kommentare können bis zum 1. Juni 2017 eingereicht werden.

Die ICP bilden ein global anerkanntes Rahmenwerk für die Versicherungsaufsicht und stellen die höchste Ebene der IAIS Aufsicht dar. Das ComFrame ist ein Set an internationalen aufsichtsrechtlichen Anforderungen für international tätige Versicherungsgruppen mit dem Fokus auf einer effektiven Gruppenaufsicht. Im Juni 2016 wurde von der IAIS entschieden, die ComFrame Texte umzustrukturieren und direkt in die zugehörigen ICPs zu integrieren. Die einzigen inhaltlichen Änderungen ergeben sich durch Anpassungen in Folge der Weiterentwicklung des ComFrame seit der Entwurfsfassung in 2014, beispielsweise durch neue Erkenntnisse aus durchgeführten Feldstudien.

Die öffentliche Konsultation der Überarbeitung umfasst Folgendes:

Einführung

zu den ICPs, dem ComFrame und der Bewertungsmethodik.

Governance

ComFrame-spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 5 (Eignung der Personen), ICP 7 (Corporate Governance) und ICP 8 (Risikomanagement und interne Kontrollen).

Aufsicht und aufsichtliche Maßnahmen

Überarbeiteter ICP 9 (Aufsichtliche Überprüfung und Berichterstattung) und ICP 10 (Präventive Maßnahmen, Korrigierende Maßnahmen und Sanktionen) sowie ComFrame spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 9 und 10, wobei ICP 10 und ICP 11 (Durchsetzung) in ICP 10 kombiniert werden.

Kooperation und Koordination der Aufsicht

Überarbeiteter ICP 3 (Informationsaustausch und Vertraulichkeitsanforderungen) und ICP 25 (Aufsichtskooperation und -koordination) sowie ComFrame-spezifisches Material, abgestimmt auf ICP 25. Außerdem sind Teile des ICP 26 (Grenzübergreifende Kooperation und Koordination bezgl. Krisenmanagement) in ICP 25 aufgegangen.

Abwicklung

Überarbeiteter ICP12 (Marktaustritt und Abwicklung) und darauf abgestimmtes ComFrame Material.
Um die vorliegende Konsultationsfassung zu diskutieren und Hintergrundinformationen zu geben wird außerdem am 15. und am 20. März jeweils eine öffentliche Telefonkonferenz stattfinden.

IAIS startet Konsultation zu ICS Version 1.0

Der IAIS (International Association of Insurance Supervisors) hat am 19. Juli 2016 die zweite öffentliche Konsultation zu den Insurance Capital Standards (ICS) veröffentlicht. Kommentare können bis zum 19. Oktober 2016 eingereicht werden.

Die ICS sind risikobasierte, globale Kapitalstandards für Versicherungsgruppen. Sie werden seit 2013 vom IAIS als Bestandteil der Aufsicht von international aktiven Versicherungsgruppen – ComFrame – im Auftrag des Financial Stability Board (FSB) entwickelt. Die erste Konsultation zu ICS fand bereits im Dezember 2014 statt (vgl. Blogbeitrag vom 19. Dezember 2014). Nach Abschluss der Entwicklungen der ICS sollen diese das BCR (Basic Capital Requirements), das als Basis für die Ermittlung der HLA-Anforderungen (Higher Loss Absorbency) bei den global systemrelevanten Versicherer dient, ablösen.

Der Fokus der aktuellen Konsultation liegt auf den folgenden Themen:

  • ICS Bewertungsgrundsätze gemäß der Market-Adjusted Valuation (MAV) und GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) mit Anpassungen (GAAP Plus)
  • ICS Kapitalrücklage
  • ICS Kapitalanforderungen auf Basis der Standardmethode
  • Anwendungsbereich der Gruppenanforderungen: Umfang der ICS-Berechnungen

Zudem sind insgesamt 235 Fragen Bestandteil der Konsultation.

Nächste Schritte
Die Bestandteile von ICS Version 1.0 sollen die Grundlage bilden für eine erste vertrauliche Berichterstattung durch ausgewählte Versicherungsunternehmen ab Mitte 2017. Die Daten der Versicherer werden vom IAIS genutzt, um die ICS weiter zu entwickeln und ggf. anzupassen.

Die geplanten Entwicklungen zu den ICS werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst.

Zeitplanung
Meilenstein
19. Oktober 2016
Abschluss der Konsultationsphase zu ICS Version 1.0
Mai/Juni 2017
Finalisierung und Veröffentlichung der ICS Version 1.0
Mitte 2017
Vertrauliche Berichterstattung auf Basis ICS Version 1.0
Mai/Juni 2018
Vertrauliche Berichterstattung
Mitte 2018
Veröffentlichung der ComFrame Konsultation inkl. ICS Version 2.0
April/Mai 2019
Vertrauliche Berichterstattung
Ende 2019
IAIS Hauptversammlung zur Verabschiedung von ComFrame inkl. ICS Version 2.0

Im Rahmen der weiteren Entwicklung der ICS sollen u.a. ebenfalls die folgenden Themen, die von großem Interesse für die betroffenen Versicherungsunternehmen sind, analysiert werden:

  • Berücksichtigung von internen Modellen (diese werden voraussichtlich Teil der Konsultation zu ICS Version 2.0 sein)
  • Übergangsmaßnahmen von bestehenden Aufsichtsregimen zu ICS
  • Vergleichbarkeit und Äquivalenz bestehender Aufsichtssysteme mit ICS
  • Kommunikation von ICS gegenüber der Öffentlichkeit
  • Integration von nationalen Kapitalanforderungen einzelne Unternehmen in die ICS Kapitalanforderungen auf Gruppenebene
  • Einfluss der ICS auf das gruppenweite Risikomanagementsystem einer international aktiven Versicherungsgruppe auf Ebene der einzelnen Unternehmen

Grundsätzlich ist noch offen, in wie fern der IAIS die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen aus aktuellen risikobasierten Aufsichtssystemen, wie z.B. Solvency II, bei der Entwicklung der ICS berücksichtigen wird.

Solvency II Newsletter Nr. 10, Dezember 2015

Mit unserer zehnten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben.
In einem zusätzlichem Beitrag in der Rubrik „Versicherungsgruppen“ wurden außerdem die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Regulierung durchleuchtet. Somit befinden sich in dieser Ausgabe die folgenden Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Übergangsmaßnahmen unter Solvency II“ sowie „Der Paradigmenwechsel erreicht die nationale Gesetzgebung“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die interne Überprüfung des Governance Systems“ sowie „Outsourcing: Herausforderungen aufsichtskonform meistern“
  • Versicherungsgruppen: „Internationale Regulierung nimmt weiter Form an“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Neben diesen Themen halten wir Sie außerdem mit unseren Blog-Beiträgen über aktuelle Entwicklungen zu Solvency II informiert. Den Solvency II-Blog können Sie einfach über folgenden Link auf unserer Homepage abrufen: http://blogs.pwc.de/solvency-2/

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8
Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden:
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FSB veröffentlicht eine aktualisierte Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen

Das Financial Stability Board (FSB) hat am 3. November 2015 eine aktualisierte Liste der global systemrelevanten Versicherungsunternehmen (global systemically important insurers – G-SIIs) veröffentlicht. Die aktualisierte Liste beinhaltet insgesamt neun Versicherungsunternehmen mit der Änderung, dass Aegon N.V. neu aufgenommen wurde, während Generali S.p.A. nicht mehr als global systemrelevant eingestuft ist.

Die Liste beinhaltet aktuell die nachfolgenden Versicherungsunternehmen:

 Versicherungsunternehmen Hauptsitz
Aegon N.V. Den Haag, Niederlande
Allianz SE München, Deutschland
American International Group, Inc. New York, Vereinigte Staaten von Amerika
Aviva plc London, Vereinigtes Königreich
Axa S.A. Paris, Frankreich
MetLife, Inc. New York, Vereinigte Staaten von Amerika
Ping An Insurance (Group) Company of China, Ltd. Shenzhen, China
Prudential Financial, Inc. New Jersey, Vereinigte Staaten von Amerika
Prudential plc London, Vereinigtes Königreich

Die erstmalige Liste der betroffenen Versicherungsunternehmen wurde im Juli 2013 vom FSB veröffentlicht (vgl. auch unseren Blog-Beitrag vom 19. Juli 2013). Die Identifizierung der Versicherungsunternehmen erfolgte dabei auf Basis der entwickelten Bewertungsmethode vom International Association of Insurance Supervisors (IAIS). Im Rahmen dieser Veröffentlichung wurde bereits vom FSB angekündigt, dass ab November 2014 ein jährliches Update der G-SIIs erfolgen soll.

Für die diesjährige Identifizierung der G-SIIs wurden Jahresabschluss-Daten aus 2014 herangezogen und dieselbe Bewertungsmethode vom IAIS verwendet, wie bereits im Juli 2013.

Nach aktueller Planung wird der IAIS Ende November 2015 eine Konsultation bzgl. der zukünftigen Methode zur Identifizierung der G-SIIs veröffentlichen. Ziel ist es, die bisherige Methode weiterzuentwickeln und diese dann bereits ab 2016 anzuwenden.

Versicherungsunternehmen, die als global systemrelevant eingestuft wurden unterliegen einer verstärkten Überwachung auf Gruppenebene und müssen unter anderem einen effektiven Sanierungs- und Abwicklungsplan erstellen. Die zusätzlichen Anforderungen sowie der Zeitplan, um diese Anforderungen zu erfüllen sehen wie folgt aus:

 G-SII Anforderung Deadline für die Umsetzung nach der Ernennung
Etablierung eines Krisenmanagementteams auf Gruppenebene (CMG) 6 Monate
Entwicklung eines Sanierungsplans 12 Monate
Entwicklung eines Abwicklungsplans basierend auf der Abwicklungsstrategie und abgestimmt mit dem CMG 18 Monate
Vereinbarung über die grenzübergreifende Zusammenarbeit 18 Monate
Durchführung einer Auflösungsbeurteilung innerhalb der CMG 24 Monate
Systemischer Risikomanagement Plan 12 Monate
Liquiditätsmanagement und -planung 12 Monate

 

IAIS schließt Entwicklung der Higher Loss Absorption (HLA) ab

The International Association of Insurance Supervisors (IAIS) verkündete am 5. Oktober 2015 den planmäßigen Abschluss der ersten Entwicklung der zusätzlichen Kapitalanforderungen, sog. „Higher Loss Absorption“ (HLA), für global systemrelevante Versicherer (G-SII). Die formale Annahme der HLA ist für das IAIS General Meeting am 12. November 2015 geplant.

Die HLA bauen auf der vorangegangenen Entwicklung der Basiskapitalanforderungen (Basic Capital Requirements (BCR), siehe Blog-Beitrag vom 27. Oktober 2014) auf und bilden mit diesen zusammen die Kapitalanforderung für G-SIIs ab 2019. Langfristig sollen die BCR durch globale risikobasierte Kapitalstandards (ICS) ersetzt werden.

Bis dahin ermittelt sich die internationale Kapitalanforderung aus insgesamt sechs Komponenten, die sich aus folgenden drei Komponenten jeweils für „Insurance“ und „Non-insurance“ zusammensetzen:

  • BCR2014
  • BCRUplift
  • HLA

Die BCR2014 entspricht der in 2014 veröffentlichten Berechnungsweise der BCR.

Basierend auf den Erkenntnissen aus der Entwicklung der HLA wurde eine Rekalibrierung der BCR vorgenommen, die eine Annäherung an den erwarteten ICS darstellt. Mit der Einführung des BCRUplift soll eine schrittweise Angleichung auf diesen rekalibrierten BCR erfolgen, bei der sich der BCR Alpha-Faktor über einen Zeitraum von drei Jahren in gleichmäßigen Schritten erhöht. Der HLA ist von dieser schrittweisen Angleichung ausgenommen und bezieht sich direkt auf die rekalibrierten BCR.

Die Ermittlung der HLA folgt einem faktorbasierten Ansatz, bei dem ein HLA Faktor mit der jeweiligen BCR Anforderung multipliziert wird. Für die Festlegung des HLA-Faktors werden die G-SIIs entsprechend ihrer systemischen Relevanz in drei Gruppen (sog. „Buckets“) aufgeteilt: Untere Gruppe, Mittlere Gruppe und Obere Gruppe. Von Gruppe zu Gruppe erhöht sich der HLA-Faktor jeweils um 50 %. Nach der derzeitigen Zuteilung befindet sich kein G-SII in der Oberen Gruppe, wodurch G-SIIs unter anderem ein Anreiz gesetzt wird, ihre systemische Relevanz nicht weiter auszubauen:

BCR Anforderung HLA Faktor
Untere Gruppe
(„Low Bucket“)
Mittlere Gruppe („Middle Bucket“) Obere Gruppe
(„High Bucket“)
Traditional Life Insurance 6 % 9 % 13,5 %
Traditional Non-Life Insurance
Assets
Non-Traditional Insurance 12 % 18 % 27 %
Non-Insurance – Assets under management
Non-Insurance – Other
Non-Insurance – Regulated Banking 8,5 % 12,5 % 18,75 %
Non-Insurance – Unregulated Banking 12,5 % 18,75 % 25 %

Quelle: Tabelle entspricht IAIS, HLA Requirements for G-SII, 4.1: HLA required capital formula factors, S. 19.

Zur kontinuierlichen Analyse und Weiterentwicklung der internationalen Kapitalanforderungen erfolgt eine nicht-öffentliche Berichterstattung von G-SIIs an die Gruppenaufsicht – für die BCR bereits seit 2015 und für die HLA ab 2016.

Als nächsten Schritt ist die Entwicklung eines globalen risikobasierten Kapitalstandards (ICS) vorgesehen. Dieser soll bis Mitte 2017 in einem ersten Entwurf veröffentlicht werden und nach Überarbeitungen in den darauffolgenden Jahren ab 2020 für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) Anwendung finden. Mit Blick auf die ICS sollen G-SIIs als IAIGs angesehen werden.

 

Solvency II Newsletter Nr. 9, Oktober 2015

Mit unserer neunten Ausgabe des interaktiven Solvency II-Newsletters möchten wir Sie über Themen rund um die aktuellen Entwicklungen von Solvency II informieren.

Auch in diesem Newsletter beziehen sich die Artikel auf Inhalte, die sich aus der Praxis und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II auf der Zielgerade“
  • Kapitalanforderungen: „Unternehmensspezifische Parameter unter Solvency II“
  • Aufsichtsrechtlicher Dialog & Genehmigungsverfahren: „Aufsichtsrechtlicher Dialog und Sanktionen der BaFin
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „Day 1 Reporting – Anforderungen der ersten Berichtspflicht unter Solvency II“ sowie „Zusätzliche Anforderungen an die Berichterstattung über Kapitalanlagen“

Neben diesen Themen finden Sie Informationen zu unserem „Business Breakfast Solvency II: Finale Umsetzung & Regelbetrieb“, welches im November und Dezember 2015 an verschiedenen Standorten stattfinden wird. Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik „Service“.

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

Weitere Interessenten für unseren Solvency II-Newsletter können sich ganz unkompliziert unter folgender E-Mail-Adresse anmelden: SUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com. Sofern Sie unseren Newsletter künftig nicht mehr erhalten möchten, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung an: UNSUBSCRIBE_Solvency_II_News@de.pwc.com.

 

Verkündung des Gesetzes zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen (VAG) im Bundesgesetzblatt

Am 10. April 2015 wurde das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen vom 1. April 2015 nach dem Beschluss des Bundestages und Bundesrates (siehe Blog-Beitrag vom 6. Februar 2015) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das Gesetz umfasst in Artikel 1 das neue Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und setzt damit die Solvency II-Rahmenrichtlinie in deutsches Recht um.

Das neue VAG gilt somit auf nationaler Ebene für Unternehmen, die in den Solvency II Anwendungsbereich fallen sowie für diejenigen Gesellschaften, die dem europäischen Aufsichtsregime nicht unterliegen (wie z.B. Pensionskassen oder kleine Versicherer für die die Ausnahmeregelungen greifen) und regelt insbesondere neue Vorschriften zu:

  • Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, insb. der versicherungstechnischen Rückstellungen
  • Ermittlung der Eigenmittel
  • Berechnung der Solvenzkapitalanforderung
  • Governance Anforderungen
  • Antragsverfahren
  • Vorschriften für Versicherungsgruppen
  • Vorschriften für Unternehmen in Drittstaaten
  • Berichtspflichten

Außerdem definiert das neue VAG umfangreiche Übergangsvorschriften, welche die Umsetzung der neuen Anforderungen unterstützen sollen. Des Weiteren fließen auch die neuen Regelungen aus dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) vom 1. August 2014 in das neue VAG ein.

Das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. Davon ausgenommen ist die Vorschrift des § 355 VAG, welche der BaFin ermöglicht, aufsichtsrechtliche Genehmigungsverfahren bereits ab dem 1. April 2015 durchzuführen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird das derzeit geltende Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in der Fassung vom 17. Dezember 1992, zuletzt geändert am 1. August 2014, abgelöst.

Anforderungen an Sanierungs- und Abwicklungspläne vielleicht bald auch auf EU-Ebene

Für global systemrelevante Versicherer (Global systemically important insurers, G-SII) bestehen mit den “Policy Measures” und den “Key Attributes of Effective Resolution Regimes for Financial Institutions” bereits Anforderungen an die Entwicklung von Sanierungs- und Abwicklungsplänen (siehe Blog-Beitrag vom 23. August 2013).

Der Vorsitzende von EIOPA, Gabriel Bernardino, hat daher dieses Thema in seinem Brief an die Europäische Kommission aufgegriffen und angeregt, über eine EU-Initiative zur Festlegung harmonisierter Anforderungen an Sanierungs- und Abwicklungspläne nachzudenken.

Begründet wird der Handlungsbedarf zum einen aufgrund der nicht harmonisierten Abwicklungs- und Sanierungsregime in den einzelnen EU-Ländern. Derzeit werden vermehrt nationale Lösungen entwickelt, die u.a. hinsichtlich der Befugnisse nationaler Aufsichtsbehörden sehr unterschiedlich ausgestaltet sind. Zum anderen bestehen keine harmonisierten Garantieregelungen, die insbesondere den Versicherungsnehmer in einer Krisensituation schützen würden. Diese fehlende Harmonisierung könnte in einer Krisensituation ein koordiniertes Handeln der EU-Länder deutlich erschweren, zumal viele Versicherungsunternehmen länderübergreifend tätig sind. Der Bedarf an Harmonisierung wird zudem vor dem Hintergrund der Befürchtungen eines Doppelstressszenarios, d.h. eines dauerhaft sehr niedrigen Zinsniveaus und einer Wende der Preisentwicklung bei Vermögenswerten, gesehen.

Als nächsten Schritt ist für den 2. März 2015 ein Gespräch zwischen Gabriel Bernardino und Jonathan Hill, EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, zu Abwicklungs- und Sanierungsplänen angesetzt.

IAIS startet öffentliche Konsultation zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (ICS)

Das IAIS (International Association of Insurance Supervisors) veröffentlichte am 17. Dezember 2014 ein Konsultationspapier zu einem globalen risikobasierten Kapitalstandard für Versicherungen (Risk-based Global Insurance Capital Standard (ICS)). Die Entwicklung eines solchen war von IAIS bereits am 9. Oktober 2013 angekündigt worden (siehe Blog-Beitrag vom 16. Oktober 2013).

Als Bestandteil von ComFrame (Comprehensive Framework for the Supervision of IAIGs) soll mit dem ICS ein Minimum-Kapitalstandard für international tätige Versicherungsgruppen (Internationally Active Insurance Groups (IAIGs)) etabliert werden. Ziel dieses Konsultationspapiers ist es, Regelungen für die Standardmethoden zur Ableitung der Kapitalanforderungen, für Bewertungsansätze und anrechenbare Eigenmittel zu definieren.

Der Entwurf sieht dabei zwei Varianten für die Ermittlung der Kapitalanforderungen vor:

  • Auf Basis einer marktnahen Bewertungen der einzelnen Bilanzposten oder
  • Auf Basis der lokalen Bilanzierungsregeln unter Berücksichtigung von Korrekturfaktoren.

Die ICS-Quote (Bedeckungsquote) wird aus dem Verhältnis von „Qualifying Capital Resources“ (Eigenmitteln) zu „ICS Capital Requirement“ (Kapitalanforderungen) ermittelt.

Bei den Eigenmitteln (Qualifying Capital Resources) soll im Rahmen der Klassifizierung mindestens zwischen zwei Kategorien unterschieden werden: Tier 1 und Tier 2. Die hierfür vorgeschlagenen Kriterien umfassen: Nachrangigkeit, Verfügbarkeit, Verlustabsorptionsfähigkeit, keine feste Laufzeit, keine obligatorischen Servicekosten oder sonstigen Belastungen.

Für die Bestimmung der Kapitalanforderungen (ICS Capital Requirement) sollen folgende Risikokategorien berücksichtigt werden: Versicherungstechnisches Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko und Operationelles Risiko. Gruppen- und Liquiditätsrisiken sollen zunächst nicht für die Kapitalanforderungen quantifiziert werden. Als Risikomaß werden derzeit Value-at-Risk und Tail-Value-at-Risk über den Zeithorizont von einem Jahr diskutiert. Als Arbeitshypothese für die Kalibrierung des Risikomaßes wurden Minimum 99,5 % Value-at-Risk über 1 Jahr und Minimum 90 % Tail Value-at-Risk über 1 Jahr benannt.

IAIS hat für die Finalisierung der ICS folgenden Zeitplan vorgesehen:

7. Januar 2015 bis Februar 2015 Erste Konsultationsphase ICS
April bis Juni 2015 Quantitative Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2015 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2015 bis Februar 2016 Zweite Konsultationsphase zu ComFrame einschl. ICS
April bis Juni 2016 Weitere quantitativen Auswirkungsstudie (Field Test)
Juli bis August 2016 Analyse der quantitativen Auswirkungsstudie
Ende 2016 Finalisierung der ICS
ab 2017 Berichterstattung zu ICS an Aufsichtsbehörden
Ende 2017 Dritte Konsultationsphase (nach erster Berichterstattung zu ICS an die Aufsichtsbehörden)
Q4 2018 Inkrafttreten ComFrame einschl. ICS

Langfristig sollen die ICS die im Oktober 2014 verabschiedeten Basiskapitalanforderungen (BCR) für global systemrelevante Versicherer (G-SII) ersetzen (vgl. Blog-Beitrag v. 27. Oktober 2014). Aktuell bilden die BCR jedoch auch die Basis für die Ermittlung der zusätzlichen Kapitalanforderungen (Higher Loss Absorbency (HLA)) für global systemrelevante Versicherer. Für die Weiterentwicklung dieser zusätzlichen Kapitalanforderungen (HLA) ist daher eine weitere Konsultation für 2015 vorgesehen.

Solvency II Newsletter Nr. 7, Dezember 2014

Wir freuen uns, Sie mit der siebten Ausgabe unseres interaktiven Solvency II-Newsletters über die aktuellen Solvency II-Diskussionen zu informieren.

Auch in diesem Newsletter greifen wir wieder Schwerpunkte auf, die sich aus der Praxis im aktuellen Umfeld und den aktuellen Herausforderungen der (Rück-)Versicherungsbranche ergeben. Somit finden Sie in dieser Ausgabe folgende Themen:

  • Gesetzgebungsverfahren: „Solvency II-Entwicklungen in 2014: mit voller Fahrt voraus!“
  • Solvabilitätsübersicht & Eigenmittel: „Pflichten des Abschlussprüfers“
  • Governance & risikostrategischer Rahmen: „Die Implementierung der künftigen Säule II-Anforderungen in nationales Recht“
  • Aufsichtsrechtliches Meldewesen & Offenlegung: „VAG-Novelle: Auswirkungen auf die Berichterstattung“

Über folgenden Link steht Ihnen der Solvency II-Newsletter außerdem in einer für Ihr iPad-optimierten Version zur Verfügung: http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-fuer-solvency2.jhtml.

Über unsere Solvency II-App können Sie sich darüber hinaus jederzeit über Ihr iPad über wesentliche Kernaspekte von Solvency II informieren. Zur kostenfreien Download-Möglichkeit für die Solvency II-App gelangen Sie über den folgenden Link bzw. Quellcode: https://itunes.apple.com/de/app/solvency-ii/id636538801?mt=8.

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