Kategorie: Solvabilitätsübersicht & Eigenmittel

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BaFin veröffentlicht aktualisierte Hinweise zum Berichtswesen

Die BaFin hat am 29. März 2017 mit den Hinweisen zum Solvency-II-Berichtswesen für Erst- und Rückversicherungsunternehmen und Versicherungsgruppen eine aktualisierte Fassung ihres Merkblatts zum Berichtswesen vom 16. Oktober 2015 veröffentlicht (vgl. unseren Blog-Beitrag vom 28. Januar 2016).

Während die Hinweise zur bisherigen Berichterstattung einschließlich der Erläuterungen zur Day 1-Berichterstattung nun nicht mehr enthalten sind, hat die BaFin ihre Erwartungen an die quantitative (QRT) und qualitative (SFCR, RSR, ORSA-Bericht) Berichterstattung nochmals konkretisiert und geht gegenüber der letzten Fassung auf weitere regulatorische Anforderungen näher ein. Weiterhin sind Abschnitte zu den Besonderheiten der Berichterstattung über die Solvenzkapitalanforderung bei Anwendern genehmigter Interner Modelle und zur Berichterstattung zum Zwecke der Finanzstabilität in der Veröffentlichung der BaFin enthalten, welche allerdings gegenüber der vorherigen Fassung kaum verändert wurden.

EIOPA’s Jahresbericht zur Zusammenarbeit der Colleges

EIOPA hat am 1. März 2017 den Jahresbericht über die Arbeitsweise der Colleges der Aufsichtsbehörden und den Schwerpunkten für die Zukunft veröffentlicht. Die Colleges wurden gegründet, um eine effektive und effiziente Gruppenaufsicht der rund 90 grenzübergreifenden Versicherungsgruppen mit Sitz im EWR sicherzustellen.

Zusammenfassend sind aus Sicht von EIOPA deutliche Verbesserungen erkennbar und weitere Schritte notwendig, um den Paradigmenwechsel zur risikobasierten Aufsicht zu vollenden. Im folgenden werden einige wichtige Aspekte des Jahresberichts zusammengefasst.

Zielerreichung der Colleges in 2016 und weiterhin bestehende Arbeitsfelder

Förderung des Informationsaustauschs der Colleges:

  • Vermehrte Treffen der Colleges und intensiverer Austausch zu den Quantitative Reporting Templates (QRTs).

IDW EPS 580 zur Prüfung der Solvabilitätsübersicht

Am 20. Dezember 2016 veröffentlichte das IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.) den vom HFA (Hauptfachausschuss) verabschiedeten Entwurf eines Prüfungsstandards „Prüfung der Solvabilitätsübersicht nach § 35 Abs. 2 VAG (IDW EPS 580)“. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Konsultationsphase. Ergänzungs- und Änderungsvorschläge können schriftlich bis zum 31. Mai 2017 eingereicht werden.

Im IDW EPS 580 stellt das IDW die Berufsauffassung zu den Besonderheiten der Anwendung der vom IDW festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung auf die Prüfungen der Solvabilitätsübersicht nach § 35 Abs. 2 VAG dar. Der Standard enthält Anforderungen an die Prüfungsplanung, Prüfungsdurchführung und Berichterstattung sowie Anwendungshinweise und weitergehende Erläuterungen für einzelne Prüfungsgebiete.

Auslegungsentscheidung zu Anforderungen zur Bewertung von Kapitalmarktmodellen

Die BaFin hat am 10. November 2016 eine Auslegungsentscheidung zu Anforderungen an Kapitalmarktmodelle, die im Rahmen der Ermittlung des besten Schätzwertes der versicherungstechnischen Rückstellungen zur Projektion von Zahlungsströmen genutzt werden, veröffentlicht. Die Auslegungsentscheidung reflektiert in diesem Zusammenhang insbesondere Anforderungen an die Wahl der verwendeten Kapitalmarktmodelle und die Kalibrierung der zugrundeliegenden Modelle sowie die Prüfung der Angemessenheit der Kapitalmarktmodelle und der erzeugten Kapitalmarktszenarien.

Die Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten folgt unter Solvency II einem marktwertorientierten Ansatz. Da für versicherungstechnische Rückstellungen in der Regel jedoch keine Preise an einem aktiven Markt abgelesen werden können, wird deren Wert als Summe aus dem besten Schätzwert und der Risikomarge ermittelt. Für die Ermittlung des besten Schätzwerts werden die mit den Versicherungsverträgen verbundenen Zahlungsströme in die Zukunft projiziert und unter Berücksichtigung des Zeitwertes des Geldes unter Verwendung der maßgeblichen risikofreien Zinskurve bewertet.

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„Solvency II: Gerüstet für die erste Prüfungspflicht und vollständige Berichterstattung“

Unser Business Breakfast ist als Informationsveranstaltung für alle Vorstände, Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Risikomanagement, Interne Revision und Aktuariate von Versicherungsunternehmen gedacht. Unsere Experten freuen sich darauf, Ihnen folgende Themen vorzustellen und die wichtigsten Herausforderungen und Handlungsbedarfe zum Jahresende gemeinsam zu diskutieren:

  • „Be prepared“ – Erfahrungen aus den Solvency II Day1-Prüfungen: Angemessene Vorbereitung für die anstehende Solvency II Prüfungssaison
  • „Closer look“ – Datenqualität & IKS: Die Anforderungen, insbesondere mit Fokus auf die Prüfungspflicht“
  • „Reporting 1.0“ – Vorbereitet sein für die erste vollständige Berichterstattung und der Blick auf das Management Reporting der Zukunft

Heterogene Solvency II-Prüfungspflichten in Europa

Zum Stichtag 31. Dezember 2016 zeichnet sich in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten ein sehr unterschiedlicher Prüfungsumfang von Solvency II-Anforderungen ab. Ursache hierfür ist das in der Solvency II-Richtlinie (2009/138/EG) vorgesehene Wahlrecht der EU-Mitgliedsstaaten Prüfungspflicht und -umfang selbstständig jeweils national zu regeln. Das gilt auch für Anforderungen durch wen die Prüfungshandlungen durchzuführen sind (bspw. Abschluss-/Wirtschaftsprüfer, Sachverständige, etc.).

Bereits in der Vorbereitungsphase (bspw. Solvency II Day 1-Reporting zum 1. Januar 2016) waren über die Mitgliedsstaaten hinweg unterschiedliche Vorgehensweisen zu beobachten, die sich nun fortsetzen: In einigen Ländern, beispielsweise Frankreich, besteht bis dato keine Prüfungspflicht von Solvency II-Anforderungen. Dem stehen andere Länder mit sehr umfangreichen Prüfungspflichten gegenüber; so umfassen sie beispielsweise in Österreich neben Solvency II Balance Sheet, Solvabilitäts- und Mindestkapitalanforderung (SCR/MCR), Eigenmittel auch den gesamten Bericht über die Solvabilitäts- und Finanzlage (SFCR) sowie eine Überprüfung der Effektivität des internen Kontrollsystems (IKS), des Risikomanagementsystems sowie der Internen Revision.

Morje, Guten Morgen, Servus, Gudde Morge! – Melden Sie sich an zum PwC Business Breakfast in vier unterschiedlichen Regionen!

„Solvency II: Gerüstet für die erste Prüfungspflicht und vollständige Berichterstattung“

Im Rahmen unseres Business Breakfast‘s freuen sich unsere Experten darauf, Ihnen folgende Themen vorzustellen und die wichtigsten Herausforderungen und Handlungsbedarfe zum Jahresende gemeinsam zu diskutieren:

  • „Be prepared“ – Erfahrungen aus den Solvency II Day1-Prüfungen: Angemessene Vorbereitung für die anstehende Solvency II Prüfungssaison
  • „Closer look“ – Datenqualität & IKS: Die Anforderungen, insbesondere mit Fokus auf die Prüfungspflicht“
  • „Reporting 1.0“ – Vorbereitet sein für die erste vollständige Berichterstattung und der Blick auf das Management Reporting der Zukunft

Update der EIOPA Q&A

Zur Unterstützung einer konsistenten und effektiven Umsetzung der Regulierung veröffentlicht EIOPA bereits seit 2013 laufend die von Stakeholdern eingereichten „Question & Answer“ (Q&A). Die Q&A betreffen diverse Themen rund um Säule 1-3 der Leitlinien und technischen Durchführungsstandards (ITS) von EIOPA sowie der Veröffentlichungen zur risikofreien Zinsstrukturkurve.

Am 1. September 2016 wurden zuletzt zu folgenden Leitlinien und ITS die Q&A-Listen aktualisiert und veröffentlicht:

  • Guidelines on recognition and valuation of assets and liabilities other than technical provision
  • Final report on the ITS on the templates for the submission of information to the supervisory authorities.

Auslegungsentscheidung zur Unterdeckung des SCR / MCR

Am 27. Juli 2016 veröffentlichte die BaFin ihre Auslegungsentscheidung zur Unterdeckung der Solvabilitätskapitalanforderung oder der Mindestkapitalanforderung und gibt damit ein konkretes Verständnis in der Anwendung der §§ 134, 135 VAG für die Praxis vor.

Feststellung einer (drohenden) Unterdeckung 

Von einer drohenden Unterdeckung der Solvabilitätskapitalanforderung (SCR) oder Mindestkapitalanforderung (MCR) ist nach Auffassung der BaFin bereits auszugehen, wenn eine entsprechende Unterdeckung innerhalb der nächsten 3 Monate aus unternehmenseigener Sicht wahrscheinlicher ist, als die Bedeckung der jeweiligen Kapitalanforderung (SCR/MCR). Bagatellgrenzen werden dabei nicht genannt.

Auslegungsentscheidung zu Latenten Steuern bei steuerlicher Organschaft

Am 4. Juli 2016 veröffentlichte die BaFin ihre Auslegungsentscheidung Bilanzierung der temporären Differenzen zwischen dem Ansatz und der Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht und dem Ansatz und der Bewertung der Vermögenwerte und Verbindlichkeiten zu Steuerzwecken sowie zur Berücksichtigung der verlustmindernden Wirkung bei Vorliegen einer steuerlichen Organschaft. Damit schafft die BaFin nun Klarheit zum Vorgehen unter Solvency II bei latenten Steuern im Falle von steuerlichen Organschaften.

Für den Ansatz und die Bewertung latenter Steuern unter Solvency II sind die Vorschriften der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) maßgeblich. Jedoch werden der Ansatz und die Bewertung latenter Steuern in einer ertragssteuerlichen Organschaft nicht durch IAS 12 geregelt. Zudem besteht in Deutschland die nationale Besonderheit des Gewinn- bzw. Verlustabführungsvertrages bei einer Besteuerung auf Gruppenebene.