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Steuern & Recht

Aufwendungen bei Beteiligung an Schiffsfonds nicht abzugsfähig


Beteiligung an Schiffsfonds als Kapitalanlagemodell? Vorsicht: Meistens handelt es sich bei den aufgelaufenen Kosten nicht um echte Aufwendungen, denn kaum eine Gestaltung hält einer abschließenden Prüfung durch die Finanzbehörden stand. Auch der Bundesfinanzhof hatte sich jetzt in einem weiteren Urteil mit dieser Thematik zu befassen und bestätigte im Grundsatz die Verwaltungsauffassung.

 

Einzelverträgen kommt grundsätzlich keine selbständige Bedeutung zu

Ein weiteres höchstrichterliches Urteil vom zur steuerlichen Behandlung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beteiligung an einem Schiffsfonds hat der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich gefällt.  Die Entscheidung reiht sich ein in das Urteil des BFH gleichen Datums (Aktenzeichen: IV R 8/10). Auch in dem jetzt bekannt gewordenen Fall der Beteiligung an einer Schiffsfonds-Kommanditgesellschaft (Aktenzeichen: IV R 36/08) ging es um die Frage, inwieweit Kosten für einzelvertraglich vereinbarte Dienstleistungen steuerlich sofort als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Der BFH wies auch hier auf die einheitliche Betrachtung des Gesamtkonzepts hin, das darauf ausgerichtet war, in gesamthänderischer Verbundenheit ein Containerschiff zu erwerben und ließ die geltend gemachten Aufwendungen für die Platzierungsgarantie, die Finanzierungskoordination, die Haftungsübernahme und die Kosten der Eigenkapitalbeschaffung nicht zum sofortigen Abzug zu.

 

Abzug hinsichtlich vorbereitender Bereederung möglich

Im Unterschied zum Urteil IV R 8/10 standen im vorliegenden Fall jedoch auch Kosten für die vorbereitende Bereederung des Containerschiffs zur Debatte. Diese gehörten, so der BFH, zu den sofort abzugsfähigen Betriebsausgaben. Denn die Vergütung stand ausschließlich im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Containerschiffs und nicht mit dessen Erwerb. (MH)

 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 14. April 2011 (IV R 36/08), als NV-Entscheidung bekanntgegeben am 6. Juli 2011