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Steuern & Recht

    Steuern & Recht

    Nachweis über Versteuerung im Ausland kein rückwirkendes Ereignis


    Die Vorlage eines Nachweises über die Versteuerung des Arbeitseinkommens im Ausland nach § 50d Abs. 8 Einkommensteuergesetz ist kein – zur Änderung des ursprünglichen Steuerbescheids berechtigendes – rückwirkendes Ereignis, wenn der ausländische Steuerbescheid vor dem inländischen ergangen ist und die Versteuerung im Ausland daher bereits bei dessen Erlass hätte berücksichtigt werden müssen. Dementsprechend muss auch die Berechnung der Zinsen erfolgen.

    Rückwirkendes Ereignis bei nachträglichen Anschaffungskosten auf Beteiligung


    Änderung eines bestandskräftigen Einkommensteuerbescheids wegen eines rückwirkenden Ereignisses ist auch möglich, wenn der betreffende Sachverhalt (hier: die Veräußerung einer qualifizierten Beteiligung und Entstehung nachträglicher Anschaffungskosten) im Ausgangsbescheid nicht berücksichtigt war.

    Später empfangene Schadensersatzzahlung als rückwirkendes Ereignis?


    Handelt es sich bei der nachträglich empfangenen Schadensersatzzahlung im Rahmen eines Vergleichs um ein rückwirkendes Ereignis, was sich auf die in einem früheren Jahr erzielten Einkünfte auswirkt? Das Finanzgericht Baden-Würrtemberg verneint dies in seinem (allerdings nicht rechtskräftigen) Urteil.

    Keine rückwirkende Verzinsung bei späterer Aufgabe der Investitionsabsicht


    Die Aufgabe der Investitionsabsicht nach Erlass des betreffenden Steuerbescheids, in dem der Investitionsabzugsbetrag berücksichtigt wurde, ist ein rückwirkendes Ereignis: Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das rückwirkende Ereignis eingetreten ist. Dies gilt allerdings nur für sog. Altfälle: Ab 2013 beginnt die Verzinsung schon früher.

    Einreichung einer Bilanz bei Einbringung als rückwirkendes Ereignis


    Wird die Einzelpraxis eines Arztes in eine GbR eingebracht und werden deren Wirtschaftsgüter erst in einem späteren Veranlagungszeitraum in der Eröffnungsbilanz der GbR erfasst, stellt die Erstellung und Einreichung der Eröffnungsbilanz ein rückwirkendes Ereignis dar, das eine  Änderung des betreffenden Steuerbescheides nach § 175 Abs.1 Abgabenordnung (AO) ermöglicht.