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Brennpunkt – DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2020

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ des Deutschen Aktieninstituts e.V. (DAI) am 18. November 2019 die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.

Gemeinsame Europäische Prüfungsschwerpunkte

Die gemeinsamen europäischen Schwerpunkte bilden die Themen

  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 16 „Leasingverhältnisse“
  • “Follow-up“ von ausgewählten Aspekten der Anwendung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ (nur bei Kreditinstituten) und IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ (bei Nicht-Finanzinstituten)
  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ (inkl. Anwendung von IFRIC 23 „Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung“)

Im Rahmen des Prüfungsschwerpunkts IFRS 16 wird sich die DPR einen Überblick über die Implementierung des Standards im Unternehmen verschaffen und in diesem Zusammenhang Unterlagen wie die Bilanzierungsrichtlinien, Vertragsinventare oder Berichterstattungen an den Vorstand und Aufsichtsrat anfordern. Auf dieser Grundlage wird die DPR ausgewählte Aspekte der Anwendung des IFRS 16 wie die Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen oder der Abzinsungssätze hinterfragen. Auch die Einhaltung der umfangreichen Angabepflichten, angefangen von Erläuterungen zur gewählten Übergangsmethode bis hin zur Darstellung der Ausübung von Wahlrechten, wird im Fokus der Prüfungen der DPR stehen. Das „follow-up“ zu IFRS 9 wird sich insbesondere auf Kreditinstitute beziehen. Die Expected Credit Losses mit den Unterpunkten der eigentlichen Bewertung und den Angaben dazu bilden den Kern dieses Schwerpunkts. Die Prüfung der Anwendung des IFRS 15 soll vornehmlich Nicht-Finanzinstitute betreffen und je nach Bedeutung für das Unternehmen verschiedene Aspekte vertiefen, darunter Prinzipal-Agenten-Beurteilungen, Fragen der Zusammenfassung von Verträgen oder das Zusammenspiel von Allianzen und Kooperationen und der Umsatzrealisierung.

Bei den ausgewählten Aspekten der Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ wird es insbesondere um die Erfassung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge gehen, die bei Vorliegen einer Verlusthistorie erhöhten Anforderungen genügen müssen. In diesem Zusammenhang wird sowohl von der ESMA als auch der DPR auf das im Juli diesen Jahres veröffentlichte ESMA-Public Statement zu dem Thema (https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-743_public_statement_on_ias_12.pdf) verwiesen. Auch die Anwendung des IFRIC 23 und die Notwendigkeit eines separaten Ausweises von Ertragsteuerschulden und -forderungen ist bei diesem Prüfungsschwerpunkt von Bedeutung.

Flankiert werden die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte von weiteren möglichen Themen, die aus Sicht der ESMA von Relevanz für die nationalen Enforcer sein können: Die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform, Angaben zu Änderungen bei alternativen Leistungskennziffern, z. B. durch IFRS 16, Angaben zu möglichen Auswirkungen des Brexit, die Umsetzung des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats sowie die Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen. Letzteres Thema spielt für die DPR nur insoweit eine Rolle, als dass sie das Vorhandensein solcher Informationen überprüft.

Nationale Prüfungsschwerpunkte

Als nationale Schwerpunkte wurden von der DPR die Themenbereiche

  • Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken – IAS 36 sowie
  • Konzernlagebericht

festgelegt.

Der Wertminderungstest des Geschäfts- oder Firmenwerts war zuletzt 2014 schwerpunktmäßiger Gegenstand der DPR-Prüfungen, wenn auch dennoch seitdem regelmäßig Fragen dazu gestellt wurden. Eingedenk der sich eintrübenden wirtschaftlichen Entwicklung, die zuletzt auch zu vermehrten Gewinnwarnungen geführt hat, geht die DPR von sinkenden „Headrooms“ bei Werthaltigkeitstests aus. Daher sollten die Bilanzierer für die Abschlüsse 2019 sensibilisiert sein und u.a. ihre dem Werthaltigkeitstest zu Grunde gelegten Cash Flow Prognosen hinterfragen. Konkret gehen wird es unter anderem um die korrekte Testebene (einzelner Vermögenswert, zahlungsmittelgenerierende Einheit oder Segment) und die Abgrenzung der einzubeziehenden Vermögenswerte (z. B. Einhaltung von Segmentgrenzen oder Corporate Assets), die zutreffende Ermittlung von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert sowie die bei der Ermittlung dieser Werte zu Grunde gelegten Annahmen. Ein weiteres Augenmerk wird auf den Folgewirkungen des IFRS 16 auf den Werthaltigkeitstest liegen, z. B. in Bezug auf die Einbeziehung von Nutzungsrechten in den Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, auf die Kapitalstruktur oder die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes.

Der Prüfungsschwerpunkt Konzernlagebericht beschäftigt sich insbesondere mit den Auswirkungen des IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ auf den Lagebericht, da die bilanzielle Erfassung aller Leasingverhältnisse wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf bedeutsamste Leistungsindikatoren oder Covenants haben kann. Im Fokus der DPR wird die transparente und angemessene Darstellung der Effekte des IFRS 16 auf bedeutsamste Leistungsindikatoren bzw. deren Entwicklung stehen. Sollte der neue Leasingstandard zu Veränderungen in der Ermittlungsmethodik von Leistungsindikatoren führen, werden hierzu Erläuterungen verlangt, ggf. einschließlich von Überleitungen auf im Konzernabschluss ausgewiesene Beträge. Auch hier wird die DPR prüfen, ob diese Anforderungen eingehalten wurden.

Keine Bindung an veröffentlichte Schwerpunkte

Unverändert schließen die Prüfungsschwerpunkte die Prüfung anderer Themenbereiche nicht aus, da die DPR jeden Abschluss unter Beachtung branchentypischer Besonderheiten oder wesentlicher Geschäftsvorfälle individuell prüft. Daher sollten auch Themen wie die Segmentberichterstattung, die Kapitalflussrechnung oder die Bilanzierung möglicher Unternehmenszusammenschlüsse nicht aus den Augen gelassen werden. Vor dem Hintergrund der Prüfung auch der Einhaltung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung durch die DPR ist eine ausführliche Dokumentation auch ermessensbehafteter Sachverhalte anzuraten, z.B. bei der Bewertung von Rückstellungen, bei der Berücksichtigung von Risiken beim Impairmenttest oder dem Nachweis der Werthaltigkeit latenter Steuern auf Verlustvorträge.

Aufsichtsrat, Vorstand und das Rechnungswesen der Unternehmen sollten die Prüfungsschwerpunkte im Hinblick auf eine erwartete Prüfung bei der Aufstellung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts bzw. bei dessen Prüfung berücksichtigen. Dabei sollte die Dokumentation der bilanziellen Abbildung dieser Themen, aber auch anderer wesentlicher Geschäftsvorfälle nochmals dahingehend beurteilt werden, ob sie im Rahmen eines DPR Verfahrens einer Nachweisführung genügen.

Weitere Informationen zu den ESMA-Prüfungsschwerpunkten finden Sie auf der Internetseite der ESMA (https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-791_esma_european_common_enforcement_priorities_2019.pdf), die DPR-Prüfungsschwerpunkte sind auf der Internetseite der DPR abrufbar (https://www.frep.info/docs/pressemitteilungen/2019/20191118_pm.pdf).

 

WP StB Dr. Bernd Kliem                                                               WP Michael Herr   
Tel.: +49 89 5790 5549                                                                        Tel.: + 49 69 9585 1686
E-Mail: bernd.kliem@pwc.com                                                          E-Mail: michael.herr@pwc.com

WP StB Jens Hillemeyer                                                                WP StB Jan Kosma
Tel.: + 49 511 5357-5529                                                                      Tel.: +49 511 5357-5492
E-Mail: jens.hillemeyer@pwc.com                                                    E-Mail: jan.kosma@pwc.com

WP Nicole Optenkamp
Tel.: +49 69 9585-5720
E-Mail: nicole.optenkamp@pwc.com

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2020

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung „Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung“ – Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis am 18. November 2019 folgende nationale Schwerpunkte für die Prüfungen der Abschlüsse 2019 im kommenden Jahr 2020 veröffentlicht:

Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken – IAS 36

  • Bestimmung der sachgerechten Ebene des Wertminderungstests
  • Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe plausibler Annahmen und unter Berücksichtigung des speziellen Risikos des Vermögenswerts bzw. der ZGE
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung aus der Perspektive eines unabhängigen Marktteilnehmers und unter Beachtung der Fair-Value-Hierarchie. Erfordernis einer Kalibrierung der Inputparameter anhand des Transaktionspreises beim erstmaligen Ansatz
  • Auswirkungen von IFRS 16 auf den Wertminderungstest beim Geschäfts- oder Firmenwert

 

Konzernlagebericht

  • Darstellung der Auswirkungen von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
  • Darstellung und Berechnung von bedeutsamsten Leistungsindikatoren unter Berücksichtigung der Erstanwendung von IFRS 16, insbesondere Bereinigung von Effekten bei alternativen Leistungskennziffern, Anfertigung einer Überleitungsrechnung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

Diese beiden Schwerpunkte ergänzen die drei gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte zum IFRS 16 Leasing, IFRS 9 Finanzinstrumente bzw. 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden und IAS 12 Ertragsteuern, die von der ESMA am 22. Oktober 2019 veröffentlicht wurden und über die ich am 23. Oktober 2019 bereits berichtet habe.

Künstliche Intelligenz im Finanz- und Rechnungswesen – 22. November 2019 auf Schloss Birlinghoven

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und PwC laden Sie herzlich zur Veranstaltung „Künstliche Intelligenz im Finanz- und Rechnungswesen“ am 22. November 2019 auf Schloss Birlinghoven ein.
Experten von PwC und Fraunhofer IAIS zeigen aktuelle Entwicklungen und Potenziale für den strategischen Einsatz von KI im Unternehmen auf. Sie erhalten Einblicke in innovative Anwendungen wie KI beim Bearbeiten von Checklisten, im Benchmarking, in Chatbots sowie vertrauenswürdige KI-Systeme zur Qualitätssicherung. Im Anschluss diskutieren wir mit Unternehmensvertretern die Zukunft der Finanzfunktion im Hinblick auf KI.   Die Teilnahmegebühr beträgt 200 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer inklusive Trainingsunterlagen, Getränke, Mittagessen und Kaffeepausen. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.

Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: www.pwc-events.com.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Rüdiger Loitz
WP/StB/CPA
PwC Technology & Innovations Assurance

Dr. Dirk Hecker
Stv. Institutsleiter Fraunhofer IAIS
Geschäftsführer Fraunhofer-Allianz BIG DATA AI

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens überwachen

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat heute die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2019 börsennotierter Unternehmen berücksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits – wie auch in den Vorjahren – die Änderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zuständigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 „Leasingverhältnisseträge“, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-Abschlüssen ausgelöst wurden. Dies ist für Kreditinstitute der IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in Bezug auf erwartete Kreditausfälle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie für Industrieunternehmen der IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvorträgen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die jüngsten Änderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen beschäftigen und den diesbezüglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig für den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bezüglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grundsätze der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Angaben ein, die für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen maßgeblich sein sollten, einschließlich der Bedeutung einer ausgewogenen und verständlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten für Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Darüber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gründen und Nutzen von Änderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen können, insbesondere in Bezug auf Änderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des nächsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Prüfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.

ESMA veröffentlicht den 23. Auszug aus der EECS-Datenbank

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat einen weiteren Auszug aus ihrer Datenbank mit Entscheidungen aus den European Enforcers Coordination Sessions (EECS) zu Jahresabschlüssen veröffentlicht (https://www.esma.europa.eu/document/23rd-extract-eecs%E2%80%99s-database-enforcement ).

Der Auszug enthält eine Auswahl von acht Entscheidungen, die von nationalen Enforcern im Zeitraum von Dezember 2016 bis Dezember 2018 getroffen wurden. Entscheidungen der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) sind wie immer nicht dabei. Die Entscheidungen umfassen mehrere Themen, darunter die Darstellung der Kapitalflussrechnung und Angaben zur Veränderung von finanziellen Schulden, die Wertminderung von finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten sowie die Bilanzierung von verleasten Immobilien, die zur Neuentwicklung erworben wurden.

Die ESMA veröffentlicht diese Auszüge mit dem Ziel, Emittenten und Abschlussadressaten relevante Informationen über die ordnungsgemäße Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS) zu geben. Sie informieren die Marktteilnehmer darüber, welche Bilanzierungsbehandlungen die nationalen europäischen Enforcer als konform mit den IFRS betrachten können, d.h. ob die Behandlungen als innerhalb des nach IFRS zulässigen Bereichs liegend betrachtet werden.

Da bei den Diskussionen im EECS auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und DPR mitwirken und die Entscheidungen von den deutschen Enforcementstellen auch zu beachten sind, sollten Unternehmen sich mit den veröffentlichten Auszügen beschäftigen.

ESMA legt Erwartungen an die Anwendung von IAS 12 zu aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge fest

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat ein Public Statement zu IAS 12 Income Taxes veröffentlicht (https://www.esma.europa.eu/document/considerations-recognition-deferred-tax-assets-arising-carry-forward-unused-tax-losses). In diesem legt sie ihre Erwartungen an die Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisanforderungen aktiver latenter Steuern (DTAs) aufgrund steuerlicher Verlustvorträge in IFRS-Abschlüssen dar.

ESMA und europäische Enforcer fokussierten sich auf neue Standards und nichtfinanzielle Informationen

Die ESMA veröffentlichte diese Woche ihren Jahresbericht 2018 über die Aktivitäten der Enforcement-Institutionen im europäischen Wirtschaftsraum zur Überwachung von Geschäftsberichten.

Die nationalen Enforcer kontrollierten 2018 die Konzernabschlüsse von ca. 950 Unternehmen (ungefähr 16% der kapitalmarktorientierten Unternehmen in der EU) hinsichtlich der Beachtung der IFRS und der im Jahr 2017 veröffentlichten Schwerpunkte. Gegen 328 Unternehmen (33% der untersuchten Abschlüsse) wurden in der Folge Maßnahmen ergriffen.

In anderen europäischen Ländern erstreckten sich die Kontrollen auch auf die nichtfinanziellen Berichte über Umwelt, soziale Belange und Unternehmensführung, die für das Geschäftsjahr 2018 erstmals zu veröffentlichen waren. So überprüften die Kontrolleure die nichtfinanziellen Berichte von 819 Unternehmen, ca. 31% der von den neuen Regelungen betroffenen Unternehmen. In 51 Fällen wurde Maßnahmen eingeleitet. In Deutschland wird von der DPR lediglich geprüft, ob eine nichtfinanzielle Berichterstattung – sofern erforderlich – erfolgt ist. Mit 746 Unternehmen wurden in einem vergleichbaren Umfang Abschlüsse im Hinblick auf die Vereinbarkeit dargestellter Alternative Performance Measures mit der von der ESMA veröffentlichten Guideline untersucht. Hier kam es zu 136 Maßnahmen. 

In 2019 werden sich die ESMA und die nationalen Enforcer weiterhin auf die einheitliche Anwendung und Überwachung der IFRS, insbesondere der neuen Standards IFRS 9 und 15, sowie die erwarteten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leases fokussieren. Daneben erstreckt sich die Ausrichtung der ESMA zunehmend auf die nichtfinanzielle Berichterstattung und alternative Kennzahlen, für die eine ständige Arbeitsgruppe eingerichtet wurde und sich die ESMA auch aktiv in den Gesetzgebungsprozess einbringt.

DPR veröffentlicht Tätigkeitsbericht für 2018

Die Fehlerquote, die sich bei der Überprüfung der Jahres- und Konzernabschlüsse deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen durch die DPR ergeben hat, liegt im Jahr 2018 mit 15 % auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen drei Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die DPR in ihrem am 24. Januar 2019 veröffentlichten Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018. Deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018 von 8% lag die Fehlerquote von Unternehmen mit Indexzugehörigkeit. Sie betrug im Jahr 2018 16%. Die festgestellten Fehler lassen sich analog zum Vorjahr auf Umfang und Anwendungsschwierigkeiten bei den IFRS hinsichtlich der Abbildung komplexer Geschäftsvorfälle sowie auf unzureichende Berichterstattung im Anhang und Lagebericht zurückführen. 

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2019

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 10. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ des Deutschen Aktieninstituts e.V. (DAI) am 15. November 2018 die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.
 
Auf europäischer Ebene wurden von der European Securities and Markets Authority (ESMA) gemeinsam mit den nationalen Enforcern (z.B. für Deutschland die DPR) einheitliche Prüfungsschwerpunkte erarbeitet, die bei den Prüfungen im Jahr 2019 im Rahmen der Enforcement-Verfahren im Fokus stehen werden.
 
  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente
  • Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse
Zudem gibt es zwei ergänzende nationale Prüfungsschwerpunkte:
Konzernlagebericht
Segmentberichterstattung
 
Beim Konzernlagebericht stehen vor allem die Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und der Ertragslage entsprechend dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit im Fokus. Bei der Segmentberichterstattung legt die DPR bei der Bestimmung der operativen Segmente und Zusammenfassung zu berichtspflichtigen Segmenten sowie erläuternden Angaben einen Schwerpunkt. Gleichfalls betont sie die Darstellung des Segmentergebnisses v.a. hinsichtlich der Verwendung alternativer Leistungskennziffern. Ferner verweist die DPR auf die Differenzierung zwischen Informationen in der Kategorie „alle sonstigen Segmente“ und sonstigen Abstimmungsposten in der Überleitungsrechnung und die Information über geografische Gebiete differenziert nach Herkunftsland und Drittländern sowie über Kundenabhängigkeiten.

Veröffentlichung: IFRS 15 und IFRS 16: „Neue Prozesse bieten Potenzial zur Verbesserung“

Mit der Einführung der neuen Rechnungslegungsstandards zu Leasing (IFRS 16) und zur Umsatzrealisierung (IFRS 15) werden Bilanzen international vergleichbarer. Durch das Zusammenspiel von IFRS 15 und IFRS 16 ergeben sich insbesondere für Leasinggeber völlig neue Herausforderungen. Welche dies genau sind und was künftig bei Mehrkomponentengeschäften zu beachten ist, finden Sie im Interview, das am 9. Juli 2018 in „Der Betrieb“ erschienen ist. Zum Interview

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