Accounting Advice Blog

Veröffentlichung: IFRS 15 und IFRS 16: Wenn zwei Schwergewichte aufeinander treffen

Mit IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ und IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ hat das IASB zwei „Schwergewichte“ mit erstmaliger Anwendung für beide Standards mit einem Zeitversatz von maximal einem Jahr veröffentlicht. Zusätzlich ist ab 2018 IFRS 9 „Finanzinstrumente“ anzuwenden. Die Implementierung und praktische Anwendung stellt die IFRS-Bilanzierer vor große Herausforderungen. Demnach kann es im Einzelfall zum einen zu umfassenden Änderungen bereits durch Einführung des jeweiligen Standards kommen, zum anderen bergen insb. die Schnittstellen des Scope der beiden Standards bei der Implementierung einige Herausforderungen. Der Fachbeitrag „IFRS 15 und IFRS 16: Wenn zwei Schwergewichte aufeinander treffen“ (von Andrea Bardens, Kai Czymoch und Dr. Christoph Wallek), erschienen  in der KoR, Nr. 06 vom 01.06.2018, zeigt anhand von praxisorientierten Anwendungsfällen, wo IFRS 15 und IFRS 16 aufeinander treffen und wie hierbei entstehende Fragen angegangen werden können.

ESMA veröffentlicht Übersicht an Entscheidungen europäischer Enforcer

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA, European Securities and Markets Authority) hat zum 22. Mal Kurzfassungen ihrer Enforcement-Entscheidungen zur Bilanzierung nach IFRS veröffentlicht. Dabei handelt es sich um zehn Entscheidungen von nationalen Enforcern aus der Zeit von August 2016 bis Juli 2017. Darunter ist beispielsweise eine Entscheidung zur IAS 7 Kapitalflussrechnung zu Zahlungsmitteln mit Verfügungsbeschränkungen. Dies wiederum stellt einen DPR-Prüfungsschwerpunkt 2018 dar.

Ziel ist es, bilanzierenden Unternehmen und Adressaten von Abschlüssen relevante Informationen zur richtigen Anwendung der IFRS zu geben.

Europäische Enforcer überwachen Abschlüsse, die nach IFRS aufgestellt wurden, und beurteilen, ob sie mit den IFRS und anderen anwendbaren Berichterstattungserfordernissen übereinstimmen, einschließlich nationaler Vorschriften.

Die Veröffentlichung von Enforcement-Entscheidungen soll die Marktteilnehmer darüber informieren, welche Bilanzierungsmethoden nationale Enforcer innerhalb der EU als mit den IFRS übereinstimmend beurteilen, d.h. ob die Vorgehensweise innerhalb des von den IFRS akzeptierten Rahmens liegt. Die Veröffentlichung sowie die dazugehörige Begründung trägt zu einer konsistenten Anwendung der IFRS im Europäischen Wirtschaftsraum bei.

Die ESMA wird weiterhin in regelmäßigen Abständen Auszüge aus den Entscheidungen veröffentlichen, der nächste wird für das zweite Halbjahr 2018 erwartet. Zu dem Auszug der ESMA gelangen Sie hier.

ESMA veröffentlicht Entwurf des technischen Regulierungsstandards zur Umsetzung von ESEF

Wie bereits im Januar in diesem Blog berichtet, sind ab 1. Januar 2020 alle IFRS-Konzernabschlüsse in einem einheitlichen Format zu erstellen – und nun wurde der zugehörige Entwurf für die technischen Rechnungsstandards veröffentlicht.

Damit sollen Geschäftsberichte europaweit vergleichbar gemacht werden – so lautet die Forderung der European Securities and Markets Authority (ESMA) (vgl. Beitrag „ESMA schlägt neues digitales Format zur Finanzberichterstattung vor„).

Nach einer rund viermonatigen öffentlichen Konsultation und der Durchführung eines Feldtests (field testing) hat die ESMA am 18. Dezember 2017 den finalen Entwurf der technischen Regulierungsstandards zur Umsetzung von ESEF veröffentlicht. Die ESMA schlägt darin vor, den Bericht in iXBRL (Inline Extensible Business Reporting Language) zu erstellen und im XHTML (Extensible Hypertext Markup Language)-Format zu veröffentlichen.

Demnach wären ab 1. Januar 2020 zunächst die primären Abschlussbestandteile (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung) sowie grundsätzliche Unternehmensinformationen wie Name, Sitz und Zweck des Unternehmens in der Zuordnungspflicht. Ab 1. Januar 2022 würde sich die ESEF-Berichtspflicht auf umfangreiche Anhangangaben erweitern, die als Textblock einem Element der Taxonomie zuzuordnen sind.

Der Entwurf wurde der Europäischen Kommission vorgelegt. Diese hat einen Zeitraum von drei Monaten, um dem Entwurf zuzustimmen und dem Europäischen Parlament im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens vorzulegen.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat heute auf der 9. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Enforcement, Bilanzierung und Prüfung in Recht und Praxis“ die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.

Einheitlich zu beachtende Prüfungsschwerpunkte:

1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 Kapitalflussrechnungen

Nationale Prüfungsschwerpunkte:

4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Details hierzu unter: https://pwc.to/2iJ2YZU

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Im Vorfeld der Jahrestagung Bilanzkontrolle des Deutschen Aktieninstituts e.V. am 23. November 2017, bei der die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) die nationalen Prüfungsschwerpunkte veröffentlichen wird, hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) heute die drei gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte bekanntgegeben, die bei den Prüfungen im Jahr 2018 im Rahmen von DPR-Verfahren neben den nationalen Prüfungsschwerpunkten im Fokus stehen werden:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen neuer Standards, d.h. IFRS 9 Financial Instruments, IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers und IFRS 16 Leases, im Jahr der erstmaligen Anwendung
  2. Spezielle Fragestellungen bei Ansatz, Bewertung und Anhangangaben in Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen (IFRS 3)
  3. Spezielle Fragestellungen zur Kapitalflussrechnung (IAS 7) wie z.B die Überleitung von Verbindlichkeiten aus Finanzierung

Neue Leitlinie zur Anwendung von Wesentlichkeit

Das vom IASB veröffentlichte Practice Statement 2: Making Materiality Judgements beinhaltet Leitlinien für Unternehmen zur Anwendung von Wesentlichkeit im Rahmen der Erstellung und Berichterstattung ihrer IFRS-Jahres- bzw. Konzernabschlüsse.

Die Leitlinie liefert einen Überblick über die grundlegenden Merkmale von Wesentlichkeit und enthält ein vierstufiges Prozessmodell zur Wesentlichkeitseinschätzung bei der Abschlusserstellung und Berichterstattung. Zudem gibt sie Hinweise, wie in besonderen Fällen die Wesentlichkeitseinschätzung praktiziert werden kann, wie bspw. bei Informationen zu vorangegangenen Perioden, Fehlerkorrekturen und Covenants sowie bei der Zwischenberichterstattung.

Die Leitlinien stellen keinen eigenständigen Standard daher und sind daher nicht verpflichtend anzuwenden. Unternehmen können die Leitlinie für nach dem 14. September 2017 aufgestellte Jahres- bzw. Konzernabschlüsse anwenden.

 

 

Studie: Unternehmen geben bei IFRS 15 endlich Gas

Die Unternehmen drücken beim IFRS 15 endlich aufs Tempo. Das zeigt eine PwC-Analyse der aktuellen Zwischenberichte von 94 börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften. Demnach macht etwa jedes zweite Unternehmen in seinem Halbjahresbericht explizite Angaben zum neuen Bilanzstandard, der Anfang nächsten Jahres in Kraft tritt. Bei 54 Prozent dieser Gesellschaften lassen sich merkliche Fortschritte im Vergleich zum Geschäftsbericht 2016 feststellen (vgl. PwC-Studie aus April 2017). Die Unternehmen geben jedoch nicht nur quantitativ mehr Informationen als vor einem halben Jahr – sondern sie äußern sich auch inhaltlich deutlich detaillierter, etwa was die Auswirkung der neuen Regeln auf interne Steuerungsgrößen oder einzelne Geschäftsbereiche angeht.

Die komplette Studie finden Sie hier.

Feldtest zur Einführung eines einheitlichen elektronischen Berichtsformats – ESEF

Geschäftsberichte sollen europaweit vergleichbar gemacht werden – so lautet die Forderung der European Securities and Markets Authority (ESMA) und gibt mit ESEF (European Single Electronic Format) unter Verwendung des iXBRL-Formats und der IFRS-Taxonomie auch gleich einen Lösungsansatz vor (vgl. Beitrag „ESMA schlägt neues digitales Format zur Finanzberichterstattung vor„).

Die ESMA ruft nun kapitalmarktorientierte Unternehmen, die ihren Konzernabschluss nach IFRS aufstellen, sowie Softwareanbieter zur Teilnahme an einem Feldtest auf. Bewerbungen für den Feldtest werden bis zum 14. Juli 2017 entgegen genommen.

Im Rahmen von Workshops sollen die teilnehmenden Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte in ein elektronisches Format auf Basis der entwickelten ESEF-Spezifikationen der ESMA überführen. Die ESMA unterstützt die Teilnehmer bei der Umsetzung in Form von vorbereitenden Webinaren, eines zweitägigen Workshops in Paris sowie durch Einrichtung eines Helpdesks. Auf Basis der Ergebnisse des Feldtests möchte die ESMA weitere Einzelheiten entwickeln und Detailfragen klären, um schließlich den Vorschlag eines technischen Regulierungsstandards bis Ende 2017 an die Europäische Kommission übermitteln zu können.

Veröffentlichung – Implementierung von IFRS 16 – Ein beispielhafter Projektverlauf

Viele Unternehmen haben bereits begonnen, sich mit der Einführung des neuen Leasingstandards unter IFRS zu beschäftigen. Der Beitrag „Implementierung von IFRS 16: Ein beispielhafter Projektverlauf“ (von Andrea Bardens und Ann-Kathrin Heining), erschienen in der KoR Nr. 07-08 vom 11. Juli 2017, beleuchtet die wesentlichen Aspekte eines Projekts zur Einführung des neuen Leasingstandards anhand eines Fallbeispiels. Die einzelnen Phasen eines typischen Leasingprojekts, sowie die Faktoren, die für eine erfolgreiche Umsetzung des Standards entscheidend sind, werden aufgezeigt. Am Beispiel wird klar, dass bereits jetzt gehandelt werden muss, wenn ein solches Projekt rechtzeitig und erfolgreich zum Abschluss gebracht werden soll.

Neuer Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat heute den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge veröffentlicht, der für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2021 verpflichtend anzuwenden ist. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.

IFRS 17 ersetzt IFRS 4, der ursprünglich als Übergangsstandard im Jahr 2004 veröffentlicht wurde. Aufgrund der Tatsache, dass IFRS 4 Unternehmen die Möglichkeit einräumte, die Bilanzierung von Versicherungsverträgen basierend auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften vorzunehmen, war es bisher schwierig, die finanzielle Situation ansonsten ähnlicher Unternehmen zu vergleichen. Der neue Standard IFRS 17 soll dieses Problem nun lösen und sowohl Versicherern, als auch Investoren nutzen. Zukünftig sollen Versicherungsverträge einheitlich bilanziert werden.

Der Standard spiegelt die Sichtweise des IASB wider, dass es sich bei einem Versicherungsvertrag um eine Art Kombination aus einem Servicevertrag und einem Finanzinstrument handelt. Cash Flows im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen unterliegen teilweise über einen langen Zeitraum signifikanten Schwankungen. Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden zukünftig nicht mehr auf Basis historischer Kosten bilanziert, sondern unter Verwendung aktueller Werte. Somit liefert der Standard den Adressaten von Jahresabschlüssen nützlichere und vor allem vergleichbare Informationen.

Das Board wird die Implementierung von IFRS 17 durch Einrichtung einer Transition Resource Group unterstützen.