DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2021

Die DPR hat die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der heutigen 12. Jahrestagung „Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung“ folgende nationale Schwerpunkte für die Prüfungen der Abschlüsse 2020 im kommenden Jahr 2021 veröffentlicht:

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

  • Abgrenzung/Identifizierung der nahestehenden Unternehmen und Personen
  • Angaben zum obersten beherrschenden Unternehmen
  • Angaben zur Art der Beziehung, zur Höhe und zu den Bedingungen von Geschäftsvorfällen sowie zu ausstehenden Salden
  • Kategorisierung der Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
  • Konsistenz der Angaben zum Abhängigkeitsbericht sowie korrekte Wiedergabe der Schlusserklärung

 

Konzernlagebericht –Risikoberichterstattung unter Beachtung der Auswirkungen von COVID-19

  • Vollständigkeit und Angemessenheit der Berichterstattung über wesentliche Risiken, insbesondere über:
    • Einzelrisiken und bestandsgefährdende Risiken
    • Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten: Ausmaß von Ausfall- und Liquiditätsrisiken, Darstellung und Erläuterung wesentlicher finanzieller Risiken im Zusammenhang mit Financial Covenants
  • Einklang zwischen Risiko- und Prognoseberichterstattung

Diese beiden Schwerpunkte ergänzen die vier gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte zum IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“, IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“, IFRS 9 „Finanzinstrumente“ und IFRS 7 „Finanzinstrumente: Offenlegung“ sowie IFRS 16 „Leasingverhältnisse“, die von der ESMA am 28. Oktober 2020 veröffentlicht wurden und über die ich im folgenden Blogbeitrag bereits berichtet habe. Eine hohe Betroffenheit durch die COVID-19 Pandemie kann dabei die Wahrscheinlichkeit erhöhen, einer Stichprobenprüfung durch die DPR zu unterliegen.

Daneben wies die DPR im Rahmen der Jahrestagung auch nochmals auf die von der ESMA veröffentlichten gemeinsame Schwerpunkte in Bezug auf die nicht-finanzielle Erklärung für das Jahr 2020 hin („Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die nicht-finanzielle Lage“, „Sozial- und Arbeitnehmerangelegenheiten“, „Geschäftsmodell und Wertschöpfung“ und „Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel“). Auch wenn die DPR grundsätzlich nur prüft, ob die nicht-finanzielle Erklärung gemacht wurde, so wird sie dennoch die Informationen kritisch im Hinblick auf Anhaltspunkte für die Prüfung der finanziellen Berichterstattung lesen. Unternehmen sollten daher darauf achten, dass finanzielle und nicht-finanzielle Berichterstattung im Einklang ist und die Aussagen widerspruchsfrei sind.

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