ESMA veröffentlicht Tätigkeitsbericht für 2019 – Ein Blick auf die nichtfinanzielle Berichterstattung

Am 2. April 2020 hat die European Security and Market Authority (ESMA) ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. In diesem gibt sie, wie auch in Vorjahren, einen Überblick über ihre Aktivitäten u.a. im Zusammenhang mit der Prüfung der finanziellen und nichtfinanziellen Berichterstattung der Emittenten. Anders als in Deutschland werden in vielen anderen Ländern des EWR auch die nichtfinanzielle Berichterstattung einer Prüfung durch die jeweiligen Enforcer unterzogen. Am 20. Februar 2020 hat die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) gestartet, in der es u.a. auch darum geht, ob die Prüfungspflicht und der Prüfungsumfang erweitert werden sollen (siehe dazu mein Accounting Aktuell Blog vom 21. Februar 2020). Dies könnte dann auch zu einer Prüfung durch die DPR bzw. BaFin in Deutschland führen. Insofern lohnt sich ein Blick darauf, welches Bild sich in den anderen Ländern aus dem Enforcement der nichtfinanziellen Berichterstattung ergibt.

Insgesamt haben im Jahr 2019 die europäischen Enforcer bei 937 Emittenten die nichtfinanzielle Berichterstattung geprüft, was ca. 35 % der Gesamtzahl der Emittenten entspricht, die eine solche Berichterstattung veröffentlichen müssen. In 97 Fällen kam es zu Verstößen, die die ESMA zu Maßnahmen veranlasst hatten. Die Fehlerquote erscheint damit zur finanziellen Berichterstattung relativ niedrig. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Intensität der Prüfung noch nicht derjenigen der finanziellen Berichterstattung entspricht.

Darüber hinaus haben die lokalen Enforcer für die EMSA auch untersucht, inwieweit die Emittenten die Überlegungen der ESMA zur nichtfinanziellen Berichterstattung berücksichtigt haben, die diese im Rahmen der Veröffentlichung der gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte 2018  dargelegt hatte (insbesondere in Bezug auf die Berichterstattung von Umwelt- und Klimabelangen und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren). Zu diesem Zweck wurden die nichtfinanziellen Berichte von 145 Emittenten untersucht, was zu 29 Durchsetzungsmaßnahmen gegenüber Emittenten führte, die die von der ESMA gestellten Anforderungen nicht erfüllten. Hier ergibt sich somit eine Beanstandungsquote von 20%.

Auch die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für 2019 enthalten eine Reihe von Überlegungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung. Diese beziehen sich sowohl auf allgemeine Aspekte der Berichterstattung, wie die Perspektive der doppelten Wesentlichkeit, als auch auf spezifische Themen, nämlich umwelt- und klimawandelbezogene Belange, die Offenlegung relevanter Leistungsindikatoren (KPIs), die Verwendung von Rahmenwerken und Aspekte von Lieferketten. Auch diese werden in 2020 wiederum auf ihre Umsetzung hin angeschaut werden.

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