Kategorie: Accounting Compliance

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der Accounting Compliance RSS-Feed

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens überwachen

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) hat heute die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die die europäischen Enforcer bei der Prüfung der Jahresfinanzberichte 2019 börsennotierter Unternehmen berücksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits – wie auch in den Vorjahren – die Änderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zuständigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen Prüfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 „Leasingverhältnisseträge“, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-Abschlüssen ausgelöst wurden. Dies ist für Kreditinstitute der IFRS 9 „Finanzinstrumente“ in Bezug auf erwartete Kreditausfälle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie für Industrieunternehmen der IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 „Ertragsteuern“ mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvorträgen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die jüngsten Änderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Auswirkungen beschäftigen und den diesbezüglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig für den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bezüglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grundsätze der Wesentlichkeit und Vollständigkeit der Angaben ein, die für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen maßgeblich sein sollten, einschließlich der Bedeutung einer ausgewogenen und verständlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten für Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Darüber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gründen und Nutzen von Änderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen können, insbesondere in Bezug auf Änderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des nächsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Prüfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zusätzlichen nationalen Prüfungsschwerpunkte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.

ESMA und europäische Enforcer fokussierten sich auf neue Standards und nichtfinanzielle Informationen

Die ESMA veröffentlichte diese Woche ihren Jahresbericht 2018 über die Aktivitäten der Enforcement-Institutionen im europäischen Wirtschaftsraum zur Überwachung von Geschäftsberichten.

Die nationalen Enforcer kontrollierten 2018 die Konzernabschlüsse von ca. 950 Unternehmen (ungefähr 16% der kapitalmarktorientierten Unternehmen in der EU) hinsichtlich der Beachtung der IFRS und der im Jahr 2017 veröffentlichten Schwerpunkte. Gegen 328 Unternehmen (33% der untersuchten Abschlüsse) wurden in der Folge Maßnahmen ergriffen.

In anderen europäischen Ländern erstreckten sich die Kontrollen auch auf die nichtfinanziellen Berichte über Umwelt, soziale Belange und Unternehmensführung, die für das Geschäftsjahr 2018 erstmals zu veröffentlichen waren. So überprüften die Kontrolleure die nichtfinanziellen Berichte von 819 Unternehmen, ca. 31% der von den neuen Regelungen betroffenen Unternehmen. In 51 Fällen wurde Maßnahmen eingeleitet. In Deutschland wird von der DPR lediglich geprüft, ob eine nichtfinanzielle Berichterstattung – sofern erforderlich – erfolgt ist. Mit 746 Unternehmen wurden in einem vergleichbaren Umfang Abschlüsse im Hinblick auf die Vereinbarkeit dargestellter Alternative Performance Measures mit der von der ESMA veröffentlichten Guideline untersucht. Hier kam es zu 136 Maßnahmen. 

In 2019 werden sich die ESMA und die nationalen Enforcer weiterhin auf die einheitliche Anwendung und Überwachung der IFRS, insbesondere der neuen Standards IFRS 9 und 15, sowie die erwarteten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leases fokussieren. Daneben erstreckt sich die Ausrichtung der ESMA zunehmend auf die nichtfinanzielle Berichterstattung und alternative Kennzahlen, für die eine ständige Arbeitsgruppe eingerichtet wurde und sich die ESMA auch aktiv in den Gesetzgebungsprozess einbringt.

DPR veröffentlicht Tätigkeitsbericht für 2018

Die Fehlerquote, die sich bei der Überprüfung der Jahres- und Konzernabschlüsse deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen durch die DPR ergeben hat, liegt im Jahr 2018 mit 15 % auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen drei Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die DPR in ihrem am 24. Januar 2019 veröffentlichten Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018. Deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2018 von 8% lag die Fehlerquote von Unternehmen mit Indexzugehörigkeit. Sie betrug im Jahr 2018 16%. Die festgestellten Fehler lassen sich analog zum Vorjahr auf Umfang und Anwendungsschwierigkeiten bei den IFRS hinsichtlich der Abbildung komplexer Geschäftsvorfälle sowie auf unzureichende Berichterstattung im Anhang und Lagebericht zurückführen. 

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte 2019

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 10. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis“ des Deutschen Aktieninstituts e.V. (DAI) am 15. November 2018 die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.
 
Auf europäischer Ebene wurden von der European Securities and Markets Authority (ESMA) gemeinsam mit den nationalen Enforcern (z.B. für Deutschland die DPR) einheitliche Prüfungsschwerpunkte erarbeitet, die bei den Prüfungen im Jahr 2019 im Rahmen der Enforcement-Verfahren im Fokus stehen werden.
 
  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
  • Ausgewählte Aspekte der Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente
  • Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse
Zudem gibt es zwei ergänzende nationale Prüfungsschwerpunkte:
Konzernlagebericht
Segmentberichterstattung
 
Beim Konzernlagebericht stehen vor allem die Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und der Ertragslage entsprechend dem Umfang und der Komplexität der Geschäftstätigkeit im Fokus. Bei der Segmentberichterstattung legt die DPR bei der Bestimmung der operativen Segmente und Zusammenfassung zu berichtspflichtigen Segmenten sowie erläuternden Angaben einen Schwerpunkt. Gleichfalls betont sie die Darstellung des Segmentergebnisses v.a. hinsichtlich der Verwendung alternativer Leistungskennziffern. Ferner verweist die DPR auf die Differenzierung zwischen Informationen in der Kategorie „alle sonstigen Segmente“ und sonstigen Abstimmungsposten in der Überleitungsrechnung und die Information über geografische Gebiete differenziert nach Herkunftsland und Drittländern sowie über Kundenabhängigkeiten.

ESMA veröffentlicht Übersicht an Entscheidungen europäischer Enforcer

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA, European Securities and Markets Authority) hat zum 22. Mal Kurzfassungen ihrer Enforcement-Entscheidungen zur Bilanzierung nach IFRS veröffentlicht. Dabei handelt es sich um zehn Entscheidungen von nationalen Enforcern aus der Zeit von August 2016 bis Juli 2017. Darunter ist beispielsweise eine Entscheidung zur IAS 7 Kapitalflussrechnung zu Zahlungsmitteln mit Verfügungsbeschränkungen. Dies wiederum stellt einen DPR-Prüfungsschwerpunkt 2018 dar.

Ziel ist es, bilanzierenden Unternehmen und Adressaten von Abschlüssen relevante Informationen zur richtigen Anwendung der IFRS zu geben.

Europäische Enforcer überwachen Abschlüsse, die nach IFRS aufgestellt wurden, und beurteilen, ob sie mit den IFRS und anderen anwendbaren Berichterstattungserfordernissen übereinstimmen, einschließlich nationaler Vorschriften.

Die Veröffentlichung von Enforcement-Entscheidungen soll die Marktteilnehmer darüber informieren, welche Bilanzierungsmethoden nationale Enforcer innerhalb der EU als mit den IFRS übereinstimmend beurteilen, d.h. ob die Vorgehensweise innerhalb des von den IFRS akzeptierten Rahmens liegt. Die Veröffentlichung sowie die dazugehörige Begründung trägt zu einer konsistenten Anwendung der IFRS im Europäischen Wirtschaftsraum bei.

Die ESMA wird weiterhin in regelmäßigen Abständen Auszüge aus den Entscheidungen veröffentlichen, der nächste wird für das zweite Halbjahr 2018 erwartet. Zu dem Auszug der ESMA gelangen Sie hier.

DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat heute auf der 9. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Enforcement, Bilanzierung und Prüfung in Recht und Praxis“ die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.

Einheitlich zu beachtende Prüfungsschwerpunkte:

1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 Kapitalflussrechnungen

Nationale Prüfungsschwerpunkte:

4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Details hierzu unter: https://pwc.to/2iJ2YZU

ESMA veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018

Im Vorfeld der Jahrestagung Bilanzkontrolle des Deutschen Aktieninstituts e.V. am 23. November 2017, bei der die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) die nationalen Prüfungsschwerpunkte veröffentlichen wird, hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) heute die drei gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte bekanntgegeben, die bei den Prüfungen im Jahr 2018 im Rahmen von DPR-Verfahren neben den nationalen Prüfungsschwerpunkten im Fokus stehen werden:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen neuer Standards, d.h. IFRS 9 Financial Instruments, IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers und IFRS 16 Leases, im Jahr der erstmaligen Anwendung
  2. Spezielle Fragestellungen bei Ansatz, Bewertung und Anhangangaben in Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen (IFRS 3)
  3. Spezielle Fragestellungen zur Kapitalflussrechnung (IAS 7) wie z.B die Überleitung von Verbindlichkeiten aus Finanzierung

Neue Leitlinie zur Anwendung von Wesentlichkeit

Das vom IASB veröffentlichte Practice Statement 2: Making Materiality Judgements beinhaltet Leitlinien für Unternehmen zur Anwendung von Wesentlichkeit im Rahmen der Erstellung und Berichterstattung ihrer IFRS-Jahres- bzw. Konzernabschlüsse.

Die Leitlinie liefert einen Überblick über die grundlegenden Merkmale von Wesentlichkeit und enthält ein vierstufiges Prozessmodell zur Wesentlichkeitseinschätzung bei der Abschlusserstellung und Berichterstattung. Zudem gibt sie Hinweise, wie in besonderen Fällen die Wesentlichkeitseinschätzung praktiziert werden kann, wie bspw. bei Informationen zu vorangegangenen Perioden, Fehlerkorrekturen und Covenants sowie bei der Zwischenberichterstattung.

Die Leitlinien stellen keinen eigenständigen Standard daher und sind daher nicht verpflichtend anzuwenden. Unternehmen können die Leitlinie für nach dem 14. September 2017 aufgestellte Jahres- bzw. Konzernabschlüsse anwenden.

 

 

Neuer Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat heute den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge veröffentlicht, der für Geschäftsjahre ab 1. Januar 2021 verpflichtend anzuwenden ist. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich.

IFRS 17 ersetzt IFRS 4, der ursprünglich als Übergangsstandard im Jahr 2004 veröffentlicht wurde. Aufgrund der Tatsache, dass IFRS 4 Unternehmen die Möglichkeit einräumte, die Bilanzierung von Versicherungsverträgen basierend auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften vorzunehmen, war es bisher schwierig, die finanzielle Situation ansonsten ähnlicher Unternehmen zu vergleichen. Der neue Standard IFRS 17 soll dieses Problem nun lösen und sowohl Versicherern, als auch Investoren nutzen. Zukünftig sollen Versicherungsverträge einheitlich bilanziert werden.

Der Standard spiegelt die Sichtweise des IASB wider, dass es sich bei einem Versicherungsvertrag um eine Art Kombination aus einem Servicevertrag und einem Finanzinstrument handelt. Cash Flows im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen unterliegen teilweise über einen langen Zeitraum signifikanten Schwankungen. Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen werden zukünftig nicht mehr auf Basis historischer Kosten bilanziert, sondern unter Verwendung aktueller Werte. Somit liefert der Standard den Adressaten von Jahresabschlüssen nützlichere und vor allem vergleichbare Informationen.

Das Board wird die Implementierung von IFRS 17 durch Einrichtung einer Transition Resource Group unterstützen.

Studie: Accounting Compliance in Deutschland

Alle bilanzierenden Unternehmen stehen vor der stetigen Herausforderung, die Einhaltung ihrer Rechnungslegungsvorschriften sicherzustellen (sog. „Accounting Compliance“) und einen Beitrag im Rechnungswesen zu den Unternehmenszielen zu leisten. Im Rahmen einer Umfrage haben wir bei 111 Unternehmen in Deutschland die Organisation des Rechnungswesens sowie deren Zusammenarbeit mit anderen Bereichen untersucht.

Wenn Entscheidungen zentralisiert werden, stellen gemäß den Studienergebnissen neben dem Einsatz von IT-Systemen vor allem Shared Service Centers (SSC) oder Centers of Exellence (CoE) die Accounting Compliance sicher. Die Zuweisung und Ausgestaltung der hierhin verlagerten Entscheidungskompetenz wird durch die dafür erforderlichen Kenntnisse der abzubildenden Sachverhalte, der anzuwendenden Regelungen und deren jeweilige Komplexität bestimmt. Davon hängt auch die Frage ab, inwieweit Vorgänge automatisiert werden können. Mit diesen Maßnahmen lassen sich gleichzeitig auch Effizienzgewinne erzielen. Sie setzen personelle Ressourcen für komplexere Tätigkeiten im Unternehmen frei. Qualität und Effizienz stehen hier also nicht im Widerspruch. Erfolgt keine Zentralisierung bzw. Automatisierung, muss die gebotene Standardisierung von Bilanzierungsentscheidungen durch Richtlinien erreicht werden. Zudem müssen die Mitarbeiter geschult werden, sodass Entscheidungen richtig getroffen und Ermessensspielräume angemessen ausgeübt werden können. Auch können Leitbilder und Anreizsysteme im Rechnungswesen dazu beitragen, dass die Accounting Compliance gewährleistet wird.

Unsere Umfrage zeigt, dass Organisationsmerkmale im Rechnungswesen wie bspw. Existenz eines CoE, Einsatz Accounting-spezifischer IT-Systeme, Vorhandensein einer Bilanzierungsrichtlinie etc. häufig noch von der Größe des Unternehmens – gemessen an Umsatz, Bilanzsumme bzw. Mitarbeiterzahl – abhängig sind, d.h. Maßnahmen der Zentralisierung, Standardisierung und Automatisierung eher in größeren Unternehmen anzutreffen sind.

Daraus ergibt sich, dass insbesondere kleinere, mittelständisch geprägte Unternehmen noch nicht im gleichen Umfang die Maßnahmen zur Qualitäts- und Effizienzsteigerung nutzen. Dafür kann es im Einzelfall gute Gründe geben. Die Statistiken der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. (DPR) zeigen jedoch, dass in der Regel kleinere, nicht indexierte Unternehmen höhere Fehlerquoten aufweisen als größere Unternehmen mit Indexzugehörigkeit. Insofern sollten unseres Erachtens gerade kleinere Unternehmen überlegen, inwieweit angepasste Organisationskonzepte einen Beitrag leisten können, die Einhaltung der Rechnungslegungsvorschriften und die Qualität des Rechnungswesens sicherzustellen, um die Accounting Compliance im Unternehmen zu verbessern und zudem Effizienzgewinne zu erzielen.

Der insgesamt niedrige Anteil an Unternehmen, die derzeit den Automatisierungsgrad durch Accounting-spezifische IT-Systeme erhöhen, ist bemerkenswert; selbst größere Unternehmen weisen hier noch „Luft nach oben“ auf.

Andere hinterfragte Organisationsmerkmale, z.B. der standardisierte Austausch des Rechnungswesens mit anderen Abteilungen, die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten auf externe Dienstleister oder das Bestehen organisatorischer Richtlinien, wiesen zwar keine statistisch signifikante Verbindung zur Unternehmensgröße auf. Dennoch ergaben sich z.T. erstaunliche Ergebnisse: So besteht in vielen Unternehmen keine Pflichteinbindung möglicher CoE. Darüber hinaus verwunderte die geringe Anzahl derer, die bestimmte Tätigkeiten auf externe Dienstleister auslagern; ebenso das Ergebnis, dass gerade einmal 40 % der Befragten Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Effizienz planen. Noch niedriger liegt die Quote derer, die Feedback zur internen Bilanzierungsrichtlinie als dem zentralen Bilanzierungshandbuch des Unternehmens bzw. Konzerns einholen. Gerade einmal 11 Unternehmen meldeten, dass sie ein definiertes Schulungskonzept für die Mitarbeiter im Rechnungswesen haben. Unternehmen, die ein Leitbild für das Rechnungswesen definiert haben, investieren dabei insgesamt mehr in Schulungen.

In derartigen Bereichen liegt unseres Erachtens für alle Unternehmen Potenzial für weitere Verbesserungen der Accounting Compliance. Die komplette Studie finden Sie hier.

/* */