Accounting Advice Blog

ESMA ver√∂ffentlicht T√§tigkeitsbericht f√ľr 2019 ‚Äď Ein Blick auf die nichtfinanzielle Berichterstattung

Am 2. April 2020 hat die European Security and Market Authority (ESMA) ihren T√§tigkeitsbericht f√ľr das Jahr 2019 ver√∂ffentlicht. In diesem gibt sie, wie auch in Vorjahren, einen √úberblick √ľber ihre Aktivit√§ten u.a. im Zusammenhang mit der Pr√ľfung der finanziellen und nichtfinanziellen Berichterstattung der Emittenten. Anders als in Deutschland werden in vielen anderen L√§ndern des EWR auch die nichtfinanzielle Berichterstattung einer Pr√ľfung durch die jeweiligen Enforcer unterzogen. Am 20. Februar 2020 hat die EU-Kommission eine √∂ffentliche Konsultation zur √úberarbeitung der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) gestartet, in der es u.a. auch darum geht, ob die Pr√ľfungspflicht und der Pr√ľfungsumfang erweitert werden sollen (siehe dazu mein Accounting Aktuell Blog vom 21. Februar 2020). Dies k√∂nnte dann auch zu einer Pr√ľfung durch die DPR bzw. BaFin in Deutschland f√ľhren. Insofern lohnt sich ein Blick darauf, welches Bild sich in den anderen L√§ndern aus dem Enforcement der nichtfinanziellen Berichterstattung ergibt.

Insgesamt haben im Jahr 2019 die europ√§ischen Enforcer bei 937 Emittenten die nichtfinanzielle Berichterstattung gepr√ľft, was ca. 35 % der Gesamtzahl der Emittenten entspricht, die eine solche Berichterstattung ver√∂ffentlichen m√ľssen. In 97 F√§llen kam es zu Verst√∂√üen, die die ESMA zu Ma√ünahmen veranlasst hatten. Die Fehlerquote erscheint damit zur finanziellen Berichterstattung relativ niedrig. Dabei ist jedoch zu ber√ľcksichtigen, dass die Intensit√§t der Pr√ľfung noch nicht derjenigen der finanziellen Berichterstattung entspricht.

Dar√ľber hinaus haben die lokalen Enforcer f√ľr die EMSA auch untersucht, inwieweit die Emittenten die √úberlegungen der ESMA zur nichtfinanziellen Berichterstattung ber√ľcksichtigt haben, die diese im Rahmen der Ver√∂ffentlichung der gemeinsamen europ√§ischen Pr√ľfungsschwerpunkte 2018¬† dargelegt hatte (insbesondere in Bezug auf die Berichterstattung von Umwelt- und Klimabelangen und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren). Zu diesem Zweck wurden die nichtfinanziellen Berichte von 145 Emittenten untersucht, was zu 29 Durchsetzungsma√ünahmen gegen√ľber Emittenten f√ľhrte, die die von der ESMA gestellten Anforderungen nicht erf√ľllten. Hier ergibt sich somit eine Beanstandungsquote von 20%.

Auch die gemeinsamen europ√§ischen Pr√ľfungsschwerpunkte f√ľr 2019 enthalten eine Reihe von √úberlegungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung. Diese beziehen sich sowohl auf allgemeine Aspekte der Berichterstattung, wie die Perspektive der doppelten Wesentlichkeit, als auch auf spezifische Themen, n√§mlich umwelt- und klimawandelbezogene Belange, die Offenlegung relevanter Leistungsindikatoren (KPIs), die Verwendung von Rahmenwerken und Aspekte von Lieferketten. Auch diese werden in 2020 wiederum auf ihre Umsetzung hin angeschaut werden.

Veranstaltung: Save the Date – 20. Expertenforum

Vom 15. bis 16. September 2020 findet zum 20. Mal unsere Veranstaltung ‚ÄěExpertenforum ‚Äď Trends und Perspektiven der Rechnungslegung‚Äú statt, zu der wir Sie herzlich einladen.

PwC-Experten nehmen Stellung zu den aktuellen und den zuk√ľnftigen Themen der Internationalen und Nationalen¬† Rechnungslegung. Zahlreiche Foren bieten Ihnen Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis. Von aktuellen IFRS- und HGB-Themen bis hin zur Bedeutung von Sustainability f√ľr die Rechnungslegung ‚Äď wir informieren Sie umfassend aus der Sicht der Anwender!

Die Veranstaltung ist auch tageweise buchbar. Das vollständige Programm erhalten Sie voraussichtlich im Mai.

DPR ver√∂ffentlicht T√§tigkeitsbericht f√ľr 2019: Gestiegene Anzahl von Anlasspr√ľfungen f√ľhrt zu h√∂herer Fehlerquote

Die Fehlerquote, die sich bei der √úberpr√ľfung der Jahres- und Konzernabschl√ľsse deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen durch die DPR ergeben hat, liegt im Jahr 2019 mit 20% sowohl √ľber dem Niveau des Vorjahres als auch der vergangenen drei Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt die DPR in ihrem am 20. Januar 2020 ver√∂ffentlichten T√§tigkeitsbericht f√ľr das Jahr 2019. Der Anstieg der Fehlerquote wird mit der doppelten Anzahl der Anlasspr√ľfungen im Berichtsjahr begr√ľndet. Unternehmen ohne Index-zugeh√∂rigkeit weisen mit 13% weiterhin eine deutlich h√∂here Fehlerquote auf. √úber dem Vorjahr lag auch die Anzahl der fallbezogenen Voranfragen (Pre-Clearance), die von Unternehmen genutzt wurde.

DPR_Tätigkeitsbericht2019

Regierungsentwurf zur Umsetzung der ESEF-Verordnung in das HGB

Die Umsetzung der sogenannten ESEF-Verordnung der EU-Kommission in das nationale Recht nimmt Fahrt auf. Das ist gut so, m√ľssen doch WpHG-Inlandsemittenten ihre Rechnungslegungsunterlagen f√ľr nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Gesch√§ftsjahre f√ľr Zwecke der Offenlegung ESEF-konform erstellen.

√úber den Referentenentwurf des Umsetzungsgesetzes habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 25. September 2019 berichtet. Gestern wurde der am 22. Januar 2020 vom Kabinett beschlossene Regierungsentwurf des Gesetzes ver√∂ffentlicht. Danach wurde die im Referentenentwurf vorgesehene ‚ÄěAufstellungsl√∂sung‚Äú zugunsten einer ‚ÄěOffenlegungsl√∂sung‚Äú mit Pr√ľfungspflicht aufgegeben. Im Klartext bedeutet dies f√ľr die betroffenen Unternehmen Folgendes:

  • An den derzeitigen Regelungen zur Aufstellung von (Jahres- und Konzern-)Abschl√ľssen und (Konzern-)Lageberichten √§ndert sich materiell nichts.
  • Die Offenlegung der Abschl√ľsse und Lageberichte hat ESEF-konform zu erfolgen, d.h. im XHTML-Format inklusive taxonomischer Auszeichnung der IFRS-Konzernabschl√ľsse nach Ma√ügabe der ESEF-Verordnung mit Hilfe der iXBRL-Technologie (‚ÄěTagging‚Äú).
  • Die f√ľr Zwecke der ESEF-konformen Offenlegung wiedergegebenen Abschl√ľsse und Lageberichte sind durch den Abschlusspr√ľfer zu pr√ľfen. √úber das Pr√ľfungsergebnis ist in einem gesonderten Abschnitt des Best√§tigungsvermerks zu berichten.
  • Die ESEF-konform offengelegten Abschl√ľsse und Lageberichte k√∂nnen Pr√ľfungsgegenstand des Bilanzkontrollverfahrens nach ¬ß 342b HGB sein.

Die ge√§nderten Vorschriften sollen erstmals auf Rechnungslegungsunterlagen anzuwenden sein, die f√ľr das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Gesch√§ftsjahr aufgestellt werden.

Brennpunkt ‚Äď DPR ver√∂ffentlicht Pr√ľfungsschwerpunkte f√ľr 2020

Die Deutsche Pr√ľfstelle f√ľr Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlusspr√ľfung ‚ÄěBilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis‚Äú des Deutschen Aktieninstituts e.V. (DAI) am 18. November 2019 die von der ESMA bereits angek√ľndigten einheitlichen europ√§ischen Schwerpunkte √ľbernommen und um zwei nationale Pr√ľfungsschwerpunkte erg√§nzt.

Gemeinsame Europ√§ische Pr√ľfungsschwerpunkte

Die gemeinsamen europäischen Schwerpunkte bilden die Themen

  • Ausgew√§hlte Aspekte der Anwendung von IFRS 16 ‚ÄěLeasingverh√§ltnisse‚Äú
  • ‚ÄúFollow-up‚Äú von ausgew√§hlten Aspekten der Anwendung von IFRS 9 ‚ÄěFinanzinstrumente‚Äú (nur bei Kreditinstituten) und IFRS 15 ‚ÄěErl√∂se aus Vertr√§gen mit Kunden‚Äú (bei Nicht-Finanzinstituten)
  • Ausgew√§hlte Aspekte der Anwendung von IAS 12 ‚ÄěErtragsteuern‚Äú (inkl. Anwendung von IFRIC¬†23 ‚ÄěUnsicherheit bez√ľglich der ertragsteuerlichen Behandlung‚Äú)

Im Rahmen des Pr√ľfungsschwerpunkts IFRS 16 wird sich die DPR einen √úberblick √ľber die Implementierung des Standards im Unternehmen verschaffen und in diesem Zusammenhang Unterlagen wie die Bilanzierungsrichtlinien, Vertragsinventare oder Berichterstattungen an den Vorstand und Aufsichtsrat anfordern. Auf dieser Grundlage wird die DPR ausgew√§hlte Aspekte der Anwendung des IFRS 16 wie die Bestimmung der Laufzeit von Leasingverh√§ltnissen oder der Abzinsungss√§tze hinterfragen. Auch die Einhaltung der umfangreichen Angabepflichten, angefangen von Erl√§uterungen zur gew√§hlten √úbergangsmethode bis hin zur Darstellung der Aus√ľbung von Wahlrechten, wird im Fokus der Pr√ľfungen der DPR stehen. Das ‚Äěfollow-up‚Äú zu IFRS 9 wird sich insbesondere auf Kreditinstitute beziehen. Die Expected Credit Losses mit den Unterpunkten der eigentlichen Bewertung und den Angaben dazu bilden den Kern dieses Schwerpunkts. Die Pr√ľfung der Anwendung des IFRS 15 soll vornehmlich Nicht-Finanzinstitute betreffen und je nach Bedeutung f√ľr das Unternehmen verschiedene Aspekte vertiefen, darunter Prinzipal-Agenten-Beurteilungen, Fragen der Zusammenfassung von Vertr√§gen oder das Zusammenspiel von Allianzen und Kooperationen und der Umsatzrealisierung.

Bei den ausgew√§hlten Aspekten der Anwendung von IAS 12 ‚ÄěErtragsteuern‚Äú wird es insbesondere um die Erfassung aktiver latenter Steuern auf Verlustvortr√§ge gehen, die bei Vorliegen einer Verlusthistorie erh√∂hten Anforderungen gen√ľgen m√ľssen. In diesem Zusammenhang wird sowohl von der ESMA als auch der DPR auf das im Juli diesen Jahres ver√∂ffentlichte ESMA-Public Statement zu dem Thema (https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-743_public_statement_on_ias_12.pdf) verwiesen. Auch die Anwendung des IFRIC 23 und die Notwendigkeit eines separaten Ausweises von Ertragsteuerschulden und -forderungen ist bei diesem Pr√ľfungsschwerpunkt von Bedeutung.

Flankiert werden die gemeinsamen europ√§ischen Pr√ľfungsschwerpunkte von weiteren m√∂glichen Themen, die aus Sicht der ESMA von Relevanz f√ľr die nationalen Enforcer sein k√∂nnen: Die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform, Angaben zu √Ąnderungen bei alternativen Leistungskennziffern, z.¬†B. durch IFRS 16, Angaben zu m√∂glichen Auswirkungen des Brexit, die Umsetzung des Europ√§ischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats sowie die Wesentlichkeit und Vollst√§ndigkeit der Berichterstattung √ľber nichtfinanzielle Informationen. Letzteres Thema spielt f√ľr die DPR nur insoweit eine Rolle, als dass sie das Vorhandensein solcher Informationen √ľberpr√ľft.

Nationale Pr√ľfungsschwerpunkte

Als nationale Schwerpunkte wurden von der DPR die Themenbereiche

  • Wertminderungstest beim Gesch√§fts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Verm√∂genswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken ‚Äď IAS 36 sowie
  • Konzernlagebericht

festgelegt.

Der Wertminderungstest des Gesch√§fts- oder Firmenwerts war zuletzt 2014 schwerpunktm√§√üiger Gegenstand der DPR-Pr√ľfungen, wenn auch dennoch seitdem regelm√§√üig Fragen dazu gestellt wurden. Eingedenk der sich eintr√ľbenden wirtschaftlichen Entwicklung, die zuletzt auch zu vermehrten Gewinnwarnungen gef√ľhrt hat, geht die DPR von sinkenden ‚ÄěHeadrooms‚Äú bei Werthaltigkeitstests aus. Daher sollten die Bilanzierer f√ľr die Abschl√ľsse 2019 sensibilisiert sein und u.a. ihre dem Werthaltigkeitstest zu Grunde gelegten Cash Flow Prognosen hinterfragen. Konkret gehen wird es unter anderem um die korrekte Testebene (einzelner Verm√∂genswert, zahlungsmittelgenerierende Einheit oder Segment) und die Abgrenzung der einzubeziehenden Verm√∂genswerte (z.¬†B. Einhaltung von Segmentgrenzen oder Corporate Assets), die zutreffende Ermittlung von beizulegendem Zeitwert abz√ľglich Ver√§u√üerungskosten und Nutzungswert sowie die bei der Ermittlung dieser Werte zu Grunde gelegten Annahmen. Ein weiteres Augenmerk wird auf den Folgewirkungen des IFRS 16 auf den Werthaltigkeitstest liegen, z.¬†B. in Bezug auf die Einbeziehung von Nutzungsrechten in den Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, auf die Kapitalstruktur oder die Ermittlung des Diskontierungszinssatzes.

Der Pr√ľfungsschwerpunkt Konzernlagebericht besch√§ftigt sich insbesondere mit den Auswirkungen des IFRS 16 ‚ÄěLeasingverh√§ltnisse‚Äú auf den Lagebericht, da die bilanzielle Erfassung aller Leasingverh√§ltnisse wesentliche Auswirkungen auf die Verm√∂gens-, Finanz- und Ertragslage, auf bedeutsamste Leistungsindikatoren oder Covenants haben kann. Im Fokus der DPR wird die transparente und angemessene Darstellung der Effekte des IFRS 16 auf bedeutsamste Leistungsindikatoren bzw. deren Entwicklung stehen. Sollte der neue Leasingstandard zu Ver√§nderungen in der Ermittlungsmethodik von Leistungsindikatoren f√ľhren, werden hierzu Erl√§uterungen verlangt, ggf. einschlie√ülich von √úberleitungen auf im Konzernabschluss ausgewiesene Betr√§ge. Auch hier wird die DPR pr√ľfen, ob diese Anforderungen eingehalten wurden.

Keine Bindung an veröffentlichte Schwerpunkte

Unver√§ndert schlie√üen die Pr√ľfungsschwerpunkte die Pr√ľfung anderer Themenbereiche nicht aus, da die DPR jeden Abschluss unter Beachtung branchentypischer Besonderheiten oder wesentlicher Gesch√§ftsvorf√§lle individuell pr√ľft. Daher sollten auch Themen wie die Segmentberichterstattung, die Kapitalflussrechnung oder die Bilanzierung m√∂glicher Unternehmenszusammenschl√ľsse nicht aus den Augen gelassen werden. Vor dem Hintergrund der Pr√ľfung auch der Einhaltung der Grunds√§tze ordnungsm√§√üiger Buchf√ľhrung durch die DPR ist eine ausf√ľhrliche Dokumentation auch ermessensbehafteter Sachverhalte anzuraten, z.B. bei der Bewertung von R√ľckstellungen, bei der Ber√ľcksichtigung von Risiken beim Impairmenttest oder dem Nachweis der Werthaltigkeit latenter Steuern auf Verlustvortr√§ge.

Aufsichtsrat, Vorstand und das Rechnungswesen der Unternehmen sollten die Pr√ľfungsschwerpunkte im Hinblick auf eine erwartete Pr√ľfung bei der Aufstellung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts bzw. bei dessen Pr√ľfung ber√ľcksichtigen. Dabei sollte die Dokumentation der bilanziellen Abbildung dieser Themen, aber auch anderer wesentlicher Gesch√§ftsvorf√§lle nochmals dahingehend beurteilt werden, ob sie im Rahmen eines DPR Verfahrens einer Nachweisf√ľhrung gen√ľgen.

Weitere Informationen zu den ESMA-Pr√ľfungsschwerpunkten finden Sie auf der Internetseite der ESMA (https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-791_esma_european_common_enforcement_priorities_2019.pdf), die DPR-Pr√ľfungsschwerpunkte sind auf der Internetseite der DPR abrufbar (https://www.frep.info/docs/pressemitteilungen/2019/20191118_pm.pdf).

 

WP StB Dr. Bernd Kliem                                                               WP Michael Herr   
Tel.: +49 89 5790 5549                                                                        Tel.: + 49 69 9585 1686
E-Mail: bernd.kliem@pwc.com                                                          E-Mail: michael.herr@pwc.com

WP StB Jens Hillemeyer                                                                WP StB Jan Kosma
Tel.: + 49 511 5357-5529                                                                      Tel.: +49 511 5357-5492
E-Mail: jens.hillemeyer@pwc.com                                                    E-Mail: jan.kosma@pwc.com

WP Nicole Optenkamp
Tel.: +49 69 9585-5720
E-Mail: nicole.optenkamp@pwc.com

DPR ver√∂ffentlicht Pr√ľfungsschwerpunkte 2020

Die Deutsche Pr√ľfstelle f√ľr Rechnungslegung (DPR) hat auf der 11. Jahrestagung ‚ÄěBilanzkontrolle und Abschlusspr√ľfung‚Äú ‚Äď Bilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis am 18. November 2019 folgende¬†nationale¬†Schwerpunkte f√ľr die Pr√ľfungen der Abschl√ľsse 2019 im kommenden Jahr 2020 ver√∂ffentlicht:

Wertminderungstest beim Gesch√§fts- oder Firmenwert sowie bei immateriellen Verm√∂genswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, insbesondere Marken ‚Äď IAS 36

  • Bestimmung der sachgerechten Ebene des Wertminderungstests
  • Ermittlung des Nutzungswerts mit Hilfe plausibler Annahmen und unter Ber√ľcksichtigung des speziellen Risikos des Verm√∂genswerts bzw. der ZGE
  • Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abz√ľglich der Kosten der Ver√§u√üerung aus der Perspektive eines unabh√§ngigen Marktteilnehmers und unter Beachtung der Fair-Value-Hierarchie.¬†Erfordernis einer Kalibrierung der Inputparameter anhand des Transaktionspreises beim erstmaligen Ansatz
  • Auswirkungen von IFRS 16 auf den Wertminderungstest beim Gesch√§fts- oder Firmenwert

 

Konzernlagebericht

  • Darstellung der Auswirkungen von IFRS 16 auf die Verm√∂gens-, Finanz- und Ertragslage
  • Darstellung und Berechnung von bedeutsamsten Leistungsindikatoren unter Ber√ľcksichtigung der Erstanwendung von IFRS 16, insbesondere Bereinigung von Effekten bei alternativen Leistungskennziffern, Anfertigung einer √úberleitungsrechnung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

Diese beiden Schwerpunkte erg√§nzen die drei¬†gemeinsamen europ√§ischen Pr√ľfungsschwerpunkte¬†zum IFRS 16 Leasing, IFRS 9 Finanzinstrumente bzw. 15 Erl√∂se aus Vertr√§gen mit Kunden und IAS 12 Ertragsteuern, die von der¬†ESMA¬†am 22. Oktober 2019 ver√∂ffentlicht wurden und √ľber die ich am 23. Oktober 2019 bereits berichtet habe.

K√ľnstliche Intelligenz im Finanz- und Rechnungswesen – 22. November 2019 auf Schloss Birlinghoven

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Fraunhofer-Institut f√ľr Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und PwC laden Sie herzlich zur Veranstaltung ‚ÄěK√ľnstliche Intelligenz im Finanz- und Rechnungswesen“ am 22. November 2019 auf Schloss Birlinghoven ein.
Experten von PwC und Fraunhofer IAIS zeigen aktuelle Entwicklungen und Potenziale f√ľr den strategischen Einsatz von KI im Unternehmen auf. Sie erhalten Einblicke in innovative Anwendungen wie KI beim Bearbeiten von Checklisten, im Benchmarking, in Chatbots sowie vertrauensw√ľrdige KI-Systeme zur Qualit√§tssicherung. Im Anschluss diskutieren wir mit Unternehmensvertretern die Zukunft der Finanzfunktion im Hinblick auf KI. ¬† Die Teilnahmegeb√ľhr betr√§gt 200 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer inklusive Trainingsunterlagen, Getr√§nke, Mittagessen und Kaffeepausen. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt.

Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier: www.pwc-events.com.

Wir freuen uns √ľber Ihre Teilnahme!

Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Prof. Dr. R√ľdiger Loitz
WP/StB/CPA
PwC Technology & Innovations Assurance

Dr. Dirk Hecker
Stv. Institutsleiter Fraunhofer IAIS
Gesch√§ftsf√ľhrer Fraunhofer-Allianz BIG DATA AI

ESMA ver√∂ffentlicht Pr√ľfungsschwerpunkte f√ľr 2020 – Enforcer sollen neue Berichtsstandards genauestens √ľberwachen

Die Europ√§ische Wertpapieraufsichtsbeh√∂rde (ESMA) hat heute die gemeinsamen Pr√ľfungsschwerpunkte ver√∂ffentlicht, die die europ√§ischen Enforcer bei der Pr√ľfung der Jahresfinanzberichte 2019 b√∂rsennotierter Unternehmen ber√ľcksichtigen sollen (abrufbar unter https://www.esma.europa.eu/document/european-common-enforcement-priorities-2019-annual-financial-reports). Die Schwerpunkte spiegeln einerseits ‚Äď wie auch in den Vorjahren ‚Äď die √Ąnderungen durch IFRS 16 sowie IFRS 9 und IFRS 15 wider. Zum anderen wurden Themen aufgegriffen, die von den zust√§ndigen nationalen Enforcementstellen im Rahmen ihrer T√§tigkeiten im Jahr 2019 erkannt wurden.

Die gemeinsamen Pr√ľfungsschwerpunkten im Zusammenhang mit dem IFRS-Abschluss 2019 sind:

  • spezifische Fragen im Zusammenhang mit IFRS 16 ‚ÄěLeasingverh√§ltnissetr√§ge‚Äú, da bei ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverh√§ltnisses und des Abzinsungssatzes, ein erhebliches Ermessen erforderlich ist;
  • Verbesserung der Informationen, die durch die erstmaligen Standardanwendungen in 2018 in den IFRS-Abschl√ľssen ausgel√∂st wurden. Dies ist f√ľr Kreditinstitute der IFRS 9 ‚ÄěFinanzinstrumente‚Äú in Bezug auf erwartete Kreditausf√§lle und einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos sowie f√ľr Industrieunternehmen der IFRS 15 ‚ÄěErl√∂se aus Vertr√§gen mit Kunden‚Äú in Bezug auf die Umsatzrealisierung, wenn wesentlichen Annahmen und Bewertungen vorzunehmen sind; und
  • die Anwendung von IAS 12 ‚ÄěErtragsteuern‚Äú mit Fokus auf aktiven latenten Steuern, die sich aus Verlustvortr√§gen ergeben (vgl. dazu auch die folgende Verlautbarung der ESMA: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-sets-out-expectations-regarding-application-ias-12).

Die ESMA hebt auch die potenziellen Auswirkungen der IBOR Reform auf die Finanzberichterstattung hervor und betont, wie wichtig eine rechtzeitige Angabe der Folgen daraus ist. Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten weist sie zudem auf die j√ľngsten √Ąnderungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting hin. Unternehmen sollten sich fr√ľhzeitig mit den Auswirkungen besch√§ftigen und den diesbez√ľglichen EU-Endorsement-Prozess verfolgen, der voraussichtlich rechtzeitig f√ľr den Jahresabschluss 2019 abgeschlossen sein wird.

Bez√ľglich der nichtfinanziellen Informationen geht die ESMA auf die Grunds√§tze der Wesentlichkeit und Vollst√§ndigkeit der Angaben ein, die f√ľr die Berichterstattung √ľber nichtfinanzielle Informationen ma√ügeblich sein sollten, einschlie√ülich der Bedeutung einer ausgewogenen und verst√§ndlichen Berichterstattung. Dies sollte auch gelten f√ľr Angaben zu Umwelt- und klimabedingten Belangen, Key-Performance-Indikatoren, die Verwendung von Rahmenwerken (wie z.B. GRI) und Angaben zu Lieferketten.

Dar√ľber hinaus erinnert die ESMA die Emittenten daran, wie wichtig es ist, angemessene Angaben zu Gr√ľnden und Nutzen von √Ąnderungen an verwendeten Alternative Performance Measures verstehen k√∂nnen, insbesondere in Bezug auf √Ąnderungen aufgrund der Umsetzung von IFRS 16.

Zudem erwartet die ESMA von den Emittenten, alle notwendigen Schritte zur Umsetzung der Anforderungen des Europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformats (ESEF) zu unternehmen, die ab dem Jahresabschluss 2020 gelten. Auch Angaben zu möglichen Auswirkungen eines Brexit seien von den Unternehmen im Auge zu behalten.

Es ist zu empfehlen, dass sich die Bilanzierer im Rahmen der Aufstellung des n√§chsten IFRS Konzernabschlusses mit den ESMA Pr√ľfungsschwerpunkten auseinandersetzen. Die zus√§tzlichen nationalen Pr√ľfungsschwerpunkte der Deutschen Pr√ľfstelle f√ľr Rechnungslegung werden im Rahmen der 11. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlusspr√ľfung ‚ÄěBilanzierung, Berichterstattung und Enforcement in Recht und Praxis‚Äú am 18. November 2019 in Frankfurt a.M. bekanntgegeben werden.