Accounting Advice Blog

Berichterstattung zu IFRS 15 und IFRS 16 rückt bereits ab 2016 in den Fokus der ESMA

Die ESMA fordert in ihrer am 20. Juli 2016 veröffentlichten Stellungnahme bereits in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 ausreichend Transparenz zu den erwarteten Auswirkungen durch den neuen Leasing- und den neuen Umsatzrealisierungsstandard.

Nach IAS 8 sind Unternehmen verpflichtet, qualitative und quantitative Angaben über die Auswirkungen von neuen Standards zu veröffentlichen, unabhängig davon, ob der jeweilige IFRS Standard bereits von der EU endorsed ist. Die ESMA hat nun die Erwartungshaltung an die Berichterstattung bis zum Zeitpunkt der Erstanwendung konkretisiert. Dabei gilt, je näher der Erstanwendungszeitpunkt rückt, umso unternehmensspezifischer und konkreter müssen die Angaben zu den erwarteten Effekten sein.

Bei Unternehmen, die von den Neuregelungen signifikant betroffen sind, erwartet die ESMA insbesondere folgende Angaben:

  1. Informationen zur Ausübung von Wahlrechten, wie z.B. der Methode der Erstanwendung (retrospektive Erstanwendung oder vereinfachte Erstanwendung mit kumulativer catch-up Buchung)
  2. Eine Aufgliederung der Auswirkungen nach Tätigkeitsbereich und Art der Änderung (z.B. wird die Höhe der Umsatzerlöse beeinflusst, ändert sich der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung, etc.)
  3. Erläuterung der Hauptunterschiede im Vergleich zu den bisherigen Bilanzierungsmethoden

Daneben empfiehlt die ESMA auch eine Beschreibung der Auswirkungen auf das Risikomanagement und die Leistungsindikatoren aufzunehmen.

In den Zwischenabschlüssen in 2017 sind die Angaben zu aktualisieren, wobei speziell die Angaben zu den quantitativen Auswirkungen zunehmend konkreter werden sollten. Spätestens im Jahresabschluss 2017 werden seitens der ESMA quantitative Analysen erwartet.

Die Stellungnahme der ESMA finden Sie unter folgendem Link: https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/2016-1148_public_statement_ifrs_15.pdf

ESMA veröffentlicht Übersicht an Entscheidungen europäischer Enforcer

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, kurz: ESMA) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie erarbeitet jedes Jahr gemeinsam mit nationalen Enforcern (z.B. für Deutschland die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, kurz: DPR) einheitliche Prüfungsschwerpunkte auf europäischer Ebene. Die ESMA hat eine neue aktuelle Übersicht der bisherigen von ihr veröffentlichten Entscheidungen europäischer Enforcer zur Verfügung gestellt. Da diese bei Entscheidungen der DPR Berücksichtigung finden, sollten auch kapitalmarktorientierte Unternehmen diese bei ihrer IFRS-Bilanzierung beobachten.

 

Neuerungen in der Quartalsberichterstattung

Die gesetzliche Pflicht für Unternehmen des Prime Standard zur Erstellung von Quartalsfinanzberichten für das erste und dritte Quartal ist mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie Ende November 2015 entfallen. Durch die aktualisierte Fassung der Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse (vom 30. November 2015) sind die Unternehmen für diese Stichtage nur zur Erstellung von sog. Quartalsmitteilungen verpflichtet. Quartalsmitteilungen unterliegen dabei deutlich geringeren Transparenzanforderungen.

Wir haben eine vollständige Analyse der Quartalsberichterstattung aller DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen für das erste Quartal 2016 bzw. 2016/ 2017 vorgenommen. Hier zeigt sich zum einen, dass bereits in signifikantem Umfang die Unternehmen das neue Instrument der Quartalsmitteilung nutzen. Im DAX nutzten 7 von 30 Unternehmen das Instrument der Quartalsmitteilung (rd. 23%), im MDAX und SDAX waren es bereits jeweils 44% der berichtenden Unternehmen. Dabei ist ferner eine große Spannweite an Umfang und Inhalt der veröffentlichten Informationen erkennbar. Die Seitenanzahl der Quartalsmitteilungen liegt zwischen 3 und 46 Seiten. Zudem zeigt die Analyse bei Unternehmen, die weiterhin Quartalsfinanzberichte aufstellen, dass diese in Anlehnung an die Disclosure Initiative des IASB z.T. inhaltlich deutlich fokussierter dargestellt und im Umfang gestrafft wurden.

Auf unserem 16. Expertenforum am 21. September 2016 werden wir über die Ergebnisse unserer Analyse ausführlich informieren. Sehr gerne stehen wir Ihnen auch vorab zur Verfügung, wenn Sie einzelne Aspekte diskutieren möchten. Bitte sprechen Sie uns an.

Veröffentlichung – IFRS 15: Eine Würdigung der neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung im Healthcare-Sektor

Die Implementierung der neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung bleibt keinem IFRS-Anwender erspart. Jedoch sind das Ausmaß der Auswirkungen bzw. die Betroffenheit des IFRS 15 im Wesentlichen von dem individuellen Geschäfts- und Vertriebsmodell abhängig. Unternehmen der Healthcare-Branche sind u.a. hinsichtlich ihrer Mehrkomponentenverträge betroffen, da umfangreiche und häufig wirtschaftlich zusammenhängende Leistungspakete zunehmend angeboten werden. D.h. an die Produktveräußerung werden diverse weitere Leistungen (z.B. Trainings, (technischer) Service, Planungs- und Beratungsleistungen, Installationsleistungen oder Software-Support) geknüpft.

Der Analyse und Würdigung eines solchen Anwendungsfalls zu Leistungsbündeln und weiteren ausgewählten Bilanzierungsthemen aus der Praxis widmet sich der Beitrag „IFRS 15: Eine Würdigung der neuen Vorschriften zur Umsatzrealisierung im Healthcare-Sektor“ (von Andrea Bardens und Dr. Christoph Wallek), erschienen in der aktuellen Ausgabe (Heft 7-8) der KoR – Zeitschrift für internationale und kapitalmarktorientierte Rechnungslegung. Auch werden entsprechende system- bzw. prozessseitige Herausforderungen in diesem Beitrag thematisiert.

Veröffentlichung – Praktische Herausforderungen bei der Einführung von IFRS 16 im Konzern

Die meisten Unternehmen haben zahlreiche Leasingverträge – in größeren Konzernen sprechen wir sogar von mehreren tausend oder zehntausend. Die neue Leasingbilanzierung nach IFRS 16 bringt nun die besondere Herausforderung mit sich, aufgrund der unsymmetrischen Vorgehensweise auf Leasingnehmer- und Leasinggeberseite konzerninterne Leasingverhältnisse abzubilden. Da die Bilanzierung bei Leasinggeber und -nehmer nicht zwingend spiegelbildlich erfolgt und sich konzerninterne Leasingverhältnisse damit nicht notwendigerweise im Rahmen der Konsolidierung eliminieren, ist eine Anpassung der Konzernprozesse im Rahmen der Konsolidierung bzw. entsprechender Vorgaben unumgänglich. Anhand eines konkreten Beispiels zeigen die beiden CMAAS Autorinnen gemeinsam mit Dr. Andreas Duhr von ThyssenKrupp im Beitrag „Praktische Herausforderungen bei der Einführung des neuen Leasingstandards IFRS 16 im Konzern“, erschienen in der aktuellen Ausgabe (Heft 6) der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung, Ausgabe 6/2016, die praktischen Herausforderungen bei der Einführung des neuen Leasingstandards.

Veranstaltung: 16. Expertenforum

Vom 20. bis 21. September 2016 findet zum 16. Mal unsere Veranstaltung „Expertenforum – Trends und Perspektiven der Rechnungslegung“ statt, zu der wir Sie herzlich einladen.

Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Gremien sowie PwC-Experten nehmen Stellung zu aktuellen Entwicklungen rund um IFRS und HGB sowie zur Transparenz in der Unternehmensberichterstattung.

Am zweiten Veranstaltungstag bieten Ihnen zahlreiche Foren Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis. Ob Ertragsrealisierung, Leasing, Finanzinstrumente oder HGB – Sie werden umfassend informiert!

Die Veranstaltung ist auch tageweise buchbar.

Unter www.pwc-events.com/expertenforum erfahren Sie mehr zur Veranstaltung und können sich anmelden.

 

Veranstaltung: Fokussierung der Finanzberichterstattung

In den vergangenen zehn Jahren ist der durchschnittliche Umfang der Finanzberichte um etwa die Hälfte angestiegen. Die Berichtsadressaten, insbesondere Kapitalmarktteilnehmer wie Investoren und Analysten, zeigen sich mit dieser Informationsflut und der wenig fokussierten Berichterstattung unzufrieden – klare und glaubwürdige Informationen über Strategie und Leistung des Unternehmens sind gefragt, keine überfrachteten Finanzberichte. Auch aus Sicht der Unternehmen steht der Umfang der IFRS-Abschlüsse mittlerweile in keinem akzeptablen Verhältnis mehr zum Nutzen der dadurch vermittelten Informationen. Das International Accounting Standards Board (IASB) hat mit der sogenannten Disclosure Initiative die Rahmenbedingungen geschaffen, die Berichterstattung unternehmensindividueller, fokussierter und damit auch effizienter vorzunehmen. In einigen Ländern und Unternehmen wurden durch die Neugestaltung der Berichterstattung bereits 2015 signifikante Kürzungen der Geschäftsberichte realisiert.

Wir möchten Ihnen am 11. Mai von 10:00-10:45 Uhr im Rahmen eines Webinars die neuen Anforderungen des IASB vorstellen sowie praktische Möglichkeiten aufzeigen, Ihre Finanzberichterstattung zu fokussieren. Gerne können Sie sich über die Internetseite www.pwc-event.com/webinar_geschaeftsbericht zum Webinar anmelden.

IASB veröffentlicht Klarstellungen zum IFRS 15

Der IASB hat am 12. April 2016 Klarstellungen zum IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden veröffentlicht. Die Klarstellungen enthalten Ergänzungen und Hinweise zur Prinzipal-Agenten-Beziehung, Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, Realisierung von Umsätzen aus Lizenzen und Anwendung der Übergangsvorschriften.

Insbesondere die Frage, ob ein Unternehmen als Prinzipal oder Agent agiert, ist Gegenstand der Klarstellungen. Demgemäß muss der Prinzipal das Gut oder die Dienstleistung kontrollieren, bevor es an den Kunden übertragen wird. Im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen ist die Frage, wer die Leistung kontrolliert, nicht immer einfach zu beantworten. Die Klarstellungen zum IFRS 15 enthalten deshalb sowohl geänderte als auch neue Praxisbeispiele hinsichtlich der Vermittlung von Flugtickets, Restaurantgutscheinen und Wartungsleistungen.

 

Veranstaltung: IFRS 15 meets IT – Are your processes and systems prepared?

Wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „IFRS 15 meets IT – Are your processes and systems prepared?“ am 12. Mai 2016 von 10:00-17:45 Uhr ein. Im Rahmen der englischsprachigen Veranstaltung möchten wir näher auf die notwendigen System- und und Prozessanpassungen zur Umsetzung des neuen Ertragsrealisierungsstandards IFRS 15 eingehen. Zahlreiche Softwareanbieter werden ihre Lösungen vorstellen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.pwc-event.com/IFRS15meetsIT.

 

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