Accounting Aktuell Blog

Libanon und Iran als mögliche neue HochinflationslÀnder

Es zeichnet sich ab, dass – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung bis zum Jahresende – fĂŒr Unternehmen mit dem libanesischen Pfund oder dem iranischen Rial als funktionaler WĂ€hrung IAS 29 fĂŒr Berichtsperioden, die am oder nach dem 31.12.2020 enden, anzuwenden ist. 

Dies unter anderem, weil es fĂŒr den Iran sehr wahrscheinlich ist und fĂŒr den Libanon Anhaltspunkte dafĂŒr vorliegen, dass die kumulierte Dreijahresinflation Ende Dezember 2020 ĂŒber 100% liegen wird – und diese LĂ€nder damit aus Sicht der Rechnungslegung HochinflationslĂ€nder werden.

IBOR Phase II – neue Publikationen veröffentlicht

Im August 2020 hat der IASB im Rahmen der Phase II seines Projekts zur IBOR-Reform Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 veröffentlicht. Die Änderungen sehen Erleichterungen im Zusammenhang mit der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen, die im Zusammenhang mit der IBOR-Reform erforderlich geworden sind sowie diesbezĂŒgliche Angaben vor (siehe hierzu Blogbeitrag vom 28. August 2020).

In unserer neuen PwC-Publikation In depth – Practical guide to Phase 2 amendments for interest rate benchmark reform werden die Änderungen und deren Anwendung ausfĂŒhrlich dargestellt und erlĂ€utert. Besonders hervorzuheben sind die Darstellung des Zusammenspiels der Erleichterungen aus Phase 1 und 2 fĂŒr das Hedge-Accounting sowie die zahlreichen deep dives zu auslegungsbedĂŒrftigen Aspekten der Änderungen (z.B. Kriterium ‘economically equivalent’) in Form von FAQs.

EU-Endorsement von Änderungen an IFRS 16 zu MietzugestĂ€ndnissen i.Z.m. COVID-19

Mit Verordnung (EG) Nr. 2020/1434 vom 9. Oktober 2020 hat die EuropĂ€ische Union die Änderungen an IFRS 16 zu MietzugestĂ€ndnissen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ĂŒbernommen. Die Änderung erlaubt es Leasingnehmern, auf die Beurteilung, ob ein MietzugestĂ€ndnis im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in Bezug auf Leasingzahlungen, die ursprĂŒnglich bis zum 30. Juni 2021 fĂ€llig gewesen wĂ€ren, eine „lease modification“ darstellt, zu verzichten und das MietzugestĂ€ndnis stattdessen so abzubilden, als handele es sich nicht um eine „lease modification“. FĂŒr eine ausfĂŒhrliche Darstellung der geĂ€nderten Regelungen einschließlich Antworten auf in diesem Zusammenhang hĂ€ufig gestellte Fragen verweisen wir auf unsere Publikation IFRS fĂŒr die Praxis: Änderung des IFRS 16: COVID-19 bezogene MietzugestĂ€ndnisse“

Die Änderungen sind fĂŒr GeschĂ€ftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen. Eine frĂŒhere Anwendung ist zulĂ€ssig.

Folge 18 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – dieses Mal zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) 2020. Dieser ist seit MĂ€rz 2020 in Kraft. AufsichtsrĂ€te und VorstĂ€nde der meisten börsennotierten Unternehmen mĂŒssen sich erstmals in ihrer Ende des Jahres abzugebenden EntsprechenserklĂ€rung zur Anwendung der neuen Kodexempfehlungen Ă€ußern. Martin Kaspar und Dirk Rimmelspacher geben einen Überblick ĂŒber die Neuerungen – mit Bezug zu Reporting-Themen, aber auch darĂŒber hinaus.

Neugierig? Dann schauen Sie auf unserer Homepage rein, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

Weiterentwicklung der EU-Taxonomie: Die Platform on Sustainable Finance nimmt ihre Arbeit auf

Die EuropĂ€ische Kommission hat die Mitglieder der Platform on Sustainable Finance, dem Expertengremium zur Weiterentwicklung der EU-Taxonomie, bekanntgegeben. Die Taxonomie ist das neue grĂŒne Klassifikationssystem fĂŒr WirtschaftsaktivitĂ€ten in der EU. Auf der Grundlage dieses Klassifikationssystems mĂŒssen bestimmte große Unternehmen ihre TĂ€tigkeiten auf ihre ökologische Nachhaltigkeit hin beurteilen und ĂŒber das Ergebnis dieser Beurteilung in ihrer nichtfinanziellen (Konzern-)ErklĂ€rung berichten. Ich habe ĂŒber diese neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 zuletzt berichtet.

Die Platform on Sustainable Finance wird vier Hauptaufgaben haben:

  • Weiterentwicklung der sog. technischen Bewertungskriterien, d.h. der spezifischen Anforderungen an die ökologische Nachhaltigkeit einer WirtschaftstĂ€tigkeit,
  • Weiterentwicklung der Taxonomie zur Erfassung anderer Nachhaltigkeitsziele (insb. soziale Ziele) und zur Klassifizierung von AktivitĂ€ten, die die Umwelt erheblich schĂ€digen.
  • Beobachtung der KapitalflĂŒsse in nachhaltige Investitionen und Berichterstattung hierĂŒber,
  • Beratung der Kommission zu einer nachhaltigen Finanzpolitik.

IFRS Foundation veröffentlicht Konsultationspapier zu Sustainability Reporting – ein bedeutsamer Schritt hin zu einem globalen Standardsetter fĂŒr die nichtfinanzielle Berichterstattung?

Am 30.09.2020 hat die IFRS Foundation ein Konsultationspapier zu Sustainability Reporting (“Consultation Paper on Sustainability Reporting”) veröffentlicht. Das Papier wurde von einer Task Force entwickelt, die von den Trustees der IFRS Foundation eigens dafĂŒr eingesetzt wurde, sich mit kĂŒnftigen Entwicklungen rund um das Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beschĂ€ftigen.

Das Konsultationspapier ist im Kontext des als dringend identifizierten Bedarfs nach konsistenten und vergleichbaren Nachhaltigkeitsinformationen zu sehen. Insbesondere von Investoren und berichtenden Unternehmen sei großes Interesse an qualitativ hochwertigen Nachhaltigkeitsinformationen bekundet worden. Das Papier soll der grundsĂ€tzlichen Zielsetzung dienen, die Nachfrage nach global einheitlichen Nachhaltigkeitsstandards auszuloten und der Frage nachzugehen, inwieweit die IFRS Foundation bei der Entwicklung solcher Standards eine Rolle spielen kann.

Im Konsultationspapier sind 11 Fragen zum grundsÀtzlichen Vorgehen sowie zu den im Papier diskutierten Inhalten enthalten. Interessierte Stakeholder können diese Fragen im Rahmen der öffentlichen Konsultation beantworten. Die Frist zur Kommentierung endet am 31. Dezember 2020.

Wir halten Sie ĂŒber die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Folge 17 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – zu einem aktuellen IFRS-Thema, der Ermittlung bzw. Bewertung belastender VertrĂ€ge. Der Beitrag widmet sich den jĂŒngst erfolgten Klarstellungen des IAS 37 durch den IASB zum Umfang von VertragserfĂŒllungskosten. Rainer Usinger und Maria Naumann erlĂ€utern die Neuregelungen und deren mögliche Auswirkungen auf den IFRS-Abschluss. 

Neugierig? Dann schauen Sie rein, auf unserer Homepage oder auf YouTube, wie immer nur das Wesentliche, auf den Punkt gebracht.

 

European Corporate Reporting Lab@EFRAG: Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Empfehlungen fĂŒr europĂ€ische nichtfinanziellen Berichtsstandards benannt

Die EFRAG hat am vergangenen Freitag die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung von europÀischen nichtfinanziellen Berichtsstandards (Project Task Force on preparatory work for the elaboration of possible EU non-financial reporting standards) bekanntgegeben. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Experten verschiedenster Stakeholder der nichtfinanziellen Berichterstattung, u.a. Vertretern der Industrie, der Finanzbranche und von Institutionen der EuropÀischen Union, zusammen. Ich freue mich, dass auch Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services von PwC Deutschland, Teil der Arbeitsgruppe ist.

Die EuropĂ€ische Kommission hat die EFRAG mit der Entwicklung von Empfehlungen ĂŒber mögliche europĂ€ische nichtfinanzielle Berichtsstandards zur weiteren Umsetzung der CSR-Richtlinie, welche derzeit ĂŒberarbeitet wird, beauftragt (Auftrag). Die dazu eingerichtete Arbeitsgruppe soll insbesondere VorschlĂ€ge fĂŒr den Anwendungsbereich, Inhalt und Struktur europĂ€ischer Berichtsstandards erarbeiten.  Dieser Auftrag deckt sich mit dem Ergebnis im Rahmen der Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie, nach der sich 81% der Teilnehmer fĂŒr die Anwendung einheitlicher Berichtstandards aussprachen, um die Vergleichbarkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung zu erhöhen. Einheitliche Berichtsstandards könnten zudem die VerlĂ€sslichkeit, Relevanz sowie auch die PrĂŒfbarkeit nichtfinanzieller Angaben erhöhen. Über die Konsultation und die Zusammenfassung der RĂŒckmeldungen auf diese habe ich am 21. Februar bzw. am 30. Juli an dieser Stelle informiert.

FĂŒr die Entwicklung europĂ€ischer nichtfinanzieller Berichtsstandards soll die Arbeitsgruppe möglichst nah auf bereits bestehenden und in der Praxis anerkannten Rahmenwerken und Berichtselementen aufsetzen. Konsistent zum Nachtrag zu den unverbindlichen Leitlinien sollen klimabezogene Angabepflichten dabei besondere Beachtung erfahren. Im Einzelnen ĂŒbernimmt die Arbeitsgruppe u.a. folgende Aufgaben:

  • Analyse der bestehenden Rahmenwerke und Standards (u.a. GRI, TCFD, das Practice Statement des IASB zum Management Commentary, SASB) hinsichtlich ihrer Eignung, die Auswirkungen nichtfinanzieller Aspekte auf das Unternehmen sowie die Auswirkungen des GeschĂ€ftsmodells von Unternehmen auf die nichtfinanziellen Aspekte darzustellen.
  • Erarbeitung einer Struktur fĂŒr Standards unter BerĂŒcksichtigung möglicher branchen- oder themenspezifischer Berichtsanforderungen.
  • Beurteilung, inwieweit spezifische Vorgaben fĂŒr Institute zu entwickeln sind.
  • Förderung einer stĂ€rker integrierten Berichterstattung.
  • BerĂŒcksichtigung der Rolle elektronisch bzw. maschinen-lesbarer Informationen.
  • AbwĂ€gung eines modularen, abgestuften Aufbaus der Standards, so dass eine Umsetzung von grundlegenden Anforderungen (bspw. bestimmter Leistungsindikatoren) leichter zugĂ€nglich wird.
  • Beurteilung der Eignung von möglichweise freiwilligen Berichtsstandards fĂŒr KMU, die vergleichsweise niedrigere Anforderungen stellen.

Dieses Arbeitsprogramm ist sowohl inhaltlich als auch zeitlich ambitioniert. Der Abschlussbericht soll bis zum 31. Januar 2021 vorgelegt werden, dem ein vorlĂ€ufiges Arbeitsprogramm fĂŒr die konkrete Ausarbeitung von europĂ€ischen nichtfinanziellen Berichtsstandards beigefĂŒgt werden soll. Dieses soll die Veröffentlichung solcher Standards bis Juni 2022 ermöglichen.

Folge 16 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – zu einem brandaktuellen Thema, den neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten aus der EU-Taxonomie-Verordnung. Nicolette Behncke und Nina SchĂ€fer erlĂ€utern die wesentlichen Inhalte dieser neuen Angabepflichten und zeigen, welche Herausforderungen hiermit auf die Unternehmen zukommen.

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IASB veröffentlicht Änderungen an diversen IFRS-Standards im Zuge der sog. IBOR-Reform

Der IASB hat am 27. August 2020 Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 veröffentlicht.

Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit der Reform von ReferenzzinssĂ€tzen (IBOR-Reform), speziell mit der Abbildung von Änderungen an vertraglichen Zahlungsströmen und Sicherungsbeziehungen, die in diesem Zusammenhang vorgenommen werden.

Die Änderungen betreffen:

  • Änderungen der vertraglichen Cashflows – FĂŒhrt eine Änderung des Referenzzinssatzes zu geĂ€nderten vertraglichen Cashflows, ist der Buchwert der betreffenden Finanzinstrumente nicht anzupassen oder auszubuchen, sondern der Effektivzinssatz zu aktualisieren.
  • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – Eine Sicherungsbeziehung muss nicht allein aufgrund von im Zuge der IBOR-Reform erforderlichen Änderungen beendet werden, wenn die Sicherungsbeziehung ansonsten weiterhin die anderen Voraussetzungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfĂŒllt.
  • Angabepflichten – Es sind Informationen ĂŒber neue Risiken, die sich aus der IBOR-Reform ergeben, und darĂŒber, wie der Übergang zu neuen ReferenzzinssĂ€tzen gehandhabt wird, offenzulegen.

Die Änderungen sind fĂŒr GeschĂ€ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulĂ€ssig.

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