Accounting Aktuell Blog

Folge 10 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ein neuer Beitrag unserer Webcast-Reihe „PwC Accounting and Reporting Talks“ ist online – zu einem brandaktuellen Thema, dem Regierungsentwurf vom 22. Januar zur Umsetzung der ESEF-Verordnung zur Einführung eines einheitlichen elektronischen Formats für Jahresfinanzberichte bestimmter kapitalmarktorientierter Unternehmen in nationales Recht. Dieses Format ist von den betroffenen Unternehmen für die Rechnungslegungsunterlagen für Geschäftsjahre anzuwenden, die ab dem 1. Januar 2020 beginnen. Björn Seidel und ich verschaffen einen Überblick über die wesentlichen Konsequenzen für die betroffenen Unternehmen und Abschlussprüfer und sensibilisieren hierzu. 

 

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Öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie

Am 20. Februar 2020 hat die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) gestartet. Bereits am 30. Januar 2020 hatte die EU-Kommission eine erste Folgenabschätzung zur Überprüfung der Regelungen für die nichtfinanzielle Berichterstattung veröffentlicht, über die ich in meinem Blogbeitrag vom 3. Februar 2020 berichtet habe.

Die Konsultation umfasst insgesamt 45 Fragen, die sich auf die folgenden Themenbereiche beziehen:

  • Qualität und Umfang der offenzulegenden nichtfinanziellen Informationen,
  • Standardisierung der Berichterstattung,
  • Anwendung des Grundsatzes der Wesentlichkeit,
  • Prüfungspflicht und Prüfungsumfang,
  • Digitalisierung,
  • Format der Berichterstattung (Bestandteil des Lageberichts vs. gesonderter Bericht),
  • Anwendungsbereich der Berichtspflicht,
  • Vereinfachung und Reduzierung des Verwaltungsaufwands für die Unternehmen.

Rückmeldungen zur Konsultation sind bis zum 14. Mai 2020 möglich (online Anmeldung erforderlich).

Vorläufige IASB-Entscheidungen zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Beherrschung

Der IASB diskutiert schon seit geraumer Zeit die Frage, wie Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung zukünftig abgebildet werden sollen. Auch in seiner Januar-Sitzung wurde das Thema wieder aufgegriffen und Einzelheiten möglicher Bilanzierungsmethoden diskutiert.

Bislang gibt es zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen unter gemeinsamer Beherrschung nach IFRS keine Regelungen. In der Praxis hat sich für die Abbildung solcher Transaktionen jedoch ein Methodenwahlrecht etabliert, nämlich die analoge Anwendung der IFRS 3 Regelungen zu Unternehmenszusammenschlüssen oder der Rückgriff auf die sogenannte „predecessor method“, die die Fortführung der im Mutterkonzern erfassten Buchwerte im erwerbenden Unternehmen vorsieht.

Der IASB hat bislang vorläufig entschieden, dass zukünftig eine sogenannte „current value method“, die auf der Erwerbsmethode des IFRS 3 basiert oder die „predecessor method“ anzuwenden ist. Allerdings ist geplant, dass es kein Wahlrecht in der Anwendung mehr geben wird. Vielmehr soll die „current value method“ immer dann Anwendung finden, wenn am erwerbenden Unternehmen nicht beherrschende Anteilseigner beteiligt sind. Ausnahmen bestehen lediglich, soweit die Anteile des erwerbenden Unternehmens nicht öffentlich gehandelt werden und die nicht beherrschenden Anteilseigner verbundene Unternehmen sind oder diese der Anwendung der „predecessor method“ zugestimmt haben. In allen anderen Fällen, ist die „predecessor method“ anzuwenden.

Hintergrund ist, dass nicht beherrschende Anteilseigner wie bei einem Unternehmenszusammenschluss unter fremden Dritten informiert werden sollen. Fraglich ist jedoch, ob diese Überlegung den Anforderungen der Praxis entgegenkommt. So finden häufig Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung statt, um z. B. Abspaltungen für Börsengänge vorzubereiten. In diesem Zusammenhang steht in der Regel jedoch die Vergleichbarkeit der Abschlüsse mit den Vorjahren im Vordergrund, die durch die Anwendung der „current value method“ durchbrochen wird.

Der IASB plant in weiteren Sitzungen noch die notwendigen Anhangangaben festzulegen. Im 2. Quartal 2020 soll ein Discussion Paper zu diesem Thema veröffentlicht werden. Es bleibt abzuwarten, welchen Spielraum die vorgeschlagenen Regelungen haben werden.

Folge 9 der PwC Accounting and Reporting Talks online

Ob ein Erwerb als Unternehmenszusammenschluss zu bilanzieren ist oder nicht, hängt im Wesentlichen davon ab, ob ein Geschäftsbetrieb erworben wurde. So sind beim Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten die Anschaffungskosten zuzüglich der Anschaffungsnebenkosten auf die erworbenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend der relativen Werte aufzuteilen. Es entfällt im Gegensatz zum Erwerb eines Geschäftsbetriebs sowohl der Ansatz von Steuerlatenzen, als auch der Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. Bargain Purchases.

Die Anwendung der bestehenden Regelungen zur Beurteilung, ob der Erwerb eines Geschäftsbetriebs vorliegt, war in der praktischen Anwendung komplex und wurde unterschiedlich ausgelegt. Daher wurden die bestehenden Leitlinien geändert. So ist zukünftig z. B. bei der Beurteilung keine Analyse mehr notwendig, ob ein Marktteilnehmer die Möglichkeit hat, fehlende Inputfaktoren bzw. Prozesse zu ersetzen. Ebenfalls wurde klargestellt, dass der Erwerb eines Geschäftsbetriebs mindestens den Erwerb eines substanziellen Prozesses und eines Inputfaktors voraussetzt. Weiterhin wurde zur Erleichterung der Beurteilung ein optionaler sogenannter „concentration test“ eingeführt und eine Reihe von Anwendungsbeispielen zur Erläuterung des neuen Konzeptes aufgenommen. Die geänderten Regelungen sind – soweit das EU-Endorsement in Q1/2020 erfolgt – auf Unternehmenserwerbe in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1.1.2020 beginnen.

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BFA des IDW: Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten

Der Bankenfachausschuss des Instituts der Wirtschaftsprüfer hat am 8. Februar die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: „Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft von Kreditinstituten („Pauschalwertberichtigungen“)“ (IDW RS BFA 7) in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht.

Gegenstand der Stellungnahme sind Grundsätze und Einzelfragen zur Berechnung von Pauschalwertberichtigungen im Kreditgeschäft von Kreditinstituten. Auch wenn die Bildung von Pauschalwertberichtigungen auf das allgemeine Vorsichtsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB zurückzuführen ist, kann daraus nicht abgeleitet werden, dass auch Nicht-Kreditinstitute wie Versicherungs- und Industrieunternehmen dieser Stellungnahme folgen müssen. Eine freiwillige Anwendung der Stellungnahme von Nicht-Kreditinstituten ist jedoch zulässig.

Die wesentlichen Vorgaben lassen sich wie folgt zusammenfassen:


Grundsätze

  • Das Handelsrecht gewährt grundsätzlich Methodenfreiheit.
  • Die gewählte Methode muss eine nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sachgerechte und vorsichtige Schätzung der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit ermöglichen.
  • Ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit sind aktuelle Informationen und Erwartungen zur Risikosituation zu berücksichtigen.
  • Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen kann auf Portfolioebene getrennt für homogene Teilportfolien erfolgen.


Einzelfragen

  • Anrechnung von Bonitätsprämien

Bezogen auf das gesamte betrachtete Kreditportfolio gilt der Grundsatz, dass hinreichend konkretisierte, streng kausal zuordenbare zukünftige wirtschaftliche Vorteile bei der Bilanzierung zu berücksichtigen sind. Dieser für die Bemessung von Drohverlustrückstellungen entwickelte Grundsatz führt bei der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen zu einer Anrechnung der in den vertraglich vereinbarten Zinserträgen enthaltenen Bonitätsprämien gegen die erwarteten Verluste. Sofern Bonitätsprämien nicht für interne Risikosteuerungszwecke genutzt werden, ist ihre Anrechnung allein für Zwecke der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nicht notwendig.

  • Bewertungsvereinfachungen

Für das Kreditgeschäft kann angenommen werden, dass sich bei Kreditausreichung erwartete Verluste und Bonitätsprämien entsprechen. Erfolgt – davon ausgehend – bei der Folgebewertung aus Vereinfachungsgründen kein Nachweis dieser Ausgeglichenheit durch Berechnung der erwarteten Verluste und Bonitätsprämien, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien geschätzt wird.

Gilt die vorstehend genannte Annahme der Ausgeglichenheit nicht (mehr) bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, ist unter Beachtung der eingangs beschriebenen Grundsätze zu beurteilen, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist.

  • Risikovorsorge nach IFRS 9:

Die vereinfachende Ermittlung der Pauschalwertberichtung nach der Methodik des IFRS 9 für die Stufen 1 und 2 ist nicht zu beanstanden.


Erstanwendung

IDW RS BFA 7 ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

European Corporate Reporting Lab@EFRAG: Bericht zur Verbesserung der klimabezogenen Berichterstattung

Im Rahmen des Aktionsplans der EU zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wurde durch die EFRAG ein Corporate Reporting Lab ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe für klimabezogene Berichterstattung (Project Task Force on Climate-related Reporting – PTF-CRR) veröffentlichte gestern einen ersten umfangreichen Bericht mit dem Titel „How to improve climate-related reporting – A summary of good practices from Europe and beyond“.

Der Bericht enthält eine umfangreiche Bestandsaufnahme zu best practice-Beispielen klimabezogener Berichterstattung sowie zur Verwendung von Klimaszenarioanalysen mit einem Fokus auf der europäischen Berichterstattungspraxis. Auf Basis der erhobenen Informationen und eines umfangreichen Stakeholderdialogs entwickelt die PTF-CRR Empfehlungen zur Steigerung der Qualität der klimabezogenen Berichterstattung und weist auf grundlegende Fehler hin, die vermieden werden sollten. Dazu werden in zwei Beilagen die Praxisbeispiele dargestellt und analysiert. Neben der Bedeutung eines solchen Beitrags für die berichtenden Unternehmen ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der PTF-CRR in Verbindung mit dem Nachtrag zur klimabezogenen Berichterstattung zu den unverbindlichen Leitlinien der Europäischen Kommission auch in die Überarbeitung der CSR-Richtlinie einfließen werden. Über die bevorstehende Überarbeitung habe ich bereits zu Beginn der Woche an dieser Stelle berichtet.

Die Arbeitsgruppe stellt grundsätzlich eine kontinuierliche Verbesserung der Klimaberichterstattung in verschiedenen Bereichen fest. Gleichzeitig zeigt sich, dass es kaum Unternehmen bislang gelingt, das gesamte Spektrum der Klimaberichterstattung gleichermaßen fundiert in ihrer Berichterstattung umzusetzen. Die klimabezogene Berichterstattung stellt die Unternehmen weiterhin vor wesentliche Herausforderungen, um den stetig wachsenden Informationsbedürfnissen der Adressaten gerecht zu werden, dies gilt insbesondere für die Nutzung von Szenarioanalysen.

EU-Kommission: Überarbeitung der Regelungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung

Am 30. Januar 2020 hat die EU-Kommission einen Fahrplan zur Überarbeitung der Regelungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung angekündigt.

Hintergrund der geplanten Überarbeitung ist der wachsende Bedarf von Investoren und zivilgesellschaftlichen Organisationen an nichtfinanziellen Informationen, der über die bestehenden Berichterstattungspflichten hinausgeht. Derzeit sind bestimmte große Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern aufgrund der CSR-Richtlinie (EU-Richtlinie 2014/95/EU) verpflichtet, Angaben in Bezug auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu machen. Mit der geplanten Überarbeitung sollen zugleich unnötige Belastungen der Unternehmen durch die nichtfinanzielle Berichterstattung reduziert werden. Zur Erreichung dieser Ziele hat die EU-Kommission zunächst die folgenden Optionen bestimmt:

  1. Ausbau und Erweiterung der bestehenden Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen, ähnlich dem Nachtrag zur klimabezogenen Berichterstattung von 2019, über den ich im letzten Jahr berichtet habe;
  2. Entwicklung eines freiwilligen nichtfinanziellen Berichtsstandards;
  3. Überarbeitung der CSR-Richtlinie, u.a. Anpassung des Anwendungsbereichs, genauere Definition der berichtspflichtigen nichtfinanziellen Angaben, verpflichtende Anwendung eines nichtfinanziellen Berichtsstandards, Stärkung des Enforcement-Verfahrens.

Zur Unterstützung des weiteren Verfahrens ist eine Folgenabschätzung in Vorbereitung. In diesem Zusammenhang kann die interessierte Öffentlichkeit bis zum 27. Februar 2020 Feedback zur Initiative der EU-Kommission geben.

DCGK 2020: Neufassung sieht unverändert Streichung der DCGK-Mustertabellen zur Vorstandsvergütung vor

Am 22. Mai 2019 hatte die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex den Entwurf einer Neufassung des Kodex vorgestellt. Ich hatte darüber in meinem Blogbeitrag vom 24. Mai 2019 berichtet. Gestern wurde die von der Regierungskommission beschlossene Neufassung als Deutscher Corporate Governance Kodex 2020 auf der Website der Kommission veröffentlicht und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zur Prüfung übermittelt.

Aufgrund des am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen ARUG II mussten zwar Änderungen an den Bestimmungen zur Vorstandsvergütung im Kodex nachvollzogen werden. Materielle Änderungen am Kodexentwurf waren aber nicht notwendig. Damit bleibt es unter anderem bei der Streichung der bisherigen Mustertabellen zur Vorstandsvergütung, ohne dass der Kodex eigene Empfehlungen zur Darstellung des neuen Vergütungsberichts nach ARUG II enthält. Alles Wesentliche zum neuen Vergütungsbericht nach ARUG II finden Sie übrigens in unserem Newsletter und in unserem Video.

Der neue Kodex tritt mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und bildet dann die Grundlage für die Entsprechenserklärung. Mit dieser Veröffentlichung ist in Kürze zu rechnen. Demgegenüber ist der neue Vergütungsbericht nach ARUG II erst für Geschäftsjahre zu erstellen, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen. Die Regierungskommission weist in ihrer gestrigen Pressemitteilung darauf hin, dass es an den Unternehmen liegt, in der Zwischenzeit sachgerecht über die Vorstandsvergütung zu berichten, um keine Transparenzlücke entstehen zu lassen.

Regierungsentwurf zur Umsetzung der ESEF-Verordnung in das HGB

Die Umsetzung der sogenannten ESEF-Verordnung der EU-Kommission in das nationale Recht nimmt Fahrt auf. Das ist gut so, müssen doch WpHG-Inlandsemittenten ihre Rechnungslegungsunterlagen für nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Geschäftsjahre für Zwecke der Offenlegung ESEF-konform erstellen.

Über den Referentenentwurf des Umsetzungsgesetzes habe ich bereits in meinem Blogbeitrag vom 25. September 2019 berichtet. Gestern wurde der am 22. Januar 2020 vom Kabinett beschlossene Regierungsentwurf des Gesetzes veröffentlicht. Danach wurde die im Referentenentwurf vorgesehene „Aufstellungslösung“ zugunsten einer „Offenlegungslösung“ mit Prüfungspflicht aufgegeben. Im Klartext bedeutet dies für die betroffenen Unternehmen Folgendes:

  • An den derzeitigen Regelungen zur Aufstellung von (Jahres- und Konzern-)Abschlüssen und (Konzern-)Lageberichten ändert sich materiell nichts.
  • Die Offenlegung der Abschlüsse und Lageberichte hat ESEF-konform zu erfolgen, d.h. im XHTML-Format inklusive taxonomischer Auszeichnung der IFRS-Konzernabschlüsse nach Maßgabe der ESEF-Verordnung mit Hilfe der iXBRL-Technologie („Tagging“).
  • Die für Zwecke der ESEF-konformen Offenlegung wiedergegebenen Abschlüsse und Lageberichte sind durch den Abschlussprüfer zu prüfen. Über das Prüfungsergebnis ist in einem gesonderten Abschnitt des Bestätigungsvermerks zu berichten.
  • Die ESEF-konform offengelegten Abschlüsse und Lageberichte können Prüfungsgegenstand des Bilanzkontrollverfahrens nach § 342b HGB sein.

Die geänderten Vorschriften sollen erstmals auf Rechnungslegungsunterlagen anzuwenden sein, die für das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Geschäftsjahr aufgestellt werden.

Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat gestern Änderungen an IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig veröffentlicht.

Demnach ist eine Verbindlichkeit als langfristig einzustufen, wenn das Unternehmen am Abschlussstichtag über ein Recht verfügt, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Dabei genügt das reine Vorhandensein eines Rechts, es muss keine Absicht des Unternehmens vorliegen, dieses auch auszuüben. Bei Rechten, die von dem Vorhandensein bestimmter Bedingungen abhängig sind, ist darauf abzustellen, ob die Bedingungen am Abschlussstichtag erfüllt sind.

Ist eine Schuld mit Bedingungen verbunden, nach denen diese aufgrund einer Option der Gegenpartei durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfüllt werden kann, wird klargestellt, dass dies die Klassifizierung der Schuld als kurz- bzw. langfristig nicht beeinflusst, sofern die Option separat als Eigenkapitalkomponente eines zusammengesetzten Finanzinstruments nach IAS 32 ausgewiesen wird.

Die Änderungen treten – ein entsprechendes Endorsement vorausgesetzt – für Berichtsperioden, die am oder nach dem
1. Januar 2022 beginnen, in Kraft.

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