DRSC veröffentlicht E-DRÄS 11

Das DRSC hat am 23. Dezember 2019 den Entwurf des Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandards Nr. 11 veröffentlicht. Dieser steht auf der Website des DRSC zum Download bereit. E-DRÄS 11 dient der Änderung von DRS 18 „Latente Steuern“. Dieser wurde im Jahr 2010 verabschiedet und seitdem, wenn man von redaktionellen Anpassungen sowie punktuellen Ergänzungen, die insbesondere durch das BilRUG bedingt waren, absieht, keiner inhaltlichen Überprüfung unterzogen. Auf seiner Sitzung vom 17. Juli 2018 hatte sich der HGB-Fachausschuss des DRSC daher zu einer Überarbeitung des Standards entschlossen.

Die offenkundigste Änderung betrifft die Angaben zu den latenten Steuern im Konzernanhang. Künftig sollen die Angaben zu Betrag und etwaigem Zeitpunkt des Verfalls von nicht berücksichtigten abzugsfähigen temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften (DRS 18.66) sowie die sog. Überleitungsrechnung (DRS 18.67) entfallen. Da es sich bei diesen Angaben um über das Gesetz hinausgehende Regelungen handelt und die Angaben in der Praxis erfahrungsgemäß kaum gemacht werden, dürften die Auswirkungen dieser Streichung für die Abschlussersteller kaum ins Gewicht fallen.

Intensiver befasst hat sich der HGB-Fachausschuss mit der Bilanzierung latenter Steuern für temporäre Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. passiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung nach § 301 Abs. 3 HGB, für die gemäß § 306 Satz 3 HGB ein Ansatzverbot besteht. Klargestellt werden soll (Tz. 27b), dass auf die Bilanzierung latenter Steuern auf temporäre Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts (§ 246 Abs. 1 Satz 4 HGB) auf Ebene der Handelsbilanz II ebenfalls verzichtet werden darf. Das Wahlrecht, das gemäß herrschender Meinung bereits heute besteht, wird damit in DRS 18 aufgenommen.

Ferner sollen in DRS 18 Ausführungen zu latenten Steuern bei der Währungsumrechnung aufgenommen werden. Es soll klargestellt werden, dass die Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung (§ 308a Satz 3 HGB) nicht in den Anwendungsbereich des § 306 HGB fällt (Tz. 31a). Ferner sollen Ausführungen zur Bilanzierung latenter Steuern bei Zweigniederlassungen mit Sitz außerhalb der Eurozone (Tz. 31b) aufgenommen werden. Diese sind weitestgehend deckungsgleich mit den entsprechenden Ausführungen in DRS 25.

Grundsätzlich unverändert soll bleiben, dass für die Bewertung latenter Steuern im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung der Steuersatz des Unternehmens maßgeblich ist, welches die Lieferung oder Leistung empfangen hat. Allerdings soll in Ausnahmefällen ein Abweichen von diesem Grundsatz zulässig sein, z.B. wenn das empfangende Unternehmen eine Personenhandelsgesellschaft ist.

Die übrigen beabsichtigten Änderungen und Anpassungen sind überwiegend redaktioneller und/oder klarstellender Natur. Darüber hinaus werden weitere Erläuterungen und Beispiele in die Begründung zu DRS 18 aufgenommen.

Es besteht die Möglichkeit, zum E-DRÄS 11 bis zum 28. Februar 2020 Stellung zu nehmen. Der geänderte DRS 18 soll – fristgerechte Verabschiedung des finalen DRÄS 11 vorausgesetzt – erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2020 beginnen, anzuwenden sein. Eine frühere vollumfängliche Anwendung soll zulässig sein und auch empfohlen werden.

/* */