IDW zur freiwilligen vorzeitigen Erstellung eines Vergütungsbericht nach ARUG II

Erstellt ein Unternehmen ausnahmsweise – trotz der vielen, derzeit noch offenen Fragen und der immer noch ausstehenden finalen Leitlinien der EU-Kommission zur Darstellung des neuen Vergütungsberichts – bereits für ein vor dem 1. Januar 2021 beginnendes Geschäftsjahr einen Vergütungsbericht nach § 162 AktG, d.h. einen Bericht über die Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats nach den Vorschriften des ARUG II, braucht es im korrespondierenden Abschluss bzw. Lagebericht nicht mehr individualisiert über die Bezüge und Leistungen an Vorstandsmitglieder zu berichten und nicht mehr die Grundzüge des Vergütungssystems darzustellen.

Eine gemeinsame Berichterstattung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung (FAB) und des Hauptfachausschusses (HFA) des IDW, die am 14. Dezember im Mitgliederbereich der Homepage des IDW veröffentlicht worden ist, konkretisiert, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um im korrespondierenden Abschluss bzw. Lagebericht auf die genannten handelsrechtlichen Angaben verzichten zu dürfen:

  • Ein freiwillig vorzeitig erstellter Vergütungsbericht nach § 162 AktG berechtigt auch dann zum Verzicht auf die genannten Angaben im korrespondierenden Abschluss bzw. Lagebericht, wenn die Vergütung der Vorstandsmitglieder (noch) nicht nach Maßgabe eines von der Hauptversammlung beschlossenen Vergütungssystems, das den Vorgaben des § 87a AktG genügt, erfolgt. Gleiches gilt selbstverständlich auch, wenn die Vergütung der Vorstandsmitglieder bereits nach Maßgabe eines solchen Vergütungssystems erfolgt.
  • Auf die Berichterstattung über die Grundzüge des Vergütungssystems im korrespondierenden Lagebericht darf nur verzichtet werden, wenn an anderer Stelle eine gleichwertige Beschreibung erfolgt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn bis zum Zeitpunkt der Beendigung der korrespondierenden Abschlussprüfung eine solche Beschreibung entsprechend § 120a Abs. 2 AktG auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht ist. Darauf ist in der Erklärung zur Unternehmensführung zu verweisen.
  • Um auf die bisherige handelsrechtliche Vergütungsberichterstattung im Anhang bzw. Lagebericht zu verzichten, muss der Vergütungsbericht nach § 162 AktG spätestens zum Zeitpunkt der Beendigung der korrespondierenden Abschlussprüfung vorliegen. Eine formelle Prüfung durch den Abschlussprüfer nach § 162 Abs. 3 AktG muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht durchgeführt worden sein.
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