Öffentliche Konsultation der ESMA: Konkretisierung der nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO

Am 5. November 2020 hat die ESMA ein Konsultationspapier zu ihren geplanten Ratschlägen an die Europäische Kommission zur Konkretisierung der neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten nach Artikel 8 der Taxonomie-VO veröffentlicht. Artikel 8 der Taxonomie-VO verpflichtet bestimmte große (Mutter-)Unternehmen anzugeben, wie und in welchem Umfang ihre Tätigkeiten mit als ökologisch nachhaltig einzustufenden, d.h. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Dies beinhaltet auch die Angabe von drei „grünen“ Finanzkennzahlen: der Anteil der taxonomiekonformen Umsatzerlöse sowie der Anteil der taxonomiekonformen Investitions- und Betriebsausgaben. Ich habe über diese neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten in meinem Blogbeitrag vom 4. August 2020 zuletzt berichtet.

Die Konsultationspapier enthält zahlreiche Vorschläge zum Inhalt der drei „grünen“ Finanzkennzahlen, der Methodik zu ihrer Ermittlung und zu den Details ihrer Darstellung in der nichtfinanziellen (Konzern-)Erklärung der Unternehmen. Unternehmen können zu diesen Vorschlägen noch bis zum 4. Dezember 2020 Rückmeldung geben und dabei u.a. auch zu ihren erwarteten Kosten Stellung nehmen.

Die Antworten auf diese Konsultation werden in die finalen Ratschläge der ESMA an die Europäische Kommission einfließen, die bis Ende Februar 2021 vorgelegt werden müssen. Neben der ESMA sind auch die anderen beiden Europäischen Aufsichtsbehörden (EBA und EIOPA) aufgefordert, Ratschläge zur Konkretisierung der neuen nichtfinanziellen Berichtspflichten – und zwar speziell für Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen – vorzulegen. Die Europäische Kommission ist dann verpflichtet, bis spätestens zum 1. Juni 2021 einen delegierten Rechtsakt mit genauen Vorgaben zu Artikel 8 der Taxonomie-VO zu erlassen.

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